Hallo an alle,
ursprünglich ging es ja mal darum:
WDR Düsseldorf möchte mit uns drehen.
Wir suchen daher eine Mami, die bereits ein Kind mit Down-Syndrom hat und nun wieder schwanger ist aber nicht weiß ob das Kind was sie gerade austrägt gesund sein wird oder ebenfalls eine Behinderung haben wird.
Alternativ suchen wir eine Mutter oder Familie, die gerade erfahren haben, das ihr Baby das Down-Syndrom haben wird. Wir wissen, das es in einer solchen Situation andere Probleme gibt, als ins Fernsehen zu kommen, aber dennoch könnte es ja sein, das sich jemand hier findet.
Also ich gehe von
unserer DS-Gruppe aus: das sind alles Eltern, die die Problematik der PND hinter sich haben oder es auch nicht neu betrifft, da kein neues Kind unterwegs. Das trifft wahrscheinlich auch auf viele "Kontakt"eltern aus dem DSI zu ( viele kenne ich auch, zumindest via mailingliste).
Ich lese aus dem Aufruf
nichts weiter, als das Eltern gesucht werden, die
aktuell mit der Problematik der PND konfrontiert werden und das aus dem neutralen Rahmen heraus, eben
nicht zur DSI zu gehören. Vielleicht sollte so die Arbeit des DSI besonders hervorgehoben werden: viele Neueltern haben so überhaupt erstmal die Möglichkeit eines persönlichen Kontaktes zu Betroffenen - nicht überall gibt es bestehende Elterngruppen.
Auch sind nicht alle Eltern von Kindern mit DS in der Lage, solch schwierige Beratung zu geben, da es
immer! ein offener Ausgang sein sollte - d.h. auch eine mögliche Abtreibung steht im Raum, und damit müssen auch die "Berater" klarkommen, denn: jemand treibt ein Kind ab, das so ist wie sein eigenes, wegen seiner besonderen Eigenschaften, die es für die "Berater" vielleicht besonders wertvoll macht...
Ratsuchende, und das sind nur die, die bereits schwanken, werden über das DSI an regionale Partner vermittelt - die dann persönlich Kontakt aufnehmen. I.d.R. finden dann Treffen statt - und glaube mir, die wenigsten werden nur ein Hohelied auf die Behinderung DS singen, aber viele haben eben entgegen ihrer eigenen Erwartung auch viele positive Erlebnisse gehabt und wollen diese eben auch weitergeben, da dies in den allg. Aufklärungsgesprächen eben völlig fehlt. Viele BaldEltern wollen einfach auch nur Kinder mit DS sehen und erleben - und da werden sie selber schon den Unterschied zu "Normalität" entdecken (glaubt mir, da sind oft schon unsere Fitten ein Schock) aber eben auch (mögliches) Glück
trotz Behinderung.
Nicht anders läuft es ab, wenn bereits regionale Gruppen existieren - wir haben hier im Raum Leipzig/Halle 2 und haben auch regelmässig Anfragen und Eltern, die sich der Herausforderung stellen. Auch haben wir Anfragen von Fernsehen und Zeitung - und gehen diesen ähnlich - via Umfage, wer passt - nach. Würde ich es absolut steuern in der Meinungsbildung - hätte ich meinen "Medienprofi", der die Sonnenseiten extra herausarbeitet und würde mich nicht dem Abenteuer "frischer" Eltern hingeben.
Ich respektiere Harald Arbeit und bin froh, dass er sie macht (ein spezielles Angebot für werdende Eltern gab es vorher nicht, d.h. für die, die vielleicht doch abtreiben wollen, liegt die Hemmschwelle evtl. höher, wenn sie sich bei DS-Elterngruppen melden sollen), auch wenn er mir immer etwas zu fordernd und zu ungeduldig ist und auch etwas zu explosiv reagiert. Aber das Thema ist schwierig und unsere Kinder haben viel zu wenig Anwälte, als dass wir die derzeit "einseitige" Information der "Normalbevölkerung" hinnehmen sollten. UNd was die hier bemängelte Einseitigkeit der Gegenseite, also des DSI betrifft, die hompage ist eines, aber der direkte Kontakt mit dem Leben einer Familie mit DS - auch mit den aus unseren Augen Fitten - was ganz anderes...
LG Kathrin