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Gemeinsamer Unterricht (GU) in NRW

hansgerdreinke 18.04.2013, 19:58#351
gu

Inklusion darf nicht scheitern“ - Brief der Eltern an die Lehrerinnen und Lehrer in NRW

Eintrag vom 16.04.2013

Angesichts der heftigen Debatten um den Aufbau eines inklusiven Schulsystems wenden sich Elternvereine jetzt in einem offenen Brief an alle Lehrerinnen und Lehrer in Nordrhein-Westfalen. Darin bitten sie die Lehrer und Lehrerinnen, Spielräume für Inklusion zu nutzen, mit Augenmaß zu diskutieren und bieten den Pädagogen und Pädagoginnen an, gemeinsam für eine gute Ausstattung inklusiver Schulen einzutreten.
In ihrem Brief schildern die Elternvereine die inklusive Schulentwicklung in NRW aus ihrer Perspektive. Die Lage in den verschiedenen Orten in NRW ist sehr unterschiedlich. Es gibt Schulen, die sich sehr für den Ausbau des gemeinsamen Lernens einsetzen und „es gibt viele Orte und Schulen, wo Eltern von Kindern mit Behinderung verzweifeln, wenn sie für ihr Kind das Gemeinsame Lernen wünschen“.
Die Elterninitiativen betonen: „Inklusion 'auszusetzen' heißt, sie hier und heute unseren Kindern zu verweigern. Denn unsere Kinder besuchen jetzt die Schulen, sollen jetzt Teil der Gemeinschaft sein, müssen jetzt ihr Leben in Gemeinschaft leben lernen.“

Lesen Sie unter nachstehendem Link den Brief der Elternvereine im Wortlaut:

„Inklusion darf nicht scheitern“
hansgerdreinke 18.04.2013, 20:40#352
AW: GU in NRW

Hallo
Die Schulleitung versucht die Mutter des autistischen Jungen zu überreden das Kind obwohl es von einer Neurologin krankgeschrieben ist
Wieder in die Schule zu schiken.Dann würde die Mutter beim Sozialgericht und beim Schulamt ihreGlaubwürdigkeit verlieren und mit
GU wäre es vorbei.
Hans Gerd
Kirsten 18.04.2013, 22:37#353
AW: GU in NRW

Hallo Hans Gerd,

hat das Kind eine Epilepsie und wurde deshalb eine Neurologin hinzugezogen? Versucht die Schulleitung gegebenenfalls der Mutter Mut zu zusprechen, ihr Kind trotz Epilepsie in die Schule zu schicken? Werden Menschen mit Autismus immer von Neurologen behandelt?

Fragen über Fragen, aber die kommen bei solchen Beiträgen halt auch auf. Schulpflicht besteht ja nun in unserem Land und das ist mit die größte Errungenschaft, die die Behindertenhilfe Mitte der 60 ziger Jahren im Sinne aller Kinder mit Behinderung verzeichnen konnte. Erscheint das Fehlen eines Kindes unglaubwürdig, muss sich die Schulleitung Gedanken machen und gegebenenfalls auch der Sache nach gehen, bzw. meines Wissens nach sogar melden. Werden Kinder vorsätzlich der Bildung entzogen, kann das sogar einen Prozess und eine Strafe im Sinne der Rechtsprechung nach sich ziehen.

Da das Kind aber von einer Neurologin krank geschrieben wurde, muss ja eine Erkrankung vorliegen, die einen Schulbesuch unmöglich macht. Die Neurologin wird sicher kein Kind krank schreiben, welches gar nicht krank ist.
miau 20.04.2013, 15:02#354
AW: GU in NRW
Zitat von hansgerdreinke
Hallo
Die Schulleitung versucht die Mutter des autistischen Jungen zu überreden das Kind obwohl es von einer Neurologin krankgeschrieben ist
Wieder in die Schule zu schiken.Dann würde die Mutter beim Sozialgericht und beim Schulamt ihreGlaubwürdigkeit verlieren und mit
GU wäre es vorbei. Hans Gerd

Hallo Hans Gerd,

wenn das Kind krank ist, darf es auf keinen Fall zur Schule gehen. Sollte die Schule sogar selber der Grund für die Krankschreibung sein, wäre es mit Rechtsansprüchen vorbei, wenn die Krankmeldung ignoriert wird. Wie versucht die Schule die Mutter zu überreden? Ruft sie an?

lg Micha
hansgerdreinke 20.04.2013, 17:53#355
AW: GU in NRW

Hallo Kirsten
Die Ärztin ist spezialiesiert auf Autismus. Dem Jungen einem Asbergerautisten wurde von jetzt auf gleich der Integrationshelfer gestrichen.
Er gilt ohne Ihelfer als nicht beschulbar.Autisten brauchen eine 1zu1 Betreuung sonst filtern sie zu sehr ihre Umgebung und bekommen dann nichts mit was der Lehrer sagt. Die Schule will das er ohne Betreuer in die Schule soll. Seit dem ist er krankgeschrieben weil die Schule das Problem ist er weint und weigert sich und schläft Nachts nur noch mit Medikamenten. Die Sache liegt jetzt beim Gericht.

Hans Gerd
Unser Sohn ist auch bei einem Neurologen zur regelmäßigen Kontrolle,auch er hat nichts mit Epilepsie zu tun.
Myriam 20.04.2013, 19:00#356
AW: GU in NRW

Hallo Hans Gerd,

kennst du den Inhalt des einstigen Bescheides über Kostenübernahme eines Integrationshelfers? Da stand doch sicher ein Grund dabei, warum die Kostenübernahme evtl. eingestellt werden kann.
hansgerdreinke 20.04.2013, 19:10#357
AW: GU in NRW

Hallo
Ja ich kenne den Bescheid bloß der ist mit Fehlern übersät und die Anwältin für Schulrecht ist an der Sache dran.
Das Amt schickte einen Vergleich bei dem meines Erachtens die Eltern übern Tisch gezogen werden sollen.
MFG
Hans Gerd
hansgerdreinke 21.04.2013, 19:51#358
hansgerdreinke 22.04.2013, 20:38#359
AW: GU in NRW

Hallo
Der Junge tut mir leid, jetzt will das AMT IHN NEU TESTEN LASSEN . Normalerweise ist es so das wenn man einen Ihelfer hat
der Antrag fürs nächste Jahr von der Schule gestellt wird. Aber ohne das der Junge jedes Jahr wieder neu getestet wird.
MFG
Hans Gerd

Dann kann das Amt die Eltern wieder alle paar Monate tritzen und Lohn unpünktlich und nicht vollständig ausbezahlen.
Er soll jetzt getestet werden nur weil ein Schulwechsel ansteht.
chris-123 23.04.2013, 07:52#360
AW: GU in NRW

Hallo Hans Gerd

Welches Amt möchte den Jungen testen?

Lg Kristina
hansgerdreinke 23.04.2013, 16:57#361
AW: GU in NRW

Hallo
Die Eltern des autistischen Jungen haben beim Sozialgericht eine Niederlage erlitten. Der Richter hat die 5 Befunde die alle aussagen
das der Junge einen Ihelfer Braucht da er sonst nicht beschulbar ist auseracht gelassen und sich nur auf die Aussage der
Lehrerin gestützt.
Was für eine Schande das Richter nicht reell ein Urteil fellen können.
chripri 23.04.2013, 19:47#362
AW: GU in NRW

Hallo Hans Gerd,

das Beispiel lehrt vor allem wieder mal eins: Eltern, die Lehrern Schweigepflichtsentbindungen erteilen, erleiden dadurch in der Regel immer Nachteile. Als ich vor das Sozialgericht gegangen bin, gab es keine Stellungnahme irgendeines Lehrers an den Bezirk oder das Gericht, das ich nicht gekannt habe. Die Pädagogen haben von juristischen Fragen meist keine Ahnung! Ich habe wohl überlesen, warum die Lehrer das Kind ohne Schulbegleiter beschulen wollen. Wollen Sie keine zweite Person im Unterricht haben, weil sie Angst haben, die könnte an die Eltern ausplaudern, wie die Lehrer mit den Kindern umgehen oder warum lehnen sie den Schulbegleiter ab? Wie haben sie denn das gegenüber dem Gericht begründet??

Christine
hansgerdreinke 23.04.2013, 20:39#363
AW: GU in NRW

Hallo
Es ist so wie du vermutest. die wollen ihn quit werden weil sie den Jungen sehr wahrscheinlich innerhalb des Förderschulsystems
in eine andere selektieren wollten.Dabei störte der Schulbegleiter weil er zuviel mitbekam. Er teilte immer alles den Eltern mit,
er ist Mitarbeiter einer Privatschule.
Myriam 23.04.2013, 23:33#364
AW: GU in NRW

Hallo zusammen,

Schulbegleiter haben nicht das Recht Inhalte aus dem Klassenverband an die Eltern weiterzuleiten. Schwatzhafte Schulbegleiter sind eher fehl am Platz und sind sich sicher nicht darüber im Klaren, was ihre Aufgabe eigentlich ist. Immer wieder kann man Klagen von Eltern vernehmen, dass Schulbegleiter stolz heraus posaunen, was ihre eigenen Kinder so alles im Unterricht erleben.

Tut ihr das bei normalen Kindern denn auch....dieses spionieren? Glaubt ihr denn alles, was eure "gesunden" Kinder aus dem Schulalltag mit nachhause bringen? Normal ist, wenn man auch alles normal betrachtet und sich nicht immer diese Sonderstellungen herausnimmt.

Bei euch wollte ich kein Lehrer sein. Der letzte Satz von Hans Gerd ........dabei störte der Schulbegleiter weil er zuviel mitbekam. Er teilte immer alles den Eltern mit, er ist Mitarbeiter einer Privatschule......... ist ein Kündigungsgrund. Man sollte manchmal aufpassen und zwischen Recht und Ordnung wohlüberlegt unterscheiden können.
chripri 24.04.2013, 04:34#365
AW: GU in NRW

Hallo Myriam,

moment mal, ich bitte Dich dringend, mal Dein herumpolemisieren einzustellen. Außerdem ist das falsch, was Du schreibst! Zur Aufklärung: Schulbegleiter sind die persönlichen Assistenten des Kindes und selbstverständlich müssen sie die Eltern informieren, zumindest über alles, was das Kind dieser Eltern betrifft: Also wie das behinderte Kind sich im Unterricht verhalten hat, wie es vom Lehrer behandelt wurde, wie es von den Mitschülern behandelt wurde. Was der Schulbegleiter aber nicht darf, ist, den Eltern irgendetwas über die anderen Schüler und deren Verhältnis zum Lehrer zu erzählen, wovon das eigene behinderte Kind nicht betroffen ist. Da würde der Schulbegleiter seine Schweigepflicht verletzen. Ich kenne aber bisher keinen Fall, wo Schulbegleiter sich nicht an diese Grenzen gehalten hätten, weiß nur, dass viele Lehrer davor Angst haben.

Der Skandal ist ein ganz anderer: Die Lehrer behaupten, dass sie das Kind ohne Schulbegleiter beschulen können, um es hinterher abzuschieben, weil sie es eben nicht ohne Schulbegleiter beschulen können? Wenn das wirklich so kommen sollte, würde ich als Eltern Strafanzeige gegen diese Lehrer stellen, weil sie ganz offensichtlich das Gericht mit unlauteren Motiven belogen haben und ihre Fürsorgepflicht gegenüber dem behinderten Kind verletzt hätten! Leute, das ist doch kein Spaß mehr, das ist strafbares Verhalten!

Christine
miau 24.04.2013, 09:59#366
AW: GU in NRW

dieses Beispiel zeigt mir, dass Inklusion mit der Realität wenig zu tun hat. Inklusion ist wohl mehr ein (neues) Konstrukt, das von der "breiten Masse" der Bevölkerung nicht gewünscht ist.

Traurig

Was Recht ist, kann immer schwammig ausgelegt werden, dafür kann dieses Beispiel auch wieder herhalten.

Micha
Myriam 24.04.2013, 10:20#367
AW: GU in NRW

Hallo Christine,
hallo Hans Gerd,

ein Schulbegleiter ist ausschließlich zur persönlichen Assistenz eines Schülers bei nachgewiesenem Bedarf vorhanden. Er darf keinesfalls die Aufgaben des Lehrers übernehmen. Dazu gehören sowohl die pädagogische Arbeit, als auch das Anleiten und die Aufmunterung zur Mitarbeit. Ebenso natürlich die Wissensvermittlung und die Überwachung von Lösungen, der an den Schüler gestellten Aufgaben. Wenn man eure Einträge aufmerksam verfolgt, dann liest man aus euren Zeilen nur eines heraus, ihr wisst alles besser, habt alles neu erfunden und wisst ganz genau, wie alles, aber auch alles in ganz Deutschland funktioniert. Einer stellt einen Link ein und fängt an zu schimpfen und dann wird sich darauf gestürzt und das Personal zerpflückt, ohne überhaupt einen persönlichen Eindruck davon zu haben. Bei Hans Gerd mag das sein, aber könnte genauso gut nur aus Schriftverkehr bestehen.

Ihr habt hier noch nicht ein einziges Mal in einem positiven Ton von Pädagogen, oder auch Schulen berichtet. Alles ist schlecht und alles ist verkehrt und die Sonderpädagogen sind das Allerletzte. Ein Schulbegleiter egal mit welcher Ausbildung hat hier das Fachwissen überhaupt und seinen Worten wird oberste Priorität eingeräumt.

Ich finde eine Schulbegleitung gut, für den der sie braucht. Wer den Anspruch hat, sollte ihn auch bekommen. Was für Gründe sollen denn vorliegen, dass man dem Jungen von Lehrerseite aus den Schulbegleiter nimmt, um ihn dann an einer anderen Förderschule zu "selektieren" wie Hans Gerd meint.

Mich würden mal an dieser Stelle Berichte von anderen betroffenen Eltern interessieren. Vielleicht traut sich ja auch mal ein Sonderpädagoge hier zu berichten, wie sein Alltag mit 6 Kindern und 4 Schulbegleitern in der Klasse aussieht? Dazu aufgebrachte und streitsüchtige Eltern im Hintergrund, die ihm klarmachen, dass er allenfalls überflüssig ist?

Wer sich alles auf Kosten der Inklusion profilieren will, der soll es tun. Aber Menschen bleiben Menschen und bei eurem Schreibstil empfinde ich allenfalls Mitleid mit den (vielleicht teilweise überforderten) Schülern und dem dazugehörigen Personal.

Und was deine immer besserwissenden Aussagen betrifft, du bist nicht die einzige Mutter eines behinderten Kindes in Bayern und auch wenn dir etwas nicht bekannt ist, ist das nicht gleichbedeutend mit der Realität, an der du scheinbar ab und zu mit geschlossenen Augen vorbei ziehst.

Es gibt sehr wohl Schulbegleiter, die entgegen ihren Vorgaben von Eltern gezwungen werden, tägliche Berichte in einer Art Tagebuch über alle Vorgänge im Schulalltag aufzuzeichnen und an sie weiterzugeben. Und gerade solche aktiven und bestimmenden Eltern haben Kinder, die von außen her betrachtet, völlig überfordert werden. Man kann keine Banane gerade wachsen lassen, aber man kann sie mit Zuwendung, intensiver Pflege und viel Sonne zu herrlichen Früchten heranwachsen lassen.

Entgegen dem Sinn von Inklusion und dem Gebrauch von Leichter Sprache:
Ich habe nicht das Gefühl hier zu polemisieren, aber eure Anfeindungen zwingen einen apologetisch, im Sinne der vorhandenen Ressourcen von Sonderpädagogen, unterwegs zu sein. Sonderpädagogen haben die gleichen Rechte wie andere Menschen auch, nämlich respektvoll behandelt zu werden. Im Gegenzug müssen sie natürlich genauso im Umgang mit ihren anvertrauten Schülern umgehen. Aber nur positives bescheinigen, wo vielleicht ganz andere Hilfen von Bedarf sind, wäre ebenfalls nicht gerade respektvoll dem Schüler gegenüber.
Sunnymaus 24.04.2013, 10:32#368
AW: GU in NRW

Hallo,

irgendwie habe ich immer mehr das Gefühl das es hier mehr darauf ankommt die Sozialpädagogen fertig zu machen und schlecht dastehen zu lassen.

Ob das ganze Theater dem Kind gut tut oder schadet das steht meiner Meinung an zweiter Stelle.

Für manche Kinder kann ein Wechsel im Bereich Förderschule sinnvoll sein und es ist nicht jedem Kind mit der Inklusion geholfen.

Gruß Sandra
chripri 24.04.2013, 14:45#369
AW: GU in NRW

Hallo Ihr Drei,

ich bitte Euch, mit Euerer Polemik etwas vorsichtiger zu sein, das Internet ist kein rechtsfreier Raum. Es ist schon sehr merkwürdig, wenn Ihr jedes Verhalten von Sonderpädagogen verteidigt. Ich kenne übrigens sehr sehr viele Eltern in Bayern mit behinderten Kindern und war aus allen bayerischen Regionen und aus allen Schularten.

Wenn Ihr aber meint, Inklusion sei nicht Realität, ist das sehr weltfremd. Deutschland steht im weltweiten Vergleich wirklich beschämenn da: Z.B. Kanada 100% Inklusion und in fast allen europäischen Ländern 50 bis 100% Inklusion, Deutschland leigt dagegen bei gerade mal 20%. Dass die deutsche Bevölkerung keine Inklusion will, ist auch falsch, es gibt Umfragen, wonach über die Häfte der Eltern Inklusion befürworten. Wenn man mit Eltern behinderter Kinder spricht, sagen diese immer, dass sie ja schon gerne Inklusion für ihr Kind hätten, aber äußern dann Ängste über Ängste, wovon ihnen natürlich ein Teil von den Fachleuten eingeredet wurde...

Eigentlich ging es aber um den Bericht von Hans Gerd und leider ist das kein Einzelfall. Ich könnte Euch die unglaublichsten Geschichten erzählen, wie in Deutschland und Bayern die Rechte von Eltern und Kindern mit Füßen getreten werden, weil bestimmte Berufsgruppen sich mit Händen und Füßen gegen eine Umstrukturierung ihrer Einrichtung wehren. Mach ich aber nicht, weil es viel ermutigender ist, von den vielen Beispielen zu hören, wo Inklusion wunderbar funktioniert, obwohl skeptische Eltern aus dem Bekanntenkreis (so wie Ihr hier), Sonderpädagogen und andere Fachleute vorher massiv davon abgeraten haben. Von welcher Geschichte soll ich Euch erzählen?

Von dem Kind mit Down-Syndrom, das in einer Münchner Grundschule im Englisch-Unterricht gute Noten schreibt, während es in der Förderschule nicht mal Englischunterricht bekommen hätte?

Von dem Jungen mit Down-Syndrom in Schwaben, dessen Wechsel in die Grundschule vom Verwaltungsgericht abgelehnt wurde, und der erst zur 5.Klasse in die Regelschule gewechselt ist und nun im Berufsgrundschuljahr für Zimmerer ist. Der das 10-Fingersystem an der Schreibmaschine beherrscht und vieles andere mehr? Hätte er das in der G-Schule gelernt?

Von meinem Kind wollt Ihr ja nichts hören, trotzdem: In der 1.Klasse hat eine Lehrerin gesagt: "Kann die überhaupt lesen und schreiben lernen?" Heute in der 7.Klasse Hauptschule kann sie zum Teil besser lesen als manch andere Hauptschüler!

Der Schulleiter einer Würzburger Regelschule hat vor kurzem erzählt, dass auch die Eltern nichtbehinderter Eltern zu 90% ihr Kind in die inklusiven Klassen zusammen mit behinderten Kindern schicken woll, nicht in die konventionellen Regelklassen! Warum: weil sich in Würzburg herumgesprochen hat, dass in diesen Klassen alle Kinder besser individuell gefördert werden und in diesen Klasse ein gutes soziales Miteinan-
der herrscht!

Auch von anderen Regelschulen, die behinderte Kinder integrieren, könnt Ihr aktuelle Berichte lesen auf www.inklusion-bayern.de

Alles keine Realität? Oder passt es nur nicht in die Ideologie des Separierens von behinderten Kindern und wird deshalb ungern gehört?

Christine
gero 24.04.2013, 16:37#370
AW: GU in NRW

Hallo Christine,
Zitat von chripri
ich bitte Euch, mit Euerer Polemik etwas vorsichtiger zu sein, das Internet ist kein rechtsfreier Raum.
gerade weil das Internet kein rechtsfreier Raum ist, finde ich etwas merkwürdig, dass einige User hier Förderschulen und Sonderpädagogen anscheinend generell verunglimpfen und ihnen rechtswidriges Verhalten vorwerfen.
Es ist schon sehr merkwürdig, wenn Ihr jedes Verhalten von Sonderpädagogen verteidigt.
bisher konnte ich nicht feststellen, dass "jedes Verhalten von Sonderpädagogen verteidigt" wurde. Es wurde von den Nutzern, die von Dir kritisiert werden, mehrfach darauf hingewiesen, dass es Sonderpädagogen gibt, die ihren Beruf verfehlt haben. Und es wurde ebenfalls mehrfach geschrieben, dass es sehr gute Sonderpädagogen gibt. Von Dir und einigen anderen konnte ich jedoch ausschließlich negative Bewertungen in Bezug auf Sonderpädagogen lesen. Sind die Sonderpädagogen in Eurer Region wirklich alle von Grund auf unfähig und verhalten sich rechtswidrig?
Myriam 24.04.2013, 18:00#371
AW: GU in NRW

Liebe Christine,

das Internet ist kein rechtsfreier Raum, das zitierst du immer mal wieder. Das gilt aber auch für dich, nehme ich doch an? Du schreibst so schön, dass von deinem Kind niemand etwas wissen will, wer bitte hat das hier geschrieben? Und wenn du von einer 90 % Quote sprichst, dann schreibe bitte dazu, ob es sich um junge und unerfahrene Eltern handelt, die ihr Kind nicht auf einer Förderschule anmelden wollen, oder um erfahrene Eltern, die genau wissem, wie Inklusion funktionieren kann, für wen sie aber nicht oder auch nur bedingt geeignet ist. Wie sollen sich junge Eltern ein Bild von der Sonderpädagogik machen, wenn Eltern wie du alles sprichwörtlich niederschreien? Sie kennen ja gar nicht die Alternative aus dem Alltag.

Sicher hast du recht, dass auf Förderschulen teilweise mehr gefördert werden könnte. Aber hatten wir nicht schon einmal über die Gründe des desolaten Zustands gesprochen? Ich hatte letzte Woche erst wieder einen Brief vom Kultusminister in der Hand, wo er über die Versorgung an Förderschulen mit Sonderschullehrern schrieb. Interessant, was man vor 5 Jahren noch so lesen konnte.
Ich bin auch nicht so weltfremd wie du meinst und vielleicht zumindest an Jahren in der Behindertenhilfe, dir ein wenig voraus. Vielleicht denke ich auch nur umfassender und nicht nur zielgerichtet auf die Wünsche die du für deine Tochter hegst, hinaus. Ich verstehe aber dein Engagement, denn wenn man weiß wofür man kämpft, dann kann man Berge versetzen.
Die Rechte in der UN-Behindertenrechtskonvention gelten aber schon viel länger. Man musste nur eine extra Konvention erschaffen, damit es alle verstehen. Und wenn man so eingleisig wie du verfährt, spielt man der Politik eher etwas in die Hand, als aus der Hand und der Verantwortung heraus.
Den Lehrstuhl Sonderpädagogik abzuschaffen und sich einzubilden, normale Lehramtsstudenten könnte man förmlich "zwingen" sich mit betroffenen Kindern abzugeben, halte ich für absolut verkehrt. Auch diese Studenten sind Menschen und haben Rechte. Das man in Deutschland zu einer Studienrichtung gezwungen werden kann, gibt es seit Grenzöffnung der DDR glaube ich nicht mehr, oder?

Wenn wir jetzt schon zuwenig Sonderpädagogik Lehrer haben und die Kinder mit Auffälligkeiten aller Arten eher zu als abnehmen, Lehrer an Hauptschulen schon lange nicht mehr unterrichten wollen, Förderlehrer aller Arten an die Schulen für Kinder mit Verhaltensauffälligkeiten "verschoben" werden, weil man sich des Problems nicht mehr entziehen kann, wie bitte willtst du genug Lehrerpotenzial zusammen bekommen für die Kinder die nach deiner Tochter einmal zur Schule gehen werden?

Ich trage in der Behindertenhilfe eine große Verantwortung mit und das nicht nur für mein Kind, sondern das Wohl aller liegt mir auf. Und jetzt bitte ich dich, mich hier nicht noch einmal mit dem Wort "polemisieren" in Verbindung zu bringen. Ich bin mir ein teilweises Fehlverhalten seitens Sonderpädagogen mehr als schmerzlich bewusst, aber ich sehe genauso die wertvolle Arbeit und erkenne diese sehr hoch an, die Sonderpädagogen leisten können.

Und wenn man sich mal auf den Seiten von diesem wie ich finde sehr hochwertig einzuschätzenden Forum umschaut, dann findet man unter diesem Link, dass auch Sonderpädagogen und sogar ein Professor hier mitwirken, zumindest im Hintergrund. Ich könnte mir vorstellen, dass Intakt nur halb so alt geworden wäre, gebe es diesen Hintergrund nicht. Jedenfalls finde ich andere Foren eher überfüllend mit Infos, von denen man nie so ganz weiß ob sie gut sind, oder einfach mal so ins Netz gestellt. Hier fühle ich mich da kompetenter aufgehoben. So sollten auch die Diskussionen laufen, oder?
chripri 24.04.2013, 18:09#372
AW: GU in NRW

Hallo Gero,

es gibt Menschen mit bestimmten Haltungen in jedem Beruf. Um dieses Thema geht es mir aber überhaupt nicht. Man muss auch wahrnehmen, wie die Arbeit der Sonderpädagogen in der Praxis aussieht und wie der Unterricht für behinderte Kinder in der Praxis aussieht. Aus dieser Erfahrung heraus ist sich die Wissenschaft eigentlich ziemlich einig, dass sich das Lehramtsstudium ändern muss. Wir brauchen in Zukunft keine Sonderpädagogen mehr, die nur für die Unterrichtung behinderter Kinder ausgebildet werden und Allgemeinpädagogen, die nur für die Unterrichtung nichtbehinderter Kinder ausgebildet werden. Lehrer müssen grundsätzlich das gleiche Grundstudium bekommen und es hat sich auch als nicht zutreffend herausgestellt, dass die pädagogischen Ansätze bei den Kindern sich nach Förderschwerpunktgruppen unterscheiden. Die Unterschiede der individuellen Kinder innerhalb dieser vermeintlich homogenen Lerngruppen ist viel größer als man all die letzten Jahre und Jahrzehnte zugeben wollte! Von daher bin ich tatsächlich für eine Abschaffung des bisherigen Sonderpädagogikstudiums.

Ich weiß nicht, warum wir uns erzählen sollen, wer einen lieben Lehrer hat und wer nicht, ich habe drei Kinder und in allen Schulen gab es immer solche und solche Lehrer. Darum geht es bei der Diskussion aber nicht. Es geht darum, was man am System ändern muss, damit über die menschlichen Faktoren hinaus nicht auch noch systemisch behinderte Kinder benachteiligt und in ihren Rechten verletzt werden. Da gibt es noch wahnsinnig viel zu tun! Es ist z.B. eine Diskriminierung schon vom System her (und da kann der Sonderpädagoge noch so lieb sein), wenn das Sozialverhalten der behinderten Kinder in der Schülerakte in der Regelschule beschrieben wird, das Sozialverhalten der nichtbehinderten Kinder nicht! Das erweckt den Eindruck, als ob nur behinderte Kinder einen Förderbedarf im Sozialverhalten haben...

Christine
Kirsten 24.04.2013, 18:25#373
AW: GU in NRW

Hallo Christine,

eine Frage zum Verständnis hätte ich nun doch. Inwieweit unterscheiden sich denn die Studiengänge eines z.b. Grundschullehrers und eines Sonderschullehrers mit Grundschuldidaktik im Studium? Außer des erheblich längerem Studiengangs der Sonderpädagogik?
miau 24.04.2013, 18:32#374
AW: GU in NRW

es gibt Eltern, die wollen etwas für ihr Kind, und überfordern es. Dies geschieht dann auf Kosten von stärker behindertern Kindern.

Dann gibt es Eltern, denen glaubt man nicht. Und diese werden dann auch noch von selber betroffenen Eltern angefeindet.

Beides ist schädlich, und sorgt letztendlich für Verschlechterung im gesamten System. Dies ist ein schleichender Prozess. Das heißt, dass das Ergebnis erst sichtbar ist, wenn schon Jahre vorüber gegangen sind. Und dann ist es zu spät. Beide Möglichkeiten, die ich anführte, gehören dazu. Und diese sehe ich hier. Ich weiß nicht, ob die Lehrerin glaubhaft ist oder die Eltern und ihre Interessen. Dazu müsste ich das Kind kennen. Denn so wie hier argumentiert wird, weiß ich nicht, was ich glauben soll. Es kann sein, dass das Gericht falsch geurteilt hat. Es kann aber auch nicht sein.

Was auf jeden Fall mit dabei ist sind Missverständnisse aufgrund von verschiedenen Kommunikationsformen. Diese stecken im allgemeinen hinter Fehlentscheidungen. Ich denke dabei daran, dass etwas gesagt wird, was ganz anders gemeint ist. Aber es wird auf das eingegangen, was verstanden wurde.

Micha
chripri 24.04.2013, 19:09#375
AW: GU in NRW

Hallo Kirsten,

Hans Gerd Reinke hatte am 24.4.auf folgenden link hingewiesen, den ich sehr empfehlen kann, leider kann ich ihn jetzt nicht richtig kopieren,
bitte nochmal zu seinem email zurückgehen: http://www.european-agency.org/publi...rs-DE.pdf/view

Aber ich war mit Prof. Merz-Atalik, eine der 50 europäischen Wissenschaftlicher, die an dieser Konzeption einer inklusiven Lehrerausbildung für Europa mitgearbeitet hat, in einem Gesprächskreis und gebe die Forderungen aus diesem Kreis wieder: Das Grundstudium für alle Lehrer müsste in Zukunft neben inklusiver Didaktik Kenntnisse in spezieller Förderung bei Lern-, emotionalen/sozialen und sprachlichen Schwierigkeiten vermitteln. Vor allem kann es nicht mehr sein, dass angehende Lehrer sich im Studium entscheiden, welche Kinder sie unterrichten wollen, welche nicht! Kein Lehrer kann sich doch reell seine Kinder aussuchen (außer vielleicht in einer elitären Privatschule): Auch in Regelklassen sitzen immer auch schwierige Kinder, die nicht behindert sind und nicht in eine Förderschule abgeschoben werden können. Dann gibt es Druckmaßnahmen anderer Art, z.B. dass die Kinder pathologisiert werden und den Eltern zu Psychopharmaka geraten wird...Wir brauchen wirklich einen Paradigmenwechsel in der gesamten Pädagogik. Pädagogen aus Finnland sagten mit Blick auf Deutschland: "Bei uns fragt niemand, ob der Schüler an der Schule richtig ist, sondern bei uns fragt man, ob die Schule für den Schüler so richtig ist."

Ich glaube nicht, dass in anderen europäischen Ländern DDR-Verhältnisse herrschen, nur weil dort Pädagogen inklusiver ausgebildet werden als in Deutschland! Freiheit der Wissenschaft gibt es leider schon lange nicht mehr, die Prüfungsordnungen für die Studiengänge werden von der Politik gemacht. Es gibt massive Interessen von Berufsgruppen und Behinderteneinrichtungen, das Soderpädagogikstudium nicht zu verändern. Wenn es freie Wissenschaft in Deutschland gäbe, müssten die Vorgaben dieser 50köpfigen europäischen Expertengruppe umgesetzt werden!

Christine