Archiv des früheren intakt-Forums (schreibgeschützt, Beiträge bis 2020) · Zum aktuellen Forum: community.intakt.info · www.intakt.info

Gemeinsamer Unterricht (GU) in NRW

hansgerdreinke 07.12.2013, 16:32#601
AW: Gemeinsamer Unterricht (GU) in NRW

Hallo
Es gibt im Fall des FAS Kindes immer noch schwere Probleme mit dem zuständigem Sozialamt. Der Junge geht in den GU darf auch
bei Begleitung durch die Schulbegleiterin dort bleiben. Die Schule hat dem Amt schon mehrere Schriftstücke gechickt. Das hat
schon lange gedauert, der Rektor versteht die Welt nicht mehr. Jetzt sollen die Pflegeelternauch noch mal was dazu schreiben,
für mich sieht das Ganze nach Schikane aus. Habe den Bekannten geraten einen Fachanwalt einzuschalten.
Solche Mitarbeiter müsste man auf andere Posten setzen wo sie nicht gegen die Rechte behinderter Kinder verst0ßen können.
MFG
Hans Gerd
Gertrud Böse alias Marion 08.12.2013, 13:24#602
AW: GU in NRW

Ja, auf der einen Seite ist es Schikane, wir mussten ja auch kämpfen um voran zu kommen.

Doch wofür kämpfen wir? Ehrlich - der von uns eingestellte Schulassistenz ist doch in erster Linie der Buddy-Guard meines Sohnes, der darauf achtet, dass es schonend ablauf, keine immateriellen Barrieren dem Autisten immer auf´s neue als Hürde präsentiert werden.

Es geht doch darum, dass sich die Schulen nicht nur auf den von den Eltern, Sozialämtern und auch Jugendämtern bereitgestellten Personal ausruhen dürfen, sie selber stehen ebenfalls in der Verpflichtung eine inkludierende gemeinsame Beschulung zu ermöglichen.

Welche Bestreben erlebe ich? Aktuell eine Integration, natürlich wird sich bemüht, es ist ein kompetentes Team, ich will es nicht abstreiten, doch sollte darüber nachgedacht werden, dass die Schule ein schwieriges autoritäres System bisher gefahren ist. Es wäre sinnvoller auch zu überlegen, wie man Unterricht, Stoffverteilungspläne und ähnliche Dinge gestalten kann, dass es für alle klappt. Wenn ich bedenke, wie viele Lernstandsfeststellungen bereits gemacht worden sind, wieviele Unterrichtsstunden für irgendeine Weihnachtsfeier bereits verblasen worden sind und ich doch die Position fühle - der Schulbegleiter soll am besten die ganze Grundschulzeit anwesend sein.

Doch ist das der Sinn? Warum fällt es so schwer ein System zu erfinden, dass ein harmonisches Miteinander in der Klasse ermöglicht? Ist es schwer z.B. Stoffverteilungspläne offener zu gestalten und häusliche Bereiche anzugeben, die den Schulalltag und der Wissensvermittlung zu gute kämen?

Heißt jetzt Inklusion, Separation in der Gemeinschaft? Natürlich, aktuell braucht mein Sohn seine Schulassistenz, doch ich werde mich hüten Beihilfe zum Erschleichen von Mitteln zu leisten, es müssen auch wenn man das Kind kennen gelernt hat, etwas Energie in die Bedeutung von immateriellen Barrieren gesteckt werden, ich weiß, das in Kunst mein Kind eigentlich fast alleine sitzen könnte, ich weiß, dass es noch in Mathe und Deutsch schwierig ist, allerdings wohl eher, weil er soviel bummelt - auf der anderen Seite arbeitet er gerne am Computer, kann man dann nicht bei ihm, der als Autist eine natürliche Affinität zum technischen hat, dieses Instrument wählen? Zu Hause arbeitet er ja auch am Tisch und am Computer.

Inklusion heute bedeutet auch, sich mit dem IST-Zustand nicht zufrieden geben, sondern sich weiter entwickeln. Das muss auch im Klassenzimmer passieren.

Der Start sollte immer mit vollem Stundeneinsatz einer Schulassistenz beginnen - doch während der Beschulung muss auch von allen Beteiligten, Eltern, Lehrer und Schulassistenz schriftlich festgehalten werden, welcher Beitrag zur selbstbestimmten Arbeitsdurchführung bis jetzt durchgeführt wurden.

Das ist etwas, welches dringend verbesserungswürdig ist, es bringt ja nichts, wenn wir die Förderschule in die Regelschulklasse importieren, wir müssen ja ein neueres offeneres Konzept entwickeln.

Das klappt nur mit optimalen Klassenräumen, schallisoliert, technische Hilfsmittel, wie z.B. Whiteboard, Ipad usw. dann würde bei Zugriff einer freien Datenbank, aus denen sich Kinder frei bedienen könnten, schon die passenden Lernbereiche heraussuchen, die gerade funktionieren. Es könnte ein viel ruhigeres, individuelleres und günstigeres gemeinsames Lernen praktiziert werden.

Würde man die Grundanschaffungen direkt leisten und nicht diese extremen Sparmaßnahmen anführen, könnte man statt jeden Schüler mit Schulassistent ganz anders beschulen.

Ich hoffe auf die Schulungen - das über grundlegende Probleme nachgedacht werden, es darf ja auch nicht ausarten, dass die Behinderten wie Champignons aus den Boden sprießen, man aus jeder Mücke einen Elefanten macht, um möglichst viele sonderpädagogische Förderstunden und Stunden für die Schulassistenz zu erhaschen.

Es muss auch nach Lösungen gesucht werden, die ebend den Unterricht und auch die Verpflichtung der Eltern reformiert.

Wenn ich persönlich erlebe, wie wenig Engagement oft Eltern von den Kindern ohne Förderbedarf mit bringen, da wird weder zu Hause bebastelt, musiziert, gelesen oder ähnliches. Ein paar Wanderungen oder Unternehmungen und Schluß. Die Eltern sind des öfteren beide berufstätig, das Kind muss am besten vom 1. Schuljahr an in der Nachmittagsbetreuung sitzen und da fällt auch viel Bildung unter dem Tisch.

Ein afrikanisches Sprichwort" um ein Kind zu unterrichten braucht es ein ganzes Dorf".

Dieses Miteinander ist schlicht möglich, Kirchen, Caritas, Lebenshilfe bersten von ehrenamtlichen Mitarbeitern, warum gibt es die nicht in den Schulen. Warum gibt es nicht die Möglichkeit, dass diese Hilfe angenommen wird?

Eltern dürfen noch nicht einmal in Eigenleistung einen Flur streichen - da es ja kein Meister absegnet, d.h., gestrichen wird nicht, weil kein Geld da, doch Improvisation wird im Keim erstickt.

Ich möchte auch an dieser Stelle die Position der ESH weiter leiten, http://autisten.enthinderung.de/schulbegleitung aktuell bedürfen wir dieser Hilfsmittel, in der Form, wie es damals das Hilfsmittel Förderschule geben musste, doch sollte man berücksichtigen, dass schlichtweg Barrierefreiheit auch bedeutet, das ein Mensch in der Form seiner Möglichkeiten beiwohnt, mit allen notwendigen Hilfsmitteln zur Erreichung des größtmöglichsten selbstbestimmten Handlungsspielraum.

Dann können wir von Inklusion sprechen - so lange dieses Ziel unerreicht ist, sprechen wir von einer Integration. Ein Autist, ein Mensch mit Trisometrie oder mit FAS müssen genauso die Möglichkeiten erhalten barrierefrei unterrichtet zu werden.

Für nur 5.000 Euro kann ein Raum schallisoliert werden, für einen überschaubaren Betrag könnten Eltern ein Ipad zum Schulstart kaufen, teure Schulränzen und Schulbücher entfallen, sie werden als eBooks herunter geladen, Korrekturen können automatisch laufen usw. theoretisch wäre zwar mit einem intensivem Startpaket doch einsparendes Potential vorhanden.

Wegen der ausbleibenden Schulbegleitung, möchte ich auch an dieser Stelle inmal die Onlinebeschulung in der Regelschule verlinken, auch eine interessante Seite: http://dokumente.perfektibilistenorden.de/esh-flugi9m.pdf

Natürlich wird es immer Menschen geben, die permanente Unterstützung brauchen, doch man sollte Kindern auch in ihrem Rahmen fordern.


Die Ablehnende Haltung von Sozial- und Jugendämtern, hat manchmal auch mit der verweigernden Haltung der Schulen zu tun, die z.B. auch Kinder, die mittlerweile ohne Assistenz beschult werden wollen, doch schlichtweg in gesetzeswidriger Weise, die Schule den Schulbesuch ohne Begleitung verbietet.
chris-123 08.12.2013, 15:46#603
AW: Gemeinsamer Unterricht (GU) in NRW

Hallo

Ich kann aber zum Teil die Ämter auch verstehen auf einmal soll für jedes ADHS, verhaltenauffälliges Kind eine Schulbegleitung her.
U das kann es auch nicht sein, es gibt klare Kriterien u Bestimmungen ab wann überhaupt eine Begleitung notwendig ist.

U ob jedes Kind nun wirklich nur für sich eine Begleitung braucht ist auch fraglich.
Mein Sohn teilt die Schulbegleitung mit einem Inkontinenten Kind, der braucht ihn nicht so oft ist auch in einer anderen Klasse aber es klappt.

U dies sollten die Ämter auch so bestimmen können, wir wurden noch gefragt ob es für uns o.k. ist.
chripri 08.12.2013, 15:55#604
AW: Gemeinsamer Unterricht (GU) in NRW

Liebe Chris,

die Ämter verstehen, die landauf, landab die Eltern schikanieren? Ich glaube, Du verwechselst da etwas: Natürlich kann man darüber diskutieren, welche Vorkehrungen für das einzelne Kind notwendig und angemessen sind. Die Eingliederungshilfe ist ja nur eine Notlösung. Aber die Frechheit ist die, dass die Behördenstruktur nicht so organisiert ist, dass die Behörden untereinander auskarteln müssen, ob im jeweiligen Fall die Schule oder Schulbehörde zuständig ist, die Probleme zu lösen oder die Eingliederungshilfe durch die Bereitstellung eines Schulbegleiters.

Die Sauerei ist doch, dass den betroffenen Eltern von der Schule gesagt wird: "Tut uns leid, wir sind nicht zuständig: beantragen Sie bitte einen Schulbegleiter!" und der Träger der Eingliederungshilfe sagt: "Tut uns leid, wir sind nicht zuständig, sagen Sie bitte der Schule, dass sie das Problem lösen muss!" Immer werden wir Eltern und unsere Kinder von einer Stelle zur anderen geschickt und das ganze hat System! Das ist eine massive Verletzung der Rechte unserer Kinder und eine menschen-verachtende Schikane für uns Eltern!

Ich bitte daher auch Eltern, die vielleicht selbst nicht so schlimm behandelt werden, das ganze nicht schönzureden, sondern es zu respektieren, dass wir alle zusammen gegen diese Schikane uns massiv zur Wehr setzen müssen.

Christine
Gertrud Böse alias Marion 08.12.2013, 18:21#605
AW: Gemeinsamer Unterricht (GU) in NRW

Also die Schikane gab es doch schon immer. Ich habe mich daran gewöhnt, dass es sinnvoll ist eine große Rechtschutzversicherung zu haben.

Ich habe des öferen schon Rechtsbeistand gebraucht, jetzt auch schon einmal das Gericht.
Das ist in Deutschland nun einmal so, hier gibt es nichts geschenkt, damit muss man sich abfinden, das man sich schikanieren lässt, naja, muss man ja nicht, man muss ja theoretisch nur konsequent sein, man kann jeden verklagen.

Ich bin sehr konsequent, ich habe einen genauen Plan, was erfüllt werden muss und welche Teilziele erforderlich sind, um mein Kind in sein selbstbestimmtes Leben zu führen, ist dann halt alles im rechtlichen Rahmen, klage ich zur Not.

Man muss halt seiner Linie treu bleiben und darf keinen Zickzack-Kurs einlegen, so etwas mache ich nicht. Würde ich z.B. jetzt noch einmal von vorne anfangen, würde ich sogar dagegen klagen, dass mein Kind eine Autismusdiagnose kriegen muss, ich würde mein Kind nie wieder stigmatisieren lassen - das ist absoluter Schwachsinn.

Ich würde mein Kind auch in keinen integrativen Kindergarten mehr geben, da es ja dort auch nur andauernd Berichte über die "Defizite" gibt.

Das Muskelspiel, welches auf Kosten von Kindern durchgeführt wird, spart zwar in dem Sinne kein Geld, sorgt aber dennoch für Kostenstellenverschiebungen.

Vielleicht sollte dieses weder von Jugen- noch Sozialamt geregelt werden, allerdings wäre es auch nicht gut, wenn die Schulen das in der Hand bekämen, die würden wieder missbräuchlich damit umgehen, sieht man ja schon an den Integrativkindergärten, die Integrationskräfte so einsetzen wie die es wollen - wurde bei uns auch gemacht, da war ich noch zu naiv, sonst hätte ich damals schon für das persönliche Budget gekämpft, dann hätten die meinen Arbeitnehmer ohne meine Zustimmung nicht so einsetzen dürfen.

Durch die korrekte Arbeitsweise der jetzigen Assistenz, sehe ich erst wieviel Potential noch drin ist, wenn diese wirklich direkt beim Kind eingesetzt wird, theoretisch hätte man sich da schon viel eher durchbeißen müssen.
Elfriede B 08.12.2013, 18:23#606
AW: Gemeinsamer Unterricht (GU) in NRW

Hallo

Ich glaube hier ist jetzt etwas falsch verstanden worden.

Das FAS Kind ging vorher auf eine Sonderschule, und hatte daher keinen I-Helfer.

Jetzt geht dieses Kind auf eine Regelschule. Und kommt mit I-Helfer/in entsprechend zurecht.
Auf der Sonderschule war die I-Helferin nicht nötig. Da laufen die Uhren rückwärts.

Möchte natürlich Christine und Marion für ihre Beiträge danken, sie sprechen aus meiner Seele.

Wir haben für unseren Sohn eine I-Helfer/in nur genehmigt bekommen weil Hans so Energisch war.
Es war auch nur für den Anfang gedacht. Wir wollten Normalität, das heißt nur zum eingewöhnen.
Die Lehrer wollten aber nicht darauf verzichten. Obwohl er keinen I-Helfer mehr brauchte.
Sie war für die Allgemeinheit da. Hauptsächlich für den Sportunterricht, da brauchte er Unterstützung.
Waren aber andere Projekte in der Schule angesagt, dann kam die I-Helferin/ er nicht. Die Stunden wurden aufgespart, für die Aktivitäten in der Schule. Wir bemerkten dies natürlich. Und wenn Sport unser Sohn alleine zurechtkommt, dachten wir: Dann dürfen wir diese Hilfe nicht mißbrauchen. Im Oberbergischen wird kein Kind, was I-Helfer angeht, zurückgelassen. Wo es aber nötig ist, darf man, und sollte man den Eltern und Schule bei der Bewilligung eines Schulbegleiters keine Schwierigkeiten machen. Wenn nicht genug Fachkräfte vorhanden sind, sollten Politiker darüber nachdenken, einen Ausbildungsberuf aus dieser überaus wichtigen Situation zu gestalten. Viele junge Menschen werden jährlich ohne irgendeine Berufsperspektive aus den Schulen entlassen. Zum Beispiel ein freiwilliges Jahr, nach der Schule, praktizierend in inklusiven Schulen wäre eine Möglichkeit. Ursula, lass dir was einfallen.
Kann mir gut vorstellen, das sich einige Schulen über zusätzliche Hilfe freuen würden.
Die inklusive Schule die mein Sohn jetzt besucht, ist klasse. Kein Adrenalin mehr, alles gut durchdacht, alles wird vernünftig umgesetzt. Sie kümmern sich, ich glaub es fast nicht. Und sie haben auch Sozialpädagogen. Das ist Dufte. Ich kann in Ruhe durchatmen. Alles ist gut.
Eine Schule im Oberbergischen, nein ich sag nicht welche.

Habe ich Euch neugierig gemacht ? Keine Chance.

Liebe Grüße

Elfriede B.
chris-123 08.12.2013, 18:32#607
AW: Gemeinsamer Unterricht (GU) in NRW

Hallo Christine

Nein um Gottes Willen so meinte ich es nicht das man sich schikanieren oder herumreißen lassen muss. Bestimmt nicht ich musste mir auch anhören ihr Kind ist Körperbehindert u gehört auf eine KB Schule dann braucht es auch keine Schulbegleitung u so zeug ich weiss genau wie das ist immer Ablehnung zu spüren u zu kämpfen.

Trotzdem sehe ich es so das nicht jedes ADHS, FAS Kind das die ganze Zeit im Regelunterricht war im Zuge der Inklusive einen Schulbegleiter braucht u auch nicht jedes inkludierte Kind.
Wo bleiben dann die, die ohne SB wie mein Sohn gar nicht klar kommen können weil sie nicht mal ihren Ranzen von A nach B bekommen?

Die FS werden ja auch noch Bestens mit 1 :1 Betreuungen ausgestattet.
U so viele Schulbegleitungen gibt es nicht keiner hat ein Kämmerchen in denen er sie versteckt u sie herausgelassen werden
chris-123 08.12.2013, 18:46#608
AW: Gemeinsamer Unterricht (GU) in NRW

Hallo nochmal

Sorry für den halben Text aber ich änder jetzt nichts mehr sonst ist alles weg :-

U wenn ich mir anhören muss was unsere RS Rektorin alles von unserem Bufdi abverlangen möchte wird mir schlecht. Wir hatten bisher Junge Engagierte u kinderliebe junge Männer u die sollen auf einmal den Job der Sonderpäds u der RS Lehrer machen, denen werde ich den Zahn ziehen weil ich beim runden Tisch auspacken werde. Der Bufdi soll sogar bei Bedarf das Diktat 1:1 machen juhu :-) lauter 1er :-D . So geht es nicht das sind keine billigen Arbeitskräfte die man so behandeln darf u ihnen die Verantwortung für das schulische weiterkommen eines Kindes auferlegen kann.
Auch wenn es einige Eltern anders sehen ein Bufdi hat nichts mit Päd. Aufgaben o Nachhilfe zu tun!
Sunnymaus 08.12.2013, 19:14#609
AW: Gemeinsamer Unterricht (GU) in NRW
Zitat von chris-123
Hallo

Ich kann aber zum Teil die Ämter auch verstehen auf einmal soll für jedes ADHS, verhaltenauffälliges Kind eine Schulbegleitung her.
U das kann es auch nicht sein, es gibt klare Kriterien u Bestimmungen ab wann überhaupt eine Begleitung notwendig ist.

U ob jedes Kind nun wirklich nur für sich eine Begleitung braucht ist auch fraglich.
Mein Sohn teilt die Schulbegleitung mit einem Inkontinenten Kind, der braucht ihn nicht so oft ist auch in einer anderen Klasse aber es klappt.

U dies sollten die Ämter auch so bestimmen können, wir wurden noch gefragt ob es für uns o.k. ist.

Hallo Chris,

genau da liegt die Gefahr.

Dank der Inklusion versuchen die Lehrer ihre "normalen schwierigen Kinder" aus ihrem Zuständigkeitsbereich abzugeben.

Dann verlangen wir für die halt auch einen Schulbegleiter und haben weniger zu tun.

Und wenn dann immer mehr Kinder kämpfen müssen die wirklich einen brauchen und nicht kriegen sollen ist doch klar.

Es kann ja nicht einfach Geld zum Fenster rausgeschmissen werden.

Gruß Sandra
chripri 08.12.2013, 19:20#610
AW: Gemeinsamer Unterricht (GU) in NRW

Hallo Gertrud bzw. Marion,

ganz so negativ sehe ich die Entwicklung nicht. Die Inklusion unserer Kinder muss auch ohne Kampf gehen, sonst werden weiter 90% der Eltern vor diesem Weg zurückschrecken! Wir haben in Bayern schon Unterstützung von einigen Verantwortlichen in den Schulbehörden, aber auf der unteren Ebene gibt es noch viele uninformierte, ängstliche Beamte...

Außerdem seh ich unsere behinderten Kinder als "Indikatorkinder" an, die deutlich machen, dass das ganze System krank ist. Es gibt ja auch viele nichtbehinderte Kinder, die unter dem jetzigen Schul-system sehr leiden. Mit deren Eltern müssen wir uns verbünden...

Christine
Elfriede B 08.12.2013, 19:31#611
AW: Gemeinsamer Unterricht (GU) in NRW

Hallo Sandra

Ich habe doch geschrieben, das das FAS Kind auf eine Sonderschule war.

Nun Gut.

Hallo Chris

Was heißt Bufdi ? Meinst du einen Integrationshelfer ?

Also die Arbeit eines Sonderpädagogen, darf und muß er nicht machen. Schließlich werden die Sonderpädagogen dafür gut bezahlt. A 13 öffentlicher Dienst.
Wenn du am runden Tisch auf den Putz hauen möchtest, nimm dir eine Person deines Vertrauens mit. Versuche ruhig und sachlich zu bleiben.Sie werden dich rausfordern, das heißt sie werden dich auf die Palme bringen. Ich kenne das. Passiert mir heute nicht mehr, ich bin ruhiger geworden. Wenn das Gespräch beim Rektor nicht fruchtet, dann drohen sie mit dem Schulamt. Dann sagst du ja. Soweit ist es ja noch nicht. Bleibe stark, und wehre dich mit List und Tücke. Ich habe immer bei Gespräche beim Schulamt, und glaube mir sie waren heftig, etwas positives rausgezogen. Und angewendet. Ich kann dich verstehen, aber das ist es ja, was auch Christine und Marion hier zu vermitteln versuchen. Wehrt Euch.
Alles gut, sei stark,setzte dich für dein Kind ein.
Es ist immer einfacher sich für jemanden anderen einzusetzten,als für sich selber.

Viel Glück

Elfriede B.
Gertrud Böse alias Marion 09.12.2013, 08:59#612
AW: GU in NRW

Ja, man müsste sich mit allen Eltern vernetzen und dementsprechend gebündelt aufteten.

Doch leider sind die Eltern noch nach dem diktatorischen Führungsstil geformt, sehr eingeschüchtert, wenn es darum geht, ohne Polemik, sachlich und fundiert Mängel aufzuzeigen, diese zu umreißen und nicht sich mit einem, ja das ist nicht leistbar abspeisen zu lassen.

Aktuell sehe ich das Problem, dass es nicht rund genug läuft, den Überfliegern wird förmlich der Sog entrissen, sie werden ausgebremst, die Klasse wird auf ein Niveau gehalten, welches dem individuellem Arbeiten sehr in Wege steht.

Es gibt unterschiedliche Arbeitsblätter, Laufzettel, die nach eigenem Tempo abgearbeitet werden, doch was ist, wenn Kinder weiter sind? Hier müssen sich die Wege wirklich eröffnen, das heißt, ich spreche damit auch Eltern von hochbegabten Kindern an. Diese habe die größten Probleme in Deutschland. Diese Kinder bekommen außer das Angebot ein Schuljahr zu überspringen, wenig angeboten.

Bewährte Systeme wie die Kinder-Uni, sind nicht flächendeckend vorhanden, d.h., ich mache mir z.B. jetzt schon Sorgen um meine 4-jährige Tochter, die wohl kaum wirklich hochbegabt ist, doch da sie jetzt schon die Buchstaben und Zahlen kennt, schreiben will, sie hat einen Bruder, der eingeschult worden ist und will halt auch Hausaufgaben machen, na - also kommen solche Kinder mit einer anderen Basis an der Schule an.

Autisten, die z.B. eine Liebe zu den Zahlen und Buchstaben entwickelt haben, werden im Anfangsunterricht erst ausgebremst, mit der pro Forma Entschuldigung, man müsse sich an den Rahmen- bzw. Stoffverteilungsplan halten, später haben sie z.B. Probleme, in unserem Fall hat das phonologische Bewusstsein ihn etwas ins Stolpern gebracht, da hätte man z.B. mehr Zeit gebraucht. Alles wäre einfacher, wenn der Rahmen wäre:

Das Kind ist im Unterricht und lernt - was es lernt, liegt am Kind, vielleicht haben Jungs eher den Bezug zur Mathematik, später zum Lesen und manche Mädchen eher den Bezug zum Lesen und später zum Rechnen - ich kann es schlecht bildlich rüber bringen.

Wir besitzen im vernetzten Schulwesen umfangreiche Datenbänke, die Kinder könnten viel freier Lernen und effektiver, in dieses Inklusionsthema passt einfach nicht mehr der veraltete Rahmenlehrplan.

Es müsste normal sein dürfen, verschiedene Interesse vertiefen zu wollen. Dann wäre es allerdings noch wichtiger auch das Notensystem abzuschaffen. Viel besser und aussagekräftiger wäre ein Portfolio, ein paar Arbeitsproben, die ähnlich gestaltet wie eine Bewerbungsmappe den aktuellen Wissensstand vermitteln.

Es gibt fast in allen Familien, die Kinder haben, welche gewisse Vorlieben besitzen, doch jedes Kind muss erst einmal mühselig umdenken und sich diesem Anpassungsdruck unterwerfen.
Obwohl doch eine Lernmotivation überall vorhanden ist, wie konnte ein Herr André Stern http://www.welt.de/politik/bildung/article3385697/Ich-war-nie-in-der-Schule-und-das-ist-gut-so.html so eine gute fundierte Bildung erhalten?

Es liegt einfach an dem beschränkten einengendem, das jede Lernfreude von einem Zufallsfaktor abhängig macht, würde viel eher ganz individuell gearbeitet werden, könnten wir in Deutschland viel intensiver die Kinder nach ihrem eigenem Wissenshunger lernen lassen.

Ausreichend Datenbänke würden zur Verfügung stehen. Doch das Denken ist nicht so weit, ein Kind würde z.B. im künstlerischem Bereich schon Farben selber mischen und Kunstwerke kreieren, während andere lieber genauere Daten über Raumfahrt oder den Schienenverkehr bearbeiten würden.

Wir haben doch immer zu Hause, die Kinder, die viele Fragen stellen oder nonverbal halt alles auseinander nehmen, Funktionsweisen überprüfen und erkunden und testen. Wie kann es sein, dass im Laufe der Schulzeit, die Lernfreude in einen Lernfrust endet?

An den Kindern liegt es definitiv nicht, Kinder müssten bei ihrer Lernentwicklung nur begleitet werden, die Themen müssten nur entsprechend aufgegriffen und vertieft werden und ich bin mir fast sicher, diese Kinder würden im Laufe der 10 Schuljahre auch mehr Bildung erhalten, als wenn sie ständig umverformt und manipuliert werden.

Liebe Grüße
chripri 09.12.2013, 09:21#613
AW: GU in NRW

Hallo Marion bzw. Gertrud,

sehr gut geschrieben! Woher bist Du eigentlich? Bayern oder NRW oder...? Solche Eltern wie Dich bräuchten wir mehr in Bayern!

Christine
chris-123 09.12.2013, 10:15#614
AW: Gemeinsamer Unterricht (GU) in NRW

Hallo

Bestimmt lassen sich nicht mehr alle Eltern vom diktatorischen Führungsstil beeindrucken, auch nicht von lustlosen o vergraulenden Äusserungen.
Aber es ist nun mal so, dass wir unsere Kinder nicht unbedingt in offene Arme schicken.

Was die Begleitungen angeht auch da kann man sich zusammentun u auf die Barrikaden gehen, Bitteschön.

Hier ist es wie es ist u überall! Unser Kinderpflegedienst bibbert jedes Jahr das genug Bewerbungen für den Fahrdienst, den Kiga, die Schulbegleitungen kommen, damit alle versorgt werden können.
Auch erfahrene Kräfte für die Autisten.
Das ist die Realität u wenn nun fast alle eine Begleitung beanspruchen ist es um. Dann werden nämlich pi mal Daumen SB in die Schulen geschickt u wir als Eltern haben keinen Einfluss mehr auf individuelles eingehen, können nicht mehr sagen wenn dir zu viel abverlangt wird sag 'Nein' das entscheiden dann andere auch das PB gibt es dann nicht mehr.
U dann ist das Geschrei groß u ist auch nicht recht.
Es ist wie Sandra sagt, dass Geld kann nicht zum Fenster herausgeworfen werden u genug Leute sind nicht da! So sieht's einfach aus.

Lg Kristina
chris-123 09.12.2013, 10:25#615
AW: GU in NRW

Liebe Elfriede

Ein Bufdi ist ein Bundes Freiwilligen Dienstler.

Ich möchte beim runden Tisch nicht auf den Putz hauen aber ich werde versuchen tragbare Bedingungen zu schaffen und die Aufgabenverteilung klar zu regeln.
Bei uns droht keiner mit dem Schulamt, es wäre hier allen am liebsten wenn die Bedingungen nach ihren Vorstellungen geschaffen werden könnten ohne unser inzwischen sehr Inklusives Schulamt.

Ich habe den ASkO Antrag aus Sicht der Eltern fertig u werde es noch einstellen, vielleicht hat der ein oder andere Inklusionserfahrene noch ein paar Allgemeine Tipps ob wir alles bedacht haben.

LG Kristina
Myriam 09.12.2013, 10:46#616
AW: Gemeinsamer Unterricht (GU) in NRW

Hi,

wie war das eigentlich, als wir zur Schule gingen? Irgendwie ist aus uns ja auch etwas geworden. Die Zeit verändert vieles, vor allem hat sie das Recht auf Ausübung von Individualität mit sich gebracht.

Früher war es einfacher zur Schule zu gehen, weil Lehrer eine gewisse Portion Respekt mit sich trugen. Da blieb ein Schüler auch mal ruhig sitzen und war lernbereit. Heute kommen die Schüler zur Schule und wurden bereits von Säugling an geschult, geformt, gebildet und therapiert. Ein Terminkalender eines Neugeborenen gleicht dem einer Mutter die neben ihres Haushalt (darf man das heute noch so s sagen? ) noch berufstätig ist und alles unter einem Hut bekommen muss. Zum Teil völlig überdreht, aber selbstbewusst und mit dem Wissen, dass Lehrer sowieso nur viel Geld verdienen, viel Ferien haben und alle arrogant sind und dem Kind schon mal gar nichts zu sagen haben, stehen sie am ersten Schultag im Klassenzimmer. Wenn der Lehrer um Ruhe bittet, greift der erste zum Handy und ruft einen Elternteil an, der dann mal schnell vorbei kommt und den Lehrer in seine Schranken verweist.

Schafft es der Lehrer dann seinen Unterricht wenigstens den Schülern zu vermitteln, die von sich aus Aufmerksamkeit mitbringen, gibt ihm das zwar ein wenig Selbstsicherheit zurück, lässt ihn aber traurig auf die Zustände blicken, dass benachteiligte Schüler in einem solch übereifrigem und bereits intensiv mediengeschultem Team an Mitschülern selbst keine Zeit bleibt.
Und schon sieht sich ein junger Lehrer aufbrausenden Eltern gegenüber die ihm vorwerfen, er sei unfähig und wisse nicht die Rechte der Kinder im Sinne der Umsetzung von Inklusion.

Irgendwie verstehe ich die Sonderpädagogen, die sich dem Klientel von Herzen widmen, welches selbst bei bei den Inklusionseltern nicht auf der Liste stehen. Diese Kinder nehmen alles dankbar an und alleine die Annahme und den physischen, sowie psychischen Einsatz den ein Sonderpädagoge bringt, zählt auch immens.
Ich finde es schade, dass Sonderpädagogen immer mehr in die Mühle geraten und zum Spielball von Eltern werden die meinen, sie haben das Wissen und das absolute "know how" überhaupt.
Es ist ein beginnendes Ungleichgewicht in dem Bereich der Zuständigkeiten. Respektlosigkeit im Umgang miteinander sind die Folgen und was am Ende bleibt sind unzufriedene Eltern, Lehrer und auf im Bildungssystem auf der Strecke gebliebene Kinder.

Früher wurde man in Bayern schon diskriminiert, wenn man aus einem evangelischen Elternhaus stammte. Das allein war Grund genug, dass man einfach in die zweite Reihe gedrückt wurde. Elite Kinder und von Lehrern bevorzugte Kinder gab es schon immer.

Heute kommen so viele neue Probleme hinzu. Der eklatante Mangel an Fachkräften wirkt sich bereits dermaßen auf die Besetzung von dringend benötigten Stellen aus, dass wir bald gar nichts mehr wegreden müssen, sondern einmal froh sein werden, wenn überhaupt irgend eine Person unseren Schülern, bzw. beeinträchtigten Schülern an die Seite gestellt werden kann.

Es herrschen so extrem verschiedene Vorstellungen, dass sich ja auch leider kaum Personen hier mit in die Diskussion wagen. Gibt es zu wenige, oder gibt es zu viele Eltern, denen es eben einfach egal ist? Oder sind sie vielleicht teilweise vom Intellekt her nicht in der Lage, niedergeschriebe Rechte auch einzufordern? Und wo bleiben bitte all die, die auf der Strecke bleiben, nur weil sie verhaltensauffälig sind, keinen geregelten Lebensbereich haben, weil der Zeitgeist alles durcheinander bringt?
chripri 09.12.2013, 11:24#617
AW: Gemeinsamer Unterricht (GU) in NRW

Liebe Myriam,

die Lebenssituation unserer Kinder hat sich geändert, die Kinder haben sich die letzten Jahrzehnte geändert, wohl wahr...Das einzige, was sich nicht geändert hat, ist die Schule. Diese meint immer noch, sie könne Kindern in einer hierarchischen Struktur begegnen und einfordern, dass sich Kinder einfach dem System unterzuordnen haben.

Wenn das Schulsystem sich nicht den Anforderungen der Zeit anpasst, wird es schweitern und es scheitert ja bereits teilweise, wie Pisa z.B. schon wieder gezeigt hat: Die 20% schwächeren Schüler werden in wenigen europäischen Ländern so schlecht gefördert wie in Deutschland...

Dass Inklusionseltern einen Unterschied machen beim Recht auf Inklusion, ist eine falsche Unterstellung. Wir kämpfen für die gleichen Rechte für alle Kinder und in unseren Kreisen sind auch Eltern schwer mehrfach behinderter Kinder. Außerdem kann ich nur immer wiederholen, dass nicht wir Eltern, sondern die Wissenschaft in Deutschland eine Änderung der sonderpädagogischen Ausbildung fordert: Jeder Lehrer der allgemeinen Schule muss Teile der Sonderpädagogik im Studium lernen, gewissen sonderpädagogische Inhalte müssen zurückgedrängt werden und das Sonderpädagogik-studium muss Teile der Ausbildung des Lehramts an allgemeinen Schulen integrieren.

Schöne Grüße von Christine Primbs
hansgerdreinke 13.12.2013, 18:00#618
AW: Gemeinsamer Unterricht (GU) in NRW

Hallo liebe Eltern
Wenn ihr Probleme habt bei der Beantragung eines Ihelfers beim zuständigem Sozialamt last euch nicht zermürben, denn das
scheint die Taktick der Ämter zu sein um die Kinder in der Sonderschule zu belassen. Die Anträge müssen in einer gewissen Frist
abgearbeitet werden, viele Ämter überschreiten diese Fristen um ein vielfaches. Der zweite Trick ist sie lehnen den Antrag ab, und
denken dann haben wir viel Geld gespart in der Hoffnung das die Eltern klein beigeben.
Sunnymaus 13.12.2013, 18:05#619
AW: Gemeinsamer Unterricht (GU) in NRW
Zitat von hansgerdreinke
Hallo liebe Eltern
Wenn ihr Probleme habt bei der Beantragung eines Ihelfers beim zuständigem Sozialamt last euch nicht zermürben, denn das
scheint die Taktick der Ämter zu sein um die Kinder in der Sonderschule zu belassen. Die Anträge müssen in einer gewissen Frist
abgearbeitet werden, viele Ämter überschreiten diese Fristen um ein vielfaches. Der zweite Trick ist sie lehnen den Antrag ab, und
denken dann haben wir viel Geld gespart in der Hoffnung das die Eltern klein beigeben.

Hallo,

es gibt keine Sonderschulen mehr sondern sie heißen Förderschulen.

Und es ist gut das es diese Förderschulen noch gibt damit alle Kinder optimal nach ihren Bedürfnissen beschult werden können.

Für die meisten Kinder mag der gemeinsame Unterricht an der Regelschule ein Segen sein aber eben nicht für ALLE. Es gibt halt auch Kinder die können nur im Schutzraum Förderschule optimal gefördert werden.

Gruß Sandra
Kirsten 13.12.2013, 23:46#620
AW: Gemeinsamer Unterricht (GU) in NRW

Hallo Christine,
die Wissenschaft in Deutschland eine Änderung der sonderpädagogischen Ausbildung fordert: Jeder Lehrer der allgemeinen Schule muss Teile der Sonderpädagogik im Studium lernen, gewissen sonderpädagogische Inhalte müssen zurückgedrängt werden und das Sonderpädagogik-studium muss Teile der Ausbildung des Lehramts an allgemeinen Schulen integrieren.

Und wer verantwortet das Zurückdrängen der Sonderpädagogischen Inhalte und das daraus resultierende Ergebnis? Welche Wissenschaft stellt diese These auf? Die der Sonderpädagogik? Dieses zu wissen würde mich sehr interessieren.

Letzteres, also dass Ausbildung im Lehramt auch Teile eines Sonderpädagogik Studiums enthalten muss, ist sicher sehr sinnvoll.
Kirsten 13.12.2013, 23:50#621
AW: Gemeinsamer Unterricht (GU) in NRW
Hallo liebe Eltern
Wenn ihr Probleme habt bei der Beantragung eines Ihelfers beim zuständigem Sozialamt last euch nicht zermürben, denn das
scheint die Taktick der Ämter zu sein um die Kinder in der Sonderschule zu belassen. Die Anträge müssen in einer gewissen Frist
abgearbeitet werden, viele Ämter überschreiten diese Fristen um ein vielfaches. Der zweite Trick ist sie lehnen den Antrag ab, und
denken dann haben wir viel Geld gespart in der Hoffnung das die Eltern klein beigeben.

Lieber Hans Gerd und Elfriede,

das hatten wir ja nun schon öfters und ich denke, dass Eltern die diesen Weg gehen, auch wissen wie sie vorgehen müssen. Aber ich möchte zum wiederholten Male darauf hinweisen, dass es hier Eltern im Forum gibt, die ihr Kind auf einer Förderschule sehr gut versorgt sehen und auch daran festhalten möchten. Also lass uns hier nicht hetzen, sondern gezielt jedem seine ureigenen Interessen verwirklichen helfen.
chripri 15.12.2013, 03:11#622
AW: Gemeinsamer Unterricht (GU) in NRW

Hallo Kirsten,

Hier die Antwort auf Deine Frage: Ich hoffe, ich habe den link richtig eingefügt:

http://mwk.baden-wuerttemberg.de/service/pressemitteilungen/presse-detailseite/expertenkommission-zur-lehrerbildung-legt-empfehlungen-vor/

Ähnliche Expertenkommissionen gab es auch in anderen deutschen Bundesländern mit ähnlichen Empfehlungen, aber das hab ich nur gelesen, links dazu müsste ich jetzt selbst erst im Internet suchen auf den Seiten der Kultusministerien.

Noch was: Ich kann nicht erkennen, das Hans-Gerd gehetzt hat. Die Verwendung des Begriffs Sonderschule ist auch legitim, da sie eben Kinder (aus) sondert aus ihrem sozialen Umfeld am Wohnort.

Eher finde ich die Behauptung, dass eine Förderschule im Gegensatz zur Regelschule optimal fördert, manipulativ, da sie durch keine einzige nationale oder internationale Studie belegt ist. Alle Studien belegen, dass die Kinder in einer Regelschule mindestens genauso gut gefördert werden können. Natürlich wollen wir die Regelschulen weiter reformieren, das ist klar und vor allem müssen allen Kindern mit Beeinträchtigungen an den Regelschulen die notwendigen angemessenen Vorkehrungen bereitgestellt werden. Darum sollten wir alle gemeinsam kämpfen. Mobbing von Kindern egal in welchen Schulen geht gar nicht. Es ist aber nicht so, dass wenn Mobbingprozesse in Klassen stattfinden, dies nur Kinder mit sonderpädagogischen Förderbedarf trifft. Nein, es kann genauso irgendein Kind treffen, das durch irgendein Merkmal vielleicht ein wenig auffälliger als die anderen ist.

Wohin soll dieses Kind ausweichen, wenn es gemobbt wird? Das Ausweichen löst die Probleme in unserem Regelschulsystem nicht. Die Lehrerausbildung muss radikal geändert werden, so dass Lehrer Mobbingprozesse nicht selbst verstärken, was oft genug der Fall ist, sondern präventiv entgegenwirken. Mobbingprozesse dürfen nicht tabuisiert werden, sondern der Lehrer muss, wenn er es alleine nicht schafft, sich Hilfe von Sozialarbeitern und Schulpsychologen in die Klasse holen. Die schlimmsten Mobbingprozesse finden meiner Beobachtung nach oft in den 5.bis 7.Klasse Gymnasium statt, dieses Problem hat also gar nichts mit Behinderung zu tun, sondern ist ein rießiges gesellschaftliches Problem, dem in den Schulen massiv begegnet werden muss.

Wir haben demnächst ein Gespräch mit den Bildungspolitikern der SPD im bayerischen Landtag (sprechen aber auch noch mit allen anderen Parteien). Da wollen wir schwerpunktmäßig auf dieses Problem aufmerksam machen und eine inklusive Ausrichtung der Jugendsozialarbeit an den Schulen einfordern.

Christine
hansgerdreinke 15.12.2013, 11:03#623
AW: GU in NRW

Hallo Kirsten
Hier ein Link in dem einige Studien das belegen.


http://www.inkoe.de/information/information_detail.php?thema_id=11&eintrag_id=51
Gertrud Böse alias Marion 15.12.2013, 16:58#624
AW: Gemeinsamer Unterricht (GU) in NRW

So - mein langer Text ist verschwunden, ich versuch es nochmal.

Hetze gab es nicht, höchstens empfinden manche Menschen ein Minderwertigkeitsgefühl, da andere durch individuelle Wege anders zum Ziel kommen.

Es ist nicht leicht, ein Lemming in einer Lemmingwelt, es gehört viel Mut und Stärke dazu, seinen Menschenverstand zu nutzen und sich nicht der Rottenbildung zu unterwerfen - man kämpft wie eine Löwin, ignoriert Missionierungsversuche, und beschreitet einen individuellen Weg.

Eltern, die definitv nur die Sonderschule wählen konnten, da ihr Kind definitiv niemal lesen, rechnen oder schreiben lernt, fühlen sich nicht gehetzt.

Es sind wohl eher die Eltern, die sowieso immer einen nagenden Zweifel empfinden.

Ich persönlich kann mit schwachen Menschen nichts anfangen, mir sind Mütter, die ständig Heulen und Jammern ein Graus - ich war einmal in einer Selbsthilfegruppe für Autisteneltern - nie wieder.

Wer kämpfen will, findet Gründe, wer schwach sein will, findet auch Gründe.

Ein Kind, dass künstlich ernährt werden muss, kaum Reflexe oder wie auch immer schwerst mehrfach behindert ist, wird wohl kaum Eltern haben, die sich von inklusionswilligen Eltern gehetzt fühlen.

Es sind wohl eher die Eltern, die merken, das nach xJahren, kaum Bildung in dem Verhältnis des Potentials des Kindes vermittelt wurde. Die wissen vielleicht, andere Wege wären besser gewesen, doch jetzt ist der Zug abgefahren.

Ich habe nie zu den Eltern gehört, die ihr Kind lange weg haben wollten, ich fand die Kindergartenzeit schlimm und genieße jetzt meine Kinder spätestens um 12 Uhr zu Hause zu haben, wir essen gemeinsam und ich darf meine Kinder durchs Leben begleiten.

Ich fühle mich weder als Opfer noch sonst irgendwie benachteiligt, ich bin stolz und gerne für diese besonderen Kinder, die ich kriegen durfte, stark. Wo ist da die Hetze? Mag sein, dass ich über ein gewisses Maß an Arroganz und Verrücktheit besitze - ich habe vor 2 oder 3 Jahren die Autismusberatung ins Kreuzverhör genommen und bewiesen, wie bekloppt, das Expertenwissen über Autismus ist. Ich weiß, dass Nichtautisten immer inkompetente Autistenberater sein werden.

Mich hielt man schon für wahnsinnig, doch komischerweise, sagen die gleichen Menschen, dass ich mehr geschafft habe, als sie jemals gedacht hätten.

Der Freund von meinen Sohn hat Trisometrie 21, er ist noch nicht einmal ein Vorschulkind und kann die ersten Buchstaben - also, wer jetzt behauptet, der lernt nichts, hat mehr Realitätsverlust, als der Himmel Sterne hat. Niemand hat das Recht einem Kind zu bescheinigen was es lernt, doch in Sonderschulsystem wird diese Bildung nicht in der Form vermittelt - noch nicht einmal im Regelschulsystem.

Unser Lemmingsystem ist nun einmal minderwertig und recht überschaubar - es hätte auch niemals Van Gogh, Da Vinci, Einstein und andere gegeben, wenn es nicht ein paar wichtige Antilemminge gegeben hätte.

Mag sein, dass ich für manche der weibliche Don Quichote bin - mir egal, ich weiß um Ausnahmen, ich weiß, das viele andere Ausnahmen durch das Regelsystem verhindert und vernachlässigt wurden - ich weiß, dass ein Förderschulsystem adäquat auf schwer mehrfach behinderte Kinder gute Anwendung finden kann, doch ich widerspreche in aller Form, das es Kindern, die Lesen, Schreiben, Rechnen und Sprechen lernen, adäquat fördern kann.

Denn spätestens beim Wechsel in die Arbeitswelt, wird klar - das sie immer Sonderlinge bleiben - weg von den anderen - das kann man nicht schön reden. Die Arbeitgeber von Morgen, lernen nur in dem Maßen, das es normal ist, verschieden zu sein, wenn sie Inklusion wirklich erleben - sonst wird es wieder ein selektiver Mist.

Was ist das abartig, man stelle sich doch bitte eine Schulzeit vor, 5 Kinder in einer Klasse und 5 Erwachsene in einer Klasse - kein Schritt garnichts macht man unbeobachtet, man wird immer bemessen, geschätzt und bewertet, wer will bitteschön so seinen Verstand beflügeln?

Wo bleibt ein gewisses Maß an Intimsphäre - in der man bewertungsfrei rumprobieren kann? Warum lernen Kinder mit ähnlichen Diagnosen auf Regelschulen im Vergleich besser?

Es tut mir leid, ein Alibi-Angriff es würde eine Hetze betrieben, hilft nicht über den selbst empfundenen Zweifel hinweg. Das gilt für beide Positionen, die überzeugt von dem Förderschulsystem sind, fühlen sich genausowenige gehetzt wie die für das gemeinsame Lernen sind.

Gehetzt fühlt sich ein Häschen, unsicher und ängstlich - doch ich persönlich, sehe mich in erster Linie als Mutter, d.h., ich muss fest im Leben stehen, meine Stärke an meine Kinder weiter geben und aus ihnen lebensfähige individuelle Persönlichkeiten machen. Als Häschen würde ich versagen, ich bin kein Fluchttier, ich bin eher einer, der aus gesundem Menschenverstand entscheidet und handelt, keine Energieverschwendung mit Zickzack-Kursen - nein, wie sollten meine Kinder von mir lernen, wenn ich ein Fähnchen im Wind wäre.

So ist meine persönliche Einstellung, kein Jammern, Heulen und Hadern - logisch Nachdenken, Fakten zusammen tragen und entscheiden.
chripri 15.12.2013, 21:12#625
AW: Gemeinsamer Unterricht (GU) in NRW

Liebe Gertrud alias Marion,

ja, Mütter sollten stark sein, nicht nur, wenn sie ein behindertes Kind haben, generell sollten sie sich dem gesellschaftlichen Druck, der in der Schule ausgeübt wird, viel mehr widersetzen! Ich hab 3 Kinder, mein Sohn, nicht behindert, ist im Gymnasium jetzt im 4.Jahr. Was waren da schon Kräfte nötig, um mein Kind zu schützen, vor dem Hausaufgabendruck, Strafarbeitendruck, Prüfungsdruck,...Ich habe immer zu meinem Kind gestanden und Lehrer bei Fehlverhalten auch mal auf faire Art kritisiert, auch auf das Risiko hin, mich unbeliebt zu machen. Ich habe meinem Sohn nie Hausarrest oder Freundeverbot erteilt, was andere Jungs ständig erleiden mussten... So fällt man aber sofort auf unter den ganzen Lemmingen, wie Gertrud das nennt...

Aber bereut hab ich das nie: Mein Sohn hat sich seine Lebensfreunde und Lernneugierde, seine Phantasie und Kreativität bewahrt. Früher gemobbt, ist er inzwischen beliebt in der Klasse und hat ein super Verhältnis mit dem neuen Klassenlehrer...Die ersten 3 Jahre hat er keine Strafarbeiten geschrieben, da ich mich gegen diesen Unsinn gewehrt habe, jetzt bekommt er fast keine mehr, weil er sich großartig entwickelt hat.

Was ist aber mit anderen Jungs in der Klasse passiert, derern Eltern jeden Druck der Schule an ihr eigenes Kind weitergegeben haben und nicht zu ihren Kindern gestanden sind? 4 Jungs, die solche angepassten Eltern haben, haben trotz dem Druck der Eltern, Hausaufgaben, Strafarbeiten usw. zu machen, inzwischen die Schule verlassen, der nächste Junge, der es nicht schafft, ist schon absehbar. Es ist der Sohn der Mutter, die mich jedesmal vor allen Eltern versucht, lächerlich zu machen (sie behauptet, ich würde eine Einzelmeinung vertreten), wenn ich mich dafür einsetze, dass die Kinder nicht zu viel Druck am Gymnasium bekommen sollen....

Mütter, seid stark, steht zu Eueren Kindern!

Christine