AW: KG Abzweigung: DAS Schreiben...
Hallo Ihr Lieben,
noch ein paar Stunden Schlaf, dann Sohnemann mit Windeln, Medikamenten und Frühstück versorgen und in den Bus zur WfbM setzen.
Und eine Stunde danach werde ich mich in die Höhle des Löwen - nämlich die des Kreissozialamtes - bewegen, wo man die angebliche Rechtmäßigkeit des Abzweigungsantrages innerhalb eines persönlichen Gesprächs mit einer betroffenen Familie "erklären" will.
Momentan geht man bei der Kreisverwaltung allerdings noch davon aus, dass die betroffenen Eltern allein kommen
Damit ich diesen wichtigen Termin nicht im wahrsten Sinne des Wortes verschlafe, im Schnelldurchgang kurz folgendes.
Wie bereits mehrfach erwähnt, bin ich Mutter eines mittlerweile 24-jährigen schwerstbehinderten Sohnes.
Pünktlich während der Vorbereitung zu meinem meinem langersehnten Skiurlaub wurde er krank.
Trotzdem habe ich es noch geschafft, für eine Woche in den Schnee zu fahren.
Bei den Abfahrten habe ich mich dann wohl zu sehr "ausgetobt", so dass ich auch mal spektakulär gestürzt bin.
Eine Fraktur konnte per Röntgenbild zwar ausgeschlossen werden, aber meine Rippenschmerzen lassen sich zur Zeit nur mit Schmerzmitteln ertragen.
Ich arbeite seit mehr als 10 Jahren für einen Verein zur Unterstützung von kranken und behinderten Kindern, wobei ich besonders die Durchsetzung von Rechtsansprüchen im Auge habe.
Zusätzlich sitze ich im Vorstand der lokalen Behindertenvertretung.
Neben meinem Sohn habe ich auch noch eine gesunde Tochter, die nach dem Abitur gerade ihr Studium beendet hat.
Da der Vater meiner Kinder sich bereits vor 23 Jahren von jeglicher Verantwortung verabschiedet hatte, kann vielleicht ansatzweise nachempfunden werden, dass diese 23 Jahre kein Zuckerschlecken waren, und dass ich neben DIESEM Job, Sohnemann, Haushalt und allem was sonst noch so anliegt grundsätzlich immer unter Zeitmangel leide.
Im Fall der Kindergeldabzweigung ist ja nun bei Betrachtung sämtlicher Zusammenhänge sehr deutlich geworden, dass die Vorgehensweise der Sozialämter rechtswidrig ist, so dass das Schreiben an Herrn Leisinger/Finanzministerium, das ich hier am 1. April veröffentlicht habe, leider kein Aprilscherz ist.
Eben weil das so ist, habe ich die Hoffnung, dass man mit entsprechendem öffentlichen und politischen Druck erreichen kann, dass zukünftig bei Kindern, die im Haushalt der Eltern leben, keine Abzweigungsanträge mehr gestellt werden dürfen.
Die Inhalte des Schreibens an Herrn Leisinger dürften sogar für diejenigen Politiker nachvollziehbar sein, die bisher das Bla-bla der Sozialämter widergekaut haben.
Beim Bundessozialgericht dürfte man so langsam sauer werden, da die Sozialämter immer wieder mit neuen Tricks versuchen, das Kindergeld von behinderten Kindern für sich zu vereinnahmen. Und daher versuchen es die Sozialämter nun halt auf die hinterlistige Tour über die Finanzgerichte.
Für diese Hinterlistigkeit sollten sie nicht auch noch belohnt werden, indem wir Eltern uns tatsächlich mit den Familienkassen einen aussichtslosen Kampf liefern, wobei die Sozialämter sich auch noch in der Zuschauer-Rolle sonnen können.
Und selbst wenn wir diesen Kampf phasenweise gewinnen sollten, würde er sich ständig wiederholen, da ja immer wieder auf's Neue Belege von uns gefordert würden.
Der einzige Weg, die Abzweigungspraxis zu beenden, öffnet sich also über die Sozialgerichtsbarkeit, und dafür muss man halt gegen die Sozialämter vorgehen - bzw. der Politik und den Medien die Inhalte des Leisinger-Schreibens nahebringen - zuzüglich Petitionen usw.
Die Argumente sprechen für uns, und den Sozialämtern bleibt nur Hinterlist und Tücke. Wenn wir es schaffen, hartnäckig gegen die Sozialämter vorzugehen (denn als Verursacher dieser Diskriminierung gehören sie einfach auf die Anklagebank), dann haben wir gute Chancen, den Begriff Abzweigung in die Vergangenheit zu schicken.
Für Kapitulationen bin ich nicht zu haben - erst recht nicht, wenn man zwar von der Hinterlist des "Gegners" überzeugt ist, und aus Zeitgründen trotzdem diesen hinterlistigen Weg akzeptiert und diese Inhalte dann wieder zum Thema der Diskussion macht.
Ich kann aus eigener Erfahrung sehr gut nachempfinden, dass es manchmal sehr schmerzhaft sein kann, konsequent für ein Ziel zu kämpfen und die "richtigen" Prioritäten zu setzen.
In diesem Fall bin ich aber der Überzeugung, dass es sich lohnt!
Gute Nacht an alle

Gisela