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Krankenkasse - Wechsel aber wohin und wie?

Gast 02.03.2004, 09:01#1
Mal eine Frage für die Spezialisten. Ob dieses Forum dafür der richtige Platz ist weiss ich nicht, aber ich habe kein anderers gefunden...

Folgende Situation: Es geht um die Kranken- und Pflegeversicherung. Meine Frau hat bis zur Geburt unserer Tochter gearbeitet bzw. war die letzten Monate vor der Geburt arbeitslos gemeldet. Derzeit bekommen wir Erziehungsgeld und daher ist meine Frau noch immer bei ihrer Versicherung selber versichert. Und unsere Neugeborene auch.
Wenn nun das Erziehungsgeld wegfällt, hat sie ja kein Einkommen mehr. Kann sie dann beitragsfrei in meine Versicherung wechseln (zusammen mit unseren Kindern?) oder muss sie eine private Versicherung abschliessen? Einkommen hat sie ja keines. Sie ist also Hausfrau.

Falls sie in meine Versicherung wechselt, wie sieht das mit dem Pflegegeld aus? Bekommen wir das dann problemlos einfach von meiner Versicherung wieder??

Und jetzt kommt das, was die Sache verzwickt macht: Ich bin gesetzlich kranken-, aber privat pflegeversichert. Also ich blick das jetzt nicht mehr. Falls jemand was weiss, wäre ich ihm wirklich dankbar. Die Sache ist zwar erst in einem Jahr akut, aber man weiss ja gerne was dann auf einen zukommt.

Liebe Grüsse
Harald
Ulrich 03.03.2004, 09:39#2
Hallo Harald,

eigentlich ist die Sache ganz einfach, das was von der alten Pflegekasse genehmigt wurde, läuft in der neuen weiter ( bis zur nächsten Überprüfung ), aber gerade mit der PK scheinst du ja echt einen Sonderfall zu haben ( und ich hoffe nicht, das du dabei die Loserkarte hast ).
Mir brauchst du es nicht zu erklären wie die Kombination gesetzlich / privat zustande kam, aber eigentlich hielt ich es für unmöglich.

Viel Glück

Ulrich
Gast 03.03.2004, 11:05#3
Hallo Ulrich,

danke für die Antwort. Die Sache mit der privaten Pflegeversicherung ist ganz einfach erklärt: Zum Zeitpunkt als die gesetzliche Pflegeversicherung (1995 glaube ich) eingeführt wurde, hatte ich bereits eine private Pflegeversicherung abgeschlossen. Und diese habe ich dann beibehalten. Somit bin ich von der gesetzlichen befreit. Ich frage mich jetzt nur, ob die Pflegekasse den Rest meiner Familie ebenfalls aufnehmen muss. Ich vermute mal, das ich dann dafür zwar extra Beiträge bezahlen muss, aber das sie es dennoch nicht ablehnen können. Ich bin mir nur nicht sicher, wie es mit dem Pflegegeld aussieht. Ob sie das dann einfach weiterzaheln müssen :-((

Gruss
Harald
Ulrich 03.03.2004, 11:55#4
Hallo,

ich denke das du mit deiner Vermutung Recht hast, aber zuerst würde ich es dennoch bei der gesetzlichen Krankenkasse versuchen ob sie deine Frau und deine Tochter nicht auch in der Pflegekasse aufnehmen.
Nach allem was ich auch von den privaten Pflegekassen gehört habe sind diese auch durch ihren eigenen MDK in vielen Fällen leistungsunwilliger. Oder, falls möglich, versuche selbst in die gesetzliche PK zu kommen.

Ulrich
Gast 26.04.2004, 16:59#5
Hallo Ulrich,

ich hatte ganz vergessen abschliessend noch etwas dazu zu schreiben: Du meintest, ich sollte versuchen, ob ich nicht in die gesetzliche Pflegekasse zurück kann. Nun, falls das geht, dann hab ich aber ganz schön Mehrkosten am Hals. Derzeit privat versichert zahle ich monatlich 2,90 Euro und mein Arbeitgeber auch. In der gesetzlichen wären dies so über den Daumen 30,-- Euro für mich und auch für den Arbeitgeber. Das ist ein ganz schöner Unterschied findest du nicht ?

Das die private Versicherung in 20 oder 30 Jahren sicher teurer wird ist mir klar. Aber das nehme ich gerne in Kauf. Denn ich brauche heute das Geld was ich derzeit spare für meine Tochter und nicht in 20 Jahren, daher möchte ich lieber nicht in die gesetzliche zurückwechseln.

Schöne Grüsse
Harald
stefanie67 26.04.2004, 21:47#6
Hallo Harald,
ich war auch während meines Erziehungsurlaubes beitragsfrei in meiner KK weiter versichert. Alles lief dort prima. Alle Hilfsmittel/Pflegeld usw wurden problemlos und freundlich genehmigt. Ab Simons 3. Geburtstag bin ich mit den Kindern bei meinem Mann familienversichert. Es ist eine große KK alles ist dort komplizierter. Die Hilfsmittel werden dort wohl eingelagert und es gibt 1000 verschiedene Stellen die die einzelnen Sachen bearbeiten. Wir überlegen z.Z. ob wir wieder zusammen zur "alten" KK wechseln.....

Jetzt zu deinen Beiträgen:
Was nutzen dir ein paar Euro mehr im Monat,wenn du für jede Sache kämpfen must? Weiß du eigentlich was ihr noch so alles benötigt und was das alles kostet? Und dann das Pflegegeld...das wird ja eigentlich auch von deinen Beiträgen finanziert....denk da mal drüber nach...

Herzliche Grüße
Stefanie  
Gast 27.04.2004, 06:57#7
Hallo Stefanie,

danke für diesen Hinweis, den ich mir ganz sicher gut merken werde. Der Wechsel steht uns erst in 1 Jahr bevor, solange bekommen wir nämlich noch Erziehungsgeld.

Sicherlich ist auch dein Einwadn berechtigt, das das Pflegegeld auch von meinem Beitrag finanziert wird. Aber ich finde, das man sich das nicht so einfach machen kann:

1) Ich bin privat seit fast 20 Jahren pflegeversichert. Da gab es die gesetzliche noch gar nicht. Ich habe mich also bereits weit vorher gegen das Risiko abgesichert einmal ein Pflegefall zu werden. Spötter behaupten ich wäre heute schon einer :-)
Spass beiseite, Susi (meine Frau) ist immer arbeiten gegangen. Nur leider kann sie wohl da unsere Tochter ja DS hat zukünftig nicht mehr arbeiten, was eigentlich geplant war :-(
Daher finde ich es jetzt ein klein wenig unfair, zu sagen, das Pflegegeld würde auch von mir finanziert. Wir wollen uns ja nicht davor drücken, dies zu tun, aber verständlicherweise wollen wir auch das für uns beste aus dieser dummen Sache machen. Würde wohl jeder tun. Und wieso sollte ich dann freiwillig ca. 27,-- Euro mehr monatlich bezahlen ?? Wo sich die Kasse bei uns sowieso mit dem Pflegegeld so unmöglich angestellt hat. Wenn die Leistung stimmen würde, dann wäre es ja noch okay. Aber die Kasse versucht ständig sich irgendwie herauszuwinden, nur um nicht bezahlen zu müssen. Der Kampf ist wirklich stressig! Und dann werd ich nicht auch noch da eintreten und ihnen bestätigen, das sie ihre Arbeit gut machen! Du siehst also, das wir jetzt auch schon kämpfen müssen.
2) Natürlich weiss ich noch nicht, was wir demnächst mal evtl. an Hilfen benötigen. Leonie ist ja erst 1 Jahr alt. Wir haben aber berechtigte Hoffnung, das wir sonst nichts mehr brauchen werden, da sich unsere Tochter prächtig entwickelt.

Nochmals DANKE für diesen wichtigen Denkanstoss!!

Liebe Grüsse
Harald
amai 27.04.2004, 11:10#8
Hallo Harald ,
ich höre immer wieder dass gerade mit den privaten die Sache mit dem Pflegegeld und der Verhinderungspflege viel schwieriger ist als mit den *gesetzlichen*.
Selbst bei nachgewiesener Inkontinenz bei einem behinderten Kind über drei Jahren ist mir ein Fall bekannt ,wo nicht die benötigte Windelanzahl als Hilfsmittel von der Kasse bezahlt wird sondern man sich strikt weigert und nur die Pflegehilfsmittelpauschale herausrückt in Höhe von 31 Euro.
Wenn man dagegen angehen will kommt man um klagen vor dem Gericht leider kaum herum (es gibt zwar eine Möglichkeit sich zu beschweren und zwar bei der Bundesanstalt für
Finanzdienstleistungsaufsicht www.bafin.de , weiss aber nicht mit welchen Erfolgen, bin gesetzlich versichert) . Soviel mir bekannt ist können private Kassen wenn man unterliegt dann die Kosten der Anwälte zurückfordern.Evtl. auch ein Hinweis der wichtig sein könnte.

LG, amai
else 01.05.2004, 13:10#9
Hallo Harald,
ich denke es ist wichtig und einfacher, dass die Kranken- und Pflegeversicherung beim gleichen Unternehmen sind. Unser Kind ist PKV versichert. Egal ob gesetzlich oder privat jetzt besser ist oder nicht, aber es werden nur ganz bestimmte Hilfsmittel über die Pflegeversicherung finanziert, andere über die Krankenkasse. Von unserem Reha-Buggy wurde z.B. das Gestell und die Räder aus der Pflegeversicherung gezahlt, der Rest aus der Krankenversicherung. Wenn es bei einem Unternehmen ist, bekommt man die Aufteilung gar nicht mit, aber wenn die Pflegevers. woanders ist, muss man immer doppelt kämpfen. Ich denke, dass es dann auch leicht sein kann, dass man jeweils zur anderen Versicherung verwiesen wird, weil keiner von beiden zahlen will. Ich finde, das sollte man unbedingt berücksichtigen.
Abgesehen davon wundert mich der niedrige Beitrag von nur 2,-€. Handelt es sich hier wirklich um die Private Pflegepflicht-versicherung oder vielleicht nur um ein Pflegetagegeld?
Viele Grüße