AW: Gemeinsamer Unterricht in Schulen bundesweit
Hallo,
ich habe eine lesenswerte Lektüre gefunden, ich empfinde sie sehr leicht verständlich, die auch präzise umreißt, was Inklusion bedeuten sollte:
http://isl-ev.de/attachments/article/1075/bunt%20und%20frech-mutig%20und%20laut_barrierefrei.pdf
Es wird auf die Facetten des Ableismus eingegangen, dessen Auswirkungen man ja auch ganz klar aus diesem Threadverlauf entnehmen kann.
Es muss ja jeder für sich selber entscheiden, doch wie empfindlich manche Menschen doch sind, dabei verfolgen wir doch eigentlich alle das gleiche, oder?
Es sollte eigentlich kein Mischmasch mehr geben, dieses ganze Rumgeeiere, das verdrehte Kindeswohl, welches immer gerne dann eingesetzt wird, wenn man nicht weiter kommt.
Ganz logisch ist, dass die Zukunft nur dann funktioniert, wenn eine komplette Enthinderung vorgenommen wird, wenn die Gesellschaft, gemäß der Einhaltung der Menschenrechte dazu übergeht, den Menschen an sich zu betrachten und ihn nicht in Kategorien, Unterkategorien usw. einteilt.
Diese stigmatisierende und durchaus befremdliche Praxis prägt schon seid dem Mittelalter, wie man es aus dem o.g. Link entnehmen kann. Ich frage mich, was es alle davon abhält mehr zu verlangen?
Warum sollen den Menschen weiter hinnehmen, dass sie als minderwertig angesehen werden?
Nichts anderes ist doch aktuell das Problem, Eltern werden immer wieder in die Position des Verteigigens und Kämpfens gebracht, da das Wesen des Kindes nicht angemessen erscheint, doch genauso selbstverständlich wie Sexismus geahndet wird, sollte es auch bestrafen, wenn eine Menschengruppe, die noch nicht einmal unbedingt eine Minderheit darstellt, würde man diese Gruppe als Ganzes sehen, sollte man man sich auch nich davor scheuen, das Wort Ableismus zu verwenden.
Ob Fremdenfeindlichkeit oder andere diskriminierende Handlungen, sie sind nicht entschuldbar, im Gegenteil, es ist ein absolutes Armutszeugnis dieser Gesellschaft, die immer noch so sehr damit hadert, endlich zu verstehen das die Vielfalt normal ist. So normal wie heterosexuell, homosexuell, dick, dünn, klug oder dumm. Nichts ist unmöglich und alle gehören doch dazu.
Lehrer fühlen sich der Aufgabe nicht gewachsen, wie viele Kinder fühlen sich ihrem Lehrer nicht gewachsen, manche - auch durch meine Schulzeit - haben ihren geleisteten Eid komplett vergessen und wieso wird ihr Wohl höher angesehen als das Wohl der anderen?
Man muss jeden Mensch in der Form akzeptieren, in dem er vor einem steht, ohne eine Regulierung vornehmen zu wollen, diesen in eine Form zu zwängen, die dem angedachten perfekten Modell nahe kommt.
Diese Verbiegungen müssen endlich aufhören, auch diese endlos Diskussionen, wer jetzt für Förder- oder Regelschule ist, das ist doch energieverschwendend.
Es ist irrelevant, ob eine Mutter für sich oder für alle Mütter spricht, denn eigentlich ist es auch nichts wertvolles, so lange noch nicht einmal Mütter im Peergroup-Verständnis arbeiten, d.h., auch Eltern müssten sich erst einmal mit Eigeninteressenvertretungen auseinander setzen, sie müssen sich auf Augenhöhe mit ihren Kindern auseinander setzen und überlegen was die Kinder möchten, bzw. was die Kinder als spätere Erwachsene wollen.
Man muss schon den faulen Zauber erkennen, es gibt keine pefekte Schule, da alle Schulen in einem Teufelskreis, einer gewissen Misswirtschaft unterworfen sind, dessen Hauptziel eigentlich immer die Homogenisierung ist.
Es geht doch nur darum, wie untergeordnet, bzw. fügsam Kinder im Unterricht sein können, in dem Maße wird über Inklusonsfähigkeit entschieden, das ist Schwachsinn und menschenrechtsverletzende Praxis, da muss man nicht diskutieren. Es ist abartig, wenn ein nicht lerndendes puzzelndes Schulkind toleriert wird, obwohl der Zugang zur Bildung, durch den festgestellten Förderbedarf geistige Entwicklung, erst garnicht in Erwägung gezogen wird, und intelligente Kinder z.B. wegen Verhaltensauffälligkeiten doch bitte die Förderschule besuchen sollen.
Man müsste Menschen diese Vorschläge um die Ohren hauen, da sie z.B. damit wieder andere Menschengruppen abwerten, das ist Mist, so lange auch in Schulen, egal ob Förder- oder Regelschule eine defizitorientierte Bewertung vorgenommen wird, so lange die AOs noch immer nicht im Einklang mit den Menschenrechten sind, muss man einfach knall hart feststellen, es gibt in Deutschland wahrscheinlich kaum kompetente Lehrer, die auch inkludierend denken können, denn der Fisch stinkt immer am Kopf, und so muss man das auch sehen, so lange Schulbehörden im Widerspruch zur Behindertenrechtskonvention die Zusammenarbeit im Peer-Group-Verständnis verneinen und sich inkompetenten Beratern bedienen, die lediglich Therapeuten oder Sonderpädagogen sind, bleibt es ein Lachschlager. Diese Inkompetenz, durch eine oberflächliche äusserliche Begutachtung und der Ermangelung der Innensicht, da man ja sich nicht in der Lage sieht im Peer-Groupverständnis zu arbeiten, ist eigentlich noch nichts wirklich gewonnen.
Man kann nur auf Probleme und Defizite hinweisen, egal ob Förder- oder Regelschule, es müssen beide Schulformen endlich aus ihren Dornröschenschlaf aufwachen und die BRK ernst nehmen.
An sonsten werden es zukünftig von den engagierten Eltern die entscheidenden Gerichtsurteile herbeigeführt, denn das Rad kann man nicht mehr zurück drehen.
Die Inklusion ist eigentlich gar kein Problem, doch der Wassekopf ist zu lahm in der Umsetzung, es gibt in den Bundesländern noch keine kompetente Beratung für Eltern zur Inklusion, Eltern, die kein Internet benutzen, bekommen wichtige Informationen vorenthalten und werden nicht komplett informiert. Doch auch so belegen schon die Anmeldezahlen, die meisten Eltern wollen die Inklusion, d.h., es wird Zeit dieses System auch dann zu erschaffen, denn es ist nicht gemäß dem geltenden Recht, wenn eine Minderheit nicht selbstverständlich ein Recht auf Wohnortnahe Beschulung haben und darauf hoffen müssen, einen von den viel zu wenig angebotenen Plätze zum gemeinsamen Lernen zu erhalten.
Selbst dieses Sortieren ist eine Menschenrechtsverletzung!
Liebe Grüße