Hallo, ich schreibe eine Hausarbeit, in der es darum gehen soll, welche Fähigkeiten eine Erzieherin in einer heilpäd. Kinder-und Jugendeinrichtung haben soll. Speziell will ich den Teil beleuchten, der wichtig ist für eine Gute/unterstützende/wertschätzende Zusammenarbeit mit den Eltern ist. Die EInrichtung ist für Kinder/Jugendliche zwischen 10 und 24Jahren. Ich möchte herausfinden, was es ist, was Eltern erleichtert, ihr Kind für 12Tage dort leben zu lassen, es nur jedes zweite Wochenende nach Hause zu holen. Was sie darin unterstützt, sich trotz der geringeren Zeit mit ihrem Kind als vollwertige Eltern zu fühlen etc..
Nur dies zu formulieren fällt mir sehr schwer. Ich muss eine Frage formulieren, die etwa so beginnt: Welche Kompetenzen benötigt eine Erzieherin in einer heilpädagogischen Einrichtung für eine ...Elternarbeit /Zusammenarbeit mit den Eltern?
Ich selbst bin seit vielen Jahren Heilpädagogin in einem Heim, meine Kollegen konnten mir nicht bei einer Umformulierung helfen, ist leider kein Elternteil in der Nähe gewesen, da hab ich dieses Forum gefunden.
Die Umschreibung darf keine Wertung oder "Alltagswissen" enthalten, die Umschreibung "wertschätzend" kam leider nicht durch, weil nicht wissenschaftlich definierbar - da sprach wohl eindeutig meine Praxis.
Ich bin gespannt, ob mir hier jemand weiterhelfen kann, ich danke im voraus,
Liebe Grüße Christiane
spannendes Thema!
Meiner Erfahrung nach kann man "Wertschätzung" nicht schriftlich formulieren, sondern man muss sie wirklich empfinden, um sie auch transportieren zu können.
Ich kann leider immer wieder und immer nur von meinen furchtbaren Erfahrungen mit der Lebenshilfe berichten.
Dort wurde Wertschätzung vorgegaukelt und transportiert wurde, dass Eltern von behinderten Kindern von Grund auf "überfordert" sind.
Beispiel Nummer 5.555 : Frühfördertherapeutin trifft in der ersten Stunde auf mein behindertes Pflegekind und ruft aus: "Was tut denn so ein Kind bei Ihnen? Das gehört doch in eine professionelle Einrichtung..." (Claudia ergänzt: "....denn nur wir Profis *können* mit behinderten Kindern....und wenn so ein Kind bei Ihnen lebt, profitieren wir nicht davon")
Wertschätzung von Eltern behinderter Kinder heisst für mich:
keine leeren Worthülsen auf dem Papier, sondern den Eltern von behinderten Kindern die Erziehungskompetenz auch "real" zutrauen.
Wertschätzende Formulierungen sollten auf keinen Fall ein Lockmittel sein, die Kinder in ein Heim oder eine Einrichtung zu bekommen, um damit Arbeitsplätze zu sichern - der Marktwert von behinderten Kindern ist ja nicht zu unterschätzen.
Eine wertschätzende Formulierung sollte auf jeden Fall transportieren, dass man ein Kind wirklich nur dann in ein Heim gibt, wenn dieses Kind tatsächlich und real nicht mehr tragbar für die Familie ist.
Also keine beschönigten "rosa" Worte, sondern deutlich formulierte Ansagen.
Noch ein Beispiel aus der Lebenshilfe:
als es um die Einschulung meiner Pflegetochter ging, wollte ich sie keinesfalls in eine Tagesstätte abschieben. Ich bin die Pflegemutter und beziehe mein Pflegegeld nicht dafür, dass andere mein Pflegekind erziehen, zumal die Schule damals zwei Gehminuten von uns entfernt war und ich mein Pflegekind mittags hätte abholen können.
Die "wertschätzende" Formulierung der Sonderpädagogin: "Naja, wenn Sie sich das Kind den ganzen Tag zumuten wollen..."
Ich muss nicht dazu sagen, dass mein Pflegekind diese Schule selbstverständlich nicht besucht bei soviel Wertschätzung.
Hätte die Sonderpädagogin damals gesagt: "Frau Z., wir sind auf die Gelder angewiesen, die die Tagesstätte bekommt - vielleicht können wir uns ja auf einen Kompromiss einigen, dass wir uns finanziell auch über Wasser halten können...." hätte ich mich wertgeschätzt gefühlt und mit Sicherheit eine Kompromisslösung gefunden.
Die andere Schule konnte das übrigens wunderbar transportieren - eben, dass sie auch auf diese Gelder mit angewiesen sind.
Aber es ist keine Wertschätzung, wenn man den Eltern sagt: "Ihr seid gute Eltern und dürft Euer Kind natürlich jedes zweite Wochenende abholen."
Wenn mir jemand sagen würde, er schätzt mich wert und ich darf mein Kind nur alle zwei Wochen abholen, sehe ich eher die Eurozeichen in den Augen der Einrichtung.
was ich noch wichtig finde - da ich ja selbst Pflegemutter bin, wäre es nur Augenwischerei und Beschönigung, Eltern vorzumachen, sie wären noch "vollwertige" Eltern, wenn sie ihre Kinder nur alle zwei Wochenenden bei sich haben.
Ich denke, das ist Dir als SozPäd (ich schätze diesen Berufsstand übrigens ausserordentlich, ich arbeite hervorragend mit unseren SozPäds des Jugendamtes zusammen) auch klar.
Die leibliche Mutter meiner Pflegetochter hat auch nur noch ein beschränktes Besuchsrecht und ich könnte ihr im Leben nicht "vorgaukeln", dass sie an der Erziehung ihres Kindes noch grossartig beteiligt ist.
Ich signalisiere ihr aber meine aufrichtige Wertschätzung, in dem ich ihr Kind in dem Moment als Pflegemutter "loslasse", wenn sie in Erscheinung tritt. Dann trete ich in den Hintergrund.
Wenn man nur noch eine sehr beschränkte Zeit mit seinem Kind hat, ist man definitiv nicht mehr der "vollwertige" Elternteil.
Ich würde nie und nimmer versuchen, so etwas den abgebenden Eltern vorzugaukeln.
Das ist nämlich genau das Gegenteil von Wertschätzung, meine ich.
Wenn ich einem Menschen etwas vormache, dann nehme ich ihn nicht mehr ganz ernst.
Die Elternarbeit wird sicher auch so aussehen, dass eine Einrichtung die Eltern zwar noch formell mit einbezieht, aber dann doch macht, was sie für richtig hält.
Ich beziehe die Mutter meines Pflegekindes wirklich nur in die Entscheidungen mit ein, bei denen ich mich nach ihren Wünschen richten kann und dann nicht "hintenrum" doch etwas anderes mache, nur um die Illusion aufrecht zu erhalten, sie hätte grossartig Mitspracherecht.
Wertschätzend formulieren heisst für mich in erster Linie: ehrlich formulieren.
Und es ist meiner Meinung nach nicht ehrlich, Eltern vorzumachen, sie seien noch "vollwertige" Eltern, wenn sie ihr Kind in Euere Einrichtung geben und nur noch alle zwei Wochen das Kind zu sich nehmen dürfen.
das ist wirklich nicht leicht und ein Thema Pro - Contra.
Wertschätzung seinem Gesprächspartner gegenüber kann man denke ich kaum in Worte packen, sondern man sollte es Leben. In der Form von ehrlichem Respekt, Achtung und auch Zuneigung, Verständnis für die Entscheidungen auf beiden Seiten.
Auch denke ich das bei vielen Einrichtung in der Vermittlung ein falsches Bild entsteht weil die Aussagen nicht richtig formuliert sind, wurden, in der Ansage zum Elternteil. So ensteht dann eine gänzliche falsche Ausgangsbasis zu beiden Seiten.
Claudia hat dies bereits gut an Beispielen beschrieben. Wenn man mir als Mutter vermitteln will das dies die Einrichtung ist für mein Kind, sollte man mir als Mutter vermitteln warum dies so ist. Und dies nicht wegen des Geldes, sondern weil das Personal besonders ausgebildet wurde, Sie besondere Fähigkeiten mitbringen ( wenn vorhanden ) , die Einrichtung selbst vorstellen, wie auch das Personal. Den Eltern / Teil vermitteln warum die Einrichtung - Super ist.
Menschen mit Behinderung ob klein - groß sind etwas besonderes, Sie besitzen etwas , was der normale Ottonormalverbraucher schon lange verloren hat. Es ist eine Mischung aus natürlicher Freude, Liebenswert, echter Wut, Zorn, ganz spontan und so ehrlich das es mich immer wieder umhaut wenn ich dies erleben kann und darf. Lg sam
ich bin zwar jetzt auch kein Elternteil, aber von mir mal zwei Vorschläge für das fehlende Wort: Wie wäre es denn mit einem schlichten "gut" oder "gelingend".
Ansonsten wünsche ich dir viel Erfolg. Wie du an den Reaktionen hier siehst, weckt das Thema ja ziemlich viele Emotionen, weil die Wertschätzung eben oft fehlt.
Wenn du Lust hast, kannst du das Ergebnis gerne hier bereitstellen, wir würden uns darüber freuen.
...was mir ergänzend noch einfällt:
um ein "wirkliches" Gefühl realer Wertschätzung zu entwickeln, halte ich es für ratsam, sich (als Mitarbeiter einer Einrichtung, aber auch -wie ich- als Adoptiv- und Pflegemutter) immer gut vor Augen zu halten, dass der Arbeitsplatz/die Aufgabe vom Leid anderer Menschen abhängt.
Ohne dieses Leid gäbe es mich nicht als Pflegemutter, gäbe es keine Auftraggeber an die Einrichtungen, die definitiv Geld damit verdienen, so wie ich als Pflegemutter monatlich Unterhaltszahlungen für mein Pflegekind beziehe.
Das Klientel der Einrichtungen sichert zugleich die Arbeitsplätze der Mitarbeiter.
Würden die Eltern und deren Kinder nicht so unter der Behinderung leiden, dass sie eine Einrichtungen brauchen, wären die Mitarbeiter arbeitslos.
Ich kann mir gut vorstellen, wie schwierig sich die Existenz von Einrichtungen und der Erhalt der Arbeitsplätze im Hinblick auf die zunehmenden Spätabtreibungen auswirkt.
Allerdings darf das nicht dazu führen, Eltern, die sich kompetent und in der Lage fühlen ihr Kind selbst zu erziehen, zu suggerieren, dass sie "es eh nicht schaffen" und man ihnen ganz "selbstlos" hilft, in dem man ihre Kinder in eine Einrichtung steckt.
Dein/Euer Auftraggeber sind die Menschen, die leiden!
Das sollte man niemals vergessen.
Das halte ich mir immer bewusst vor Augen, wenn ich mit der Mutter unserer Pflegetochter zu tun habe.
Das halte ich mir immer vor Augen, wenn ich in die Augen meines Adoptivkinds blicke, das aus den Slums von Nairobi stammt.
Mein Familienglück ist auf dem Leid anderer Menschen aufgebaut.
Der wirtschaftliche Profit der Einrichtungen, der Erhalt der Arbeitsplätze ist ebenfalls auf dem Leid anderer Menschen gebaut.
Das Wissen alleine sollte zu einer demütigen Haltung diesen Menschen gegenüber führen und zu realer Wertschätzung.
Und zu unendlicher Dankbarkeit, dass wir die Kraft haben, unser Leben zu bewältigen.
Hallo Christiane!
Wenn´s deinen wissenschaftlichen Anspruch deutlicher machen soll, wie wär´s damit?
Welche fachlichen (und persönlichen) Kompetenzen (und Haltungen) des Erziehers/der Erzieherin in einer heilpädagogischen Wohngruppe begünstigen eine qualifizierte und förderliche Kooperation mit Eltern und Angehörigen.
Herzlichen Gruß
Karin
Erst mal euch allen ein großes dickes Danke!!!
Für eure Emotionen und dann doch noch für Formulierungshilfen!!!
Genau wegen dieser schwierigen Gradwanderung hatte ich anfänglich ein anderes Thema , darin sollte es um Konkurenz von Eltern und MitarbeiterInnen gehen. Meine Erfahrung zeigt, dass, wenn einigeEltern ihr Kind in eine Einrichtung geben, sie sich Entlastung und Weiterentwicklung ihres Kindes wünschen. Wenn ihr Kind anfänglich Verhaltensauffälligkeiten, die sie zu Hause hatten, nicht mehr haben, hinterfragen die Eltern ihre Kompetenz und fühlen sich meistens schlecht. Wenn die Auffälligkeiten aber weiterbleiben oder sich verstärken, dann wird den Mitarbeitern fehlende Kompetenz vorgeworfen. Das ist jetzt sehr plakativ formuliert, bitte werft mit keinen STeinen oder schickt mir böse Viren!
Dort zu gucken, wie es allen Beteiligten gut gehen kann, das hätte ich interessant gefunden. - Da es sich um ein psyvchologisches Thema handelt, durfte ich da nicht weiter gucken, interessiren tut es mich trotzdem.
Jetzt darf ich bei den Erieherinnen gucken. Fallen euch konkrete Kompetenzen ein, die schon in einer Ausbildung vermittelbar wären? Meiner Meinung nach geht es da immer nur ums Kind, meist das in der Kita, so dass die, die dann in einer heilpädagogischen Einrichtung arbeiten fachlich für die Behinderung wenig und für Angehörigenarbeit gar nicht ausgebildet sind. Ich bin gespannt!
Dank eurer Hilfe formulier ich jetzt noch mal ein bisschen umher, vielleicht darf ich am Ende ja doch wieder Elterninterviews führen, wie ursprünglich gehofft...
Liebe Grüße Christiane:wink:
ich verstehe sehr gut, was du meinst - das ist wirklich sehr schwierig - von daher ganz sicher KEIN Stein. Ich hatte bisher das große Glück fast immer mit sehr kompetenten und einfühlsamen Menschen zu tun zu haben. Und das ist gerade zu Beginn besonders wichtig. Denn gerade in der Zeit des Erkennens und des Akzeptierens einer Behinderung ist man/war ich besonders sensibel. Ich konnte ganz am Anfang gar nicht hören, wenn man "Behinderter" gesagt hat, war furchtbar betroffen - habe an Formulierungen geknabbert. Und eigentlich war das nur Ausdruck meiner Ängste, meines nicht Wahrhabenwollens.
Was hat mir also geholfen?
Ich traf auf Menschen, die mich in dieser Lebenssituation wahr und ernst genommen haben. Die meine Tränen, meine versteckte Wut mit mir getragen haben und mir dabei nie das Gefühl gegeben haben, eben eine Mutter zu sein die "blind" ist gegenüber dem was mit unserm Kind war. Wichtig auch: Man hat mir immer das Gefühl gegeben kompetent zu sein, hat nachgefragt "wie machen sie das zu Hause?" Sätze wie: "Sie als Mutter/Eltern sind die Experten für ihr Kind - wir nehmen sie ernst" haben mir ein gutes Gefühl gegeben und eben auch die Tatsache dass wir ernst genommen wurden. Ein Gspräch am runden Tisch mit Lehrer, Therapeuten und Psychologin war super. So kamen viele Aspekte zusammen - allerdings ist das wohl dann auch eine Frage des Zeitpunkts. Kann man (Eltern) soviel Realität schon tragen? Und ein weiterer Punkt: Thema ist nicht immer nur das Kind - nein, ganz oft die Frage: Wie geht es Ihnen? Und das müssen nicht immer tiefgreifende psychologische Themen sein sondern einfach ein Interesse am anderen. "Normal halt".
Dazu muss ich aber sagen, dass unser Kind nicht wochenweise in einer Einrichtung ist sondern in die Schule der Lebenshilfe Würzburg geht. Aber auch da kann man sehen, dass Kinder zu Hause ganz anders sind als in der Schule, dass es Einflüsse gibt, die das Verhalten unserer Kinder verändern.
....Meine Erfahrung zeigt, dass, wenn einigeEltern ihr Kind in eine Einrichtung geben, sie sich Entlastung und Weiterentwicklung ihres Kindes wünschen. Wenn ihr Kind anfänglich Verhaltensauffälligkeiten, die sie zu Hause hatten, nicht mehr haben, hinterfragen die Eltern ihre Kompetenz und fühlen sich meistens schlecht. Wenn die Auffälligkeiten aber weiterbleiben oder sich verstärken, dann wird den Mitarbeitern fehlende Kompetenz vorgeworfen....
Hallo Christiane,
ich denke, diese Problematiken treten dann verstärkt auf, wenn die Eltern ihre Kinder nur halbherzig weggeben haben.
Das kann man übrigens auch wieder gut bei Pflegeverhältnissen beobachten:
oft kompensieren die abgebenden Eltern bzw. die Eltern, denen die Kinder weggenommen wurden, ihre eigene gefühlte Unzulänglichkeit mit der Abwertung der Pflegeeltern.
Egal, was wir Pflegeeltern dann machen: es kann nur falsch sein.
Für mich ist glasklar:
erst wenn ich "wirklich" keine Kraft mehr habe, dann gebe ich mein (Pflege)kind möglicherweise in eine Vollzeiteinrichtung bzw. löse ich dann das Pflegeverhältnis auf.
Das kann man jetzt auch auf leibliche Eltern projezieren.
Lassen ich mir aber das Kind von einer Einrichtung abschwatzen, indem man mit Verunsicherungs-Strategien arbeitet oder uns Eltern suggeriert, "sie können ja gar nicht können" - so wie es mir über 7 Jahre lang passiert ist (meinem gesunden Adoptivkind wurde gar eine geistige Behinderung angedichtet und ich als überfordert "protokolliert", weil ich meinem gesunden Kind keine 4 Therapien in der Woche antreten wollte!), dann wundere ich mich nicht, wenn es ständig auf Konfrontation hinausläuft.
In dem Moment, in dem ich mein Kind so "abgebe" und in Kauf nehme, es nur noch alle zwei Wochenenden zu sehen, muss ich mich wirklich "von selbst" am Ende fühlen.
Was würde in dem Fall Wertschätzung für mich bedeuten?
"Frau Z., Sie haben ihre Grenzen erkannt und selbstsorgerisch für Sie und den Rest Ihrer Familie gehandelt. Nun übernehmen wir - Sie sind nicht mehr verantwortlich, ab jetzt sind wir das."
Kurz und präzise auf den Punkt gebracht - von dem Punkt an gibt es keine reale Zusammenarbeit mehr, nur noch Akzeptanz.
Hallo Claudia, da hab ich aber ganz schön geschluckt bei deinem Eintrag, besonders bei deinem Satz:
In dem Moment, in dem ich mein Kind so "abgebe" und in Kauf nehme, es nur noch alle zwei Wochenenden zu sehen, muss ich mich wirklich "von selbst" am Ende fühlen. (ich weiß leider nicht, wie das mit dem Zitieren klappt.)
Ich fände es schlimm, wenn die Eltern sich erst am Ende fühlen müssen, um ihr Kind in einem EInrichtung zu geben, bei uns sind Jugendliche um die 16Jahre. Die sind in der Pubertät, die ja schon bei normalen Kids anstrengend genug ist. Bei ihnen eher noch schlimmer. Zu dem Prozess, rauszufinden, was sie sind, kommt häufig noch eine Isolation zu Hause, Stunde Busfahrt ein Weg zur SChule sind da keine Seltenheit. Andere Jugendliche setzen sich doch auch mit sich, ihrer Familie und mit Gleichaltrigen auseinander, haben Freundschaften. Hier wären die auf die Schulzeit beschränkt oder hätten ewige Fahrzeiten der Eltern dabei. Da finde ich es eine große Leistung der Eltern, wenn sie sehen, dass ihr Kind noch andere Möglichkeiten braucht und sich dann für eine Einrichtung entscheiden, wo die SChule zu Fuß zu erreichen ist, wo ein Verein keine Besonderheit, wo sie nicht immer eine Ausnahme sind, sondern auch mal zurückstecken, sich an anderen orientieren können und lernen, Dinge schätzen zu lernen.
Das Wort der Eltern gilt trotz weniger Kontakt immer mehr als das von Mitarbeitern (vorausgesetzt natürlich, dass es ein gutes Verhältnis war), Zeiten mit den Eltern sind nicht mehr so von Stress, Anforderungen und Zeitdruck geprägt, Eltern können sich wieder mit sich, ihren anderen Kids beschäftigen.
Ich finde dann, sein Kind abzugeben, muss noch schwieriger sein, als wenn es zu Hause nur noch die Bude auseinander genommen hat und keiner mehr kann.
Ich muss jetzt los, bin gespannt auf Reaktion, Gruß Christiane
das klingt so, als müsste man per Werbung den Eltern schmackhaft machen, sich auf Dauer von ihren Kindern zu trennen.
Wie gesagt: es ist mir völlig klar, dass in den Zeiten, in denen behinderte Menschen immer "knapper" werden (Spätabtreibung) die Einrichtungen um jeden Behinderten kämpfen.
Aber ich schiebe mein Kind/Pflegekind doch nicht dauerhaft in ein Heim ab, solange ich noch erziehungskompetent bin und dieses Kind noch minderjährig ist.
Hast Du Dir schon mal Gedanken darüber gemacht, was es einem Kind bedeutet, in einer geborgenen Familie aufwachsen zu dürfen und nicht in ein Heim abgeschoben zu werden?
Bist Du denn der Ansicht, dass Pädagogen einem behinderten Kind mehr geben können als die Eltern oder eine Pflegefamilie?
Nur, weil sie diesen Job erlernt haben?
Mit der Argumentation, die Du verwendest, würde ich mir mein behindertes Kind nicht "abspenstig" machen lassen - es ist hier wunderbar integriert, wir pflegen gute, soziale Kontakte, sind hervorragend in das gesellschaftliche Leben eingebunden und unsere grosse Tochter muss zwar gelegentlich zurückstecken, aber ich schaffe es auch als "Nicht Fachkraft", beiden Kindern gerecht zu werden.
Und es ist auch genau diese Argumentation, die ich alles andere als wertschätzend empfinde.
Hier wird Eltern "wohlwollend" und unter dem Deckmäntelchen der "Verantwortung dem Kind gegenüber" suggeriert, wie gut es doch für ihr Kind ist, wenn sie es weggeben.
Noch dazu kenne ich eine SozPäd (mit der ich in freundschaftlicher Beziehung stehe), die genau in so einer Einrichtung arbeitet, wie Du sie beschreibst ... und die Probleme, die diese Einrichtungen haben, weil es immer weniger behinderte Kinder und Jugendliche gibt und manche Einrichtungen um die Existenz kämpfen müssen und dass garantiert bei Weitem nicht "alles " wertschätzend mit den Eltern abgesprochen wird.
So manches Sedativum wird abgesetzt, wenn Besuch kommt oder der Heimbewohner mal nach Hause geht .
Und noch eine Ergänzung, mir fiel wieder diese Pressemitteilung ein, die wunderbar das zum Ausdruck bringt, was ich meine.
In dem Fall stehe ich absolut hinter den Aussagen dieser Partei, auch wenn ich sonst nicht zu den konservativen Wählern gehöre.
Hallo, ich schreibe eine Hausarbeit, in der es darum gehen soll, welche Fähigkeiten eine Erzieherin in einer heilpäd. Kinder-und Jugendeinrichtung haben soll. Speziell will ich den Teil beleuchten, der wichtig ist für eine Gute/unterstützende/wertschätzende Zusammenarbeit mit den Eltern ist. Die EInrichtung ist für Kinder/Jugendliche zwischen 10 und 24Jahren. Ich möchte herausfinden, was es ist, was Eltern erleichtert, ihr Kind für 12Tage dort leben zu lassen, es nur jedes zweite Wochenende nach Hause zu holen. Was sie darin unterstützt, sich trotz der geringeren Zeit mit ihrem Kind als vollwertige Eltern zu fühlen etc..
Nur dies zu formulieren fällt mir sehr schwer. Ich muss eine Frage formulieren, die etwa so beginnt: Welche Kompetenzen benötigt eine Erzieherin in einer heilpädagogischen Einrichtung für eine ...Elternarbeit /Zusammenarbeit mit den Eltern?
Ich selbst bin seit vielen Jahren Heilpädagogin in einem Heim, meine Kollegen konnten mir nicht bei einer Umformulierung helfen, ist leider kein Elternteil in der Nähe gewesen, da hab ich dieses Forum gefunden.
Die Umschreibung darf keine Wertung oder "Alltagswissen" enthalten, die Umschreibung "wertschätzend" kam leider nicht durch, weil nicht wissenschaftlich definierbar - da sprach wohl eindeutig meine Praxis.
Ich bin gespannt, ob mir hier jemand weiterhelfen kann, ich danke im voraus,
Liebe Grüße Christiane
Hallo Christiane,
beider Fragestellung würde ich mir wünschen, das die zu treffende Formulierung dem Alter der Kinder angepaßt wird. Eltern eines 20 J. alten Kindes, das so große Probleme hat das es in eine Stationäre Einrichtung "soll", brauchen andere Ansprache als Eltern von Kleinkindern, die z. B. mit einem hyperaktiven Kind überfordert sind.
Irgendwie erinnert mich deine Frage an einen Sozialarbeiter, der sich 10 Jahre lang erfolgreich und gern um Kinder gekümmert hat, und plötzlich in eine Einrichtung für arbeitslose Jugendliche gerät. Da hat ihm all seine Erfahrung mit Kindern nix geholfen.... nach 6 Monaten war er selbst ein Fall für eine Stationäre Einrichtung, und nach weiteren 5 Monaten BU.
Hier fragt nun eine Schülerin, Studentin, die kaum Erfahrung mit "einfachen Kindern" einer Altersgruppe hat ( ? ), wie sie Eltern von behinderten Kindern in Alter von 10 - 24 Jahren gerecht werden.... bzw. sie davon überzeugen kann, das sie bzw. die Einrichtung, besser mit den Kindern umgehen kann, als die Eltern selbst. .. Da läuft es wohl drauf hinaus.
Um darauf eine Antwort geben zu können, müßte man wissen, aus welchem
Grund das Kind in die Einrichtung soll. Will "das Kind" zuhause raus... oder soll es nach Meinung der Behörden zuhause raus, und die Eltern dazu überredet werden... bevor man den Weg über das Vormundschaftsgericht geht ?
"So mal eben" können selbst mit dem ganzen angesprochenen Altersspektrum von Kindern, und im Umgang mit deren Eltern erfahrene Psychologen keine Antwort darauf geben. Was erwartest du von Eltern behinderter Kinder ?
bzw. sie davon überzeugen kann, das sie bzw. die Einrichtung, besser mit den Kindern umgehen kann, als die Eltern selbst. .. Da läuft es wohl drauf hinaus.
Genau so sehe ich das auch, Helmut!
Und irgendwie sträubt sich alles in mir, hier noch zu unterstützen, wie man diese "Überzeugungsarbeit" wohlklingend formulieren soll.
Kinder aúch wenn sie behindert, sind nicht unser Eigentum. Es gibt eine Zeit in der wir für sie da sind, ohne wenn und aber. In dieser Zeit verzichten wir, weil wir sie lieben. Dann kommt die Pubertät. Sie kommt, ob das Kind behindert ist, oder nicht. Die Pubertät ist nicht einfach. Mit einem gesunden Kind kann man sie verbal austragen. Es tut oft weh. Aber die Wut und Enttäuschung die wir dabei erleben wird durch die Liebe und Zuneigung wieder geglättet und irgendwann akzeptieren wir, unser Kind ist erwachsen.
Mit einem behinderten Kind funkioniert es aber nicht ganz so, wie es eigentlich sollte. Das Kind versucht sich genauso abzunabeln, aber wir lassen es nicht zu. Wir können es nicht zulassen, weil wir Angst haben, dass Kind könnte doch nicht ohne uns. Wir die Eltern, sind die einzigen die ihr Kind verstehen. Wir denken, nur bei uns kann es glücklich sein, passiert ihm nichts. Wir merken dabei manchmal nicht, wie sehr wir unserem Kind damit die Freiheit nehmen. Wir lieben es doch so sehr, was kann dann dabei falsch sein? Statt es sich lösen lassen zu können suchen wir Psychologen auf, um seine Verhaltensauffälligkeiten mit "Drogen" behandeln zu lassen. Statt es raus in die Gemeinschaft zu lassen, kapseln wir uns mit ihm ab um nur nicht aufzufallen. Um nur nicht angesprochen zu werden, ob man schon einmal an eine Heimaufnahme gedacht hat. Nein, daran will man nicht denken. Darüber merkt man nicht, wie das eigene Leben wie durch eine Sanduhr abläuft. Man weiß es vielleicht doch, aber man ignoriert es. Blickt man hinter die Kulissen und hat man Kenntnis über die Sparzwänge, dann weiß man, dass selbst der beste Fachmann mit dem besten Willen nicht das bieten kann, was wir als Eltern können.
Nur fragen wir auch unsere Kinder selbst? Recht auf selbstbestimmtes Leben, lassen wir es zu? Können wir das zulassen?
Dürfen wir es, fragen wir uns? Wie schaut mich mein Nachbar an?
Antworten auf Fragen, die wir nur zu gut kennen. Fragen, die wir uns auch immer wieder selbst stellen.
Eine Antwort zu finden ist schwer. Erzieher, Heilpädagogen, Kinderpfleger, Lehrer... wir erkennen sie und ihre Einstellung. Seit 15 Jahren wird unser Kind nun von "anderen" Menschen mit betreut. Vormittags in der Schule und nachmittags in der Tagesstätte der Lebenshilfe. Mir hat noch nie jemand meine Kompetenz in Frage gestellt. Man darf uns als Eltern und Betreuer auch nicht unterschätzen. Wir fühlen und spüren ziemlich schnell, wie die Einstellung seitens der Betreuer unserer Kinder gegenüber ist. Wenn ein Pädagoge, Lehrer oder wer auch immer ganz klare Signale aussendet die aufzeigen: Hallo ich hole dich von da ab, wo du stehst und wie du eben einfach bist. Ich pole dich nicht um, ich breche deinen Willen nicht, sondern versuche durch beobachten, durch Akzeptanz herauszufinden, warum du so bist. Ich sehe in dir das Gute, das Schöne und wenn es nur ein kleines Funkeln in deinen Augen ist . Wenn du blind bist, dann versuche ich dich mit deinen Händen deine Welt ertasten zu lassen und wenn du nicht hören kannst, werde ich dir mit Schwingungen zeigen, wie sich Musik anfühlt und wenn du nicht gehen kannst werde ich mit einem Rolli oder ähnl. deine Beine ersetzen, damit du genau ein gleiches vollwertigen Teil der Gesellschaft bist, wie alle anderen auch.Wenn dieser Eindruck im Ausdruck eines Erziehers erscheint, wenn ich beobachten kann, wie vertrauensvoll mein Kind sich ihm mit Freude anvertraut und mit geht und immer wieder gerne mit ihm geht, dann soll es so sein.
Bei einem gesunden Kind, übergibt man seine Verantwortung irgendwann an das Kind selbst ab, bei einem behinderten Kind wird man immer das Gefühl der Verantwortung haben und tragen.
Für mich ist eindeutig klar, dass Erzieher die in einer heilpädagogischen Einrichtung arbeiten offen sein müssen für alle Kinder, die ihnen anvertraut sind. Sind sie es nicht, spüren es die Eltern und dann fangen die Konfrontationen und Frustrationen an.
Auch wenn ich Claudia in einigem Recht gebe, bei der Beschreibung: "Vollwertige Eltern" bin ich erschrocken. Ich fühle mich bei meinen beiden Söhnen immer noch als vollwertiges Elternteil, auch wenn mein großer Sohn mit 27 1/2 schon sein eigenes Leben lebt, bei dem ich auch keinen Einfluß mehr ausübe. Man ist im Hintergrund, aber solange es uns gibt, sind wir da. Bei unserem "kleinen" behinderten Kind (18) fühle ich mich auch so und hoffe es auch immer zu bleiben.
Ich denke ich verstehe aber nur zu gut, was du meinst.
Im Unterbewußtsein wissen wir so vieles, es ist nur sehr schwer, damit in der Realität zurechtzukommen.
Ich habe mal ganz am Anfang unserer Laufbahn als Eltern eines schwer mehrfachbehinderten Kindes ein Buch gelesen. Darin war eine Kurzgeschichte mit einem Titel: Ich möchte einen Tag nach dir sterben.
Ohne das jetzt kommentieren zu wollen möchte ich meine Ausführung, bzw. meine Gedanken mit zwei Sätzen abschließen: 1.) Über diesen Titel reden in der letzten Zeit wieder Eltern, deren Kinder schon länger in Wohnpflegeheimen leben.
2.) Was nutzen Erziehern die Kompetenzen, die Eltern sich für eine gute Zusammenarbeit wünschen, wenn die zur Verfügung gestellten Gelder seitens des Kostenträgers erst gar nicht für eine gute, ausreichende Betreuung und Förderung in Gemeinschaft mit 2. Lebensbereich reichen?
Die EInrichtung ist für Kinder/Jugendliche zwischen 10 und 24Jahren. Ich möchte herausfinden, was es ist, was Eltern erleichtert, ihr Kind für 12Tage dort leben zu lassen, es nur jedes zweite Wochenende nach Hause zu holen. Was sie darin unterstützt, sich trotz der geringeren Zeit mit ihrem Kind als vollwertige Eltern zu fühlen etc..
Ich habe ihn aufgegriffen und beziehe mich damit explizit auf minderjährige Kinder, die 12 Tage und Nächte in einem Heim leben bzw. eben auch aus meiner Pflegemutter-Perspektive.
Bei meiner Pflegetochter übernehme ich den fürsorglichen, erzieherischen Teil der leiblichen Mutter so gut wie "voll und ganz".
Es gibt viele Dinge, in die ich die Mutter nicht einbinden kann.
Sicher halte ich mich mit bestem Wissen und Gewissen an die Vereinbarungen unseres Pflegevertrages, aber dieses Kind hat seinen Lebensmittelpunkt bei uns gefunden und die leibliche Mutter verliert für unser Pflegekind an Bedeutung.
Klar freut sich die Kleine, wenn es mit seiner Mami zusammen sein kann - aber die wichtigsten Bezugspersonen sind wir Pflegeeltern.
Das kann man nun als "traurig" sehen, weil die Mutter den Einfluss zum grössten Teil verloren hat und so etwas wie eine liebe Tante für unser Pflegekind ist, man kann sich aber auch freuen, dass es feste Bezugspersonen um sich hat, die mit der Behinderung gut zurecht kommen.
Ich selbst sehe die leibliche Mutter übrigens "absolut" als Mutter - aber rein vom "Technischen" her, kann sie ihr Kind selbst nicht mehr erziehen - den Part habe ich übernommen.
Ich hoffe sehr, ich kann einigermassen transportieren, was ich meine.
Von daher ist es für mich nichts weiter als eine beschönigte Illusion, was die Einrichtung da vormachen will, wenn man das Kind dort so unterbringt, dass es nur noch alle zwei Wochenenden nach Hause kommt.
Bei einem abgenabelten Erwachsenen besteht eine feste Bindung zu den Eltern, bei Kindern kann so ein Wechsel geradezu traumatisierend wirken, wenn sie von einem geborgenen Elternhaus in eine Einrichtung kommen.
Wir waren bei unserem Pflegekind die dritte Familie innerhalb eines Jahres - was das zu bedeuten hatte für das arme Ding....da könnte ich ein Buch schreiben.
Statt es raus in die Gemeinschaft zu lassen, kapseln wir uns mit ihm ab um nur nicht aufzufallen.
auch noch eine Ergänzung:
das haben wir noch nie getan!
Und unser Pflegekind ist nicht gerade unauffällig - es kann gut sein, dass ihm mal mittendrin einfällt, andere Passanten "anzuspringen", ihnen an den Körper zu "grabschen" oder um sich zu schlagen, kratzen, beissen, spucken, wenn ihm etwas nicht passt.
Trotzdem kapseln wir uns nicht ab.
Wir sind schon bis in die USA geflogen mit unserem Pflegekind, wir fahren ganz normal in den Urlaub (ohne etwas speziell behindertengerechtes zu suchen), wir mischen uns unter's Volk...
wir haben Freunde, zum grössten Teil eine klasse, offene und liberale Familie - wir sind in unserem Bekannten- und Familienkreis überall willkommen und man kommt uns auch gerne besuchen.
Wir gehen gemeinsam ins Kino, auf den Rummel, zu Veranstaltungen usw.
Unsere Grosse geht bei ihren Freundinnen mittlerweile auch recht souverän damit um, dass sich ihre kleine Schwester "merkwürdig" benimmt und kaum sprechen kann.
Wobei wir ihr keinen Druck machen, dass sie immer und überall Rücksicht auf unsere Kleine nehmen muss - wir sehen sehr gut, wie schwierig die Situation für Geschwisterkinder sein kann und tun unser Bestes, dass unsere Grosse nicht nur zurückstecken muss - es klappt auch.
Wenn mir eine Einrichtung daher käme und mir sagen würde: "Geben Sie uns Ihr Kind, dass Sie nicht ständig isoliert leben müssen.", würde ich mich schon fragen, wo es dann isolierter lebt.
Wobei wir unsere Grenzen sehr gut kennen und auch gemeinsam gesteckt haben.
Ich hoffe sehr, ich kann einigermassen transportieren, was ich meine.
Von daher ist es für mich nichts weiter als eine beschönigte Illusion, was die Einrichtung da vormachen will, wenn man das Kind dort so unterbringt, dass es nur noch alle zwei Wochenenden nach Hause kommt.
Hallo Claudia,
ui ui... et is nun etwas heikel dat hier so zu schreiben, aber ich versuch dennoch es rüber zu bringen.
Neulich hast du hier nach Fortbildungsmöglichkeiten für Pflegeeltern gefragt. Einfach umschrieben sind Pädagogen in stationären Einrichtungen für Kinder u. Jugendliche, "fortgebildetete Pflegeltern". So eine "angehende fortgebildete Pflegemutter" fragt hier, wie du als Pflegemutter, der leiblichen Mutter wertschätzend erklärst, das das Kind zur Zeit bei dir besser aufgehoben ist, als bei ihr.. und sie es nur alle 2 Wochen sehen sollte.
Ich fürchte fast, das außer ... da müssen sie die Leute Fragen, die "die Entscheidung" getroffen haben, ... ich tu nur was mir gesagt wurde... nicht viel dabei raus kommen kann, denn du hast die Entscheidung ja nicht getroffen.
Mich stört an der Frage in erster Linie, das es oft schon bei 2 gleich alten Kindern derart verschiedene Gründe für einen stationären Aufenthalt in solchen Einrichtungen gibt, das man den Grund dafür kaum für die Mutter wertschätzend auf einen Nenner bringen kann..... und es daher wohl unmöglich ist, so eine Formulierung für Eltern von Kindern von 10 - 24 J., mit beliebigen Besonderheiten zu finden.
Hier im Forum ließt man immer wieder, das Eltern anderen Eltern die Ärger mit Therapeuten und Ärzten heben, sagen das sie tun sollen was sie für richtig halten, weil sie ihr Kind doch am besten kennen..... Christiane hätte gern gewußt, wie Eltern anderen Eltern erklären, das sie u. U. ihr Kind doch nicht besser kennen könnten als "solche Einrichtungen".
jou, mir ist schon bewusst, wie grenzwertig das 'rüberkommen muss - mir fällt es schwer, das in geschmeidigere Worte zu fassen, was ich meine.
Ich denke, man merkt auch meine Gratwanderung zwischen "Pflegemutter" und "Mutter" ohne dem "Pflege" davor.
Einerseits bin ich überprüfte und gut vorbereitete Pflegemutter (unser JA macht das wirklich knallhart, aber m.E. absolut richtig) , andererseits wurde ich aber jahrelang von der Einrichtung "Lebenshilfe" gleich mal in die "Von Grund auf überforderte Mutter"-Schublade gesteckt bzw. durfte ich schon die Worte einer Einrichtungsleiterin der Lebenshilfe hören: "Naja, Sie wissen ja selbst ---- wir gucken bei Pflegeeltern immer etwas genauer hin, immerhin haben die ja fast alle psychische Probleme."
(Ich glaube, man kann mittlerweile gut nachvollziehen, weshalb ich mit der Lebenshilfe hier nie eine "Liebesbeziehung" haben werde, auch wenn es mit dem FeD zumindest gut klappt).
Dazu kommt in meiner Situation noch die Schwierigkeit, dass die Mutter meiner Kleinen selbst "nicht von dieser Welt" ist und ich sehr leicht nachvollziehbare "Erklärungen" bei ihr brauche, wenn ich ihr etwas vermitteln muss.....um es mal so auszudrücken, ohne die Schweigepflicht zu brechen.
Übrigens habe ich heute Morgen als meine erste "Tat" den Wolfgang durch den Helmut ersetzt.
mein Sohn ist 20 wird bald 21 Jahre. Im alter von 4 Jahren hab ich bei einem Kinderarztbesuch erfahren ,,Ihr Kind wird nie laufen können'' . Damals war das ein riesen Schock da uns ja immer versichert wurde ,,das wird noch denken Sie dran er ist ne Frühgeburt''.
Er ging zu diesem Zeitpunkt in einen Kindergarten für geistig behinderte Kinder. Wurde mir empfohlen von unseren Neurologen.Dort wäre er gut aufgehoben, Fortschritte hatte er dort nie gemacht.Im Gegenteil er wurde ruhiger zog sich zurück. Nach Rücksprache mit meine Kinderärztin habe ich Ihn dort abgemeldet.Sie begrüßte es sogar das er in einen normalen Kindergarten ging.Die Zusammenarbeit zwischen uns Eltern und Kinderärztin war immer super. Eine Zusammenarbeit zwischen Eltern und der Kindergarten für geistig behinderte Kinder gleich Null. Es gab keine Elterngespräche warum auch . Fragen zur Entwicklung wurden abgeschüttelt. Hauptsache das Kind war dort ungebracht.
Anmeldung in einem normalen Kindergarten , Entwicklung , es ging Berg auf.
Dann kam die Einschulung, als ich bei der Einschulungsuntersuchung sagte das er in einen ganz normalen Kindergarten geht hab ich gedacht die Ärztin springt gleich über Tisch.
Wie könnte ich mir anmassen ein Kind aus einer Einrichtung zunehmen die speziel für solche Kinder vorgesehen ist.
Ich wäre doch überfordert mit diesem Kind würde seiner Entwicklung schade usw.
Die Ärztin ist sogar so dreist gewesen und war in dem Kindergarten in dem mein Sohn bis zur Einschulung besuchte .
Wie können die Kindergärtner dort nur so ein Kind aufnehmen.
Eine Einrichtung mit 24 Stundenbetreunung wäre doch besser.
Was soll das , ich bin nicht Mutter geworden um mein Kind abzuschieben.
Er ist behindert nu und. Hat er kein Recht auf eine normale Familie warum sollen wir uns verstecken bzw ein Kind abgeben.
Nie im Leben.
Warum wird Eltern immer wieder angeraten gebt Eure Kinder doch in eine Einrichtung mit 24 Stundenbetreuung.
Auch jetzt noch. Im September geht er seine Ausbildung in eine WfbM machen hier kam gleich er kann dann auch im betreuten Wohnen unterkommen da gibt es speziel Ausgebildes Personal.
Ich sitze vor dem Bildschirm und weiß gar nicht so richtig, wie ich auf eure Beiträge eingehen kann: Erstmal noch mal danke!!!
-Ich hätte die Altersgruppe genauer Eingrenzen können, beschreiben, um welche Behinderungen es geht. ---Irgendwie dachte ich aber immer, dass sorgende Eltern sorgende Eltern sind, egal, ob mit oder ohne Behinderung, ob sie sich mehr mit einem Krankheitsbild auseinandersetzen müssen, bestimmt vielleicht vermehrt die Inhalte, aber die Sorge um ihr Kind ist doch allen gleich.
-Das Einrichtungen Eltern die Betreuungskompetenz absprechen, ist mir zum Glück noch nicht in meiner Praxis vorgekommen. In unserer Gruppe kommt der Kontakt von den Eltern, die sich vorher informieren können, da heißt Kontaktgespräch nicht gleich Aufnahme, da können die Eltern sich auch mit uns Mitarbeitern unterhalten (keine Frage, dass da Sympathie eine große Rolle spielt), da dürfen die Kinder Probewohnen und das nicht nur einmal. Eine Aufnahme muss es auch dann nicht geben. - Dass Eltern leider einem Druck durch Altersgrenzen und Kostenübernahme ausgesetzt sind, das steht außer Frage, da muss ich auch nichts schön reden.
Trotz allem bleibt die Frage, welche Kompetenzen, erlernbare Fähigkeiten eine MitarbeiterIn in einer Ausbildung erlernen kann, damit sie im Alltag nicht mehr deutlich macht, dass sie die Kompetente ist und ab jetzt die Verantwortung für das Kind übernimmt, die Eltern aber gern mal nachfragen können oder welche Dinge euch in eurem Alltag passiert sind.
Die Studentin (Christiane war nämlich schon weg) arbeitet übrigens seit 15 Jahren im Behindertenbereich, ich habe auf einer geschlossenen Männergruppe angefangen, war in einer Frauengruppe für Frauen ab 40, dann in einer Gruppe für Frauen mit Doppeldiagnose (Geistige Behinderung, Epilepsie und psychische Erkrankung) und bin jetzt seit acht Jahren im Jugendbereich.
Natürlich seh ich, wie unterschiedlich wir KollegInnen arbeiten, wie unterschiedlich der Ansatz bei uns ist, ob beim Punkt Elternarbeit mehr die ARBEIT im Vordergrund steht oder ein Austausch, natürlich weiß ich auch, dass Bezugsmitarbeiter teilweise nicht nach den Kindern ausgesucht werden, sondern wer wohl am besten "mit den Eltern kann". - ich geh davon aus, dass ihr in diesem Forum leider so institutionserfahren seid, als dass ich weitere Beispiele nicht bringen muss.
Ich sehe aber auch junge Kolleginnen, die schon wegen ihres Alters nicht die gleiche Achtung entgegengebracht bekommen, wie welche, die selber Kinder haben oder einfach schon älter sind. Sicher, die Erfahrung kommt mit den Jahren, aber es kann doch nicht sein, dass diese eben einfach älter werden müssen und lange in einem Bereich arbeiten, um als vollwertig anerkannt zu sein. Meine Lehrschule waren die erwachsenen Männer, die so Mitarbeitererfahren waren, dass man sich bei ihnen erarbeiten musste, wie der Alltag läuft, das ging in erster Linie über Beziehungsarbeit. Leider waren wir damals aber auch noch mehr Mitarbeiter.
Bevor ich mich jetzt "heißschreibe", nochmals danke! Die Lösung für Kompetenz kann doch nicht nur im Wesen eines Menschen liegen, da kann man doch in einer ausbildung schon Grundlagen legen, die vielleicht ja auch erst nach Jahren in der Praxis umgesetzt werden.
Liebe Grüße Christiane
Warum wird Eltern immer wieder angeraten gebt Eure Kinder doch in eine Einrichtung mit 24 Stundenbetreuung.
Auch jetzt noch. Im September geht er seine Ausbildung in eine WfbM machen hier kam gleich er kann dann auch im betreuten Wohnen unterkommen da gibt es speziel Ausgebildes Personal.
Warum ?
Weil es Eltern gibt die für ihr Kind "noch ungesunder" sind, als es das Leben in einer billig betriebenen Einrichtung ist.
Es kommt immer mal wieder vor, das ich in einer Zwickmühle stecke : Eltern und Kindern helfen miteinander klar zu kommen, oder dabei zu helfen, sie zum Vorteil für das Kind, - und der Eltern - mit Hilfe solcher Einrichtungen, zur Not auch gegen den Willen der Eltern zu trennen.
Ich kenne behinderte Jugendliche, die in 1 Jahr wohnen in einer betreuten Wohngruppe mehr gelernt haben, als in 20 Jahren bei ihren Eltern. Das ist so, weil eben nicht alle Eltern gleich sind, und mache halt mehr Hilfe brauchen. Manchmal hilft Kindern dann so eine Einrichtung besser als ihre Eltern.
Je eher das festgestellt und angeleiert wird, um so härter... aber auch um so besser k a n n so eine Entscheidung für alle Beteiligten sein.
Das Einrichtungen Eltern die Betreuungskompetenz absprechen, ist mir zum Glück noch nicht in meiner Praxis vorgekommen.
...mir dafür in 7 Jahren so gut wie durchgehend. Und das nicht nur mit einem Mitarbeiter der LH.
Und nicht nur das:
es wurde nicht nur meine Kompetenz in Frage gestellt, sondern teilweise so übergriffig gehandelt, dass ich "am Ende der Fahnenstange" bis "ganz nach oben" bin.
Das Paradebeispiel waren die Nacktstunden im Kindergarten, den meine Pflegetochter bis dahin besucht hat und ich sie nach diesem Meisterstück selbstverständlich herausgenommen habe.
Es war im Sommer vor zwei Jahren:
ich habe meine Kleine zur Mittagszeit abgeholt, nachdem ich einen Termin hatte.
Ich kam dort an - der KiGa liegt an einem Verkehrsknotenpunkt, das Gelände ist lediglich mit einem Metall"zaun" geschützt, durch den jeder gucken kann, die einzelnen Pfähle sind etwa zwei Arme "breit" auseinander.
Im Vorderhof spielten dort die Kinder splitternackt, eine Erzieherin konnte ich nicht sehen.
Ich habe meinen Augen nicht getraut. Mein Pflegekind ist bindungsgestört und wäre zu dem Zeitpunkt mit jedem mitgegangen. Ganz abgesehen davon, dass sein Körper eine "Landkarte des Schreckens" ist und es unter aller Würde ist, dieses Kind nackt herumlaufen zu lassen.
Ich habe dann irgendwie-irgendwo-irgendwann eine Erzieherin gefunden und sie gefragt, was diese Nacktstunde denn soll.
Die drehte mir den Rücken zu und ging wortlos in den KiGa.
Ich bin i.d.R. ein gefasster Mensch, aber ich musste mein Pflegekind so schnell anziehen und aus dem KiGa herausbringen, um nicht irgendetwas zu tun, das ich hinterher bereut hätte.
Ich kann nicht beschreiben, wie aufgebracht ich war.
Mir lief auf dem Nachhauseweg eine andere Mutter über den Weg, ich fragte sie, ob sie von diesen "Nacktstunden" wüsste.
Die wusste natürlich genausowenig wie ich und stellte scheinbar eine Erzieherin zur Rede.
Nach dem Wochenende zog mich die KiGa-Leiterin ins Büro und hielt mich an, ich solle darüber nicht mit anderen Eltern reden , es würde so wirken, als wolle ich alle gegen den KiGa aufhetzen.
Ausserdem wüsste ich ja, dass ich eh "anders" sei als andere Eltern von behinderten Kindern.
Soviel zum Thema "Wertschätzende Zusammenarbeit mit Eltern"....
am meisten vertraue ich mir selbst, um das mal ganz offen zu sagen.
Schöne Dinge erzählen kann jeder.