in diesem Forum machen auch etliche Eltern den Fehler, dass sie das bestehende System einfach nur verteidigen, egal, ob es für die Kinder so gut ist oder nicht. Du forderst Solidarität ein, ich bitte Dich, selbst solidarisch zu werden und mit den Eltern, die in die Inklusion gehen, zusammen, diesselben Ressourcen für die Inklusion einzufordern, wie für behinderte Kinder auch im Sonderschulsystem bereitgestellt werden
Das wissen diese „ etliche Eltern“ sicher nur zu gut und kämpfen auch jeder dafür. Dazu bedarf es Mut und den haben die Eltern von heute genauso wie früher, nur jetzt eben überhaupt erst mal auch das Recht. Unter Solidarität verstehe ich auch, dass man den Eltern nicht den eigenen Willen überstülpen darf und auch Ihnen zugestehen muss Wege zu verteidigen, die sie für ihr Kind als die bessere Versorgung zu halten. Zumindest bei den momentanen Zuständen.
Zum Thema Nachmittagsbetreuung wiederhole ich mich: In Italien und sicher auch noch in anderen Ländern ist es üblich, dass behinderte Kinder auch am Nachmittag persönliche Assistenz bekommen. Dies ermöglicht allen behinderten Kindern entweder in eine institutionalisierte Nachmittagsbetreuung zu gehen oder aber mit dem Assistenten nachmittags nach Hause zu gehen und nach eigenen Wünschen die Freizeit am Nachmittag zu gestalten!!! Warum haben wir im reichen Deutschland keine solche Lösung? Das kostet doch dem Steuerzahler nicht mehr, nein, eher weniger als die Nachmittagsbetreuung an der Schule!
Was sollte mein Kind denn mit einer Assistenz zuhause, wenn sein Freund fast 40 KM von uns entfernt wohnt? In der Schule sind sie beide zusammen und das tut ihnen gut. Gesunde Kinder an Gymnasien haben die gleichen Probleme. Oft sehen sie sich untereinander nur in der Schule. Gerade bei ihnen geht ein Austausch von Freizeitaktionen oft erst mit dem Führerschein. Warum hat Facebook heute Hochkonjunktur? Selbst in der Stadt ist es je nach Neigung der Fähigkeiten und Wahl des passenden Gymis schon ein Problem, wo man dann seine Freunde nach der Schule treffen kann. Warum muss den für Kinder mit Behinderung alles auf einmal so extra und besonders sein, wenn wir schon von Inklusion sprechen?
DIe Antwort ist: In Deutschland haben die Einrichtungsträger soviel Macht, dass sie erfolgreiche darum kämpfen, dass alle Gelder möglichst in die Einrichtungen fließen, egal ob das für die Kinder immer die besten Lösungen sind. Wenn dagegen die Assistenten nachmittags mit den Kindern nach Hause gehen, geht den Einrichtungen viel Geld verloren.
Entschuldige aber irgendwie geht da unser "Fachwissen" etwas auseinander. Ich bin selbst Mitglied der Lebenshilfe, verteten auch im Vorstand und stehe somit im Ehrenamt mit an der Spitze eines Einrichtungsträgers. Je nach Einbringen der Eltern im Zusammenhalt, vertreten durch den Vorstand, kann dieser das Tagesgeschäft mit beeinflussen. Für mich sind Entgeltverhandlungen ein Begriff. Ich weiß was es bedeutet, wenn man um jeden einzelnen Pfennig kämpfen muss, um den betroffenen Kindern eine adäquate Versorgung zu stellen. Wenn Einrichtungsträger dann so agieren, wie du sie anprangerst, dann tun sie es, weil sie für die Kinder, die in der Tagesstätte bleiben die Verantwortung tragen und sich auch dieser stellen. Einrichtungsträger kämpfen momentan auch mit den Folgen der eisernen Sparpolitik. Die Einrichtungen der Lebenshilfe sind alles non Profit Einrichtungen und oftmals wird aus Spendengeldern draufgelegt. Spenden die u.a. von der Solidargemeinschaft der in der Lebenshilfe vertretenden Eltern kommen. Einrichtungen der Lebenshilfe unterstehen einem ELTERN-VERBAND. Wenn du davon sprichst hört es sich an, als wenn da ein Finanzmogul sich auf Kosten deines Kindes bereichert.
Wir Eltern müssen alle damit aufhören, Interessen der Einrichtungen zu vertreten. Wenn wir Eltern anfangen, nur noch die Interessen unserer Kinder zu vertreten, werden wir sehr schnell auch zu gemeinsamen Positionen kommen können!
Als Mitglied in der Lebenshilfe würdest du große Dienste leisten. Erstens würdest du die Einrichtung mit deinem Vorstand selbst vertreten und dadurch natürlich auch die der anderen Eltern mit ihren Kindern. Um mit dir auf einen gemeinsame Position zu kommen, bedarf es aber auch ein klein wenig Umsichtigkeit. Denn es gibt nicht nur deine Meinung zum Thema Inklusion. Da deine Ansätze und dein Wissen aber sehr wertvoll sind, warum versuchst du es nicht auf diesem Weg? Immerhin erreichst du da viel mehr Eltern und Verantwortliche als auf diesem Weg. Die Eltern gegen sich selbst aufzumischen, halte ich für sehr gefährlich. Die Bezrike in Bayern, könnten sich dies ganz schnell zu Nutze machen. Es sind nur wenige Eltern, die momentan von der Inklusion profitieren.
Nochwas zu Sonderpädagogen: Lehrer, die sich nicht dafür interessieren, wie es den Kindern auf dem Schulweg geht, sollten mal über ihren Berufsethos nachdenken. Die Schule ist immer Ansprechpartner für Probleme, auch auf dem Schulweg und es ist viel erfolgversprechender, wenn die Schule für die Eindämmung von Missständen sorgt, als wenn einzelne Eltern dort anrufen, die hernach mit Repressalien für ihr Kind rechnen müssen.
Ich setze mein Kind morgens in den Bus und ich fühle mich verantwortlich dafür, wo ich mein Kind hineinsetze. Ich bin nicht so unverantwortlich und mache alles mit, weil ja die Lehrer dafür die Verantwortung tragen. Ich bitte dich herzlich aufzuhören dermaßen gegen das Berufsbild "Sonderpädagoge" zu agieren. Sie haben die Bezeichnung "Sonder" wohl vor dem Wort Pädagoge stehen. Dieses Sonder, sondert aber nicht aus, sondern bedeutet, dass dieser Pädagoge eine zusätzliche besondere Ausbildung hat. Ich gebe dir darin Recht, dass es Sonderpädagogen gibt, die mit einem völligen Fehlverhalten Menschen bis an den Rand der psychischen Verfassung bringen können, ohne dies überhaupt zu bemerken, bzw. noch Spaß daran haben. Ich habe selbst eine äußerst schmerzliche Erfahrung machen müssen. Dies habe ich aber auch schriftlich zum Ausdruck gebracht. Diese Personen haben das falsche Berufsbild gewählt und traurig ist, dass sie als Beamte kaum angreifbar sind. Aber findet man das nicht in jedem Lehrerbereich, oder auch Berufszweig? Ich finde diese Verallgemeinerung sehr unpassend. Da ich aber in meinem Privatleben nicht nur mit behinderten Kindern und Erwachsenen zu tun habe, sondern auch von altgedienten, jungen und noch im Referendariat befindlichen Sonderpädagogen umgeben bin, mit diesen auch immer im Dialog stehe, egal zu welchen Themen, möchte ich einfach mal feststellen, dass es immer auf den Menschen an kommt. Die Schulpolitik, bzw. die Zulassungsbeschränkung an den Lehrstühlen haben in den vergangenen Jahren nur Einser-Abiturienten zugelassen. Auf meine Nachfrage bei der Regierung, was eine Eins mit dem Wert der inneren Einstllung zu tun hat, wurde mir geantwortet, dass es gerecht bei der Verteilung der Plätze zugehen muss. Vielleicht sollte man ein solches Vorgehen nicht unbedingt bei so einer Ausbildung durchziehen. Erklärt aber vielleicht das Verhalten mancher ausgebildeten Sonderpäds. Eine Eins bedeutet vielleicht wie man gutes Fachwissen anwenden und strukturiert umsetzen kann. Steht aber niemals dafür, dass der Inhaber auch ein Sozialverständnis hat und weiß wie man mit Eltern und Betroffenen umgeht.
Nord- und Süditalien und die dort herrschenden Zustände, sowie Möglichkeiten, sollte man niemals miteinander vermischen. Ich nehme an, dass du vor Ort mit Betroffenen, bzw. den Einwohnern gesprochen hast und dich von den Angeboten und der Finanzierung überzeugt hast?
Da herrschen große Unterschiede. Das ist nicht einfach alles Italien........ ..
Ich kann gerade nicht verstehen, warum es nun heisst man würde sich an der Ganztagesbeschulung "aufhängen". Die meisten Förderschulen im KB bzw. GB Bereich sind nun einmal Ganztagesschulen. Für mich hat es wieder nichts mit der allgemeinen Behinderungsart den Kindes zu tun, sondern einfach, wie sind die Umstände, ist das Kind darauf angewiesen um überhaupt in Kontakt mit anderen Kindern zu sein und können die Eltern damit Leben, das ihr Kind den ganzen Tag ausser Haus ist, dann ist doch alles gut und dann geht natürlich das Kind auch in eine Schule an der die Gegebnheiten gegeben sind.
Habe ich aber ein Kind, das es schon von der körperlichen Belastung her gar nicht schafft und nicht möchte ausserhalb der Familie den ganzen Tag zu sein, dann hat man nun Dank der UN BRK ein Wahlrecht und das Kind kann in seinem persönlichen Umfeld bleiben. Diese Möglichkeiten hatten nun einmal die ganze Zeit die Familien nicht. Da hieß es einfach, das Kind hat diese und diese Behinderung also geht es auf diese Schule u. auch dies war nicht für alle Kinder geeignet.
Zum jetztigen Zeitpunkt kann man die Entscheidung so oder so fällen.
Ja und ich habe dies nun mehrfach gelesen, dass behinderte Kinder die in Ganztageseinrichtungen sind, von den Eltern noch Klagen kommen, dass das Kind immer noch zu früh nach Hause kommt. Aber irgendwann ist für das Kind doch gut.
Oder wenn sie nicht die ganze Zeit in den Ferien Ferienbetreuung haben.............dann muss man sich eben andersweilig organisieren, es gibt Kurzzeitpflege , Verhinderungspflege u.s.w. aber man kann doch nicht die ganze Betreuung auf die Schulen wälzen wollen. Bei allem Verständnis, dafür sind sie nun einmal auch nicht da, denn noch sind es Schulen!!
Was die Ganztagesbetreuung und flüggen gesunden Kindern angeht, meine gesunde 14jährige Tochter besucht eine Ganztagesrealschule, die ohne Ganztagesschule schon 3x Nachmittagsunterricht hätte, da Kinder von AUsserhalb kommen wurde diese Schule eine solche.
Nach einem Schultag 7.45 bis 16.00, sind nun einmal meist die Hausis fertig, aber Vokabeln müssen gebüffelt werden, auf Arbeiten muss man sich vorbereiten, Buchpräsentationen müssen vorbereitet werden ebenso wie Projekte. Dann geht sie noch 2x wchtl. zum Tanztraining und momentan noch zum Konfirmationsunterricht ach ja und Freunde hat sie auch noch.
Mir tut sie manchmal richtig leid. Und da wundert man sich warum manche Kinder mit 14 , 15unter Burn out leiden. Klar sie haben ja einen stressigeren Tag wie manch einer der Vollzeit berufstätig ist.
Auch hier gibt es bei Vorteil viel Nachteil. Sie möchte ihr Hobby nicht aufgeben, selbst sie sagt ich brauche noch etwas anderes....
"die sogenannten Italienischen Verhältnisse", haben wir schon eh und je, viele Kinder die irgendwann in Internate kommen sind 100 bis 150 km weit von zu Hause weg. Auch dies ist jedem schon immer bekannt und hat nichts mit der Inklusion zu tun, sondern ist ein allgemeines Problem in Deutschland.
zum Thema Ferientagesstätte, die werden nicht über den Schulbetrieb abgerechnet, sondern über die Tagesstätte und in Bayern somit über den Bezirk und der Eingliederungshilfe. Die Zeiten der Öffnung einer Ferientagesstätte sind begrenzt und dienen u.a. auch Berufstätigen Eltern die Ferienzeiten abzudecken. Desweiteren gibt es jede Menge Kinder die sehr gerne die Ferientagesstätte besuchen, einfach weil sie auch in den Ferien auf ihr gewohntes Umfeld nicht verzichten möchten. Gerade bei geistiger Behinderung sind Strukturen äußerst wertvoll.
Was den Schulbetrieb betrifft, in der Hauptstufe findet gewöhnlich mindestens 2 mal Nachmittagsunterricht statt und in der Berufsschulstufe mindestens 3 mal wöchentlich.
Was Internate betrifft, würde ich hier mal nicht ganz so negativ denken. Seit es die Schulpflicht gibt, wurde daran gearbeitet, flächendeckende Versorgung im schulischen Bereich zu schaffen. Bestimmte Behinderungsbilder wie z.B. die blinden Kinder, oder auch die gehörlosen und taubblinden Kinder, die eine äußerst adäquate und relativ hochwertige Ausstattung an ihren Schulen haben, wurden mit einem größeren Einzugsbereich geplant. Ich selbst hätte mein Kind in ein solches Internat geben, oder nicht gezielt gefördert im Heimatbereich lassen können. Ich habe mich für die zweite Variante entschieden, nachdem eine Dependance ebenfalls nicht genehmigt wurde. Da haben alle Förderrektoren zusammen gearbeitet und in diesem Fall kann ich Christine recht geben. Das ist aber schon ein paar Jahre her. Mittlerweile durch die neuen Gesetze gehen die mobilen Sonderdienste ja in die Schulen vor Ort. Auch dieses wurde von Eltern vor uns/euch erkämpft. Wir sind alle nicht unfähig. Andere hier haben vielleicht nur mehr an Jahren Erfahrung.
Irgendwie muss man die Kirche auch mal im Dorf lassen. Wenn ich eine Schule habe mit einer äußerst hochwertigen Ausstattung, die sich individuell mit dem größten Einsatz von hochbesetzter Personalzahl präsentiert und fördert, kann dies flächendeckend verteilt auf ganz Deutschland, wohl kaum finanziell abzudecken sein. Soviele Schüler mit den speziellen Behnderungen gibt es (zum Glück) auch gar nicht. Es wäre schlimm, wenn wir so viele behinderte Kinder über die Jahre verteilt gehabt hätten, dass in jedem größerem Ort eine spezielle Förderschule hätte entstehen können.
Ich glaube ihr solltet euch mal den Zahlenspiegel der einzelnen Behinderungsbilder, bzw. Besucher der einzelnen Bildungsbereiche der letzten Jahre aufrufen.
Natürlich kommt jetzt wieder, dass man ein taubblindes Kind sehr wohl einfach mal hier vor Ort inkludieren kann. Wer das hier behauptet, hat absolut keine Ahnung. Sollte dieses Kind eine glückliche Schullaufbahn entwickeln, müssten alle Kinder in der Schule das Taubblinden Alphabet erlernen. Erst dann kann man von einer Inklusion reden. Ich selbst habe die Gebärdensprache in Kursen erlernt und war in einem riesigen Gymnasium (1600 Schüler) die einzige Mutter die sich mit einer gehörlosen Mutter ohne Dolmetscher unterhalten konnte. Wie glücklich die Mutter war, sich wie andere Mütter die schnatternd vor dem Klassenzimmer saßen, einfach auch unterhalten zu können, brauche ich glaube ich nicht zu schildern.
Und ein gehörloses Mädchen aus meinem Bekanntenkreis hat sich von ihren Eltern rabiat losgetrennt und ist entgegen deren Willen auf ein 180 KM entferntes Internat gewechselt, weil es lieber einen höheren Schulabschluss haben wollte. Die Selbständigkeit die sie da gelernt hätte, hätte sie im häuslichen Bereich niemals erlernt. Sie hat einen hochwertigen Beruf erlernen können. Leider mit dem Ergebnis einer Arbeitslosigkeit.
Ein anderer Junge lernte nach Abschluss der Förderschule Gärtnergehilfe und hat bis heute einen tollen Job, der ihm liegt und in dem er aufgeht.
Wenn ich einen Bericht formuliere, muss man diesen Gesamt betrachten. Es ist nicht richtig eine Antwort auf einen Satz zu definieren. Nur Zusammenhängend kann man es verstehen. Was die Erlebnisse unserer Ehrfahrungen betreffend der KB Schule, sind nicht zu pauschalisieren. Sie sind ganz allein unsere Ehrfahrungen. Und das war in meinem Sinne nicht in Ordnung. Ich kann mir jetzt nicht vorstellen Myriam, das es schlimm ist, das ich schreibe, das ich einen Garten habe. Ihr Urteilt in einem scharfen Kontrast, das nennt man eine ,, Anschauungsintention". Ich bin Tolerant, und nehme transzentralendes Denken nicht als Beleidigung auf. Ich nehme für eine gute Sache, die ich auch für richtig empfinde, sicher eine Haltung an, die an eckt. Inklusion ist wie Christine es beschrieben hat, nicht aufzuhalten.Ihre Berichte genieße ich so zusagen. Einzigartig und treffend. Ehrlich . Also ich merke ja in Euren Berichten, das ihr für das System keine Mühe scheut, diese zu erhalten. Das Sonderschulsystem. Dennoch toleriere ich das, ist doch okay. Bedenkt aber doch bitte dabei, das nach dem Krieg die Deutschen eines beibehalten haben, nämlich das ,, Selektionsrecht ". Unsere Kinder sterben nicht, aber sie nehmen ihnen die Selbstverwirklichung. Auch da kenne ich ein Beispiel. Dies werde ich Euch morgen schreiben.
Ist das Sonderschulsystem gegenüber meinen Sohn Menschlich gewesen? Würde ich es erklären wollen, so wäre das Erklärte nicht Menschlich.
So bis morgen, hab noch was vor. Morgen kommt ein Bericht aus der ehemaligen KB Schule unseres Sohnes.
Thema: Die Rottenbildung, und wie gerecht sind die Bezüge von Sonderpädagogen.
Die Inklusion ist nicht mehr aufzuhalten. Es wäre besser, wenn auch die Eltern schwerer behinderter Kinder nicht krampfhaft am alten System festzuhalten versuchen, sondern sich auch auf den Weg machen würden und einfordern würden, was nachfolgende schwerer behinderter Kinder an der Regelschule für Vorkehrungen brauchen würden.
Hallo chipri,
wenn es Inklusion gibt, dann darf es auch Förderschulen geben.
Oder bedeutet Inklusion, dass alle Menschen mit Behinderung in ganz normale Schulen gehen und dann für den normalen Schulbetrieb eine Behinderung darstellen und die normal entwickelten Kinder nicht weiter kommen?
Vielleicht sollten wir dann das ganze Schulsystem ändern, und alle vier Jahre zum Beispiel Tests durchführen, dass das Kind in die nächsthöhere Stufe weiterkommt. Ich stelle mir gerade 9-jährige Viertklässler vor, in denen eine Menge "Kinder" mit Behinderung gehen, die nie den Test geschafft haben. Dann sitzen 18-jährige neben 9-jährigen. Diese Sortierung habe ich immer in der Schule meiner Tochter angeprangert, und nun soll dies für alle Kinder gelten???
Wenn schon Inklusion, dann aber auch so, dass die Menschen mit geistiger Behinderung noch behindert sein dürfen. Und auch so akzeptiert werden, auch (vielleicht sogar ganz besonders) von den Eltern.
Und wie geht dann später, im Arbeitsleben Inklusion weiter? Wenn Profit im Vordergrund steht und Können, wenn es um Akkord geht? Werden dann all die Werkstätten auch geschlossen? (wenn es laut deiner Überlegung keine Förderschulen mehr zu geben braucht?)
da freue ich mich aber sehr darauf. Dann berichte ich über eine Ausbildung zum Dipl. Sonderpädagogen mit Zusatzausbildung, das Studium, die Praktika, das Referendariat und was es an Kraft, Nerven, Tränen, Geld und gutem Zuspruch gekostet hat, dabei nicht am System zu zerbrechen. Viele der Sonderpäds schmeißen hin, weil es eine Ausbildung ist, die man eben nicht im Vorübergehen mit nimmt. Volle Windeln, schwere Rollis.......frühe Schäden am Skelettsystem, schmerzhafte Diskussionen mit "normalen" Lehramtsstudenten, die solche Kinder wie es unsere sind, gar nicht an den Schulen haben wollen, geschweige denn sich vorstellen können, dass man denen was beibringen kann.
Und wenn man dann bedenkt, dass man viele Jahre nur in einer Ausbildung steckt, pro Semester noch 500€ zahlen musste, hinderte von Euros ind die Bücher stecken musste, dass alles nur mit Hilfe von Nebenjobs, genau wie andere Studenten auch, erreichen kann, im zweijährigen Referendariat dann auch nur einen Hungerlohn erhält, aber schon eine Klassenführung hat, ein Studium, welches fast solange dauert wie ein Arztstudium, und man erst mit ca 30 Jahren daran denken kann, auch mal Geld zu verdienen, aber kaum eine Stelle in den letzten Jahren bekam, weil die alle abgebaut wurden, man noch keinen Pfennig in die Altersvorsorge stecken konnte, gegen sämtlich Hepatiden geimpft sein muss, was andere Menschen nicht immer tun, weil es auch Nebenwirkungen geben kann.
Durch frühe Schäden am Skelettsystem oft auch vorzeitig in Ruhestand gehen muss, nur mit erhöhtem Aufschlag krankenversichert ist und am Ende vielleicht 20 - 30 Jahre im Höchstfall sein Wissen umsetzen kann und in diesen Jahren dann seine Träume vielleicht erfüllen möchte, aber auch bei einer Nichtverbeamtung, was zur Zeit vorherrscht, noch eine einigermaßene Altersvorsorge betreiben muss, wenn du dann noch meinst, die bekommen zuviel Geld, dann schicke ich dir eine Kostenaufstellung und bin gespannt, ab wann man, wenn man dann endlich Geld verdient, alles abbezahlt hat, das Bafög eingeschlossen, sich ein Haus mit Garten anschaffen kann. Durch die vielen Einsatzstellen, zu denen man im ganzen Bezirk ja unterwegs war, hat man ja nebenbei noch ein Auto abzuzahlen.
Größere Biss- und Schlagwunden, sowie Platzwunden von Kopfnüssen lassen wir hier mal unter den Tisch fallen. Das Risiko einer Verletzung steigt mit den Jahren immer mehr. Gute Sonderpädagogen leisten hochwertige Arbeit und haben ihr Geld verdient. Sie wissen auf was sie sich einlassen und tun es. Die, die anders und vielleicht hochnäsig unterwegs sind, mag es geben, dass kann ich aus meiner Erfahrung heraus auch nur bestätigen. Sie sollten sich dann lieber umorientieren, aber die die es aus Überzeugung tun, sind mit Gold nicht aufzuwiegen. Es war u.a. ein holländischer Pädagoge, der unsere Kinder in Deutschland aus den Gitterbetten holte und seine Erfahrung nach Deutschland brachte. Zuvor sind sie alle mehr oder weniger nur dahin vegetiert. Man muss nicht alles abreißen, am Ende steht man selbst vor einer Ruine. Und liebe Elfriede natürlich kannst du von deinen Erfahrungen schreiben, dazu ist dieses Forum da und ich habe euch auch gestern meine Anteilnahme an euren Erlebnissen zuteil werden lassen. Auch Christine hat meine Solidarität verkehrt ausgelegt. Ich finde, dass man es eben nicht pauschalieren kann und auf andere überstülpen sollte, was man selbst an Erfahrung erlebt hat. Ich stehe ja ebenfalls dazu, dass es "miese" Sonderpäds gibt. Aber eben auch sehr sehr gute.
Glaubt mir, oder glaubt mir nicht, mir egal. Aber ich weiß ganz genau wovon ich hier schreibe.
irgendwie habe ich das Gefühl, dass hier Eltern von Kindern, die eher körperlich als geistig behindert sind, die andere Realität von den Familien mit schwerst-mehrfach-behinderten Kindern nicht richtig wahrnehmen können.
Ich hätte meine Große gerne in eine Regelschule gegeben, aber die Bedingungen waren damals und wären auch heute noch völlig ungeeignet. Würden die Förderschulen heute abgeschafft und meine Tochter wäre noch im Schulalter, dann hätten ein echtes Problem.
in diesem Forum machen auch etliche Eltern den Fehler, dass sie das bestehende System einfach nur verteidigen, egal, ob es für die Kinder so gut ist oder nicht.
im Umkehrschluss machen etliche Eltern den Fehler, ein System einfach nur zerstören zu wollen, das sich bei vielen von unseren Kindern als sehr gut und hilfreich erwiesen hat.
Wer bitte zerstört denn deiner Meinung nach, das "gut funktionierende" System?? Die inkludierenden Eltern??
Mein Sohn war in einem Schulkindergarten, da gab es mehr als ein Mehrfachbehindertes Kind, doch ich glaube mich zu erinnern, dass diese Eltern dankend die 3 Wochen Ferienbetreuung und die 6 Std. tgl. Betreuung im Kindi angenommen haben, sich aber nicht beschwert haben, das es nicht die ganzen Ferien gegeben war.
Meiner Meinung nach müssen die Familien unterstützt werden wo es nur geht, keine Frage. Aber die Kinder haben auch einmal das recht auf Urlaub und Familie! Ja vielleicht fehlt mir das Verständnis dafür wenn jemand sein Kind auch noch in den Ferien komplett nicht bei sich haben möchte oder das es Eltern gibt, die nicht einsehen möchten das ein 8 Std. Tag in einer Schule einem Kind mal reichen könnte und da ist mir völlig egal wie die Krankheit heisst Gehirntumor, Lernbehinderung, geistige, Körperliche Mehrfachbehinderte KINDER!
Liebe Myriam
Nein, ich sage nicht das ein Taubes, BLindes bzw. Stummes Kind inkludiert werden soll bzw. muss.
Es kommt doch immer auf das einzelne Kind an, deshalb bin ich auf für die Wahlfreiheit.
Oh ja, entschuldige, die Stieftochter einer Freundin meiner Mutter hat eine GB und ist nur 80km von zu Hause weg irgendwo im Schwarzwald.
Ich kann auch verstehen, das Kinder die eben Förderschulen besuchen und die Möglichkeiten an der wohnortnäheren FS nicht gegeben sind , das sie in eine weiterentfernte Beschulung gehen um einen Höherqualifizierten Schulabschluss zu bekommen.
Mir geht es darum, das dies die ganze Zeit ein "Muss" war, weil wir Förderschulpflicht hatten.
Nun steht es aber doch dem Kind bzw. den Eltern frei, den einen oder anderen Weg zu wählen und so sollte es meiner Meinung nach auch sein.
Bei uns im Schulkindi mussten die Eltern die Ferienbetreuung zum Teil bezahlen und an den Schulen ist eben nur 2-3 Wochen Ferienbetreuung, wo natürlich auch deren Personal arbeitet. Bestimmt gibt es bei uns auch noch Programme von der Lebenshilfe o.ä, das weiss ich aber nicht genau.
Liebe Christine, Liebe Elfriede
Ich sehe es wie ihr, das Inklusive Schulsystem wird kommen und es ist nun auch nicht mehr aufzuhalten.
Wie es am Ende für die einzelnen Schulen laufen und weitergehen wird, werden wir erleben. So wie es Momentan läuft, ist es jedoch für keinen gut, weder für die Inkludierten Kinder noch für die Kinder an Förderschulen.
LG Kristina
Keine einzige Schule wird zerstört oder soll zerstört werden - wer das verstanden hat, hat wohl nicht wirklich kapiert, um was es geht.
Es geht ausschließlich darum, dass Kinder nicht mehr nach irgendwelchen oberflächlichen, vermeintlichen Merkmalen sortiert werden, sondern ihr Menschenrecht wahrnehmen können, an dem Ort, an dem sie wohnen, auch zur Schule gehen zu können. Was bitte, ist denn daran "Zerstörung"??? Um was wir Eltern nun gemeinsam kämpfen müssen, ist, dass unseren Kindern und zwar individuell die nötigen angemessenen Vorkehrungen bereitgestellt werden, in einer wohnortnahen Schule.
Wir Inklusionseltern zerstören gar nichts, wir helfen nur unseren Kindern, ihr Menschenrecht wahrnehmen zu können. Allerdings kapier ich bis heute nicht, warum Eltern wir Du und andere scheinbar mit aller Macht verhindern wollen, dass Euere Kinder mit nichtbehinderten Kindern zusammentreffen können. Das muss nicht unbedingt in der Sprengelschule sein, vor allem im Sekundarstufenbereich wird es sicher auch in Zukunft Profilschulen geben, aber sicher nicht mehr mit 100% behinderten Kindern, sondern möglichst mit maximal 5 behinderten Kindern pro Klasse und mindestens zwei Drittel nichtbehinderten Kindern.
Was bitte ist daran "Zerstörung"? Gar nichts! Es geht um Weiterentwicklung.
Und noch was: Irgendjemand hat argumentiert, von Inklusion würden derzeit nur wenige Kinder profitieren. Das ist Quatsch! Wir hatten bisher eine Monopolstellung der Förderschulen, derzeit haben wir noch eine Monopolstellung der heilpädagogischen Tagesstätten und der Werkstätten. Es fehlt der Wettbewerb, die Eltern werden gezwungen, ihre Kinder in diese Einrichtungen zu geben, egal, ob sie gut oder schlecht für das Kind sind. Mit zunehmender Inklusion entsteht erstmals eine Wettbewerbssituation. Die Förderschulen müssen sich viel mehr anstrengen, die Eltern in ihre Schulen zu locken. In Bayern hat die ganze Inklusionsdebatte daher zunächst mal dazu geführt, dass nach Jahren der Ressourceneinsparung mehrere hundert zusätzliche Sonderpädagogenstellen an den Förderschulen geschaffen wurden, weil die CSU Angst bekommen hat, dass sonst die Eltern den Förderschulen den Rücken kehren werden.
Deswegen profitieren von der Inklusionsdebatte a l l e Kinder mit Behinderung. Ich sage Euch aber voraus, dass die Gesellschaft kein Bewusstsein für die Probleme der Behinderten entwickeln wird und mittelfristig die Gefahr eher wieder wächst, dass den Behinderteneinricht-
tungen Gelder gestrichen werden, wenn unsere Gesellschaft im Alltag nichts mit Behinderten zu tun hat. Erst in der Inklusion kann die Wertschätzung in der Gesellschaft für behinderte Menschen wachsen und das Verständnis für deren Bedürfnisse.
Du stellst Dir Inklusion an der Regelschule völlig falsch vor. In einer inklusiven Klasse lernen Kinder mit völlig unterschiedlichen Fähigkeiten nebeneinander und miteinander im gleichen Klassenzimmer. Du müsstest Dir das einfach mal anschauen! Ich war mehrfach beim Hospitieren in solchen Klassen, das funktioniert wunderbar. Es ist daher völlig abwegig, zu meinen, dass z.B. geistig behinderte Kinder im Jugendalter mit Grundschulkinder in eine Gruppe gesteckt werden sollen. Außerdem sollten wir alle unsere Kinder nicht unterschätzen. Man kann das Bewusstsein unserer Kinder nicht danach beurteilen, was sie sprachmäßig ausdrücken können. Ich kenn etliche Kinder, die als geistig schwerstbehindert eingestuft wurden, aber z.B. mit Hilfe der gestützten Kommunikation erstmals der Außenwelt zeigen konnten, dass sie geistig viel mehr drauf haben, als man ihnen zugetraut hat!
Du stellst Dir Inklusion an der Regelschule völlig falsch vor. In einer inklusiven Klasse lernen Kinder mit völlig unterschiedlichen Fähigkeiten nebeneinander und miteinander im gleichen Klassenzimmer. Du müsstest Dir das einfach mal anschauen! Ich war mehrfach beim Hospitieren in solchen Klassen, das funktioniert wunderbar. Es ist daher völlig abwegig, zu meinen, dass z.B. geistig behinderte Kinder im Jugendalter mit Grundschulkinder in eine Gruppe gesteckt werden sollen. Außerdem sollten wir alle unsere Kinder nicht unterschätzen. Man kann das Bewusstsein unserer Kinder nicht danach beurteilen, was sie sprachmäßig ausdrücken können. Ich kenn etliche Kinder, die als geistig schwerstbehindert eingestuft wurden, aber z.B. mit Hilfe der gestützten Kommunikation erstmals der Außenwelt zeigen konnten, dass sie geistig viel mehr drauf haben, als man ihnen zugetraut hat!
Christine
Liebe Christine
Genau so ist es auch im Inklusiven Unterricht wenn er gut funktioniert.
Leider gibt es eben noch ganz viele Menschen die Inklusiven Unterricht mit Frontalunterricht in alle Richtungen verwechseln. Und so ist es eben nicht mehr.
Und ganz ehrlich...... Ich kann es nicht mehr hören, das behinderte Kind steht dann in der Ecke und keiner kümmert sich darum..... so isses definitiv nun einmal nicht.
Ich finde z.B. die Lernatteliers ganz klasse wo jedes Kind für sich bzw. in kleinen Gruppen nach seinem Tempo und seinen Bedürfnissen arbeiten kann, wo jedes Kind seinen Bezugslehrer hat so möchte man bei uns in der künftigen Gemeinschaftsschule arbeiten . Solche Konzepte werden sich nun auch mehr und mehr durchsetzen und dies ist nun einmal ein grosser Schritt in ein gelungenes Inklusives Schulsystem.
ich versuche, nur kurz auf eine Argumente von Dir einzugehen:
"Meinung überstülpen": Die Inklusion ist keine Meinung von ein paar Eltern, sondern geltendes Menschenrecht. Das deutsche Institut für Menschenrecht, das offizielle Monitoringstelle für die Umsetzung der UN-BRK in Deutschland ist, spricht von einer "Gewährspflicht" der Eltern, das heißt, die Eltern sind verpflichtet, ihre Kinder dabei zu unterstützen, ihr Menschenrecht wahrnehmen zu können (Teilhabe am allgemeinen Bildungssystem und am gesellschaftlichen Leben am Wohnort zusammen mit allen anderen Menschen).
"Freund in 40 km Entfernung": Dein Kind konnte ja gar keine Freunde am Wohnort finden, weil es dort nicht in die Schule gehen durfte.
"Lebenshilfe": Wieviele Lebenshilfeorganisationen werden noch von Eltern geführt? Es gab in den letzten Jahrezehnten eine ganz klare Entwicklung, dass immer weniger Eltern sich in den Trägerorganisationen der Förderschulen engagierten, sondern dort oft nur noch pädago-
gische und Verwaltungsmitarbeiter und Kommunalpolitiker Vorstandsposten übernehmen. Außerdem meinte ich nicht nur die Lebenshilfe, sondern viele andere Trägerorganisationen von Werkstätten, heilpädagogischen Tagesstätten, Berufsbildungswerken usw. da stehen massive wirtschaftliche Interessen dahinter, die mit aller Macht verhindern wollen, dass die Gelder der Eingliederungshilfe zunehmend direkt an die behinderten Menschen ausgezahlt werden!
"Warum machst Du nicht Vorstand?": Ich war Vorstand in Einrichtungen, habe z.B. eine inklusive Privatschule aufgebaut, die nun von einigen behinderten Kindern besucht wird, die Probleme hatten, in Regelschulen aufgenommen zu werden. Ich rede also nicht nur, sondern hab schon vielen Familien ganz konkret geholfen.
"Es sind nur wenige Eltern, die von Inklusion profitieren": Das stimmt überhaupt nicht: Es ist nur der Inklusion zu verdanken, dass die Förder-
schulen nicht mehr die Monopolstellung haben wie früher. Das führt zu mehr Wettbewerb und mehr Wettbewerb ist immer gut, da sich die Förderschulen mehr anstrengen müssen, um die Kinder nicht in die Inklusion zu verlieren. Auch auf politischer Ebene hat nur die Debatte um die Inklusion dazu geführt, dass in Bayern den Förderschulen einige hundert mehr Sonderpädagogenstellen genehmigt wurden, um die Eltern in der Förderschule halten zu können.
"Ich bitte Dich aufzuhören, gegen das Berufsbild Sonderpädagoge zu agieren": Ich werde Missstände auch weiter deutlich zur Sprache bringen und versteh nicht, was diese ständige Verteildigung der Sonderpädagogen soll. Ich habe gesagt, dass Sonderpädagogen ihr Berufsethos hinterfragen sollten, wenn ihnen egal ist, wie es ihren Schülern auf dem Schulweg ergeht. Ich war an etlichen Regelschulen, wo es eine Selbstverständlichkeit war, dass der Schulleiter höchstpersönlich das Busunternehmen angerufen hat, wenn es Beschwerden von Eltern gab. Es ist ein Armutszeugnis für eine Förderschule, wenn diese sich nicht um soetwas kümmern will, sondern die Eltern anrufen lässt, auch Untätigkeit der Schule ist ein Signal der Schule an die Busunternehmen. ch habe gar nichts dazu gesagt, wenn sich Eltern selbst an Busunternehmen wenden. Ich habe das auch sehr oft gemacht, nicht nur für meine eigenes, sondern vorrangig für andere Kinder und habe viele Verbesserungen für die Kinder erreichen können. Aber apropo Busse: Ich kapier bis heute nicht, warum scheinbar alle Förderschuleltern klaglos hinnehmen, dass immer wieder Kinder bis zu 90 min (oder noch länger) einfach in Förderschulen transportiert werden. In Bayern ist ganz klar geregelt, dass ein Grundschulkind nicht länger als 60 min von Haustür bis zur Schultür unterwegs sein darf!!! Ist es den Eltern egal, was ihren behinderten Kindern da zugemutet wird?
Ich mache Dir ein ganz konkretes Angebot: Ich kenn mich mit der Rechtslage der Schülerbeförderung sehr gut aus: Wenn ich von Förderschuleltern Informationen erhalte, deren Kind länger als 60 min einfach unterwegs ist, setz ich mich sehr gerne dafür ein, dass sie eine bessere Busverbindung erhalten! Für alle bisherigen Kinder hab ich das jedenfalls immer durchsetzen können!
Also ganz so ist es nicht mit den Gymnasiumkindern. Meine Tochter hat auch Freunde vom Gymi. U die sehen sich schon entweder mit dem Bus, Fahrrad o Mama Taxi u wenn sie in einer Stadt wohnen u noch einige zusammen in der Fa waren besteht da schon reger Kontakt. Jedoch haben diese Kinder auch recht wenig Zeit, deshalb Fb meist zw 19.30 bis 21 Uhr um sich überhaupt austauschen zu können.
Aber das der Weg zueinander erst mit dem Führerschein Beg trifft nicht zu.
Wir wohnen in ländlicher Gegend und Mama-Taxi war keine große Alternative, weil mein behindertes Kind nicht immer transportfähig ist. Mein älterer Sohn hat dann das Gymnasium gewechselt, damit er in einen anderen Einzugsbereich kam. Busse fahren nur unter der Woche und der Nachtschwärmer Bus fuhr nur wenn er heile war. Mein Sohn ist heute noch sehr enttäuscht, weil er vieles nicht machen konnte, weil ich eben nicht immer als Mama Taxi fungieren konnte. Wir hatten auch nur ein Auto. Aus diesem Grund bin ich auch froh, dass es das Angebot der HPT an unserer Schule gibt. So hatte ich wenigsten in der Zeit auch Zeit für meinen großen Sohn, die ich intensiv genutzt habe. Er ist sowieso viel zu kurz gekommen. Während der langen monatelangen Klinikaufenthalte mit meinem jüngeren behinderten Kind, fiel ich auch als Mama Taxi aus. Das ist unsere Realität. Vielleicht weichen unsere Voraussetzungen oft voneinander ab und daher kommen die verschiedenen Sichtweisen. Aber so ist es doch gut, weil man dann einfach einen viel breiteren Einblick in das Leben von behinderten Kindern und ihrem Umfeld bekommt.
ihr schreibt immer wieder vom Besuch der Schule. Was ist danach? Im Arbeitsleben? Sind dann eure Kinder auch inkludiert? Oder brauchen sie dann doch noch eine sog. Werkstatt?
Meine Tochter war viele Strecken ihres Lebens in einer Förderschule aussortiert in einer Klasse, in der die schweren Behinderungen zusammengefasst wurden, 10-jährige neben 18-jährigen. Wieso kann Inklusion nicht einmal an Förderschulen praktiziert werden? Weil ihr dann die fitteren Kinder habt und nicht wollt, dass sie mit denen, die kaum etwas können, zusammen sind. - Oder habe ich das falsch verstanden.
Es geht auch nicht um die Gesellschaft. Die Eltern wollen immer etwas haben, wozu sie zu geben nicht bereit sind. Nur betrifft das Geben hier die andere Seite. Wenn sie von den gesunden Kindern profitieren, wieso wird es ihnen vorenthalten genauso von den kränkeren zu profitieren? - Weil Krankheit, bzw. geistige Behinderung nicht akzeptiert wird, weil es für die Eltern ein Mangeldenken hervorruft.
Inklusion betrifft nicht nur die Schule, sie betrifft ebenso die Arbeit, das Wohnen, die Freizeit.
Soweit ich informiert bin, haben die Förderschulen ganztags geöffnet (8 - 16 Uhr). Wenn hier jemand sagt, dass sein Kind nachmittags lieber daheim sein möchte, gibt es einen riesigen bürokratischen Aufwand, angefangen, es würden keine Busse fahren. Ebenso mit eingeschlossen, wie es sein kann, dass ein geistig behindertes Kind daheim sein möchte, wo man als Eltern doch froh sein kann, sein Kind betreut zu haben, und so mehr Zeit für sich zu haben. Aus diesen Antworten schließe ich: es ist nach wie vor eine Belastung ein geistig behindertes Kind zu haben (- nicht für alle Eltern - aber leider für die Mehrheit). Geht es schon mal in die normale Schule, dann tut es nicht mehr so weh - der Schein trügt, sage ich euch. Aber das werden manche nicht verstehen.
Nein Mama Taxi kann nicht immer zur Verfügung stehen und wenn man ländlich wohnt ist es wirklich ein Problem.
Und das die Geschwisterkinder neben einem behinderten Kind immer bzw. oft zurückstecken müssen. Erlebe ich leider bei uns auch häufig. Aber ich glaube da sind wir beiden nun keine Ausnahmen, das die grossen eben auch viel aushalten müssen/mussten. Das ist ein Punkt den ich sehr oft ändern würde oder es auch tue in dem ich mir Mühe gebe einfach auch Zeit mit ihr alleine zu verbringen. Mein Mann arbeitet im 3 Schicht System.
Liebe Micha
Ich finde die Idee immer ganz toll, die Regelschüler in die Förderschulen zu inkludieren.........tja warum nicht?? Ich hoffe nur, das die Förderschulen mit allen Bildungsgebenden Räumlichkeiten und Ausstattung der Regelbeschulung gerecht werden. (Z.B. Physiksaal, Chemiesaal, ausreichende Ausstattung für Erdkunde , genügend PC s, ausreichend Nähmaschinen u. eben alles was ein Regelbetrieb sonst noch so hergibt) . Ich denke nicht das Förderschulen so Bildungsgebend ausgestattet sind, kann ja auch sein das ich mich irre.
Wir haben vor Ort eine GB Schule ich wäre da dabei, wenn diese sich dem Inklusiven Unterricht öffnen würde (mit allem was dazu gehört), warum nicht aber wirklich Inklusiv und nicht wir tun 2 Fittere Kinder in die Regelklasse und der Rest bleibt unter sich seperiert, die Gefahr ist nämlich so herum ziemlich gross.
Ich glaube im inklusiven Unterricht wird nicht so abgeschirmt werden können wie es deiner Tochter an der FS da ging, das wirklich auch alles andere als altersentsprechend und kindgerecht.
Spiegelt allerdings meine Meinung wie teilweise an den Schulen gearbeitet wird.
Und genau darum weil die Beschulungszeit von 8 Uhr bis 16 Uhr ist dann kommen noch bis zu 2 Std. tgl. Fahrzeit dazu, ist nun einmal nicht jedes Kind dazu in der Lage, dies durchzuhalten dies geschah eben all die Jahre unter Zwang.
Nun hat man die Möglichkeiten sich zu entscheiden und das Kind am Wohnort zu lassen ohne diesen Stress als man hat nun wenigstens eine Wahl dies zu umgehen.
Und ich kann dir sagen, das es eben nicht weniger weh tut und das die Behinderung in einer RS nicht besser bzw. anders ist als in einer Förderschule bzw. Förderkindergarten.
Was die Zukunft angeht kann ich dir nicht viel sagen, ich hoffe, das bis mein Kind in einem gewissen Alter ist die Inklusion so weit ist, dass er genügend behinderte Kinder um sich herum hat und nicht irgendwann die Nase voll hat und irgendwann nach Neckargemünd möchte.....davor habe ich zumindest mal Angst , das dies eintreffen könnte, wenn dann die gesunden Kinder ihre eigenen Wege anfangen zu gehen.
Nein Mama Taxi kann nicht immer zur Verfügung stehen und wenn man ländlich wohnt ist es wirklich ein Problem.
Und das die Geschwisterkinder neben einem behinderten Kind immer bzw. oft zurückstecken müssen. Erlebe ich leider bei uns auch häufig. Aber ich glaube da sind wir beiden nun keine Ausnahmen, das die grossen eben auch viel aushalten müssen/mussten. Das ist ein Punkt den ich sehr oft ändern würde oder es auch tue in dem ich mir Mühe gebe einfach auch Zeit mit ihr alleine zu verbringen. Mein Mann arbeitet im 3 Schicht System.
Liebe Micha
Ich finde die Idee immer ganz toll, die Regelschüler in die Förderschulen zu inkludieren.........tja warum nicht?? Ich hoffe nur, das die Förderschulen mit allen Bildungsgebenden Räumlichkeiten und Ausstattung der Regelbeschulung gerecht werden. (Z.B. Physiksaal, Chemiesaal, ausreichende Ausstattung für Erdkunde , genügend PC s, ausreichend Nähmaschinen u. eben alles was ein Regelbetrieb sonst noch so hergibt) . Ich denke nicht das Förderschulen so Bildungsgebend ausgestattet sind, kann ja auch sein das ich mich irre.
Wir haben vor Ort eine GB Schule ich wäre da dabei, wenn diese sich dem Inklusiven Unterricht öffnen würde (mit allem was dazu gehört), warum nicht aber wirklich Inklusiv und nicht wir tun 2 Fittere Kinder in die Regelklasse und der Rest bleibt unter sich seperiert, die Gefahr ist nämlich so herum ziemlich gross.
Ich glaube im inklusiven Unterricht wird nicht so abgeschirmt werden können wie es deiner Tochter an der FS da ging, das wirklich auch alles andere als altersentsprechend und kindgerecht.
Spiegelt allerdings meine Meinung wie teilweise an den Schulen gearbeitet wird.
Und genau darum weil die Beschulungszeit von 8 Uhr bis 16 Uhr ist dann kommen noch bis zu 2 Std. tgl. Fahrzeit dazu, ist nun einmal nicht jedes Kind dazu in der Lage, dies durchzuhalten dies geschah eben all die Jahre unter Zwang.
Nun hat man die Möglichkeiten sich zu entscheiden und das Kind am Wohnort zu lassen ohne diesen Stress als man hat nun wenigstens eine Wahl dies zu umgehen.
Und ich kann dir sagen, das es eben nicht weniger weh tut und das die Behinderung in einer RS nicht besser bzw. anders ist als in einer Förderschule bzw. Förderkindergarten.
Was die Zukunft angeht kann ich dir nicht viel sagen, ich hoffe, das bis mein Kind in einem gewissen Alter ist die Inklusion so weit ist, dass er genügend behinderte Kinder um sich herum hat und nicht irgendwann die Nase voll hat und irgendwann nach Neckargemünd möchte.....davor habe ich zumindest mal Angst , das dies eintreffen könnte, wenn dann die gesunden Kinder ihre eigenen Wege anfangen zu gehen.
LG Kristina
Hallo Kristina,
die Wahl haben die Kinder und ihre Eltern aber nur wenn beide Schulformen erhalten bleiben.
Deshalb bin ich für Wahlfreiheit.
Unter dem Förderschulgesetz gab es wohl genug unsinnigen Zwang.
Aber wie es am Ende kommen wird, weiss nun einmal keiner, es besteht die Möglichkeit, das sämtliche Inklusionen irgendwann hin sind, weil sie nicht finanzierbar sind (womit zu rechnen ist, da es im Moment keine wirkliche handhabe, kein Gesetz gibt und wenn man die Verabschiedung dieses noch länger hinauszieht), wie gesagt bei uns gibt es nicht einmal mehr pro Förderbedarf Sonderpäd. Std. sondern das was da ist und was die FS abzwacken können, je mehr Kinder inkludiert werden heisst es aber nicht das genügend Std. vorhanden sind und im Moment hat man Anspruch aber kein Recht. Ich habe jetzt schon für September Termine gemacht bei einer Lern und Heiltherapeutin, für 2 zusätzliche Std. pro Wo. der Spass kostet 40 € pro Std., da man es wohl nicht einmal gebacken bekommt ein kognitiv recht fittes Kind das eben durch seine Hirnschädigung noch andere Einschränkungen hat anständig im Inklusiven Unterricht mit Lehrerstd. zu versorgen, es kann auch geschehen, das mehrere Förderschulen geschlossen werden weil sie nicht mehr genügend Schüler haben. Aber keiner wird nun wahlos eine FS schließen die 200 Schüler hat.
Und egal wie es kommt es werden die Tränen unserer Kinder sein und nicht die der Entscheidungsträger!! Und diese Entscheidungsträger bzw. Schulträger haben bevor sie ihre FS schließen gefälligst Sorge dafür zu tragen, eine Regelschule so ausgestattet zu haben, das die Kinder dort gut betreut sind.
Ich werde mir kein schlechtes Gewissen machen lassen, nur weil ich mein Kind Inklusiv beschulen lasse.
LG Kristina
Also ich lese hier die ganze Zeit aufmerksam mit und wie es scheint, sprecht ihr von zwei unterschiedlichen Dingen. Schaut euch mal in der Inklusionsgesellschaft um. Kinder mit einer reinen Körperbehinderung kann man inkludieren, solange sie nicht mehr als minimal lernbehindert sind. Da liegt es höchstens am barrierefreien Umbau. K-schulen sind sowas von überflüssig, meiner Meinung nach. Hingegen die G-schulen, na ja, kann mir hier jemand sagen, wer sich von den Verbänden und Vereinen seiner Grundbestimmung her noch für dieses Klientel einsetzt?
Kommt mir nicht mit Lebenshilfe, auch die fangen an, ihr Fähnchen in den Wund zu halten und sind plötzlich für alle da......!
Aber die anderen Verbände schämen sich nicht ihrer Leute und bleiben sich treu. So auch die Pfennigparade. Ich bin für Inklusion, aber zuerst finde ich, müssten die Betroffenen untereinander Inklusion betreiben. Da hapert es bei den Betroffenen genauso, wie bei den Angehörigen.
sehr richtig beobachtet. Wir haben das Netzwerk Inklusion Bayern gegründet, um alle miteinander zu vernetzen, die die Inklusion behinderter Kinder voranbringen wollen. Es gibt doch etliche Verbände, die sich dafür einsetzen, dass für alle behinderten Kinder, auch die sog. geistig behinderten die notwendigen Voraussetzungen zur Inklusion geschaffen werden. Z.B. haben aufgrund unserer Netzwerktätigkeit bei der Landtagsanhörung zur Gesetzesänderung des BayEUG mehrere Verbände vorher ihre Forderungen miteinander abgestimmt und gemeinsam z.B. gefordert, dass im Gesetz ein individuelles Recht auf Besuch der Regelschule für alle Kinder formuliert wird. Sogar das Forum Bildungspolitik, das über 50 bayerische Verbände vertritt, hat sich dieser Forderung offiziell angeschlossen. Weitere Infos unter www.inklusion-bayern.de
Mit deiner AUssage das die K Schulen unnötig sind, würdest du in ganz BW alle Mehrfach Behinderten Kinder sofort in die Inklusion schicken, denn diese sind in BW ausschließlich an K Schulen untergebracht.....GB Schulen nehman hier keine Schwerst Mehrfachbehinderten KInder auf!
Auch ein KB Kind wie meines mit einem IQ von 94 d.h. nicht einmal leichte Lernbehinderung sondern Umstände durch Hirnschädigung , Überbleibsel der FG, extreme Auffälligkeiten im Handlungsbereich wie im visuellen Bereich (Wahrnehmungsstörung) machen nun einmal auch bei solchen Kindern eine Sonderpäd. Betreuung notwendig.
Unsere Inklusion gestaltet sich trotzdem als sehr schwierig wg. der Gegebenen Umstände vor Ort....
LG Kristina