Hallo ihr lieben! Ich habe zur Zeit ein Problem mit der bewilligung des Blindengeldes für unseren Sohn Maximilian. Er sieht sehr schlecht, was auch schon einem grossen Personenkreis nicht entgangen ist. D.H. er tastet sich vorwärts, stösst an beim Laufen in unbekannter Umgebung, findet keine kleineren Gegenstände und wenn, dann offensichtlich nach Gehör, weil er sie vorher wegwirft und hört, wo sie zu boden fallen. Dazu ist er allerdings auch noch sehr schwer geistig behindert, kann also nicht angeben wieviel er sieht, weil er nicht sprechen kann. Er ist jetzt 3,5 Jahre alt. Das Problem ist, dass die Augenärzte zwar zugeben, dass er sehr wenig sehen muss, können allerdings keine Ursache dafür finden. Das Auge ist in Ordnung, bis auf eine geringe Weitsichtigkeit. Allerdings akzeptiert er die brille keineswegs, er wirft sie ständig weg, weil er damit genauso wenig sieht, wie ohne. Beim Mrt konnten auch keine Hinweise auf Schädigung im visuellen Bereich des Gehirns gefunden werden. Alerdings war das letzte VRCP negativ ( Untersuchung, wo sie mit einer EEG elektrode prüfen ob das Gehirn aktiv wird, wenn ein Lichtreiz eintritt), bei vorherigen Untersuchungen war es aber o.k. Ich habe also für Maximilian Blindengeld beantragt, was abgelehnt wurde, auch mein Widerspruch wurde abgewiesen, eben mit der Begründung, dass es ja eigentlich garnicht sein kann, dass er schwer sehbehindert ist, weil körperlich alles in Ordnung ist und Erkennungsschwierigkeiten wären nicht ihr Problem. Sogar ein erneutes Gutachten ziehen sie nicht in Betracht, weil da ja sowieso nichts anderes rauskommen würde. Aber im Alltag merkt man es ja trotzdem und max hat auch alle Nachteile, die ein anderer Blinder auch hat. nun meine Frage: Habe ich trotzdem noch eine Chance, für ihn das Blindengeld zu bekommen? Ich suche nach Fällen, wo das Geld oder das kennzeichen Bl im Schwerbehindertenausweis bewilligt wurde, obwohl keine körperliche Ursache für die Blindheit gefunden werden konnten. Ich wäre euch sehr dankbar, wenn ihr mir irgendwie helfen könntet, weil ich nur 4 Wochen Zeit habe, um beim Amtsgericht zu klagen.
genau genommen sagen MRT- und EEG-Untersuchungen im Falle eines negativen Befundes nichts darüber aus, wie gut, oder schlecht ein Kind sieht. Im MRT wird nur deutlich, ob die grobe Hirnorganisation in Ordnung ist und eine Reaktion im EEG deutet nur darauf hin, dass visuelle Signale im Gehirn ankommen, aber nicht, wie sie dort verarbeitet werden.
Welche Untersuchungen haben denn die Augenärzte gemacht? War das eine Untersuchung mit einem Autorefraktometer (Kasten, wo das Kind kurz reinschauen muss, und das ungefähr die Sehschärfe ermittelt)?
Das Problem ist, dass die Augenärzte zwar zugeben, dass er sehr wenig sehen muss, können allerdings keine Ursache dafür finden. Das Auge ist in Ordnung, bis auf eine geringe Weitsichtigkeit.
Ich denke, die Chancen stünden wesentlich besser, wenn Du den Ärzten sagst, dass dies klar aus dem Bericht/Gutachten deutlich wird. Irgendein Resümee à la:
"Das Kind verfügt über eine sehr stark eingeschränkte Sehfähigkeit. Die Störung ist unbekannter Genese".
Es muss deutlich werden, dass zwar keine Ursache gefunden werden konnte, aber die tatsächliche Sehleistung gering oder gar nicht vorhanden ist. Falls Du vor Gericht scheiterst, würde ich es aber noch einmal zu einem späteren Zeitpunkt probieren. Vielleicht ist ja die Diagnosestellung mit 5 oder 6 Jahren einfacher, beispielsweise weil Dein Kind dann vielleicht besser kommunizieren kann.
Ciao,
Wolfgang

