Hallo Julia,
ich habe eine 2 1/2 jährige Tochter die mit Trisomie 21 und einem Herzfehler zur Welt kam. Die Schwangerschaft war die beste von allen (3 +Totgeb.19.SSW.) wir wussten nichts von dem Herzfehler und auch nichts von der Trisomie.
Selbst nach der Geburt hatte man uns nichts vom Verdacht auf Down-Syndrom gesagt, erst Tage später in der Kinderklinik wurden wir vor vollendete Tatsachen gestellt.
Dieses war für uns ein Schock,eine Welt brach zusammen wir hätten mit vielem gerechnet aber nicht mit einem behinderten Kind.Mein Mann tat sich derzeit auch wahnsinnig schwer mit der Realität umzugehen.
Zu Anfang wurde uns gesagt der Herzfehler den unsere Kleine hat wäre häufig bei Kindern mit Down-Syndrom (problemlos zu operieren).
Sie war die ersten 6 Wochen in einer Kinderklinik, wir bekamen Sie nach Hause mit einer Magensonde.
Wir gewöhnten uns an alles sehr schnell und das Down-Syndrom war gar kein Problem mehr für uns, denn es war UNSER KIND.
Als Sie 4 Monate alt war erfuhren wir dann nach einer Herzkathederuntersuchung wie es tatsächlich um Sie stand.
Atrioventrikulärer Septumdefekt,Lungenvenenstenose und Pulmonale Hypertonie (Lungenhochdruck) war für uns auch am Anfang "Fachchinesisch".
Kurzum gesagt die Ärzte waren überzeugt Sie würde in kürzester Zeit ersticken.
Von da an fing ich an zu kämpfen für meine Maus die wir mittlerweile so ins Herz geschlossen hatten und ich schaffte es, dass Berlin operierte.
Wir standen derzeit alleine da,es konnte sich niemand in unsere Lage versetzen und jemand zum Reden hatten wir nicht.
Mittlerweile schreibe ich ein Buch um anderen Menschen, die auch in solchen Situationen stehen,zu helfen.
( Dieses wird vermutlich in einigen Monaten veröffentlicht.)
Und ich habe vieles dazu gelernt, ich würde alles wieder genauso machen.
Ich bereue noch nicht einen Schritt den wir getan haben, denn wenn ich mir die Kleine heute ansehe wie fröhlich Sie ist das ist das größte Geschenk für uns.
Ich kann nur für mich reden, wenn ich in der Schwangerschaft gewusst hätte es wird ein Kind mit Down-Syndrom, hätte ich es auch nicht abtreiben lassen.
Diese Kinder haben in meinen Augen auch ein Recht zu LEBEN.
Außerdem geben Dir diese Kinder für ein Lächeln, das Zehnfache zurück.
Ich bin sehr froh mit der Kleinen, Sie ärgert Ihre Brüder und hat bei uns das "Kommando".
Ich wünsche Euch alles,alles erdenklich Liebe und Gute.
LG Martina
P.S. Wenn Du mit jemand reden möchtest ich habe jederzeit ein Ohr für Dich,kannst mir auch gerne mailen.
Wir standen alleine da wenn ich jemand gebraucht hätte zum reden hatten alle" Ohrenstöpsel" an.
[Bild: www.intakt.info]
meine E-mail Adresse ,wenn Du jemand zum reden brauchst.
Schmdtis@aol.com