AW: Gemeinsamer Unterricht in Schulen bundesweit
Zitat von barbara17
Hallo Marion,
jeder Satz von dir könnte auch widerlegt werden.
Es gibt nicht nur die eine Wahrheit, die Wirklichkeit hat ganz viele Aspekte. Ich weiß nicht woher deine Wut kommt die zwischen jedem Satz durchkommt aber diese Art der Diskussion bringt uns nicht wirklich weiter. Was Bernhard beschrieben hat ist die Realität und da kommen noch viel mehr Fragezeichen dazu (siehe viele Beispiele die in diesem ellenlangen Themenstrang von Eltern beschrieben werden). Nur weil dieser momentane Zustand beschrieben wird muss man nicht gleich ein absoluter Inklusionsgegner sein. Wir müssen den Mund aufmachen sonst wird sich doch nicht wirklich was ändern ...oder? Wir müssen die offenen Fragen ansprechen und mit Beispielen belegen sonst wird diese verlogenen Inklusionsdebatte weitergehen.
LG Barbara
Welche Wut?
Nein, ich erwarte Einhaltung der Menschenrechte.
Auch das neue Gesetz, geschieht wohl nicht ohne Hintergedanken, denn leider ist es an der Tagesordnung, dass Schulen in einer peinlichen Weise um sonderpädagogische Förderstunden und Schulbegleiterstunden schachern ohne zu berücksichtigen, dass sie auch einen Teil zu erfüllen haben. Manche Schulen kommen da mit ihrem Budget klar und müssen da nicht so jonglieren, andere achten dafür peinlich darauf, das Kinder bloß in ihrem Förderschwerpunkt bleiben, da ein Förderschwerpunktwechsel direkt weniger sonderpädagogische Förderstunden bedeutet, diese z.B. je nach dem noch nicht einmal zwingend dem Kind zuzuordnen sind sondern es vielmehr so gedacht ist, das pro Kind mit Förderbedarf, x sonderpädagogisch Stunden bewilligt werden, die dann pauschal auf ALLE Kinder angewendet werden. Im Grundgedanken vielleicht gut, doch warum muss Kind A etikettiert werden, damit Kind B, welches vielleicht auch einen Förderbedarf hat, doch ohne AOSF, dieser nicht festgeschrieben ist, besser gefördert werden kann?
So kommt es dazu, dass z.B. Kinder im Beisein des Schulbegleiters normal rechnen und sobald der Lehrer mal meint ausnahmsweise mit ihnen zu arbeiten, fliegt alles vom Tisch. Der Schulbegleiter ist für die schulischen Belange generell nicht da, eigentlich müsste da der Lehrer alles machen, wie das nochmalige erklären.
Wie die Inklusion läuft, wird sich zeigen, doch wichtig ist, dass sie mal langsam anfängt. Italien wird gerne als Beispiel genommen, sie haben den krassen Schnitt gemacht, so schlimm?
Ich kann es nicht beurteilen, denn das Wichtigste ist, mittendrin statt außen vor zu sein.
Nur so kann sich diese Gesellschaft verändern, nur so können die Arbeitgeber von Morgen auch inkludierend denken und sind dann auch, im Gegensatz zum hier und jetzt, auch in der Lage einen Menschen der anders ist einzustellen. Denn aus dieser Misere sind ja die Behindertenwerkstätten so wichtig, die Unternehmen sträuben sich meistens, eine Einstellung überhaupt in Erwägung zu ziehen, ob das auch so wäre, wenn die Arbeitgeber selber eine Schulbildung innerhalb eines inkludierenden Systems genossen hätten, ist anzuzweifeln.
Schon allein das veränderte Verhalten von Kindern, die in inkludierenden Gruppen waren und die nur in einer Regeleinrichtung waren. Diese Kinder haben viel größere Berührungsängste als die anderen Kinder. Die Kinder, die da hinein gewachsen sind, können ganz intuitiv Rücksicht nehmen oder überlegen sich was sie machen können, um zu helfen bzw. denken auch mit und lernen auch ein ganz anderes Denken.
Vom Sozialverhalten ein unschätzbarer Sprung nach vorne und darum geht es. Nach wie vor, hält Deutschland ein Wahlrecht der Eltern vor, doch dieses steht nicht in der Konvention, d.h., es wird wohl eine Frage der Zeit sein, wie lange das noch aufrecht erhalten bleiben kann.
Natürlich muss man das Wohl des Kindes sehen, es wird einfach auch auf das Kind ankommen. Nehmen wir z.B. ein schwer mehrfach behindertes Kind, wie viel kann es mitmachen, wie viel kann es ertragen, ich habe nur ein autistisches Kind, d.h., ich kann es nur aussprechen wie ich persönlich denke, doch würde ich für mein Kind, auch wenn es z.B. wenig mitkriegen würde, es lieber inkludiert beschulen, auch mit dem Wissen, dass dann viele Fördermaßnahmen privat und nach der Schule durchzuführen sind und auch mit dem Wissen, dass mein Kind keine Nachmittagsbetreuung hat.
Wahrscheinlich gehe ich auch anders damit um, da wir meinen Sohn in vielen Dingen, die er auch gerne mag, einfach mitnehmen. Da wird nicht lamentiert, ja geht das, er hat ja Autismus, nein, wir probieren es erst einmal aus, wenn es ihm nicht gefällt, kann man ja noch immer weg gehen und so klappt vieles sehr gut und durch die Familiensituation das auch Geschwisterkinder da sind, sind wir ja im Prinzip eine inkludierende Gruppe und haben da auch bereits ein anders Denken, wie auch die Geschwisterkinder es haben.
Wenn ich nur meinen Sohn hätte, wüsste ich nicht wie ich handeln würde, doch so, weiß ich, das Inklusion klappt und so lange es Fälle gibt, die mir aus einem anderen Forum bekannt sind, da wird ein schwer-mehrfach behindertes Kind erfolgreich inkludiert beschult, liegt es ausschließlich an der Umgebung und nicht ursächlich im Kind, ob es gelingt oder nicht.
Laute Kinder, da müsste man abgrenzen, was ist laut? Wie laut ist ein lautes Kind, also bis jetzt war jede Mutter, die mal hospitiert hat, froh, nach 2 Unterrichtsstunden wieder zu gehen und sich sicher, sie würde niemals Lehrer werden wollen, ich war auch mal hospitieren und stelle fest, das mein Sohn anscheinend besser filtern kann als ich, ich könnte in dieser Klasse keinen Tag schaffen, ich würde auch die Pause nicht schaffen, also die Situation 320 Kinder auf dem Schulhof, kann ich nicht ertragen, wenn ich nach einen Termin da durch muss, wünschte ich mir taub und blind zu sein, so schlimm ist es über den Schulhof zu gehen.
Doch so ist das nun einmal, Lautstärke ist auch relativ, in einer ganz leisen Klassen, würde ein lautes Kind auffallen, doch in einer sehr lebendigen Klasse, ist halt jedes Kind mal laut.
Es ist ja nicht so, das mein Kind nicht auch mal schrill kreischt.
Es sollte einfach das inkludierende Denken eingeleitet werden und vielleicht wäre da eher hilfreich als dies so negativ darzustellen.
Denn natürlich kann man schreiben, ich kann mir nicht vorstellen, dass unter den jetzigen Umständen...
Sondern, man könnte schreiben, mein Kind bräuchte eine Krankenschwester, Schulbegleiter, Rückzugsraum, damit dies gelingen könnte.
Da hätte man einfach eine Rahmenbedingung, die vorhanden sein müsste, danach kann man festlegen, ist zum jetzigen Punkt eine Regelschule dazu in der Lage oder nicht?
Es gibt die Schule für Kranke, ja da ist die Frage, muss die so gestaltet sein, oder gäbe es auch die Möglichkeit in diesem Fall virtuell im Klassenzimmer zu sein, per Onlineschule in der Regelschule?
Ich finde den Pessimismus sehr anstrengend, wenn man bedenkt, genauso haben die Herren der Schöpfung reagiert, als wir Frauen wählen wollten und was ist jetzt? Wir haben eine Kanzlerin – wer hätte das gedacht?
Die Gesellschaft ändert sich, damit eine Entwicklung vollzogen werden kann, müssen bestehende Grenzen aufgeweicht werden. Die USA hat Obama, bedenkt bitte, dass die Rassentrennung in allen zivilen Bereichen erst 1964 abgeschafft wurde.
D.h., 2014 könnt ihr euch noch gar nicht vorstellen wie es läuft, doch das bedeutet, die Eltern, die jetzt ein Kind einschulen, sollten genau überlegen, da diese Kinder mindestens bis 2024 schulpflichtig sind.
Ich bezweifle inständig, dass noch die nächsten Jahre so primitiv sein werden, denn ohne Frage ist ja auch, dass die Förderschule, bei lernfähigen Kindern des öfteren versagt und in sträflicher Weise die Bildungsvermittlung verweigert, da auch hier des öfteren eine homogene Leistungsgruppe entsprechend dargestellt wird, um eine Arbeitserleichterung zu haben und man sich ja auch sehr schnell dem Alibi bedienen kann, die Kinder seien überfordert.
Das Netz ist voll davon, das z.B. Kinder mit Trisometrie 21 im Prinzip die Schule nach der Schule hatten, zu Hause lernten sie dann Rechnen, Schreiben und Lesen und die Lehrer der Förderschule hat es weder interessiert, noch haben sie in irgendeiner Form die zur Verfügung gestellten Arbeitsblätter genutzt. Da kann man zurecht vom Bildungskeller Förderschule berichten.
Liest man aufmerksam im Netz, trifft man auf viele Missstände, es mag sein, dass ich aus diesem Grund hart erscheine, doch es ist falsch zu behaupten, dass Förderschule der Königsweg ist. Vielmehr müsste eine neue Qualitätssicherung erstellt werden, denen alle Schulen und auch einheitlich in allen Bundesländern, Rechenschaft ablegen müssen.
Denn nur die Autonomie der Förderschule, hat ja den Ruf derart ruiniert, sie haben doch prinzipiell ihre Karre selber in den Dreck gefahren und haben es selber verschuldet, dass die Anmeldezahlen es belegen, lieber geht mein Kind auf die Regelschule, denn nichts lernen kann es überall, so der Tenor von vielen Eltern im Netz.
D.h., beide Systeme Regel- und Förderschule müssen wachsen, sich verändern und verbessern, so hat die Förderschule auch endlich einmal die Situation konkurrenzfähig zu sein, denn vorher war es so, dass es sehr gute als auch sehr schlechte Förderschulen geben durfte und jetzt merkt man an dem Förderschulsterben, was die Eltern wollen.
Das ist keine Wut, nein, ich denke einfach weiter, denn für mein Kind ist ein selbstbestimmtes Leben möglich, für andere Kinder vielleicht später auch, selbst wenn sie lebensbegleitend immer über das persönliche Budget Pflegekräfte in Anspruch nehmen müssten, ist nicht gesagt, dass sie weniger Rechte hätten.
Denn tatsächlich umfasst der rechtsverbindliche Völkervertrag so viele Lebensbereiche, auch im Alter, worauf man in der Form noch gar nicht eingegangen ist.