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Integration behinderter Kinder durch Eltern

HHelmutS 29.07.2009, 22:04#101
AW: Integration behinderter Kinder durch Eltern
Zitat von miau
Hallo Helmut,

teilweise stimme ich dir zu: Die Lehrer bzw. Betreuer, habe ich damals beobachtet, tun alle Eltern so behandeln, als ob sie auch Behindert wären. Sie fühlen sich oft noch unsicherer, evtl. auch ratloser, als die Eltern. Sie benehmen sich irgendwie künstlich. So ein Benehmen habe ich an anderen Schulen nicht erlebt. (ich kann jetzt nur von der hiesigen Einrichtung so sprechen, die ans Heim angeschlossene habe ich völlig anders erlebt, nämlich wie in der normalen Schule)

Ich habe damals die Betroffenen darauf angesprochen. Fazit war, dass wir ausgegrenzt wurden. Dies war nämlich ein Tabu-Thema. Aber wie soll sich etwas weiter entwickeln, wenn man über Tabu-Themen weiterhin schweigen soll????

lg Micha

Hi Micha,

versuch mal in einem Rollenspiel in die Rolle der Lehrer zu schlüpfen, und stell dir vor, was du in der Sonderschule im Vergleich zu einer Regelschule siehst. Ergebnis : Die Eltern verhalten sich anders. Stimmt. Es gibt grob umrissen welche, die müssen hauptsächlich das loslassen ihrer Kinder lernen, und solche die in erster Linie lernen müssen, anderen nicht zeigen müssen, das sie ihr Kind versorgen können. Je nachdem wo die Mehrheit der Eltern angesiedelt wird, kommen die anderen oft zu kurz.

Ich hab in Sonjas Einrichtungen, genau so wie in den Schulen ihres Bruders solche Merkwürdigkeiten erlebt. Immer wenn ich gemerkt habe das was schief läuft gab es Gespräche. Wenn es dabei Ansatzweise nach Schuldverschieben aussah, hab ich dafür gesorgt das sich der Schulpsychologe, oder Schularzt die Situation ansieht. Das Ergebnis was fast immer, das beide seiten, also auch ich Fehler gemacht haben, und sich ändern mußten. Erst wenn beide ihr Verhalten geändert hatten, sich die Situation aber nicht geändert hat, wurde von allen Beteiligten ein Wechsel der Einrichtung vorgeschlagen, der dann auch Problemlos geklappt hat. Gab es in der neuen Einrichtung auch Probleme, hab ich wieder den Schuldings dazu geholt. So haben sich Alle Beteiligten immer weiter angenähert, bis es klappte.

:-) Helmut
Inge 30.07.2009, 07:58#102
AW: Integration behinderter Kinder durch Eltern
Zitat von HHelmutS
Ich denke dabei gerade ein Claudias Schilderung, bzw. ihre Reaktion auf den Hinweis wegen dem SBA... Gefragt ob er "das weis", kuckt der Kunde zurück als wenn man ihn für Blöd hält.... und schwups spart sich der Fragende bzw. "der Infos anbietende" bei dem Kunden in Zukunft solche Fragen u. Hinweise, und wird dann schlecht gemacht, weil er ja nix sagt.... Sicher muß es in diesem Fall nicht so gewesen sein, dennoch fangen so oft genau solche Probleme an.

Hallo zusammen,
hallo Helmut,

mir fällt da vor allem die Formulierung auf, die Claudia in ihrem Beitrag aufgeführt hat: ""Sie wissen aber schon, dass Ihr Kindchen einen Anspruch auf einen Behindertenausweis hat? Wir erledigen das gerne für Sie.""
Sorry, bei diesen Worten krieg sogar ich als überzeugtes LH-Mitglied massives Bauchgrimmen. In dieser "Kindchen"-Sprache kann man meiner Ansicht nach einfach nicht mit Eltern reden! Da wäre mein Blick auch etwas mehr als irritiert...
Aber so ist's nun mal. Es gibt solche und solche ;-)
HHelmutS 30.07.2009, 08:26#103
AW: Integration behinderter Kinder durch Eltern

Hi Inge,

stimmt. Einerseits ist die Wortwahl, dann auch noch wohlmöglich in einer unpassenden Tonlage sicher nicht gut. Andererseits bin ich mit der Deutung solcher Dialoge vorsichtig, wenn ich weis das die angesprochene Mutter z.B. wert darauf legt, die Hautfarbe ihres Kindes anzugeben. Sowas sorgt für einen bestimmten Eindruck, der bei Gelegenheit aus meiner Sicht, aus verständlichen Gründen, "solche Sprüche" nach sich ziehen kann. Wenn man die dann pauschal als schlecht abstempelt, übersieht man oft, das schlechte Umgangsformen oft von "unbewußten ebenso schlechten Umgangsformen" kommen können.

:-) Helmut
miau 30.07.2009, 09:42#104
AW: Integration behinderter Kinder durch Eltern
Zitat von HHelmutS
Hi Inge,

stimmt. Einerseits ist die Wortwahl, dann auch noch wohlmöglich in einer unpassenden Tonlage sicher nicht gut. Andererseits bin ich mit der Deutung solcher Dialoge vorsichtig, wenn ich weis das die angesprochene Mutter z.B. wert darauf legt, die Hautfarbe ihres Kindes anzugeben. Sowas sorgt für einen bestimmten Eindruck, der bei Gelegenheit aus meiner Sicht, aus verständlichen Gründen, "solche Sprüche" nach sich ziehen kann. Wenn man die dann pauschal als schlecht abstempelt, übersieht man oft, das schlechte Umgangsformen oft von "unbewußten ebenso schlechten Umgangsformen" kommen können.

:-) Helmut

ich weiß jetzt nicht, auf was du da herumbohrst, aber wenn ich von mir ausgehe, muss ich auch diverse Gegebenheiten extra erwähnen, dass sich die entsprechenden Leute schon von vornherein auf etwas anderes einstellen und nicht dann vor Überraschung den Mund nicht mehr zukriegen.
versuch mal in einem Rollenspiel in die Rolle der Lehrer zu schlüpfen,

Heute würde ich dies auch tun. Was da dann heraus käme, würde dich am allermeisten überraschen. (so wie ich dich hier kennen gelernt habe) Denn im Prinzip zeigt es dann auf, was unterschwellig eh schon wahrgenommen wird, praktisch bestätigt es die unsichtbaren Wahrnehmungen von Gestik, Mimik, Tonfall etc.

LG Micha
**Claudia** 30.07.2009, 10:08#105
AW: Integration behinderter Kinder durch Eltern
ich weiß jetzt nicht, auf was du da herumbohrst, aber wenn ich von mir ausgehe, muss ich auch diverse Gegebenheiten extra erwähnen, dass sich die entsprechenden Leute schon von vornherein auf etwas anderes einstellen und nicht dann vor Überraschung den Mund nicht mehr zukriegen.


Hallo Miau,

ich vermute, Helmut hat eine Diskussion in der es um die Hautfarbe ging, so interpretiert oder interpretieren wollen ;-).
Lassen wir ihn einfach so sein wie er sich entscheidet sein zu wollen ;-).

Wenn er sich entscheidet, derartige Unterstellungen schreiben zu wollen ohne sich vorher zu vergewissern, ob er das richtig verstanden hat....spricht das für ihn.
Meine Beiträge sprechen für mich, Deine Beiträge sprechen für Dich usw.....

der Rest ist: Interpretationssache und (guter oder unterstellender) Wille :-).

Ich vermute, es handelt sich um dieses Posting:
http://www.intakt.info/forum/showpost.php?p=33891&postcount=3

um diesen Satz:
Ich werde gelegentlich ernsthaft gefragt, ob es politisch korrekt ist, die Hautfarbe meiner Kinder zu benennen...ich glaube es nicht!
Wenn es danach geht, habe ich ein "besonderes Kind mit halbmaximaler Pigmentierung" und ein Kind mit maximaler Pigmentierung oder wie???

Helmut hat es halt so verstanden, dass ich immer Wert drauf legen, die Hautfarbe meiner Kinder zu benennen - er hat sich ein festes Bild über mich zurechtgelegt, das aus früheren Dialogen mit ihm und meinen Postings resultiert (so wie er sie wahrnimmt oder wahrnehmen will) und das bestätigt er sich dann durch solche Interpretationen.

Ich weiss wie es gemeint war, Helmut glaubt zu wissen, wie es gemeint war - alles schon Routine, kein Grund zur Aufregung ;-).

Lassen wir ihn die Freude :-).
Kirsten 30.07.2009, 12:26#106
AW: Integration behinderter Kinder durch Eltern

Hallo miteinander,

als ein Mitglied dieses sehr informativen Forums möchte an dieser Stelle appellieren, die Diskussion auf das Inhaltliche zu beschränken und sich nicht gegenseitig anzugreifen und dabei persönlich zu werden. Sorry, wenn ich mit meiner Stellungnahme zur Lebenshilfe so eine Diskussion vom Thema weg, ausgelöst habe.

Die Integration ist nicht so einfach zu verwirklichen und hat nicht nur mit der Einstellung der Eltern zu tun. Damit will ich sagen, dass es nicht einfach nur an dem Willen der Eltern liegt, ihr Kind in die Gesellschaft zu integrieren. Um es auf den Punkt zu bringen, die individuelle Entwicklung (man kann auch von Schicksal reden) ist abhängig von verschieden persönlichen- und sozialen Faktoren. Wie sollen da pauschale Aussagen getroffen werden?

Auch hat das Bejahen der Integration nichts damit zu tun, dass Familienmitglieder nicht auch Einzelaktionen unternehmen können. Dies ist im Sinne der Normalisierung und Selbstbestimmung, die ich bei meinen Gedanken zur Integration berücksichtige.
In der Trauerspirale von E. Schuchardt ist sehr komplex beschrieben, was genau passiert, wenn ein Kind mit Behinderung in eine Familie hineingeboren wird. Wie man aus dieser Spirale geprägt wieder herauskommt, belegt die individuelle Entfaltung eines jeden Einzelnen und damit auch seine Möglichkeiten Integration zu leben.

Vielleicht, ich möchte es dir liebe Claudia nicht unterstellen, fehlen dir aufgrund deiner Rolle als Adoptiv- und Pflegemutter einzelne Facetten der Erfahrung. Du konntest dich bewusst für diese Rolle als Mutter entscheiden (was ich Müttern die behinderte Kinder in ihre Familie aufnehmen, auch sehr hoch anrechne) und wurdest nicht mit unverrückbaren Tatsachen vor, während oder nach der eigentlichen Geburt eines Kindes konfrontiert.

Es soll kein schlaues Gerede von mir sein, darum folgt einfach mal dem Link, dann versteht ihr, was ich meine:


http://www.epikurier.de/Die-Trauerspirale-vo.378.0.html
**Claudia** 30.07.2009, 12:31#107
AW: Integration behinderter Kinder durch Eltern
Vielleicht, ich möchte es dir liebe Claudia nicht unterstellen, fehlen dir aufgrund deiner Rolle als Adoptiv- und Pflegemutter einzelne Facetten der Erfahrung. Du konntest dich bewusst für diese Rolle als Mutter entscheiden (was ich Müttern die behinderte Kinder in ihre Familie aufnehmen, auch sehr hoch anrechne) und wurdest nicht mit unverrückbaren Tatsachen vor, während oder nach der eigentlichen Geburt eines Kindes konfrontiert.


Hallo Kirsty,

genau das hatte ich ja schon mal geschrieben (ich meine sogar hier in dem Thread?).
Mir wäre es enorm wichtig, die Perspektive und die Gefühle von den Eltern zu hören, die ein behindertes Kind zur Welt gebracht haben, weil ich schon denke, dass mir da einiges an "natürlichem Einfühlungsvermögen" fehlt (einfach aus der Situation heraus!) und ich "mehr verstehen" möchte.

Durch dieses "mehr verstehen können", gäbe es vielleicht für mich so manche aufschlussreiche Erklärung, warum wie gehandelt wurde oder wird.

Wobei ich bei Fachkräften schon auch differenziertes Denken für wünschenswert halte.
HHelmutS 30.07.2009, 12:35#108
AW: Integration behinderter Kinder durch Eltern
Zitat von miau
ich weiß jetzt nicht, auf was du da herumbohrst, aber wenn ich von mir ausgehe, muss ich auch diverse Gegebenheiten extra erwähnen, dass sich die entsprechenden Leute schon von vornherein auf etwas anderes einstellen und nicht dann vor Überraschung den Mund nicht mehr zukriegen.


Hi Micha,

es kann natürlich sein, das das benennen der Hautfarbe so gemeint ist. Es kann aber auch sein, das man es unbewußt tut, um sein Kind "als was gaaanz besonderes" dazustellen. Wenn jemand im persönlichen Kontakt dann genau dadurch auffällt, fällt die Bezeichnung "Kindchen" für mich im gleichen Sinne unter hervorheben, wie es da benenn der Hautfarbe ist. Wenn man das eine für nicht gut hält, ist es das andere ebenso wenig.

Ich hatte schon geschrieben, das ich überrascht war, als ich festellte, das jemand mit einem sehr deutschen Namen, Schwarzafrikaner ist.... nur würde ich nie auf die Idee kommen, von ihm zu erwarten, es anzugeben. Ich tute es auch nicht, wenn ich andersfahrbigen Bekannten bei Schriftverkehr mit Behörden helfe.

Man kann fast schon die Uhr danach stellen, das Claudia hier mit Fragen nach dem Motto kommt : Viele gehen komisch mit uns um, ich bin nicht schuld, das man komisch mit mir umgeht... ei wie kann das nur... So kommt mit der Zeit, ohne das es so sein muß, eins zum anderen. Carmen hatte auch schon angedeutet, das der Fehler bei ihr liegen könnte.... und was kam als Antwort ... was schreibt sie jetzt über mich.... Keine Bange, ich denk mir nix böses dabei, ich seh das ganze nur mehr ganzheitlich, und nicht von Frage zu Frage. Indem man trotz Hinweisen auf mögliche andere Zusammenhänge, solches Klagen für richtig erklärt, nagelt man Hilfesuchende mitunter eher auf einen Holzweg als das man hilft.

:-) Helmut
Carmen62 30.07.2009, 12:47#109
AW: Integration behinderter Kinder durch Eltern
Zitat von **Claudia**
Hallo Kirsty,

genau das hatte ich ja schon mal geschrieben (ich meine sogar hier in dem Thread?).
Mir wäre es enorm wichtig, die Perspektive und die Gefühle von den Eltern zu hören, die ein behindertes Kind zur Welt gebracht haben, weil ich schon denke, dass mir da einiges an "natürlichem Einfühlungsvermögen" fehlt (einfach aus der Situation heraus!).
ich denke du hast schon ausreichen Einfühlungsvermögen;-)
Fakt ist,du konntest Dich bewusst der Herrausforderung stellen und hast
Dich sicherlich auch lange vorher damit auseinandergesetzt....nehmen
wir ein besonderes Kind auf,dies war mit Sicherheit im Einvernehmen
deines Mann.
Bei uns leiblichen Eltern ist da ein massives Einbrechen,der bereits
bestehenden Familie.Viele Ehen scheitern an der Behinderung des Kindes.
Wir hatten keine Wahl....wir mussten uns arrangieren.
Wir müssen eingestehen ,ja ich habe ein besonderes Kind.....kommt nicht
immer gut an.
Du als Adoptivmutter erhälst Bewunderung,eine eigene Mutter wohl kaum.
Ich rechne das auch hoch an,dass man freiwillig etwas annimmt.
Es ist genauso mit der Religion,die hineingeboren werden....tun sich schwer
oder halbherzig.Die freiwillig konventieren ,tun es mit Hingabe und Leidenschaft.;-)
Ich denke ,du verstehst ,was ich ausdrücken wollte,will Dich absolut nicht
angreifen.

Liebe Grüsse Carmen
**Claudia** 30.07.2009, 12:54#110
AW: Integration behinderter Kinder durch Eltern

Hallo Carmen,

ich sehe das ganz und gar nicht als Angriff - ich verstehe sehr gut, was Du meinst.
Ich suche auch schon dauernd nach dem benannten Posting - in dem hatte ich nämlich geschrieben, dass ebendiese "Bewunderung" meiner Meinung nach den Eltern gehört, die ins kalte Wasser geworfen werden und nicht uns Adoptiv- oder Pflegeeltern, die das wissentlich und willentlich tun und auch noch Unterhalt dafür bekommen.

Die Bewunderung: "Boah, wie toll, Du hast ein behindertes Kind aufgenommen..." finde ich persönlich den Eltern gegenüber unfair, die noch in eine Art Verteidigungshaltung gedrängt werden, weil es ja immer mehr zum "guten Ton in der Gesellschaft" gehört, sein behindertes Kind vorgeburtlich abteiben zu lassen.

Lapidar ausgedrückt: ich finde diese Haltung zum Kotzen. "Heilige Pflegeeltern von behinderten Kindern - verantwortungslose *biologische* Eltern...."
Ich werde nicht so schnell wütend, aber in der Hinsicht koche ich innerlich.


Buaaaah, mir geht es gerade die Nase hoch, dass ich mein eigenes Posting zu dem Thema nicht mehr finde ;-).
**Claudia** 30.07.2009, 13:00#111
AW: Integration behinderter Kinder durch Eltern

Hurrah, hier habe ich das Posting gefunden::grins:

http://www.intakt.info/forum/showpost.php?p=33779&postcount=12
Carmen62 30.07.2009, 17:34#112
AW: Integration behinderter Kinder durch Eltern

Ja, so empfinde ich das ganz genauso.
Hab heute auch mit meiner Psychologin darüber geredet.
Sie meinte,das mein Empfinden wohl zutreffend ist,und ich mich nicht
schämen sollte das auszusprechen.
Du hast "das" ausgesprochen,wo ich mich noch geschickt zurückhalten wollte;-)
Ich habe zig-mal zuhören bekommen,ob ich mich nicht schäme im Jahre
2000 ein behindertes Kind auszutragen.Heute gehört sowas abgetrieben,
wer soll denn dafür aufkommen,es wäre ja nicht mal mehr Geld für
die Rentner übrig:-P.Übrigens ,wussten wir nicht,dass Noah eine Behinderung
hatte.
Ich hatte eine Zeitlang solche Schuldgefühle meinem Kind gegenüber.
Dann liest man oder sieht man im Fernsehen,wie man
Pflegemütter oder Adoptivmütter mit Lob überschüttet.
Wenn wir sie nicht zur Welt gebracht hätten,könnten sich andere nicht damit schmücken.
Das tut schon sehr weh.
Finde ich schon mal riesig von Dir,das Du dieses Thema an Dich herranlässt.
Andere hätten ihre Stosszähne gezeigt:grins:
Manchmal möchte man nur ein kleines Stück Bewunderung spüren,
wir tun doch genauso viel.Dann werdet ihr auch rechtzeitig über
alles aufgeklärt,wie Pflegegeld oder SBA.
Pflegemütter haben nie Probleme mit Versorgungsamt oder Kranken-
kasse.Die leiblichen Eltern erfahren sowas aus dem Internet.
Wenn ich ein Kind entbinde,kommt keiner und sagt mir,da gibt es fürs Kind
Pflegegeld....ist doch so.
Ich habe nie gewusst,dass man für leibliche Kinder sowas beanspruchen
kann.
**Claudia** 30.07.2009, 18:39#113
AW: Integration behinderter Kinder durch Eltern
Ich hatte eine Zeitlang solche Schuldgefühle meinem Kind gegenüber.
Dann liest man oder sieht man im Fernsehen,wie man
Pflegemütter oder Adoptivmütter mit Lob überschüttet.

Ich kann mir sowas gar nicht ansehen, weil ich dann wirklich richtig, richtig wütend werde - und ich mag nicht wütend werden ;-), das tut mir nicht gut und sonst auch niemanden.

Gut, es gibt auch Pflegeeltern, die behinderte Kinder vermittelt bekommen haben und sich die Behinderung erst danach herausstellte und nicht alle Jugendämter arbeiten so hervorragend wie das unsere, aber im Grossen und Ganzen haben wir bei behinderten Kindern nicht im Ansatz mit dem zu kämpfen, mit dem "natürliche" Eltern (ich weiss gerade keinen besseren Ausdruck) zu kämpfen haben.

Wobei es -wie gesagt- auch Pflegeeltern gibt, die einen schlimmen Kampf mit Behörden haben. Es gibt auch Jugendämter, die ein möglich behindertes Kind als "gesund" vermitteln wider besseren Wissens. Da ist der Konflikt vorprogrammiert.



Meine aufrichtige Bewunderung und Achtung gilt wirklich den "natürlichen" Eltern - denn wir hätten definitiv "Nein" sagen können ohne über Leben und Tod entscheiden zu müssen.
Wenn wir sie nicht zur Welt gebracht hätten,könnten sich andere nicht damit schmücken.
Das tut schon sehr weh.

Das sehe ich auch so!
Und gerade unter Pflegeeltern werden leibliche Eltern leider oft (nicht immer, aber leider oft genug) völlig undifferenziert in Bausch und Bogen verdammt :-(.

Ich bin wirklich Adoptiv- und Pflegemama aus Leidenschaft und mit Herzblut - aber die Würde der leiblichen Eltern meiner Kiddies ist für mich unantastbar und ich finde es immer so ärgerlich, wenn abfällig über die (selbst kranke) Mutter meiner/unserer Kleinen gesprochen wird.
Sie ist und bleibt die Mutter, die die Kleine sehr liebt und ich versuche alles, was im Rahmen meiner Möglichkeiten liegt, um der Erziehung der Kleinen auch im Sinne ihrer Mutter gerecht zu werden.
HHelmutS 30.07.2009, 21:00#114
AW: Integration behinderter Kinder durch Eltern

da fällt mir gerade was auf...

Eigentlich deht es hier doch im Integration durch die Eltern..... ein gutes Thema wenn man denn dabei bleibt. Obwohl es hier im Integration geht, wurde jedoch lange und ausführlich über die Qualität des Fed diskurtiert. Der Fed wird von vielen genutzt, damit sich Eltern auch mal um was anderes als ihr Kind kümmern können.... also die Eltern von der Intefration entlastet werden. Dazu viel mit Fritzkens Geschichte mit der Tante und den deutschen Verben eine... Fritzken heißt das noch gleich.... las mir arbeiten oder las mich arbeiten... Aaaach sagt Fritzken ganz locker, dat is ganz verkärt... dat heißt richtig : las andere arbeiten... bzw. in diesem Fall Integrieren... ;-)

Sicher hat der Fed auch mit Integeration zu tun... das betrifft aber meist "nur" die integration in der Familie... denn das behinderte Kind kann ja schließlich zuhause bleiben, braucht draußen nicht integriert zu werden, wenn sich der FeD zuhause drum kümmert....

:-) Helmut
Inge 31.07.2009, 07:35#115
AW: Integration behinderter Kinder durch Eltern

Hallo Helmut,

Annika wird so gut wie nie zuhause betreut. Seit etlichen Jahren merke ich, dass es ihr wesentlich mehr Spaß macht, mit jungen Menschen unterwegs zu sein als mit ihrer Mutter :unsicher:
Das läuft dann so, dass ich sie nach Aschaffenburg zur Lebenshilfe fahre. Dort werden Gruppen gebildet, die verschiedene Unternehmungen machen. Sie fahren in den Zoo, gehen schwimmen oder "nur" einen Stadtbummel machen.
Das finde ich wirklich wunderbar, denn so kann Annika mit Menschen im gleichen Alter etwas unternehmen.
Wenn es das bei uns nicht geben würde, müsste man das unbedingt aufbauen :-D
**Claudia** 31.07.2009, 07:41#116
AW: Integration behinderter Kinder durch Eltern

Wir nehmen den FeD gerne in Anspruch, wenn sich mein Mann und ich "Paarzeit" nehmen und einfach unser Eheleben gelegentlich ohne Kinder geniessen wollen (Motorradtour, schick essen, Kino....)
Wir sind ja nicht nur Eltern, sondern auch Mann und Frau die nicht nur ein Kind pflegen, sondern auch noch die Beziehung :-).

Oder wir beanspruchen ihn, dass unsere Grosse uns auch mal für sich alleine haben kann. Sie musste in den letzten Jahren natürlich auch einiges an Abstrichen machen und geniesst es, wenn sie uns nur mal für sich hat.
Natürlich handhaben wir das auch umgekehrt, dass wir mal nur mit der Kleinen etwas unternehmen.

Da die beiden Betreurinnen vom FeD gut ausgebildet sind, ist das natürlich echter Luxus.
Andreas 03.08.2009, 09:58#117
AW: Integration behinderter Kinder durch Eltern

Hallo,
Zitat von kirsty
als ein Mitglied dieses sehr informativen Forums möchte an dieser Stelle appellieren, die Diskussion auf das Inhaltliche zu beschränken und sich nicht gegenseitig anzugreifen und dabei persönlich zu werden.

Kaum liest man mal zwei Tage nur noch ganz grob im Forum mit, weil zwei wichtige Projekte fertig werden müssen (Davon werde ich euch bald noch mehr mitteilen.) nimmt diese Diskussion ziemlich an Fahrt zu.

Ich freue mich aber, dass Ihr Kirstens Appell ernst genommen habt und die ärgerliche Entgleisung auf die persönlich verletztende Ebene schnell wieder behoben war.

An dieser Stelle möchte ich euch mal kurze Rückmeldung geben, wie produktiv ich die Diskussion finde. Auch wenn es nicht mehr ganz um das Ausgangsthema ging und geht - wie Helmut auch festgestellt hat - sind sehr wichtige Punkte angesprochen worden. Und ich glaube mehrere Mitschreiber und Mitleser konnten auch im eigenen Denken was bewegen.

Auf der anderen Seite sieht es auch so aus als könnte die Diskussion auch die Lebenshilfe erreichen. So wird ein Ausdruck dieser Diskussion auch im Landesvorstand der Lebenshilfe landen.

Deshalb hoffe ich, dass ihr es schafft, weiterhin so sachlich zu diskutieren (ein paar Beiträge vergessen wir einfach mal). Da ich ja für eine Internetseite arbeite, die versucht Familien von Kindern mit Behinderungen Informationen und Hilfen so bereitzustellen, wie diese es sich wünschen, sind eure Beiträge hier auch für mich äußerst hilfreich.

Also macht weiter so - und wenn was gar nicht zu eurem Weg passt, dann lasst auch mal die Meinung der anderen stehen oder versucht sachlich und vorsichtig zu formulieren, was ihr als Alternativen seht. Wäre ja sehr schade, wenn das beharren auf einzelnen Positionen diese irre wichtige Diskussion zerstört.

Liebe Grüße
Andreas
**Claudia** 03.08.2009, 12:31#118
AW: Integration behinderter Kinder durch Eltern
So wird ein Ausdruck dieser Diskussion auch im Landesvorstand der Lebenshilfe landen

Das finde ich klasse.
Andreas, sollte es da nochmal konkrete Rückfragen zu "unserer" Sache geben, dann kannst Du gerne meine Kontaktdaten auch weiterleiten.

Ich klinke mich jetzt aber für etwa 2 Wochen aus "Intakt" aus: Ferienbeginn in Bayern ;-)!