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Die Lebenshilfe

Kirsten 04.12.2011, 11:52#26
AW: Die Lebenshilfe

Hallo miteinander,

das neue Grundsatzprogramm wurde mit einigen kleine redaktionellen Änderungen und auch kleinen Nachträgen, sowie einer Präämbel vorweg, am 12.11.2011 mit 94% Ja Stimmen verabschiedet.

Nun wünschen wir uns und unserer Lebenshilfe, dass alle, die mit Ja gestimmt haben, sich ihrer Verantwortung bewußt sind und für eine Umsetzung in allen Bereichen mit Rat, Tat und Kraft und vor allem Einsatz, sorgen werden.

Das Grundsatzprogramm kann ab dem Frühjahr 2012 als Broschüre bezogen werden.
Kirsten 04.12.2011, 12:05#27
AW: Die Lebenshilfe

Hallo zusammen,

im Zusammenhang mit der Lebenshilfe und welchen Weg sie geht, möchte ich auch auf die Beiträge im Thread "Exzessive Ausschöpfung" verweisen.

Den Thread findet man im Forum "Was mich bewegt" und ab der Seite 3 geht es zum Teil explizit um den Elternverband "Lebenshilfe".
Myriam 05.12.2011, 09:50#28
AW: Die Lebenshilfe

Hallo zusammen,

hier setze ich mal passend zum Thema "Struktur der Lebenshilfe" einen Text vom Bundesverband der Lebenshilfe als Übersicht ein:

Wie ist die Lebenshilfe organisiert?

Die lokalen Mitgliedsorganisationen der Lebenshilfe sind in der Regel eingetragene gemeinnützige Vereine. Sie werden von einem ehrenamtlichen Vorstand geführt. Die größeren Vereinigungen haben eine Geschäftsstelle und eine hauptamtliche Geschäftsleitung. Die Vereinsarbeit beruht auf dem Engagement der Mitglieder.
Viele Lebenshilfe-Vereinigungen haben nach Jahren der Gründung und Aufbauarbeit eigene Einrichtungen und Dienste geschaffen, in denen ausgebildete Fachkräfte ihre Dienstleistungen zur Verfügung stellen.

Begleitet und unterstützt wird diese Arbeit nicht selten von einer größeren Schar ehrenamtlich bzw. freiwillig Aktiver.

Erst als es schon eine Vielzahl von lokalen Lebenshilfe-Vereinigungen gab, wurden auch Landesverbände der Lebenshilfe gegründet. Inzwischen sind 16 Landesverbände in den jeweiligen Bundesländern aktiv und verfügen über eine Geschäftsstelle mit einer hauptamtlichen Geschäftsführung. Jeder Landesverband wird durch einen ehrenamtlichen Vorstand geführt, der bei seiner Arbeit durch seine Geschäftsstelle unterstützt wird.

Die Bundesvereinigung Lebenshilfe ist ein Mitgliederverband. Seine Mitglieder sind meist gemeinnützige Lebenshilfe-Vereinigungen (ordentliche Mitglieder gem. Satzung), aber auch gemeinnützige Gesellschaften mit beschränkter Haftung (ausserordentliche Mitglieder gem. Satzung) und Verbände/Vereine mit vergleichbarer Zielsetzung (kooperative Mitglieder gem. Satzung).

Die Führung des Verbandes obliegt einem ehrenamtlich aktiven Bundesvorstand, der in der Regel für 4 Jahre gewählt ist. Eine Verlängerung der Amtszeit erfolgt durch das Votum der Mitgliederversammlung.

Jede Lebenshilfe-Vereinigung kann zu diesen Mitgliederversammlungen ihre Vertretungsberechtigten (Wahlberechtigten) entsenden. Je nach eigener Mitgliederzahl einer örtlichen Lebenshilfe sind ihre Vertretungsberechtigten bei der Mitgliederversammlung, die alle zwei Jahre stattfindet, mit einer spezifischen Stimmenzahl ausgestattet.

© 2007 - 2011 Bundesvereinigung Lebenshilfe für Menschen mit geistiger Behinderung e. V. - 35043 Marburg, Raiffeisenstr. 18, E-Mail:
editha 06.12.2011, 09:15#29
AW: Die Lebenshilfe

Hallo zusammen,

ich habe mir mal die Mühe gemacht und in Google ein wenig nach Satzungen und Organigrammen, einzelner Lebenshilfen gesucht. Es ist hochinteressant, wie die einzelnen Satzungen ausgefertigt sind.

Oftmals findet man darin, dass Mitarbeiter nicht in den Vorstand gewählt werden dürfen.

Dass sich im Vorstand mindestens zwei Angehörige, oder Eltern Betroffener befinden müssen.

Dass die Mitgliederversammlung das oberste Organ ist.

Lebenshilfen können schon mit ihrer homepage nach außen richtungsweisend unterwegs sein. Es kommt halt immer auf die Qualität des Vorstands und seiner Zusammensetzung an.

Für diese Zusammensetzung ist die Mitgliederversammlung verantwortlich. Inwieweit da bei Unkenntnis und Desinteresse Fehlentscheidungen (?) passieren können zeigt sich z.B. darin, dass mir mal eine Mutter aus den alten Bundesländern erzählt hat, dass bei ihnen keine Betroffenen im Vorstand sein dürfen. Da habe ich sie gefragt, wie so etwas zustande kommt? Sie meinte, es wäre (vor ihrer Zeit) in der MV beschlossen worden.

Wenn das stimmen sollte, dann frage ich mich, wie ein Elternverband in seiner eigenen MV so etwas beschließen kann? Wieviele interessierte Mitglieder haben da vorort an der MV teilgenommen? Wer waren die Mitglieder? Mitarbeiter, Geschäftsführung und Politiker?

Eine schöne Seite finde ich, hat z.B. die Lebenshilfe Rudolfstadt/Ilmenau

Vielleicht ist das hier die Chance Eltern zu finden, die sich ihrer Qualität und ihres unendlichen Wertes in der Arbeit der Lebenshilfe bewußt werden. Ich suche einfach mal in den Satzungen weiter und helft mit, dass die Lebenshilfe das bleibt, wozu sie gegründet wurde.

Mit uns Eltern und Betroffenen und Angehörigen, sowie Freunden haben wir es auch in Zukunft in der Hand, stark zu bleiben.

Alleinkämpfer in der Lebenshilfe, die meist aus den Reihen von Eltern schwerstmehrfachbehinderter Kinder kommen, sind nicht immer greifbar und werden müde. Gerade auf dem Weg in die Inklusion braucht meiner Meinung nach die Lebenshilfe, junge und engagierte Mitkämpfer, damit sie am Leben bleibt.
zippe 06.12.2011, 15:33#30
AW: Die Lebenshilfe

Hallo :winke:
Zitat von rosifi
Warum übernehmen Politiker eine Aufgabe, in der sie nur allzu leicht in einen Interessenkonflikt geraten?
Wahrscheinlich hoff(t)en die Verbände, dass Politiker die Anliegen des Verbandes in den Gremien (Stadt, Landkreis, Bezirk, Landtag....) ohne Umwege gut vertreten können.
Bei den Politikern könnte ein Grund sein, dass "Soziales Engagement" einen guten Eindruck macht. Und die Politiker können sich dann gegenseitig lobend auf die Schulter klopfen :wand:
Zitat von rosifi
Ist der Grund der, dass man die Verbände so auf politischer Ebene besser steuern kann?
der Grund wahrscheinlich nicht, aber ein Nebeneffekt, den die meisten Politiker nach einiger Zeit sehr schätzen werden.
Zitat von editha
Wenn das stimmen sollte, dann frage ich mich, wie ein Elternverband in seiner eigenen MV so etwas beschließen kann? Wieviele interessierte Mitglieder haben da vorort an der MV teilgenommen? Wer waren die Mitglieder? Mitarbeiter, Geschäftsführung und Politiker?
Mit etwas bösem Willen könnte man vermuten, dass solche entscheidenden Manipulationen von langer Hand vorbereitet und den Eltern als optimale multiprofessionelle Lösung für alle Schwierigkeiten verkauft werden.
editha 06.12.2011, 18:26#31
AW: Die Lebenshilfe

Auf der Seite der Lebenshilfe Sachsen-Anhalt kann man zur Verabschiedung des neuen Grundsatzprogramms lesen:

„Für uns war besonders wichtig, dass wir die Geschichte der Lebenshilfe als Elternvereinigung weiterhin als einen elementaren Bestandteil des Grundsatzprogramms verankert haben und parallel dazu den neuen Anforderungen von Inklusion und Selbstbestimmung von Menschen mit Behinderung gerecht werden“ erklärt Marcus Hoppe.

Marcus Hoppe ist der Geschäftsführer des Lebenshilfe Landesverbandes Sachsen-Anhalt.
editha 06.12.2011, 18:50#32
AW: Die Lebenshilfe

und hier eine "moderne" Lebenshilfe

siehe auch Struktur.

das Leitbild

Im Leitbild hat eine Bürgerinitiative die Lebenshilfe gegründet.

Aber in der leichten Sprache findet man dann doch im Leitbild die Gründer, nämlich Eltern behinderter Kinder wieder.
gero 06.12.2011, 19:22#33
AW: Die Lebenshilfe

Hallo miteinander,

die Lebenshilfe funktioniert nur dann im Sinne der Menschen mit Behinderung und ihren Familien, wenn diese dort auch mitreden dürfen und wollen.

Wichtig wäre auch eine gute Transparenz, um die Entscheidungen des Vorstandes überhaupt zu verstehen:
Wer sitzt mit welchem Wissen und Hintergrund im Vorstand (Eltern, Pädagogen, Politiker...)?
Wer finanziert die Einrichtungen des Verbandes (gibt es da die bereits genannten Interessenskonflikte)?
Wie offen gehen Vorstand und Mitarbeiter mit den Eltern um: gibt es Klarheit, oder werden die größten Mängel noch schöngeredet?
Denn ich werde stinksauer, wenn die Verantwortlichen angeben, mit den Kostenträgern alles immer "positiv und einvernehmlich" regeln zu können und gleichzeitig die Bedingungen für unsere Kinder immer schlechter werden.
Kirsten 07.12.2011, 09:59#34
AW: Die Lebenshilfe

Eltern in der Lebenshilfe
hier kommt ein Auszug und der Link zu einem Download, der den Wert der Eltern aus fachlicher Sicht betrachtet, beschreibt. Das Dokument wurde von der Projektgruppe "Elterngruppen in der Lebenshilfe" erarbeitet und vom Bundesvorstand und Bundeskammer 1994 freigegeben. Er läuft unter "Empfehlung und Arbeitshilfe". Der Download steht bis heute auf der Seite der Bundesvereinigung Lebenshilfe bereit.
Myriam 07.12.2011, 14:52#35
AW: Die Lebenshilfe

Hallo zusammen,

ich habe mir jetzt mal die Mühe gemacht ;-)) und den Artikel durchgelesen. (Die haben sich ja damals viel Arbeit gemacht).

u.a. steht in dem Papier,

....beide Aspekte, gemeinsames Eintreten für eigene Interessen und wechselseitige Unterstützung - machen auch heute noch den Kern des Selbsthilfegedankens aus.

Weiter wird darauf eingegangen, dass die Vielschichtigkeit der Angebote und die Funktiionsweise heute zunehmend für Eltern nicht mehr so leicht durchschaubar ist. Aktive Mitarbeit von Eltern scheint nicht mehr nötig zu sein.

ABER:

bei einer von Fachleuten gemachten Behindertenarbeit wird deutlich:

Das tiefe Verständnis und die Geborgenheit, die gleichbetroffene Menschen einander bieten können, ist mit professionellen Mitteln kaum zu erreichen. Eltern tragen ein Leben lang die Verantwortung für ihre Kinder, Fachleute nur zeitweise.

Noch ein interessanter Abschnitt:

Für Fachleute, auch für Vorstände, ist es wichtig, sich des Stellenwerts von Elterngruppen bewußt zu werden..................................die Lebenshilfe hat die Aufgabe, die Bildung von Elterngruppen zu unterstützen!

Heißt dann wohl, dass das Engagement von Elterngruppen nach wie vor besonders wichtig ist. Wir sind gefordert. Wie will man uns denn auch das Reden und Aufzeigen verbieten? Wir sind uns vielleicht nur nicht mehr des Stellenwertes bewußt? Wir sind nach wie vor die Lebenshilfe. Und wo wir uns nicht mehr richtig von ihr vertreten fühlen, haben wir es vielleicht sogar selbst, mit zuverantworten. Wir haben uns mit einem Gefühl, alles ist da und selbstverständlich, für uns sorgen andere, vielleicht sogar die Butter vom Brot nehmen lassen?:kopfkratz:

Wenn in den 90 ziger Jahren, die Lebenshilfe solche Schriften als Download zur Verfügung gestellt hat, dann war das dem Denken und Zeitgeist angepaßt. Und genau in den Aufbaujahren der LH in den neuen Bundesländern und die Zeit des Auf- und Ausbaus der Integration, wo soviel Fortschritt nach innen und außen sichtbar wurde, hat es die Eltern angetrieben. Die politische Landschaft und Neugestaltung, ruft förmlich danach, wieder in diesem gefestigten Verband nach außen zu treten. Entweder als geschlossener Verband, oder als Verband, der die Hauptamtlichen stärkt und unterstützt, wenn sie sich im Sinne der Betroffenen auf allen Ebenen einsetzen.

Ich denke schon, dass wir es noch in der Hand haben, weiter gemeinsam an einem Strang zu ziehen. Die Basis und Vernetzung bietet uns die Lebenshilfe als gemeinsame Plattform. Als Ausgangspunkt des Ursprungs allem, was wir heute in der Behindertenarbeit an Möglichkeiten haben. Das ist mir schon auch wieder deutlich bewußt geworden.
Myriam 09.12.2011, 23:50#36
AW: Die Lebenshilfe

Empfehlungen mit gelungenen Beispielen der Sozialraumorientierung

In Kooperationen mit den Landesverbänden der Lebenshilfen, wurde die Empfehlung" Lebenshilfe in der Gemeinde" entwickelt.

In der Broschüre findet man gelungene Beispiele sozialraumorientierter Ansätze innerhalb der Lebenshilfe und darüber hinaus.

Die Empfehlung ist illustriert mit Cartoons von Phil Hubbe aus Magdeburg und kann als Download kostenlos über die Seite der Bundesvereinigung Lebenshilfe bezogen werden.
Myriam 15.02.2012, 16:43#37
AW: Die Lebenshilfe

Das neuste aus dem Bundesverband Lebenshilfe:

wer kandidiert denn hier?

Super, genial, so besteht doch tatsächlich Hoffnung, dass sich Frau Schmidt mal für Menschen mit Behinderung und ihren Problemen öffnet, oder dass sie vielleicht jetzt versuchen möchte, unsere Probleme überhaupt einmal zu verstehen? Ich bin so voller Freude und vielleicht bekomme ich nach Jahren des Wartens , dann auch von ihr eine Reaktion auf einen Brief, den ich ihr zu Amtszeiten zukommen ließ. Eine Antwort auf meine Frage aus längst vergangenen Jahren, wo sie noch als Ministerin tätig war. Aber ich möchte nichts unterstellen, habe ich doch in der letzten Zeit gelernt, dass der Spruch, wessen Brot ich eß, dessen Lied ich sing, natürlich auch im Bereich der Sozialpolitik ein völlig normaler Vorgang, wenn nicht ausgeklügeltes Prinzip ist.
In diesem Sinne freuen wir uns auf vielleicht weitere Kandidaten "aus dem Volk"? Und noch etwas in eigener Sache, schau ich mir die Vita von ihr an, dann denke ich, sie wird noch viel lernen müssen, von Menschen mit einer geistigen Behinderung und sie wird den Betroffenen, Eltern und Angehörigen ihr Ohr schenken müssen, um adäquat auf die Bedürfnisse der Menschen in der Lebenshilfe, der "Urfamilie" eingehen zu können.