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benötige dringend Rat bzgl Pauschbetrag

Puettz 24.05.2011, 10:16#1
Hallo!

Unser Sohn hat kürzlich einen Schwerbehindertenausweis erhalten. 70 % G, B, H

Nun kann man ja bei der Steuer einen Pauschbetrag berücksichtigen.

Allerdings ist es bei uns so, dass mein Mann ein relativ geringes Einkommen hat und um die 400 EUR im Jahr an Steuern zahlt.

Das heißt für uns, dass uns dieser Pauschbetrag nicht viel nützt, genau wie die km- Pauschale.

Vielleicht ist meine Denkweise falsch, aber ich sehe es so:
Auch wir haben durch die Behinderung einen höheren Aufwand, genau wie gut verdienende Leute. Diese können aber tausende von EUR "sparen" (natürlich weiß ich, dass sie auch viel mehr Steuern zahlen) und wir, als Geringverdiener, bleiben auf unseren Kosten sitzen (zahlen dafür auch weniger Steuern)

Mir ist das bewusst, dennoch frage ich mich, ob es keinen Ausgleich für Geringvedrdiener gibt? Gerade die km- Pauschale wäre für uns sehr hilfreich, bringt uns aber nichts und wir müssen die kompletten Fahrtkosten selbst tragen.

Mir geht es nicht darum, von allen möglichen Stellen Geld einzukassieren. Unsere Situation ist nur so, dass wir Monat für Monat eine Mehrbelastung haben, aber nirgendwo unterstützt werden (obwohl meiner Meinung nach gerade Menschen mit geringem Einkommen Unterstützung benötigen)

Vielleicht hat der ein oder andere für mich einen Rat, ob es nicht doch irgendetwas gibt, was wir nutzen können, um uns finanziell etwas zu entlasten.

Danke und viele Grüße,
Hanna
susemichel 24.05.2011, 12:25#2
AW: benötige dringend Rat bzgl Pauschbetrag

Hallo Hanna,

leider glaube ich, dass Ihr mit dem Steuerfreibetrag nur bis auf Steuerzahlung "null" herunterschrauben könnt.
Allerdings stehen einem Behinderten mit Merkzeichen "H" die kostenlose Beförderung im ÖPNV (mit Begleitperson, da Merkzeichen "B" , ebenfalls kostenlos) zu, sowie die Befreiung von der KfZ- Steuer zu ( Kind muss dann Halter des Fahrzeuges sein).
Mit Merkzeichen" H " würde ich auch Plegegeld beantragen- dies macht bei Pflegestufe 1 ( dies müsste mindestens dabei möglich sein, eher eine höhere Pflegestufe) 215.- Euro monatlich für Euch aus.


LG
susemichel
Puettz 24.05.2011, 13:11#3
AW: benötige dringend Rat bzgl Pauschbetrag

Hallo susemichel!
erstmal lieben Dank für die schnelle Antwort!

Die Pflegestufe hat Moritz bereits seit einem halben Jahr (Pflegestufe I)
Ich habe mir auch ein Pflege- Tagebuch angeschafft und laut meiner Dokumentation kommen wir locker in die Stufe II -allerdings sieht der MDK das leider nicht so.
Moritz wird im August 4, dann werden wir die Pflegestufe II beantragen, ab 4 J. gibts ja wieder neue Zeitvorgaben. Ich hoffe, dass wir das dann zugesprochen bekommen.

Leider können wir den ÖNV nicht nutzen, unser Sohn hat Panik vor fremden (und vielen) Menschen, großen Fahrzeugen etc.
Alles etwas schwierig.

Viele Grüße
Hanna
amai 24.05.2011, 13:46#4
AW: benötige dringend Rat bzgl Pauschbetrag

Hallo Puetzz,
erst einmal herzlich Willkommen hier im Forum, hilfreiche Informationen und einen guten Austausch wünsche ich dir.

Leider gibt es in Deutschland nur höchstens das an Steuern zurück, was man auch einbezahlt hat, das hast du richtig erkannt.

Bezüglich der Freifahrt und evtl. Möglichkeit der Steuerbefreiung fürs Auto (allerdings gibt es da Einschränkungen, weil das Auto dann nur mit dem Behinderten zusammen oder für Fahrten die seiner Lebensführung dienen benutzt werden darf, also zum Beispiel keine Fahrten zur Arbeit usw.), hatte Susemichel ja schon geantwortet.

Da euer Kind das Merkzeichen*H* im SBA hat, solltet ihr bei der Krankenkasse die Übernahme aller von Arzt als notwendig bescheinigten Fahrten zum Arzt oder ambulanten Therapien beantragen (bevor die Fahrten anfallen).

Hier dazu die rechtliche Grundlagen:
http://www.g-ba.de/downloads/62-492-74/RL-Khtransport-2004-12-21.pdf
Für euch sind die Paragraphen 8-10 wichtig.

In unseren Informationsartikeln hinter dem Button *mein Recht* (siehe oben auf jeder Seite) findest du viele Infos zu möglichen Leistungen.

Eine gute Übersicht bietet auch die Broschüre des BVKM : Mein Kind ist behindert, diese Hilfen gibt es:
http://www.bvkm.de/recht/rechtsratgeber/mein_kind_ist_behindert.pdf

LG, amai

Ich sehe gerade du hast gerade schon geantwortet. Deine Schilderung über die Probleme deines Sohnes hört sich nach Wahrnehmungsstörungen, evtl. auch Autismus an. Da sind öffentliche Verkehrsmittel natürlich schwer zu benutzen. Ich möchte dir aber Hoffnung machen, dass ich viele Autisten kenne, bei denen im Laufe der Zeit eine Besserung eintrat (und da meine ich nicht diejenigen Autisten deren Spezialinteresse bei Zügen , Straßenbahnen oder U-Bahnen liegen). :-)