AW: Grundsicherung - Regelsatzsenkung geplant
Zitat von Gisela M.
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Ich habe nun wiederholt darauf aufmerksam gemacht, dass man mit wenigen Minuten Zeitaufwand mit einem Leserbrief in den Kobinet-Nachrichten die Chance vergrößern kann, die Regelsatzkürzung noch zu kippen - und zwar, indem man zu diesem Thema einen Leserbrief schreibt:
http://www.kobinet-nachrichten.org/cipp/kobinet/custom/pub/content,lang,1/oid,25486/ticket,g_a_s_t
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Da unsere Politiker keine andere Sprache verstehen, sollte man Ihnen mal mitteilen, wie viele Heimkosten wir ihnen durch unsere Betreuungsleistungen ersparen.
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Ich bin erschöpft und ziehe mich bei intakt jetzt zurück.
Auch wenn ich manchmal über meine Belastungsgrenze hinausgehe, ziehe ich spätestens dann die Reißleine, wenn ich realisiere, dass kein feedback ankommt.
Mit wenigen Ausnahmen (und an diejenigen allerherzlichsten Dank!) hat kaum jemand die paar Minuten Zeit aufgebracht, um unser Anliegen bei kobinet zu unterstützen.
Gisela
Liebe Gisela,
auch wenn ich im Prinzip Deine Gedanken nachvollziehen kann, bin ich nun doch etwas "enttäuscht" über Dein vorzeitiges "Handtuchwerfen" hier.
Ein paar Gedanken dazu.
Ich bin froh, hier solche Personen wie Dich zu finden, die mit ihrem Fachwissen versuchen, den Betroffenen tatkräftig unter die Arme zugreifen. Ich weiß auch, was das für eine Belastung für Dich ist. Mir geht es ähnlich, ganze Woche keine Zeit, am WE alles an Arbeit nachholen, was so angelaufen ist. Man hat oft einfach keine Zeit mehr....
Und auch keinen Lust! Man muss mal luftholen.
Aber bitte bedenke, das die meisten hier gesetzestechnisch vollkommen planlos sind. Gerade deshalb ist Hilfe von Fachleuten Deines Kalibers dringend nötig, um gegen diesen korrupten Staat vorzugehen (sorry, meine Meinung). Die Menge an Gesetzen, Informationen und Meinungen sind überwältigend, zum Teil vollkommen konfus und wirken auf mich oft nicht ausgegoren.
In diesem lobbiistischem Staat ist der Mensch mittlerweile nichts mehr wert. Hauptsache, die Großaktionäre, die Industrie und andere "Großverdiener" haben ihre Rendite und können ihr Geld außer Landes schaffen.
Ob das alles im Sinne des sozialen Kapitalismus ist, welchen die Gründungsväter der BRD aufbauen wollten bzw. ja auch aufgebaut haben, wage ich zu bezweifeln.
Der Mittelstand wird kontinuierlich "erdrückt", obwohl dieser Staat eigentlich auf ihm aufbaut. Der keine Mann rutscht immer mehr in die Armut. Und am schlimmsten trifft es die, die sich nicht wehren können.
Die Herrschaften oben in Berlin nehmen überhaupt nicht wahr, das sie vom "Volk" gewählt wurden. Demzufolge ist ihnen die Jacke näher als die Hose. Ihre Extrazuwendungen bekommen sie von den Sponsoren der Parteien, nicht von uns kleinen Leuten. Sie müssen unbedingt die ersten 4 jahre durchhalten, wegen der Pension.
Es hat in diesem Staat keinen Sinn, z.B. einen Brief nach Berlin zu schreiben und auf Besserung zu hoffen. Mal abgesehen, das der Brief sofort im Müll landet, ist eine einzelne Beschwerde nicht relevant!
In soweit hast Du Recht, nur zusammen kann man vielleicht was erreichen.
Aber die Leute sind zermürbt ob der dauernden Streitigkeiten, sie sind kraftlos geworden und sehen keinen Sinn mehr in einer Auflehnung.
Genau das ist gewollt, auch da stimme ich Dir zu.
Auch wenn jeder auf dem Osten rumgehackt hat und das sicher auch noch tut.
Aber mal ne kleine Anektode aus der Zeit, passt hervorragend hierher.
1988 waren "wir"

mit unserem kleinen Sohn schwanger. Lebten in einer alten Wohnung mit Toilette eine halbe Treppe tiefer, Ofenheizung, kein Bad, im Winter hat die Wand im Schlafzimmer geglitzert vom Frost.
Trotz der Behinderung des Großen hatte sich ne ganze Zeit nicht viel getan wegen einer Neubauwohnung. Die Wohnungsgenossenschaft, in welcher ich Mitglied war, wollte auch nicht so richtig (O-Ton: Ihr Kind könnte ja eine Totgeburt sein, da können wir Ihnen noch keine 4 Raumwohnung zuweisen).
Da ja im Sozialismus die Arbeiter und Bauern die "Macht" hatten

, war natürlich immer gut, genau das so anzubringen.
Ich schrieb damals unter Zuhilfenahme meiner Mutter einen Brief nach Berlin, Amt für Eingaben. Mit Erwähnung der o.g. Regel des Sozialismus habe ich die Sachlage dargelegt und um Hilfe gebeten.
Keine 2 Wochen später war Antwort da. Man könne zwar nicht direkt eingreifen, da die Aufteilung der Kompetenzen dies verbiete, aber man habe die Sache an die zuständigen Stellen in Suhl weitergeleitet . Eine Woche später kam ein Schreiben von der Genossenschaft, in welchem mir 3 Wohnungen angeboten wurden.
Auch wenn im Sozialismus, oder was immer wir da hatten, vieles Murks war. Aber es war auch einiges bedeutend besser. Zum Beispiel war nach der Geburt eines Kindes alles geklärt, und zwar bis das Kind ins Arbeitsleben entlassen wurde. Krippe, Kindergarten, Impfungen, Schule, Penne, Lehre etc.. Das KG kam mit der Post, ohne Antrag. Wenn wie bei uns die Behinderung von Ärzten nachgewiesen war, kam das Geld mit der Post, ohne Antrag. Alles kein Thema. Verhungert ist auch keiner. Es hatte jeder Arbeit, unter welchen Umständen auch immer. In den Wohnhäusern hat jeder jeden gekannt, ein freundliches Miteinander war meist gegeben, Hilfe von den Leuten immer zu erwarten. Arbeitslose gab es nicht (offiziell), die Arbeitsscheuen wurden "entfernt" (bin ich auch heute noch dafür).
Da alle! relativ wenig hatten, gab es kaum Neid, keiner musste sich vor der Nachbarschaft beweisen. Die Mauscheleien waren schon heftig: besorgst du mir dies, besorge ich dir das...., aber was ist da heute anders? Es gibt zwar alles, aber die meisten könne es sich gar nicht leisten. Ich bin z.B. noch nie in den Urlaub geflogen. Hat zwar mit "leisten können" nix zu tun, da wir uns lieber mit dem Auto die Gegend anschauen, in der wir unseren Urlaub verbringen. Aber bevor ich Unsummen an Geldern in eine Urlaubsreise investiere, sorge ich lieber dafür, das es meiner Familie gut geht. Das ist wohl wichtiger als solch Vergänglichkeiten wie z.B. teure Urlaube.
Nicht das hier jemand denkt, ich war damals staatskonform. Eher im Gegenteil, ich habe rumgemotzt, meine Kaderakte (Personalakte) sah entsprechend aus. Genug Verwandschaft im Westen, 50km von der Grenze gewohnt, also nur Westfernsehen. Ich möchte nicht meine Stasiakte einsehen.........
Aber egal, der Tenor meiner "Erzählung": im Osten war der kleine Mann noch in der Lage, unter Ausnutzung der Proklamationen des Staates etwas zu bewirken. Und zwar im Notfall auch allein!
Heute nicht mehr denkbar. Wenn man nicht Unmengen an Gleichgesinnten um sich schart, findet man kein Gehör mehr. Jedes Schlupfloch wird von den Ämtern ausgenutzt. Gerade das finde ich ganz schlimm. Eigentlich sollte einem das SA doch helfen, die z.T. extremen Mehrbelastungen zu bewältigen.
Von daher, Gisela, bitte ich Dich, die Leute zu verstehen.
Wenn jemand wie Elfriede 50 Jahre!!! dieser Behördenwillkür ausgesetzt ist, kann man die zeitweilige Mut- bzw. Kraftlosigkeit verstehen.
Du bist jeden Tag an solchen Problemen dran. Wir nicht, aber wir haben schon an unseren eigenen zu knappern.
Alos bitte, bleib uns erhalten, auch wenn nicht jeder Deinem Aufruf immer gleich folgt.
Die anderen Forumsteilnehmer bitte ich wegen meiner größzügigen Ausschweifungen um Nachsicht. Musste mal runter.......
LG
Stefan