AW: GU in NRW
Ja, auf der einen Seite ist es Schikane, wir mussten ja auch kämpfen um voran zu kommen.
Doch wofür kämpfen wir? Ehrlich - der von uns eingestellte Schulassistenz ist doch in erster Linie der Buddy-Guard meines Sohnes, der darauf achtet, dass es schonend ablauf, keine immateriellen Barrieren dem Autisten immer auf´s neue als Hürde präsentiert werden.
Es geht doch darum, dass sich die Schulen nicht nur auf den von den Eltern, Sozialämtern und auch Jugendämtern bereitgestellten Personal ausruhen dürfen, sie selber stehen ebenfalls in der Verpflichtung eine inkludierende gemeinsame Beschulung zu ermöglichen.
Welche Bestreben erlebe ich? Aktuell eine Integration, natürlich wird sich bemüht, es ist ein kompetentes Team, ich will es nicht abstreiten, doch sollte darüber nachgedacht werden, dass die Schule ein schwieriges autoritäres System bisher gefahren ist. Es wäre sinnvoller auch zu überlegen, wie man Unterricht, Stoffverteilungspläne und ähnliche Dinge gestalten kann, dass es für alle klappt. Wenn ich bedenke, wie viele Lernstandsfeststellungen bereits gemacht worden sind, wieviele Unterrichtsstunden für irgendeine Weihnachtsfeier bereits verblasen worden sind und ich doch die Position fühle - der Schulbegleiter soll am besten die ganze Grundschulzeit anwesend sein.
Doch ist das der Sinn? Warum fällt es so schwer ein System zu erfinden, dass ein harmonisches Miteinander in der Klasse ermöglicht? Ist es schwer z.B. Stoffverteilungspläne offener zu gestalten und häusliche Bereiche anzugeben, die den Schulalltag und der Wissensvermittlung zu gute kämen?
Heißt jetzt Inklusion, Separation in der Gemeinschaft? Natürlich, aktuell braucht mein Sohn seine Schulassistenz, doch ich werde mich hüten Beihilfe zum Erschleichen von Mitteln zu leisten, es müssen auch wenn man das Kind kennen gelernt hat, etwas Energie in die Bedeutung von immateriellen Barrieren gesteckt werden, ich weiß, das in Kunst mein Kind eigentlich fast alleine sitzen könnte, ich weiß, dass es noch in Mathe und Deutsch schwierig ist, allerdings wohl eher, weil er soviel bummelt - auf der anderen Seite arbeitet er gerne am Computer, kann man dann nicht bei ihm, der als Autist eine natürliche Affinität zum technischen hat, dieses Instrument wählen? Zu Hause arbeitet er ja auch am Tisch und am Computer.
Inklusion heute bedeutet auch, sich mit dem IST-Zustand nicht zufrieden geben, sondern sich weiter entwickeln. Das muss auch im Klassenzimmer passieren.
Der Start sollte immer mit vollem Stundeneinsatz einer Schulassistenz beginnen - doch während der Beschulung muss auch von allen Beteiligten, Eltern, Lehrer und Schulassistenz schriftlich festgehalten werden, welcher Beitrag zur selbstbestimmten Arbeitsdurchführung bis jetzt durchgeführt wurden.
Das ist etwas, welches dringend verbesserungswürdig ist, es bringt ja nichts, wenn wir die Förderschule in die Regelschulklasse importieren, wir müssen ja ein neueres offeneres Konzept entwickeln.
Das klappt nur mit optimalen Klassenräumen, schallisoliert, technische Hilfsmittel, wie z.B. Whiteboard, Ipad usw. dann würde bei Zugriff einer freien Datenbank, aus denen sich Kinder frei bedienen könnten, schon die passenden Lernbereiche heraussuchen, die gerade funktionieren. Es könnte ein viel ruhigeres, individuelleres und günstigeres gemeinsames Lernen praktiziert werden.
Würde man die Grundanschaffungen direkt leisten und nicht diese extremen Sparmaßnahmen anführen, könnte man statt jeden Schüler mit Schulassistent ganz anders beschulen.
Ich hoffe auf die Schulungen - das über grundlegende Probleme nachgedacht werden, es darf ja auch nicht ausarten, dass die Behinderten wie Champignons aus den Boden sprießen, man aus jeder Mücke einen Elefanten macht, um möglichst viele sonderpädagogische Förderstunden und Stunden für die Schulassistenz zu erhaschen.
Es muss auch nach Lösungen gesucht werden, die ebend den Unterricht und auch die Verpflichtung der Eltern reformiert.
Wenn ich persönlich erlebe, wie wenig Engagement oft Eltern von den Kindern ohne Förderbedarf mit bringen, da wird weder zu Hause bebastelt, musiziert, gelesen oder ähnliches. Ein paar Wanderungen oder Unternehmungen und Schluß. Die Eltern sind des öfteren beide berufstätig, das Kind muss am besten vom 1. Schuljahr an in der Nachmittagsbetreuung sitzen und da fällt auch viel Bildung unter dem Tisch.
Ein afrikanisches Sprichwort" um ein Kind zu unterrichten braucht es ein ganzes Dorf".
Dieses Miteinander ist schlicht möglich, Kirchen, Caritas, Lebenshilfe bersten von ehrenamtlichen Mitarbeitern, warum gibt es die nicht in den Schulen. Warum gibt es nicht die Möglichkeit, dass diese Hilfe angenommen wird?
Eltern dürfen noch nicht einmal in Eigenleistung einen Flur streichen - da es ja kein Meister absegnet, d.h., gestrichen wird nicht, weil kein Geld da, doch Improvisation wird im Keim erstickt.
Ich möchte auch an dieser Stelle die Position der ESH weiter leiten,
http://autisten.enthinderung.de/schulbegleitung aktuell bedürfen wir dieser Hilfsmittel, in der Form, wie es damals das Hilfsmittel Förderschule geben musste, doch sollte man berücksichtigen, dass schlichtweg Barrierefreiheit auch bedeutet, das ein Mensch in der Form seiner Möglichkeiten beiwohnt, mit allen notwendigen Hilfsmitteln zur Erreichung des größtmöglichsten selbstbestimmten Handlungsspielraum.
Dann können wir von Inklusion sprechen - so lange dieses Ziel unerreicht ist, sprechen wir von einer Integration. Ein Autist, ein Mensch mit Trisometrie oder mit FAS müssen genauso die Möglichkeiten erhalten barrierefrei unterrichtet zu werden.
Für nur 5.000 Euro kann ein Raum schallisoliert werden, für einen überschaubaren Betrag könnten Eltern ein Ipad zum Schulstart kaufen, teure Schulränzen und Schulbücher entfallen, sie werden als eBooks herunter geladen, Korrekturen können automatisch laufen usw. theoretisch wäre zwar mit einem intensivem Startpaket doch einsparendes Potential vorhanden.
Wegen der ausbleibenden Schulbegleitung, möchte ich auch an dieser Stelle inmal die Onlinebeschulung in der Regelschule verlinken, auch eine interessante Seite:
http://dokumente.perfektibilistenorden.de/esh-flugi9m.pdf
Natürlich wird es immer Menschen geben, die permanente Unterstützung brauchen, doch man sollte Kindern auch in ihrem Rahmen fordern.
Die Ablehnende Haltung von Sozial- und Jugendämtern, hat manchmal auch mit der verweigernden Haltung der Schulen zu tun, die z.B. auch Kinder, die mittlerweile ohne Assistenz beschult werden wollen, doch schlichtweg in gesetzeswidriger Weise, die Schule den Schulbesuch ohne Begleitung verbietet.