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UN-Behindertenrechtskonvention

Kirsten 28.03.2011, 14:36#1
Hallo miteinander,

alle reden von der UN-Konvention und die Umsetzung ihrer selbst. Im März 2009 ist diese Konvention in Kraft getreten. Man findet sie u .a. auch in leichter Sprache auf vielen Seiten im Internet. z.B. hier auf der Seite auf der auch vieles mehr zur UN-Konvention, Aktionspläne usw. zu finden ist. Es ist die Seite der UN-Konvention-Umsetzung. und hier findet man unendliche Infos dazu und ganz viele Links und Themen die diskutiert werden. Direkt beim Bundes-Sozialministerium hier.

Eigentlich sind die Menschenrechte, bzw. Grundrechte schon seit ewigen Zeiten schriftlich festgelegt. Da nicht jeder Mensch in der Gesellschaft sich dessen bewusst ist, dass die Menschen mit Behinderung auch die gleichen Grundrechte haben, wurde alles noch einmal –ausgerichtet auf den Menschen mit Behinderung – schriftlich in dieser Konvention festgehalten.

Leider weicht die Deutsche Übersetzung ein wenig vom Original Wortlaut ab. Als Rechtsverbindlich ist aber nach Artikel 50 der Konvention, der englische Originaltext.

Noch mal zur Erinnerung: Mit der Unterzeichnung und Ratifizierung des UN-Übereinkommens verpflichtet sich die Bundesrepublik, ihre Gesetzgebung so auszurichten, dass Menschen mit Behinderung als vollwertige und gleichberechtigte Bürger ihres Landes anerkannt werden.

Zwei Jahre nach Ratifikation ist die Bundesregierung verpflichtet, einen Staatenbericht an den dafür eingerichteten Fachausschuss der Vereinten Nationen zu erstatten.

Die Bundesregierung hat sich in ihrer Koalitionsvereinbarung ebenso dazu verpflichtet, einen Aktionsplan zu entwerfen. Darin will sie die konkreten Maßnahmen beschreiben, die dazu beitragen sollen, die in der BRK verankerten Menschenrechte zu verwirklichen.

Im März 2011 sollen diese der Öffentlichkeit vorgelegt werden. Einige Bundesländer fangen an, ihren Aktionsplan (hier: Rheinlandpfalz)vorzustellen. Hier z.B. etwas zum Thema für Rheinland-Pfalz oder auch Niedersachsen.

Inklusion ist eine Aufgabe für die Politik und auch eine große Aufgabe für uns jeden selbst – als Betroffene und auch Nichtbetroffene.

Jeder denkt bei dem Wort Inklusion in erster Linie an Schulen und Bildung. Aber die Umsetzung der Bildung betrifft den Artikel 24 der UN-BRK. Darüber hinaus gibt es noch 49 weitere Artikel der Konvention.

Die UN-BRK ist ein großes Werk mit immenser Bedeutung für die Menschen mit Behinderung in vielen Teilen der Welt. Wenn wir uns alle, ob mit- oder ohne Behinderung in das Umdenken einbringen können – sei es für die gesamte Umsetzung, oder auch in einzelnen Punkten z.B. auf Gefahren hinweisen und mit abarbeiten, dann werden wir irgendwann die Vision erfüllt sehen, ohne Verlierer! Denn die UN-BRK gilt für alle Menschen mit Behinderung. Inklusion bedeutet, dass ein Mensch, der behindert ist, eine Welt vorfinden muss, wo ihn seine Behinderung nicht mehr behindert, ganz normal ein Teil der Gemeinschaft sein zu können.

Vielleicht können wir uns ja hier auch immer mal wieder zum Thema austauschen.
Kirsten 29.03.2011, 22:31#2
AW: UN-Behindertenrechtskonvention

Hallo,

passend zum Thema habe ich das bei Kobinet entdeckt. Ebenso etwas zur Bildung und UN-Behindertenrechtskonvention

Gruss
Kirsten
Simone Eckenroth 30.03.2011, 09:03#3
AW: UN-Behindertenrechtskonvention

Hallo,

ein bisschen was geht auch in und um Würzburg (Unterfranken, Bayern). Das Bündnis Inklusion Würzburg ist noch "am Anfang" - sieht sich (auch) als Netzwerk fü alle, denen Inklusion am Herzen liegt. Infos, was gerade geht finden sich unter
www.inklusion-wuerzburg.de

Wir freuen uns über ein großes Netzwerk!

Schöne Grüße
Simone
Kirsten 31.03.2011, 11:39#4
AW: UN-Behindertenrechtskonvention

Zum Thema UN-Behindertenrechtskonvention Art. 24 Bildung liegt jetzt ein gemeinsamer Gesetzentwurf aller 5 Fraktionen des Bay. Landtags vor.

Gruss Kirsten
rosifi 31.03.2011, 12:51#5
AW: UN-Behindertenrechtskonvention

Vielen Dank für die Info, Kirsten. :-)

Rosmarie
Kirsten 01.04.2011, 11:33#6
AW: UN-Behindertenrechtskonvention

Weiter gehts zum Thema "Inklusive Bildung"
(bei Kobinet entdeckt)

Die Monitoring Stelle der UN-Behindertenrechtskonvention kritisiert die aktuellen Pläne der Kultusminister-Konferenz und verweist auf ihre Eckpunkte zur Inklusiven Bildung.

Mich würde mal interesieren, wie Eltern betroffener Kinder zu diesem Thema stehen. Sollten Fördereinrichtungen wirklich auf dem Prüfstand stehen und ohne wenn und aber abgeschafft werden?

Würde das Recht auf freie Inklusive Beschulung für absolut alle und damit meine ich auch alle Kinder und Jugendliche, gelten? Wie kann man sich diese Umsetzung vorstellen. Wollen wir das wirklich alle? Drängen wir vielleicht bestimmte Personengruppen in der Schwere ihrer Betroffenheit an den Rand? Was für ein Bild eines Kindes mit Behinderung schwebt uns vor, wenn wir von inklusiver Bildung sprechen?

Wie stehen die einzelnen Verbände dazu? Wie würde es sich gestalten, wenn Blindenschulen, Gehörlosenzentren, Körperbehindertenzentren, usw. plötzlich vor der Auflösung stünden und ihr "Klientel" (scheußliches Wort) auf dem freien Markt zur Verteilung stehen würden?

Ich formuliere es einfach mal so, weil ich denke, die Umsetzung der UN-BRK eröffnet ein riesengroßes Gebiet, das nicht nur zu Diskussionen einlädt, sondern auch dringenden Bedarf mit Betroffenen daran hat. Dieser Thread eignet sich als Plattform zum Austausch. Ich stelle mir hier im Thread vor, Gedanken, Pläne, Träume und Vorstellungen für einen Austausch zu öffnen und um auch Überlegungen und ein Nachdenken anzuregen. Meistens, bzw. irgendwie vorrangig erscheint ja die Inklusie Bildung das Thema zu sein. Es gibt aber noch viel mehr Artikel, wie z.B. Wohnen, Arbeit, soziale Teilhabe, Gesundheit, die es wert sind, sich darüber intensiv auszutauschen.

Eine Umsetzung könnte auch gewisse Formen der Einsparungen nach sich ziehen, bei der es dann wieder Verlierer geben kann und wird. So individuell wie Menschen in ihrer Einzigartigkeit sind, so individuell ist auch ihr Anspruch an das Leben.


In diesem Sinne, bleiben wir offen für alles was kommen mag, aber wachsam mit Blick auf Alle!
rosifi 01.04.2011, 12:16#7
AW: UN-Behindertenrechtskonvention

Hallo Kirsten,

ich glaube schon, dass Inklusion für alle möglich wäre, egal ob im Bereich Bildung, Wohnen etc. . Dazu müssen wir aber alle noch erheblich umdenken und das fällt auch mir als "Inklusionsanhängerin" manchmal schwer. Ich denke, Menschen mit Behinderung und ihre Angehörigen müssen vor allem die ihnen entsprechende Lebensform frei wählen können.

Ich habe die Befürchtung, dass Menschen mit hohem Hilfebedarf immer große Schwierigkeiten haben werden, dies durchzusetzen. Die Kostenträger werden sich wahrscheinlich mit Händen und Füssen wehren, teure Assistenzen für diese Menschen zu bezahlen.

Zum Thema schulische Inklusion hier noch was von Prof.Dr.Woken: http://www.fachakademie-fuer-heilpaedagogik.de/kobi/pdf/Prof_Wocken.pdf

Herzliche Grüße
Rosmarie
Kirsten 01.04.2011, 12:44#8
AW: UN-Behindertenrechtskonvention

Hallo Rosmarie,


genau wie du bin ich kein Gegner der Inklusions-Bewegung und teile deine Gedanken, bzw. Vorstellungen. Und gerade weil ich so denke finde ich es wichtig, dass alle Menschen sich mit diesen "Rechten" auseinandersetzen müssen. Freies Wahlrecht ist ganz wichtig. Vorhandenes muss auch nicht immer schlecht sein. Und bei den Kostenträgern muss man aufpassen, dass hier nicht unter einem Deckmantel, nämlich dem der Inklusion, gespart wird. Betroffene, bzw. Angehörige Betroffener müssen als kompetente Teilnehmer in Planungen und Diskussionen genauso verteten sein, wie studierte Fachkräfte, bzw. dann die Personengruppe, die letztlich für Planung und Förderung, bzw. Finanzierung verantwortlich ist.
So können dann aus Träumen und Wünschen Ziele mit konkreten Vorstellungen anvisiert und zur Umsetzung gebracht werden.
Kirsten 01.04.2011, 13:38#9
AW: UN-Behindertenrechtskonvention

Auch die Caritas beschäftigt sich mit dem Thema Inklusive Bildung. Hier findet man was zum

Thema: Raus aus den Förderschulen

oder hier kommt man zu einer Postkartenaktion
rosifi 01.04.2011, 14:14#10
AW: UN-Behindertenrechtskonvention
Und bei den Kostenträgern muss man aufpassen, dass hier nicht unter einem Deckmantel, nämlich dem der Inklusion, gespart wird.

Hallo Kirsten,

da hast Du sicher nicht unrecht. Ich habe an einigen "runden Tischen" zur Umsetzung der Konvention teilgenommen. Ein Referent von den Bayer. Bezirken stellte klar, dass das Geld, das wir für die Umsetzung benötigen würden, nicht vorhanden ist. Nur der schulischen Inklusion konnte er etwas abgewinnen. Vielleicht deshalb, weil man hier auf Sparkurs fahren kann :gruebel:?
Für uns wäre derzeit das Thema inklusives Wohnen und u.U. auch "Arbeit und Beschäftigung interessant. Derzeit würde ein Auszug meiner 25jährigen Tochter aus dem Elternhaus die Aufnahme in einem Wohnpflegeheim bedeuten. Die angebotene TaFö ist auch noch mal nach "Leistungsstärke" unterteilt und sie würde aufgrund ihrer Handlungsunfähigkeit zu den Schwächsten kommen, obwohl sie sehr gerne am "ganz normalen Leben" teilnimmt. Es gibt keinen andere Lösung.
Beides wird den Bedürfnissen meiner Tochter nicht gerecht.
Ich denke, da müssen auch viele Einrichtungsträger umdenken, in dem sie (wieder) heterogene Gruppen bilden.

Liebe Grüße
Rosmarie
Kirsten 01.04.2011, 16:53#11
AW: UN-Behindertenrechtskonvention

Liebe Rosmarie,

Einrichtungsträger hängen bei ihrer Planung aber auch wieder von der Zuteilung der Gelder seitens (bei uns in Bayern) des Bezirkes ab, oder? Aber du hast natürlich recht, wenn du darauf hinweist. Manchmal denke ich, dass die Träger, egal welcher Art, einem enormen Druck unterliegen.

An Einrichtungsträger denke ich z.B. an die Lebenshilfen. Gerade in Zeiten wie diesen finde ich es enorm wichtig darauf hinzuweisen, wer die Lebenshilfe ist und wer dem Grundgedanken nach dahinter stehen sollte. Nämlich Wir, die Eltern. Wo finden wir die Eltern heute noch in den Vorständen? Passen wir nicht auf und sagen unserer Lebenshilfe was wir erwarten und wünschen, bzw. benötigen und wo wir uns wie vertreten haben wollen, dann werden wir irgendwann keinen Elternverband Lebenshilfe mehr haben, sondern einen reinen Dienstanbieter Lebenshilfe, mit einzig noch sozial eingestelltem Personal, welches wirtschaftlich arbeiten muss. Wirtschaftlich heißt, es muss sich tragen, rentieren, ohne möglichst draufzulegen. Wer viel einbringt, trägt dazu bei, dass es läuft. Wer viel kostet, den sollte die Solidarität tragen, aber wie weit reicht die, wenn das große Verteilen los geht? Wir sollten uns unbedingt daran erinnern, zu was wir als starke Elterngemeinschaft fähig sind. Das klappt aber nur, wenn wir gemeinsam unterwegs sind.

Momentan sind viele unterschiedlche Stimmen von Eltern im Netz unterwegs. Es ist interessant, über Bundesländergrenzen zu schauen und Erfahrungen und Vorgehensweisen einzusammeln. Noch haben wir ja unsere Visionen und sollten offen dem Neuen entgegen sehen.

LG
Kirsten
rosifi 01.04.2011, 19:09#12
AW: UN-Behindertenrechtskonvention

Liebe Kirsten,

welche Vorteile würdest Du bei der Umsetzung der Konvention für Deinen Sohn sehen und hast Du eine Idee, wie Du diese Wünsche umsetzen könntest?

Unsere momentane Situation ist so wie sie ist in Ordnung. Wir machen einfach das beste draus, schauen, dass Christina möglichst viel vom Leben "inmitten der Gesellschaft" mitbekommt. Aber ich überlege mir manchmal, was denn ist, wenn wir nicht können oder nicht mehr sind.

Herzliche Grüße
Rosmarie
**Claudia** 01.04.2011, 19:37#13
AW: UN-Behindertenrechtskonvention

Hallo zusammen,


selbst auf die Gefahr, mich unbeliebt zu machen, kann ich auf die Frage
Wollen wir das wirklich alle?

für mich mit einem klaren "Nein" antworten.

Ich möchte nicht, dass meine Kleine in eine Regelschule geht - zu ihrem Wohl und zum Wohl der Regelschüler, die auch ein Recht auf ungestörte Bildung haben.

Ich hoffe inständig, dass sie bis zum Ende ihrer Schulzeit in der Schule für geistig behinderte Kinder bleiben kann.


Ich weiss, dass das, was ich schreibe gegen die "Mainstream"-Gedanken und Wünsche von Eltern behinderter Kinder sind --- aber "Inklusion" würde für mich bedeuten, dass Schulen für geistig behinderte Kinder von den betroffenen Eltern als solche akzeptiert werden, also "inklusiv" in die Artenvielfalt der Schulen in Deutschalnd integriert werden .... als "ebenbürtige" Einrichtung.

Ich würde alles tun um zu verhindern, dass mein Kind auf eine Regelschule geht.

Mir ist es wichtig zu betonen, dass ich das nicht provokativ schreibe, sondern mit sehr viel Besorgnis um alle Kinder, die davon mal betroffen sein werden.
Wenn meine Kleine mal "gross" ist, ist es mir vermutlich egal....aber ich hoffe, dass uns das niemals treffen wird.

Ich finde es gut, dass es Schulen für geistig behinderte Kinder gibt - mein Kind darf behindert sein und somit auch eine Schule besuchen, die eigens für die Bedürfnisse meiner Kleinen da ist.
Sanne40 01.04.2011, 20:24#14
AW: UN-Behindertenrechtskonvention

Wir haben das Problem, daß die Förder- und Diagnoseklasse große Probleme mit der Schulbegleiterin unseres Sohnes hat, die Lehrer fühlen sich "bewertet".

Große Alternativen haben wir nicht. Auf der einen Seite die Schule für geistig behinderte Kinder, für die unser Kleiner definitiv zu fit ist, auf der anderen Seite die Regelschule, für die er vermutlich nicht gut genug ist.

Am MIttwoch hab ich ein Gespräch dazu in der Regierung von Unterfranken. Ich bin auf die Antworten gespannt......
LG v. Sanne
**Claudia** 01.04.2011, 20:36#15
AW: UN-Behindertenrechtskonvention

Das ist alles nicht so einfach....

ich sehe auch die Seite, dass oft Schüler an Förderschulen "landen", die dort völlig falsch aufgehoben sind und die eine gute Chance an Regelschulen hätten, wenn es nicht dieses Schablonendenken gäbe.

Meiner Meinung nach fehlt in unserem Schulsystem oft das "Feintuning".

Trotzdem bleibe ich bei meiner entschiedenen Ablehnung gegen den Inklusionsgedanken, geistig schwer behinderte Schüler in Regelschulen zu geben.

Vielmehr sehe ich den Ansatz zu überprüfen, warum so viele Schüler mit in Förderschulen landen, bei denen es vermutlich gar nicht notwendig wäre.
Inge 01.04.2011, 21:05#16
AW: UN-Behindertenrechtskonvention

Hallo zusammen,

die Grundsatzdebatten sind seit der Unterzeichnung der UN-Konvention gelaufen, und jetzt sind wir Eltern gefordert! Wir müssen überlegen, ob wir mitgestalten oder zusehen wollen - und ob unsere Kinder die Ergebnisse genießen oder erleiden werden.
Wenn nur ein Teil der Schüler (es werden auf Grund von Sparmaßnahmen die "fitten" und "pflegeleichten" Kinder sein) inklusiv beschult wird, dann wird es "Rest-Einrichtungen" geben, bei denen die Gefahr besteht, dass das Kosten-Nutzen-Denken Aufbewahr-Anstalten daraus macht. Mit anderen Worten: sobald die fitteren Behinderten durch die Inklusion aus den Förderschulen verschwinden, wird die Versorgung der dort zurückbleibenden schwerer Behinderten schwieriger. Und das ist für diesen "Rest" fatal.
Genau deshalb rede ich mir seit Jahren den Schnabel fusselig, dass eine "gesunde Mischung" wichtig ist. Und eigentlich müsste bei der Inklusion mit den „Schwerstbehinderten“ und den „Schwierigen“ angefangen werden, damit die Bedingungen stimmen.

Mein Wunsch wäre, dass man sich überlegt, was gemeinsam funktioniert: es gibt mit Sicherheit Kinder, die gerne laut lesen und (behinderte) Kinder, die nie lesen lernen, aber gerne zuhören. Kinder, die nie singen können, aber gerne Musik hören, können am Musikunterricht teilnehmen. Man kann Kinder, die keine Treppen steigen können, nicht von heute auf morgen in den 2. Stock einer Regelschule integrieren. Aber man kann Kindergärten und Schulen, die in Zukunft neu gebaut werden, generell barrierefrei konzipieren.

Inklusion kann nicht mit einem Schritt zu einem bestimmten Datum umgesetzt werden. Aber man kann den ersten kleinen Schritt schon heute beginnen und viele kleine Schritte folgen lassen.

Wir sollten schauen, in welchen Ländern die Inklusion für alle Kinder gut läuft. Und es wäre gut zu wissen, wie das System dort gestaltet ist.
Schweden wird häufig als Vorbild genannt. Und die Kinder in Schweden und anderen Ländern sind sicher weder leichter behindert noch weniger verhaltensauffällig. Wie also läuft das dort genau mit den schwerstbehinderten und verhaltensauffälligen Kindern?
Gisela M. 01.04.2011, 21:06#17
AW: UN-Behindertenrechtskonvention

Liebe Claudia,

gerade habe ich nur zufällig in dieses Thema hier geschaut und möchte in diesem Zusammenhang auf meinen Leserbrief bei kobinet vom 27.10.2010 aufmerksam machen - incl. des dort enthaltenen Links:

http://www.kobinet-nachrichten.org/cipp/kobinet/custom/pub/content,lang,1/oid,25148/ticket,g_a_s_t

Die bisherigen Erfahrungen, die wir in Sachen UN-Konvention machen durften, lassen befürchten, dass auch weiterhin der Begriff Inklusion für Sparmaßnahmen instrumentalisiert wird.
Glaubt wirklich jemand ernsthaft daran, dass diejenigen Kostenträger, deren einziges Ziel SPAREN lautet, für jedes schwerstmehrfach-behinderte Kind die individuellen Voraussetzungen finanzieren würden, die für einen Regelschulbesuch nötig wären?

Mein eigener Sohn - gerade 24 Jahre alt geworden - hätte niemals eine Regelschule besuchen können, denn er ist geistig schwerstbehindert und hyperaktiv. Er ist Epileptiker, trägt Windeln und ist ständig sehr laut (schreit auch bei freudiger Erregung).
Bis heute ist nicht erkennbar, ob er überhaupt irgendetwas von dem versteht, was man ihm erzählt.
Schon allein aufgrund seiner Lautstärke hätte er sich in keinem Klassenraum aufhalten können, in dem andere Kinder unterrichtet werden.
Ein gemeinsamer "Unterricht" wäre hier also gar nicht möglich gewesen - ganz abgesehen davon, dass auch nach Ende der Schulzeit kein Buchstabe oder Zahl eine Bedeutung für ihn haben.
Ich hätte mich mit Händen und Füßen dagegen gewehrt, dass für meinen Sohn die Regelschule zur Pflicht geworden wäre, denn er hätte bestenfalls den Pausen-Clown spielen können.

Auffallend ist, dass diejenigen, die die Abschaffung aller Förderschulen fordern, ganz offensichtlich die Gelder, die dabei eingespart werden könnten, im Blickpunkt haben.
Aber wer würde sich für die schwerstbehinderten Kinder stark machen, die nach einer kompletten Abschaffung von Förderschulen "auf der Strecke" bleiben würden, weil sie für die Regelschule "zu" behindert sind?

Nach 24 Jahren Erfahrung fehlt mir jeglicher Glaube daran, dass diese betroffenen Eltern dann noch die notwendige Unterstützung bekommen würden.

Die UN-Konvention wird leider ständig von selbsternannten "Experten" in gewünschte Richtungen interpretiert, aber leider wird dabei immer verschwiegen, dass die Abschaffung der Sonderschulen auch mit einer Abschaffung der Selbstbestimmung (Bestandteil der UN-Konvention) verbunden wäre!

Meiner Meinung nach besteht ein erheblicher Unterschied zwischen dem Recht auf den Besuch einer Regelschule und der Pflicht!
Wer diesen Unterschied nicht erkennt, hat auch die Inhalte der UN-Konvention nicht verstanden!
**Claudia** 01.04.2011, 21:37#18
AW: UN-Behindertenrechtskonvention

Liebe Gisela,
Mein eigener Sohn - gerade 24 Jahre alt geworden - hätte niemals eine Regelschule besuchen können, denn er ist geistig schwerstbehindert und hyperaktiv. Er ist Epileptiker, trägt Windeln und ist ständig sehr laut (schreit auch bei freudiger Erregung).
Bis heute ist nicht erkennbar, ob er überhaupt irgendetwas von dem versteht, was man ihm erzählt.
Schon allein aufgrund seiner Lautstärke hätte er sich in keinem Klassenraum aufhalten können, in dem andere Kinder unterrichtet werden.
Ein gemeinsamer "Unterricht" wäre hier also gar nicht möglich gewesen - ganz abgesehen davon, dass auch nach Ende der Schulzeit kein Buchstabe oder Zahl eine Bedeutung für ihn haben.
Ich hätte mich mit Händen und Füßen dagegen gewehrt, dass für meinen Sohn die Regelschule zur Pflicht geworden wäre, denn er hätte bestenfalls den Pausen-Clown spielen können

ich danke Dir für diese Worte!
Mir fällt ein Stein vom Herzen....!!!
Kirsten 01.04.2011, 22:43#19
AW: UN-Behindertenrechtskonvention

Liebe Rosmarie,

schön wäre es, wenn mein Sohn einmal in eine kleine Wohneinheit ziehen könnte, mit ausreichender Betreuung. D.h.eine gute Mischung an Bewohner und Personal, dass alle miteinander,oder auch jeder einzeln seinen Tag individuell gestalten kann. So wie jeder andere Mensch auch.D.h. nicht, dass er alles so machen soll, wie andere auch, aber dass er seinen Wünschen entsprechend, seinen Tag und seine Freizeit gestalten kann. Da er eine Epilepsie hat, ist es unverzichtbar, dass es eine Nachtwache gibt. Die zu finanzieren, da fangen ja die Probleme meist schon an.

Auch würde ich mir wünschen, dass die Menschen mit Behinderung nicht immer so nach Behinderung sortiert werden. Die Spannbreite der Behinderung und damit Beeinträchtigungen ist sehr breit gefächert. Wie sollen wir den Inklusion vorleben und erwarten, wenn wir selbst untereinander segregieren.

Ich finde es gut, wenn wir hier einfach unsere Vorstellungen von Inklusion zusammentragen können und Vor- und Nachteile aufzählen. Ich schließe mich in vielen Inges Gedanken zum Thema an. Auch finde ich, dass einfach eine Wahlfreiheit bestehen bleiben muss. Und das auch den Menschen mit schwerer Behinderung die gleichen Rechte zuerkannt werden.

Im Zuge der Inklusion können wir nicht stehen bleiben, sondern wir müssen schauen und wachsam sein, dass wir( im Sinne meines schwerstmehrfachbehinderten Kindes) mitgenommen werden, oder sich neue Wege öffnen.

Im übrigen bin ich kein Gegner von Förderschuleinrichtungen. Ich wollte aber nicht, dass im Zuge der Inklusion den heutigen Fördereinrichtungen nur noch der Stellenwert einer "Verwahreinrichtung" zuteil wird. Das Gleiche gilt natürlich auch für die Wohneinrichtungen.



LG
Kirsten
**Claudia** 01.04.2011, 23:02#20
AW: UN-Behindertenrechtskonvention

Ich denke, wir müssen nicht nur im Sinne der behinderten Kinder wachsam sein, sondern auch im Sinne der gesunden Kinder, die diese Inklusion in der Regelschule mittragen müssen, die absolut keine Entscheidunsfreiheit haben.

Diese Kinder werden nicht einmal gefragt, ob sie das mittragen können oder wollen und wenn die Eltern der gesunden Kinder sich dagegen stellen, z.B. ein extrem verhaltensauffälliges Kind in der Klasse mit aufzunehmen, weil es den Unterricht massivst stört (und meine Kleine wäre dazu ein beispielhafter Kandidat, da gibt es nichts zu beschönigen), werden diese Eltern als "behindertenfeindlich" angegriffen.


Das Recht kann nicht nur auf der Seite der behinderten Kinder liegen - nein, es muss auch die gesunden Kinder berücksichtigen und deren Recht, ungestört lernen zu dürfen (gerade bei dem Leistungsdruck in unserer leistungsorientierten Gesellschaft - sie sind es, die später mal ins Arbeitsleben einsteigen müssen und Steuern für unseren Sozialstaat zahlen und man sollte sich auch über ihre Rechte Gedanken machen, wie weit es für diese Kinder unter diesem Leistungsdruck in den Regelschulen zumutbar ist, wenn sie auch noch eine Integrationshelferrolle für ein z.B. extrem verhaltensauffälliges und kognitiv beeinträchtiges Kind übernehmen müssen).
**Claudia** 01.04.2011, 23:31#21
AW: UN-Behindertenrechtskonvention

Ergänzend will ich auch noch meine Befürchtung einbringen, dass der "Schuss" völlig nach hinten losgehen könnte.

Mal rein hypothetisch phantasiert:
ich wäre eine Mutter, die nicht akzeptieren kann, dass ihr Kind geistig behindert und stark verhaltensauffällig ist, könnte selbst damit nicht umgehen und möchte die Integration praktisch dem Staat "aufbürden" in dem ich meine Kleine auf eine Regelschule schicke.

Ich könnte mir selbst etwas vormachen ("Mein Kind geht ja auf die Regelschule...") und zeitgleich erwarte ich, dass die Schule das übernimmt, was ich selbst nicht kann:
die Behinderung in das Leben einzubinden.

Mein Kind ginge also in eine Regelklasse, weil ich darauf bestehe.
Es benimmt sich aber völlig "daneben", stört den Unterricht massiv durch aggressives Verhalten, durch selbstverletzendes Verhalten, es klaut mal eben ein Feuerzeug aus der Büchertasche eines Mitschülers (der dann dafür vielleicht noch verantwortlich gemacht wird, weil er ja als "gesunder" es besser wissen müsste), zündelt ein bisschen hier, zündelt ein bisschen da, bespuckt ander e Mitschüler usw. usw.

Von diesen gesunden Mitschülern wird dann aber erwartet, dass sie Mitgefühl haben, dass sie sich dem behinderten Mitschüler immer "nett und lieb" gegenüber verhalten, egal, was er anstellt usw...
Beschweren sie sich, werden sie als behindertenfeindlich abgestempelt.



Ich gehe davon aus, dass diese Mitschüler und deren Eltern irgendwann absolute Abneigung gegen diesen Schüler entwickeln werden, weil sie der "political correctness" ohnmächtig ausgeliefert sind.
Eine Fachkraft einer bekannten Vereinigung ;-) hat mal zu mir gesagt: "Wir sind langsam alle sozialkrank!" ---- als es um ein ähnliches Thema ging. Auch wenn ich viele Differenzen mit diesem Verein hatte ;-): da waren wir sofort auf einer Ebene!



Am Ende wächst durch diese Ohnmacht die Abneigung gegen behinderte Mitmenschen und genau das Gegenteil ist erreicht.

(Wobei mir an der Stelle wichtig ist zu sagen, dass wir als Familie absolut keine Probleme mit unserem Umfeld haben --- wir sind "mittendrin, statt nur dabei", nicht dass das jetzt völlig falsch 'rüberkommt. Wir sind viel unterwegs und unsere Kleine kommt mit "alles und jedem" zusammen!)

Diese "geopferten" Mitschüler werden "die Gesellschaft" (auch vielleicht die Politiker) von morgen sein, die dann über behinderte Menschen entscheiden werden (ich denke an Themen wie Spätabtreibung oder aktive Sterbehilfe, die sich garantiert durchsetzen wird. Ich meine gehört zu haben, dass man in einem europäischem Nachbarland darüber nachdenkt, behinderte Babies "sanft entschlafen" zu lassen) ....


Darüber sollten wir uns alle auch im Klaren sein und das ist ein Teil meiner Sorge, meiner Bedenken und meiner Angst als Mutter eines behinderten und eines gesunden Kindes.
Inge 02.04.2011, 10:39#22
AW: UN-Behindertenrechtskonvention

Hallo zusammen,

wenn es - irgendwann - eine echte und richtige Inklusion von Anfang an gibt, dann wird die Behinderung keine Rolle mehr spielen.
Wir alle werden zwar nie mit jedem anderen Menschen gleich gut umgehen können, aber das liegt m.E. an den zwischenmenschlichen Beziehungen, an verschiedenen Interessen und Lebenseinstellungen, aber nicht an einer Behinderung.

Zur inklusiven Beschulung: für mich bedeutet das nicht, dass alle Kinder ohne Differenzierung in einer Klasse gemeinsam im Frontalunterricht wie im jetztigen Schulsystem beschult werden. Das kann nicht funktionieren! Weiter vorne hatte ich schon beschrieben, welche ersten Schritte ohne Probleme möglich wären.

Wenn Inklusion für alle Beteiligten im positiven Sinne umgesetzt wird, dann muss und wird sich das Schulsystem völlig verändern.
Auch das Verhalten vieler Kinder wird sich verändern, wenn sie von Anfang an mit behinderten Kindern in Kontakt kommen. Das wird durch die Inklusion dann einfach die Normalität sein. Das bedeutet zwar nicht, dass alle Kinder dann generell eine höhere soziale Kompetenz entwickeln, aber es bestehen für immer mehr Kinder größere Chancen, in Zukunft als Eltern und Großeltern den Inklusionsgedanken zu verinnerlichen.
Inge 02.04.2011, 10:51#23
AW: UN-Behindertenrechtskonvention

Hallo Claudia,
Zitat von **Claudia**
Von diesen gesunden Mitschülern wird dann aber erwartet, dass sie Mitgefühl haben, dass sie sich dem behinderten Mitschüler immer "nett und lieb" gegenüber verhalten, egal, was er anstellt usw...
Beschweren sie sich, werden sie als behindertenfeindlich abgestempelt.

Wenn irgendjemand von Kindern erwartet, dass sie jegliches Verhalten von behinderten Kindern tolerieren, dann ist das "etwas daneben". So kann ein gutes und normales Zusammenleben nicht funktionieren, auch wenn man das als Inklusion bezeichnen würde.

Annika war in den letzten Schuljahren in eine sehr "fitte" Klasse sehr gut integriert. Ihr wurde von ihren Mitschülerinnen beim Essen und Trinken geholfen, ihr wurden die Schuhe angezogen (nicht immer an den richtigen Fuß ;-)) und sie wurde - völlig zu Recht! - laut und deutlich angemotzt, wenn sie die anderen Jugendlichen durch ihr Verhalten störte. Das hatte meistens mehr Wirkung als die Ermahnung von Erwachsenen.
Sie war gut angenommen, sie war akzeptiert, aber "schräges" Verhalten wurde von den Mitschüler/innen nicht toleriert.
Das war für alle Beteiligten gut, und genau so stelle ich mir Inklusion vor :-)
rosifi 02.04.2011, 11:47#24
AW: UN-Behindertenrechtskonvention
Wenn irgendjemand von Kindern erwartet, dass sie jegliches Verhalten von behinderten Kindern tolerieren, dann ist das "etwas daneben". So kann ein gutes und normales Zusammenleben nicht funktionieren, auch wenn man das als Inklusion bezeichnen würde.

Hallo Inge,

gerade auch deshalb ist es wichtig, dass behinderte und nichtbehinderte Kinder von Anfang an Kontakte (durch KiGa und Schule, aber auch schon in Eltern-Kindgruppen für die ganz Kleinen) haben, also nicht erst aussortiert werden, um sie vielleicht "anpassungsfähig für die Gesellschaft" zu machen. Ich habe immer wieder die Erfahrung gemacht (und das nicht nur bei meiner Tochter), dass Kinder mit Behinderung sehr wohl bemüht sind, sich in einer "normalen" Umgebung einzufügen. Man kann dann oft gut sehen, welche "Macken" davon stammen, dass Eltern und Fachkräfte sie toleriert haben, weil man es darauf schob, dass diese auf die Behinderung zurückzuführen sind und man da nichts machen kann. Und manche "Eigenheiten" sind wirklich behinderungsbedingt und man kann nur mit viel Geduld und oft auch gar nicht darauf einwirken. Nichtbehinderte Kinder haben dafür ein sehr feines Gespür.
Die inklusiven Einrichtungen sollen darauf einwirken, dass behinderte Menschen mit Respekt behandelt werden, was für mich nicht bedeutet, dass sie sich alles erlauben können.

Du schreibst auch, dass der derzeit noch immer gängige Frontalunterricht unseren Kindern nicht gerade entgegenkommt.
Da ist inzwischen schon einiges im Wandel und das ist bestimmt im Sinne unserer Kinder.
rosifi 02.04.2011, 11:57#25
AW: UN-Behindertenrechtskonvention
Zitat von Kirsten
Liebe Rosmarie,

schön wäre es, wenn mein Sohn einmal in eine kleine Wohneinheit ziehen könnte, mit ausreichender Betreuung. D.h.eine gute Mischung an Bewohner und Personal, dass alle miteinander,oder auch jeder einzeln seinen Tag individuell gestalten kann. So wie jeder andere Mensch auch.D.h. nicht, dass er alles so machen soll, wie andere auch, aber dass er seinen Wünschen entsprechend, seinen Tag und seine Freizeit gestalten kann. Da er eine Epilepsie hat, ist es unverzichtbar, dass es eine Nachtwache gibt. Die zu finanzieren, da fangen ja die Probleme meist schon an.

Auch würde ich mir wünschen, dass die Menschen mit Behinderung nicht immer so nach Behinderung sortiert werden. Die Spannbreite der Behinderung und damit Beeinträchtigungen ist sehr breit gefächert. Wie sollen wir den Inklusion vorleben und erwarten, wenn wir selbst untereinander segregieren.

Ich finde es gut, wenn wir hier einfach unsere Vorstellungen von Inklusion zusammentragen können und Vor- und Nachteile aufzählen. Ich schließe mich in vielen Inges Gedanken zum Thema an. Auch finde ich, dass einfach eine Wahlfreiheit bestehen bleiben muss. Und das auch den Menschen mit schwerer Behinderung die gleichen Rechte zuerkannt werden.

Im Zuge der Inklusion können wir nicht stehen bleiben, sondern wir müssen schauen und wachsam sein, dass wir( im Sinne meines schwerstmehrfachbehinderten Kindes) mitgenommen werden, oder sich neue Wege öffnen.

Im übrigen bin ich kein Gegner von Förderschuleinrichtungen. Ich wollte aber nicht, dass im Zuge der Inklusion den heutigen Fördereinrichtungen nur noch der Stellenwert einer "Verwahreinrichtung" zuteil wird. Das Gleiche gilt natürlich auch für die Wohneinrichtungen.



LG
Kirsten

Liebe Kirsten,

so sehe ich das auch. :knuddel:
Leider gibt es inzwischen eine Menge "Verwahreinrichtungen" und eine solche möchte ich meiner Tochter ersparen, in dem ich mich diesbezüglich an Politiker und auch an die Einrichtungsträger wende.

Ich werde wehmütig, wenn ich in Schweden sehe, dass Menschen mit schwersten Behinderung in der Abendsonne mit ihrer Assistenz einen Spaziergang am Meer machen und ich weiss, dass eine von mir gesetzl. Betreute junge Frau zwar in einer wunderschönen Pflegeeinrichtung an einem bayerischen Voralpensee zur gleichen Zeit mit ihren 33 Jahren schon bettfertig gemacht wird . Und mit 2 Betreuern für 10 behinderte Menschen, die an allen Ecken und Enden Hilfe benötigen kann das auch gar nicht anders gehandhabt werden.