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Integration behinderter Kinder durch Eltern

**Claudia** 29.07.2009, 14:35#76
AW: Integration behinderter Kinder durch Eltern

Was mir gerade noch eingefallen ist:

Mein Posting hier:
http://www.intakt.info/forum/showpost.php?p=34126&postcount=72

stellt lediglich meine persönliche Meinung dar, die aus meiner persönlichen Betroffenheit resultiert.
Meine "globale" Ansicht ist, dass "unsere" LH einfach mal in die Pötte kommen muss und die Eltern ernst nehmen sollte, die angemessene (!) Kritik üben.

Ich bin auch weder als Privatperson noch "öffentlich" daran interessiert, die LH abzuschaffen.

Sicher ist mir als Privatperson gleichgültig, wenn die LH hier "den Bach heruntergehen" würde, aber "öffentlich" sehe ich es als Notwendigkeit, die Lage zu verbessern.
Inge 29.07.2009, 14:55#77
AW: Integration behinderter Kinder durch Eltern

Hallo zusammen,

Carmen, Du hast es recht gut zusammengefasst. Wir brauchen diese (Selbsthilfe-)Organisationen, weil uns sonst niemand (auch und schon gar nicht der Staat) hilft.
Große Organisationen unterstützen auch des öfteren Prozesse der behinderten Menschen gegen den Staat oder führen Musterprozesse oder Verbandsklagen.
Die einzige wirkliche Hilfe habe ich bisher durch diese Organisationen erfahren.

Claudia, wenn Du die staatlichen Hilfen bei Euch anders erlebst, kann ich Dich nur beglückwünschen. So kenne ich das ganz und gar nicht und könnte stundenlang :grantel:
**Claudia** 29.07.2009, 15:01#78
AW: Integration behinderter Kinder durch Eltern
Zitat von Inge
Claudia, wenn Du die staatlichen Hilfen bei Euch anders erlebst, kann ich Dich nur beglückwünschen. So kenne ich das ganz und gar nicht und könnte stundenlang :grantel:


....kann ich nachvollziehen, denn ich weiss was es bedeutet, wenn man stundenlang :grantel: könnte ;-).

Inge, was mich sehr bewegt ist auch der Gedanke:
welche Erfahrungen machen LH-Mitarbeiter mit ihrem Klientel?

Irgendwoher muss es doch kommen, dass wir (hier!) automatisch in die (von mir gefühlte) Unfähigkeits-Schublade einsortiert werden, wenn wir ein behindertes Kind haben.

Das muss doch irgendwo Wurzeln haben, wenn z.B. die Schul-Konrektorin zu mir wortwörtlich sagt:
"Sie wissen aber schon, dass Ihr Kindchen einen Anspruch auf einen Behindertenausweis hat? Wir erledigen das gerne für Sie."

Inge, ich frage Dich und auch Kirsty ernsthaft: woher kommt es, dass diese Frau automatisch davon ausgeht, dass Eltern von behinderten Kindern zu "blöd" sind, sich einen Behindertenausweis zu besorgen?
Und warum wird mit den Eltern der besagten Schule in der Babysprache geredet?
Sie fragte mich ja auch wortwörtlich, ob mein "Kindchen" schon "Ostereierchen" gesucht hat.
Das bewegt mich und der Gedanke macht mich kirre!

Woher -um alles in dieser Welt- kommt denn sowas????
Kirsten 29.07.2009, 15:06#79
AW: Integration behinderter Kinder durch Eltern

Hallo Carmen,

prima auf den Punkt gebracht und zusammengefasst.
Bin deiner Meinung.
L.G.
Kirsty
Inge 29.07.2009, 15:14#80
AW: Integration behinderter Kinder durch Eltern

Claudia, dass bei Euch in der LH einiges schiefläuft, das ist nicht zu verkennen.
Ich habe - von anderen Vereinen und Organisationen her (ich werde mich hüten, diese öffentlich zu nennen ;-)) - den Eindruck, dass das dann geschieht, wenn die Entscheidungsträger zu lange die gleichen Dinge machen: "wir machen das schon lange, wir machen das gut und wissen genau, was Ihr Kind braucht. Sie werden schon sehen. Blablabla...". Das ist aus meiner Sicht pure Arroganz.
Als Einzelperson bist Du nur eine unzufriedene Nörgeltante, die mit ihren - eigentlich ganz normalen – Ansprüchen und Forderungen als anmaßend, aufsässig und lästig wahrgenommen wird.
Da hat man nur eine Chance, wenn man in sehr großen Gruppen massiv gegen diese Missstände kämpft. Und selbst dann ist es schwierig bis unmöglich, diese hammerharten Strukturen aufzubrechen.
Du siehst, ich kenne diese Situation auch sehr gut :-P
**Claudia** 29.07.2009, 15:18#81
AW: Integration behinderter Kinder durch Eltern
Als Einzelperson bist Du nur eine unzufriedene Nörgeltante, die mit ihren - eigentlich ganz normalen – Ansprüchen und Forderungen als anmaßend, aufsässig und lästig wahrgenommen wird.

So ähnlich hat mir das der Geschäftsführer auch fast wortwörtlich gesagt.
Carmen62 29.07.2009, 15:51#82
AW: Integration behinderter Kinder durch Eltern

Ich denke,das liegt bei jedem selbst.......ob Behördenvertreter
oder Mitglieder einer Institution oder die Vertreter des Jugendamtes
mich eigenständig entmündigen.....und mir sagen,was mein Kind muss oder nicht.
Ich glaube man weiss ,wie ich ticke......mir ist man noch nie so gekommen.
Wenn ich irgendwo eintrete,mache ich unmissvertsändlich klar....was/wie
und warum ich etwas in Anspruch nehmen möchte.
Ich zeige meine beisherigen Bemühungen auf,so dass erst gar nicht der
Verdacht aufkommt......hier sitzt ein "Dummmchen".
Ich setzte ein selbstsicheres Auftreten auf......innerlich sieht es auch anders aus.
Es hat immer funktioniert.Ich fühle mich nicht abgewertet,so wie ich
eingetreten bin,so selbstsicher verlass ich auch diesen Ort.
Das war nicht immer so,sowas muss man lernen.
Darum warne ich auch vor zuviel Übernahme durch Institutionen,
ich wünsche kompetente Beratung und das Gefühl,da stehen und stärken Gleichgesinnte
meinen Rücken.Es reicht,zu wissen.....da sind Leute,wenn ich Rat brauche
oder wenn ich nicht mehr weiter weiss.
Den Weg begehe ich allein,wachse an positiven und negativen
Erfahrungen.Das wünsche ich auch allen anderen Eltern.
**Claudia** 29.07.2009, 16:07#83
AW: Integration behinderter Kinder durch Eltern
so dass erst gar nicht der
Verdacht aufkommt......hier sitzt ein "Dummmchen".

Carmen, an meinem Auftreten konnte es nicht liegen ;-).
Ich hatte das Gefühl, dass gar nicht mehr hingeguckt wurde/wird, wie jemand auftritt, sondern dass sich ein Standardprogramm in den Köpfen der jeweiligen Mitarbeiter abgespielt hat, das sie auf "Hinz und Kunz" übertragen (haben).

Ich kenne noch einen betroffene Familie, die ebenfalls ein sicheres Auftreten hat, die hochgebildet ist und im Leben steht.
Auch mit dieser Familie wurde standardmässig so umgegangen, als wären sie unfähig.

Mir ist aufgefallen, dass eben gerade die Familie, die selbstbewusst mit der Behinderung ihres Kindes umgehen und entsprechend auftreten, die grössten Schwierigkeiten hier hatten/haben.


Keine Institution ist mit mir so umgesprungen wie die LH (immer den FeD ausgenommen).

Wie schon mehrmals erwähnt, habe ich z.b. noch nie irgendwelche Schwierigkeiten mit dem Jugendamt hier gehabt, auch nicht mit der Waldorfschule und auch der Hauptschule, die meine Kiddies besuchen.
Ich würde mich nie anmassen Eltern zu unterstellen sie treten "unsicher" auf, wenn sie z.B. Probleme mit dem Jugendamt oder den benannten Schulen haben und sich nicht ernst genommen fühlen.
HHelmutS 29.07.2009, 16:26#84
AW: Integration behinderter Kinder durch Eltern
Zitat von **Claudia**

Inge, ich frage Dich und auch Kirsty ernsthaft: woher kommt es, dass diese Frau automatisch davon ausgeht, dass Eltern von behinderten Kindern zu "blöd" sind, sich einen Behindertenausweis zu besorgen?

Hallo Claudia,

wenn ich sowas lese bin ich immer froh, das ich es nur lese, denn wenn ich es live hören würde, würde ich sehr ungehalten darauf reagieren. Es gibt Eltern von schwerst behinderten Kindern, denen in den ersten Jahren völlig egal ist, was es an erleichternden Papierkram ringsum so gibt, weil das Kind, und sie selbst da kaum was von haben. Solche Eltern sind mitunter froh, wenn man sie auf etwas aufmerksam macht, das das Leben vielleicht leichter machen könnte. Wer da mit zu "blöd" argumentiert, dem scheint es an was zu fehlen oder um was anderes zu gehen. Das sind Umgangsformen, die passen zum Diskussionsthema, denn sie machen sie nicht leichter, die Integration.

Das mit der Babysprache kommt wohlmöglich davon, das viele Eltern so mit ihren Kindern reden.

:-) Helmut
Carmen62 29.07.2009, 16:31#85
AW: Integration behinderter Kinder durch Eltern
Zitat von **Claudia**
;-).


Mir ist aufgefallen, dass eben gerade die Familie, die selbstbewusst mit der Behinderung ihres Kindes umgehen und entsprechend auftreten, die grössten Schwierigkeiten hier hatten/haben.
da dürftest du wohl Recht haben,liegt aber für mich klar auf der Hand.
Wenn alle so selbstsicher wären,würden sie ja nicht mehr gebraucht;-)
Zumindest befürchten Sie das,und kommen dann eventuell so flappsig rüber.
Ich lasse es nicht so durchscheinen,gebe also zu verstehen.....auch ich
brauche und geniesse eure Hilfe.
Vielleicht stimmt bei euch auch nicht die Chemie,es ist halt so.
Wenn du vielleicht mal woanders wohnst,könntest du andere Erfahrungen
machen.
Sind denn bei euch in der LH alle so schräg drauf,ich denke wohl nicht.:kopfkratz:
Wenn alle vom Charakter ähnlich sind,wirkt das auf Dich
natürlich sehr arrogant und provokant.
Ich denke,dass ihr euch so unsympathisch seid,hat einen einen Auslöser!
Vielleicht hast Du ja zu Selbstbewusst auf Sie gewirkt?
**Claudia** 29.07.2009, 16:45#86
AW: Integration behinderter Kinder durch Eltern

Carmen, ich sage gleich:
ich suche den "Fehler" nicht bei mir.

Wieder vom FeD abgesehen ;-), hatten wir mit 2 Frühfördertherapeutinnen zu tun, einem Psychologen, einer KiGa-Leitung, einer Konrektorin.

Hier nochmal die "Spitzen":

- Meiner Grossen wurde eine geistige Behinderung angedichtet. Nicht mein Fehler!
- Ihr Asthma wurde als Erpressung abgetan. Nicht mein Fehler!
- Mir wurde Überforderung unterstellt, weil ich meiner gesunden Grossen keine 4 Therapien in einer Woche zumuten wollte. Nicht mein Fehler!
- In der ersten Frühförderstunde meiner Kleinen kam die (andere) Therapeutin und fragte mich entsetzt, was "so ein Kind bei uns zu suchen hat." Nicht mein Fehler!
- Im Kindergarten wurden Zwangsspenden verlangt und wer nicht spendete, wurde angerufen und unter Druck gesetzt. Nicht mein Fehler!
- Im Kindergarten wurden die Kinder unbeaufsichtigt und splitternackt im Vorderhof alleine gelassen und ich wurde von der KiGa-Leitung angewiesen, darüber nicht mit anderen Eltern zu sprechen: auch nicht mein Fehler!
- In der benannten Schule wollte mir die benannte Konkrektorin nachdem sie das Kind eine Stunde "getestet" hat erklären, dass unsere Kleine ein völlig ausgeglichenes Seelenleben und keine Bindungsstörung hat - sie ginge ja sofort mit jedem mit: diese Inkompetenz war ganz und gar nicht mein Fehler.

Ich habe -zig mal versucht, sachlich darüber zu reden, am Ende habe ich mir den Pflegekinderdienst mit ins Boot geholt, der Rest ist Geschichte die ich hier ja lange und ausführlich geschrieben habe.

Ich kann Dir aber sagen, wo die Anteile beim FeD liegen, dass es so gut mit dem FeD klappt:
- meine Kritik wurde angehört und man gab mir das Gefühl, das Ernst zu nehmen in dem man mir konstruktive Wege aufzeigte, an wen ich mich wenden kann,
- wir haben ein Konzept ausgearbeitet, wie wir handeln, wenn wir Probleme miteinander bekommen sollten,
- es wurde sich ausgiebig Zeit genommen, alles anzuhören,
- es wurde tiefgründig und sachlich hinterfragt, wenn etwas unklar 'rüberkam.


So hätte ich mir die Zusammenarbeit auch mit den anderen Stellen gewünscht!
**Claudia** 29.07.2009, 16:57#87
AW: Integration behinderter Kinder durch Eltern

Noch eine Ergänzung zum FeD, wie wir zusammenarbeiten - um einfach auch mal etwas Positives zu schreiben:

wir haben zwei Betreuerinnen, beide haben eine päd. Ausbildung.
Wir als Eltern versuchen den Betreuerinnen, hier alles so angenehm wie möglich zu gestalten (ich bemühe mich aufzupassen, welche Betreuerin z.B. gerne stilles Mineralwasser trinkt oder wenn eine Betreuerin z.B. gerne Kaffee trinkt, würden wir ihr zeigen, wie man unseren Automaten bedient).

Ich gebe meine Kinder im Moment der Betreuung auch "mental" ab. D.h. ich vertraue darauf, dass sich die Betreuerin von selbst meldet, wenn etwas nicht gut läuft.
Die Betreuerinnen wissen über die Mentalität meiner Kleinen Bescheid und wir haben uns auf "lieber etwas zu vorsichtig" geeinigt, weil bei unserer Kleinen eine gewisse Unberechenbarkeit besteht.

Was ich am meisten schätze ist die Flexibilität des FeD.

Ich bereite meine Kleine so vor, dass sie Freude an den Betreuerinnen hat und rede positiv über die Betreuerinnen.

Und ich schätze es sehr, mich auch mal "pädagogisch" mit den Betreuerinnen zu unterhalten - auch gemeinsamen Gedankenaustausch zu pflegen.

Das ist für mich eine wertschätzende Zusammenarbeit und die "andere Seite" der LH, die ich mal kennenlernen darf.
miau 29.07.2009, 18:07#88
AW: Integration behinderter Kinder durch Eltern

Hallo Claudia,

was ist an uns anders, dass wir von der LH so behandelt werden?

Alles, was du schreibst, das ist mir sehr bekannt. Ich hatte ja schon weiter oben beschrieben, dass die Eltern damit angeben, dass ihre gesunden Kinder ins Gymnasium gehen oder studieren. Wieso haben sie das wohl nötig? Bestimmt nicht davon, weil sie gut auftreten können, sondern weil in ihnen trotz des bestimmten Auftretens ein Minderwertigkeitsgefühl herrscht oder Scham´wegen der geistigen Behinderung da ist. Für mich sagen solche Eltern immer: Schau, wir sind nicht blöd, wir haben auch gescheite Menschen in der Familie."

Mit Sympathie und Antipathie oder mit Arroganz hat das auch nichts zu tun, eher mit Rechthaberei und Bewundert werden wollen. Mit den Eltern zusammen arbeiten können die Leute von der LH auch nicht. (Wie es ist, wenn ich Mitglied wäre, darin habe ich keinen Einblick, kann mir aber nichts anderes vorstellen.)

Muss ich heute noch dankbar sein, dass vor 50 Jahren ein paar Menschen die Lebenshilfe gegründet haben? Den Grundsatz, der damals wichtig war, der ist mir in der Arbeit mit meiner Tochter nicht begegnet. (außer in der heimansässigen Schule, aber die hatten mit der LH auch nichts zu tun)

Letzte Woche zum Beispiel wurde bei uns in der Zeitung von der Verabschiedung diverser Schüler aus der Schule für geistig Behinderte berichtet. Ein Bild war auch mit dabei. Es war wie immer: auf dem Bild waren Menschen abgebildet, die im Gebäude gearbeitet hatten und in den Ruhestand gingen oder irgendwelche Jubiläen zu feiern hatten. Auch im Bericht ging es mehr um diese Beschäftigen. Damals kritisierte ich z.B. warum auf dem Bild nicht die Entlass-Schüler abgebildet sind, wie es an anderen Schulen auch so üblich ist. Ich bekam zur antwort, dass den Eltern das nicht recht wäre. - Wo leben wir denn. Sie die Behinderten jetzt integriert oder doch nicht? Wenn meine einzige Integration der Behinderten darin besteht, dass ich Mitglied in einem Muss-Verein bin (wobei ich da sogar an eine Sekte denke), dann kann ich darauf verzichten!

LG Micha


@ Helmut,

deine Antworten empfinde ich als geschmacklos.
HHelmutS 29.07.2009, 18:21#89
AW: Integration behinderter Kinder durch Eltern
Zitat von miau

@ Helmut,

deine Antworten empfinde ich als geschmacklos.


Das macht nix Micha,

denn ich finde es hochgradig geschmacklos wenn man Leuten, die Eltern behinderter Kinder....

( bzw. wie in diesem ganz besonderen Fall.... einer Pflegemutter eines behinderten Kindes, die von sich sagt das sie nicht genug über das Thema weis, ... denn sonst würde sie ja nicht nach Infos oder Fortbildung suchen... )

fragen ob sie wissen das sie einen SBA beantragen können, unterstellt das sie solche Eltern für "Blöd" halten.

Da kommt im laufe der Diskussion einiges zusammen, das anderen Lesern hier wohl auch schon aufgefallen ist.

:-) Helmut
miau 29.07.2009, 18:51#90
AW: Integration behinderter Kinder durch Eltern

bei meiner jüngeren Tochter wurde ich in Schulen als Mutter angesehen. Nicht mehr, nicht weniger.

bei meiner älteren Tochter hatte ich immer das Gefühl, ich müsse beweisen, dass ich auch ein bisschen Grips habe. Ich habe mich nie ernst genommen gefühlt, wurde von oben herab behandelt: "wir machen das schon" - als ob ich dies nicht auch könnte. Es war im Tonfall und der Haltung zu merken. Sie taten so, als ob ich ohne ihr Zutun mit meinem Kind nicht klar kommen könnte.

Den Antrag für den schwerstbehindertenausweis habe ich damals selbst ausgefüllt und gestellt. Er wurde sofort genehmigt. Dort, wo ihn die LH ausgefüllt hatte, musste nachgebessert werden.

Micha
Inge 29.07.2009, 19:01#91
AW: Integration behinderter Kinder durch Eltern

Hallo zusammen,

wie in so vielen Fällen macht auch bei Hilfsangeboten der Ton die Musik. Wenn es einfach ein Hilfsangebot ist, dann empfinde ich das positiv. Wenn das Hilfsangebot allerdings darin besteht, mir alles gleich aus der Hand nehmen zu wollen, dann finde ich das sehr übergriffig.
In den "frühen Jahren" bekam ich einfach das Angebot, mit dem Formularzeugs zur LH zu kommen, wenn ich nicht klarkäme. Aber mir wurde das nie aus der Hand genommen, sondern es gab einfach passende Erklärungen, wenn mir unklar war, was bei den Fragen gemeint sein könnte.
Inge 29.07.2009, 19:02#92
AW: Integration behinderter Kinder durch Eltern

Claudia, bei den ganzen negativen Erfahrungen, die Du gemacht hast, hätte ich schon längst eine Art Protokoll über die ganzen Dinge und einen Brief geschrieben und um Stellungnahme beim Vorstand gebeten. Und wenn ich richtig sauer gewesen wäre, hätten der Landes- und Bundesverband jeweils gleich eine Kopie des Briefes bekommen :grins:
**Claudia** 29.07.2009, 19:19#93
AW: Integration behinderter Kinder durch Eltern

Inge:
ich habe in meinem Ordner noch die gesamte Korrespondenz mit dem BüMei.
Auch an den deutschlandweiten Vorstand habe ich geschrieben, da kam keine Resonanz.
**Claudia** 29.07.2009, 19:23#94
AW: Integration behinderter Kinder durch Eltern
Zitat von Inge
Hallo zusammen,

wie in so vielen Fällen macht auch bei Hilfsangeboten der Ton die Musik. Wenn es einfach ein Hilfsangebot ist, dann empfinde ich das positiv. Wenn das Hilfsangebot allerdings darin besteht, mir alles gleich aus der Hand nehmen zu wollen, dann finde ich das sehr übergriffig.
In den "frühen Jahren" bekam ich einfach das Angebot, mit dem Formularzeugs zur LH zu kommen, wenn ich nicht klarkäme. Aber mir wurde das nie aus der Hand genommen, sondern es gab einfach passende Erklärungen, wenn mir unklar war, was bei den Fragen gemeint sein könnte.

So ist es!
**Claudia** 29.07.2009, 19:48#95
AW: Integration behinderter Kinder durch Eltern
was ist an uns anders, dass wir von der LH so behandelt werden?

Hallo Miau,

ich sehe das etwas differenzierter ;-).
"Die LH" (also pauschal) als Institution hat mich ja nicht "so" behandelt - aber es waren etliche Mitarbeiter der hiesigen LH, mit denen es diese Schwierigkeiten gab.

Wenn ich es grosszügig sehen will sage ich: da kamen die falschen Personen zusammen, die völlig verschiedene Sichtweisen hatten.

Sicher: ich stelle die soziale Kompetenz dieser Mitarbeiter in Frage, teilweise auch die fachliche.

Ich nehme z.B. Inge und Kirsty (ich hoffe, Ihr seht mir nach, dass Ihr mal wieder als Beispiel herhalten müsst) von der elterlichen Kompetenz auch nicht "anders" wahr als mich selbst und die beiden sind in der LH engagiert und ich bin relativ sicher, dass zwischen einer Kirsty im Vorstand oder eine engagierten Inge (so nehme ich die beiden hier über das Forum wahr) und mir eine konstruktive Zusammenarbeit entstanden wäre, wäre "deren" LH auch "unsere" LH.

Ich hoffe, das klingt jetzt nicht völlig salatig ;-).
HHelmutS 29.07.2009, 19:55#96
AW: Integration behinderter Kinder durch Eltern
Zitat von miau
bei meiner jüngeren Tochter wurde ich in Schulen als Mutter angesehen. Nicht mehr, nicht weniger.

bei meiner älteren Tochter hatte ich immer das Gefühl, ich müsse beweisen, dass ich auch ein bisschen Grips habe. Ich habe mich nie ernst genommen gefühlt, wurde von oben herab behandelt: "wir machen das schon" - als ob ich dies nicht auch könnte. Es war im Tonfall und der Haltung zu merken. Sie taten so, als ob ich ohne ihr Zutun mit meinem Kind nicht klar kommen könnte.

Den Antrag für den schwerstbehindertenausweis habe ich damals selbst ausgefüllt und gestellt. Er wurde sofort genehmigt. Dort, wo ihn die LH ausgefüllt hatte, musste nachgebessert werden.

Micha


Hallo Micha,

auch wenn du das anders siehst (?) passen deine Erfahrungen wunderbar zusammen. Mit ihren nicht behinderten Kindern gehen viele Eltern, besonders "bei so öffentlichen Anälssen" unbewußt anders um, als mit ihren behinderten Kindern. Wenn eine Mutter bei solchen Anlässen "Unsicherheit oder auch das Gegenteil" vermuten läßt, versuchen die Lehrer nach dem Motto "keine Bange, wir schaffen das schon bzw. auch" vertrauen zu gewinnen. Je nachdem wie Mütter dann drauf sind, finden die einen das gut.... was nichts mein einer Wertung der Reaktion zu tun hat.... die anderen schlecht...weil sie es doch auch selber können, und das zeigen wollen.

Wenn man dann Pech hat, und die Lehrer auf so eine Reaktion "vielleicht aus Unerfahrenheit pädagogisch unklug reagieren" ist das oft der Beginn eines lange zwiespältigen Verhältnisses. Da hilft dann nur, mit allen Beteiligten, offen und ohne irgendwelche Schuldvorwürfe drüber zu reden... sonst ist die Gefahr groß das sich sowas wiederholt, und auf Dauer für immer größere Probleme sorgt.

Deine Schilderung mit dem SBA und der LH ist sicher nicht gut, nur zeigt sie halt, das bei der LH auch nur Menschen arbeiten, die genau so Fehler machen können wie alle anderen auch.

:-) Helmut
miau 29.07.2009, 19:55#97
AW: Integration behinderter Kinder durch Eltern

wenn ich von LH rede, meine ich alle hier vor Ort. Bis heute ist mir hier von der LH noch keiner begegnet, der ganz normal gedacht gedacht hätte, so wie ich es von den Usern hier wahrnehme. Leider. :-(

Hier habe ich auch andere Mütter kennen gelernt. Sie haben sich alle von den Einrichtungen unseres Landkreises zurück gezogen. Es waren auch ganz normale Mütter, so wie ich und wie ich euch hier wahrnehme.

LG Micha
HHelmutS 29.07.2009, 20:08#98
AW: Integration behinderter Kinder durch Eltern
Zitat von Inge
Hallo zusammen,

wie in so vielen Fällen macht auch bei Hilfsangeboten der Ton die Musik. Wenn es einfach ein Hilfsangebot ist, dann empfinde ich das positiv. Wenn das Hilfsangebot allerdings darin besteht, mir alles gleich aus der Hand nehmen zu wollen, dann finde ich das sehr übergriffig.


Hallo Inge,

"das dumme".. oder wie soll man es sonst sagen... an solchen Angeboten ist, das man wenn man Hilfe sucht, danach fragen muß. Bei dieser Frage, kann der Ton genau dann so übergfiffig sein, wie das Hilfsangebot es auch sein kann .... und schon nimmt so eine Geschichte ihren lauf.

Ich denke dabei gerade ein Claudias Schilderung, bzw. ihre Reaktion auf den Hinweis wegen dem SBA... Gefragt ob er "das weis", kuckt der Kunde zurück als wenn man ihn für Blöd hält.... und schwups spart sich der Fragende bzw. "der Infos anbietende" bei dem Kunden in Zukunft solche Fragen u. Hinweise, und wird dann schlecht gemacht, weil er ja nix sagt.... Sicher muß es in diesem Fall nicht so gewesen sein, dennoch fangen so oft genau solche Probleme an.

:-) Helmut
miau 29.07.2009, 20:18#99
AW: Integration behinderter Kinder durch Eltern
Zitat von HHelmutS
1. ... versuchen die Lehrer nach dem Motto "keine Bange, wir schaffen das schon bzw. auch" vertrauen zu gewinnen. Je nachdem wie Mütter dann drauf sind, finden die einen das gut.... was nichts mein einer Wertung der Reaktion zu tun hat.... die anderen schlecht...weil sie es doch auch selber können, und das zeigen wollen.

Wenn man dann Pech hat, und die Lehrer auf so eine Reaktion "vielleicht aus Unerfahrenheit pädagogisch unklug reagieren" ist das oft der Beginn eines lange zwiespältigen Verhältnisses.


2. Da hilft dann nur, mit allen Beteiligten, offen und ohne irgendwelche Schuldvorwürfe drüber zu reden... sonst ist die Gefahr groß das sich sowas wiederholt, und auf Dauer für immer größere Probleme sorgt.

Hallo Helmut,

teilweise stimme ich dir zu: Die Lehrer bzw. Betreuer, habe ich damals beobachtet, tun alle Eltern so behandeln, als ob sie auch Behindert wären. Sie fühlen sich oft noch unsicherer, evtl. auch ratloser, als die Eltern. Sie benehmen sich irgendwie künstlich. So ein Benehmen habe ich an anderen Schulen nicht erlebt. (ich kann jetzt nur von der hiesigen Einrichtung so sprechen, die ans Heim angeschlossene habe ich völlig anders erlebt, nämlich wie in der normalen Schule)

Ich habe damals die Betroffenen darauf angesprochen. Fazit war, dass wir ausgegrenzt wurden. Dies war nämlich ein Tabu-Thema. Aber wie soll sich etwas weiter entwickeln, wenn man über Tabu-Themen weiterhin schweigen soll????

lg Micha
**Claudia** 29.07.2009, 20:21#100
AW: Integration behinderter Kinder durch Eltern

Ich denke, man kann eine Situation auch nur dann konkret beurteilen, wenn man selbst dabei gewesen ist ;-).

Gerade mit der Mimik und Gestik, die Du beschreibst Micha, wird viel vermittelt.