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Pflegegeld?! Oder andere Hilfen?!

MamaJule 01.11.2007, 16:27#1
Ich wollte gern wissen ob wir auch die Möglichkeit haben irgendwas an Geld in Anspruch zu nehmen?!

Mein Sohn 3,5 Jahre alt, spricht weniger als es sein sollte für sein Alter, kann sich dementsprechend auch grad mal ausdrücken wenn er was zu essen oder trinken haben will (beim Trinken kann er Wasser sagen, beim Essen Brot aber was er drauf haben will auf dem Brot z.B. nicht, wenn er sich da eingeengt fühlt versteift er sich und sagt zu allen nein). Er kann dementsprechend auch nicht auf Toilette gehen, da er sich nicht ausdrücken kann, wenn er in die Hose gemacht hat, kann man ihn fragen die Chance dass er die Wahrheit sagt liegt dann bei 70-30%, er sagt auch Nein wenn man es riecht.

Er wurde vom Kinderarzt nu ins Kh eingewiesen (muss nächsten Di hin, werden Test auch auf Elepsie gemacht) mit der Diagnose "Allgemeine Entwicklungsretardierung und Sprachentwicklungsverzögerung" (falls das hilft). Hat Anfang des Jahres Frühförderung bekommen, was minimal geholfen hat als er das nicht mehr hatte (sein Wortschatz vorher betrug max 15-20 Wörter, jetzt so ca. 30-40), jetzt ist er in einen Integrationskindergarten, wo er für seinen gestörten Muskeltonus Pysiotherapie bekommt und in dem Kindergarten ist auch eine Ergotherapeutin die ab und zu (keine festen Zeiten) mit ihm was macht. Anfang nächsten Jahres soll er dann vielleicht auch Logopädie bekommen, der Logopäde meint dass ihm die Grundbasis für´s Sprechen fehlt (was auch immer das heißt).

Für diesen Integrationsplatz mussten wir zum Gesundheitsamt und dort eine Ärztin besuchen, danach noch zu einer Psychologin und zum HausHNO. Uns wurde keinerlei Diagnose von denen gesagt oder so. Jedenfalls musste mein Mann dann zum Amt für Behinderungen etc. (weiß grad nicht wie genau das heißt) und da kam raus, dass unser Sohn als Behindert eingestuft wurde, wieso weshalb, welcher Arzt das gemacht hat und welche Diagnose wurde nicht gesagt.
Wir fanden das nicht so toll und haben gedacht dass wurde nur gemacht wegen dem Bezahlen, da es je nach Schwere ein anderes Amt immer übernimmt.
Yvonne 01.11.2007, 18:31#2
AW: Pflegegeld?! Oder andere Hilfen?!

Hallo Jule,

sag wie ist dein Kind denn sonst so entwickelt? Kan er sich alleine anziehen und auziehen? Isst er alleine?
Um Pflegegeld zu beantragen wird gerechnet wieviel zusätzliche Hilfe dein Kind zu gleichaltrigen benötigt.
Um sich da mal näher reinzulesen wie es in der Pflege abläuft, hat hier ein vater eine schöne Fibel zusammengestellt in bezug auf Pflegegeld für Kinder und was man alles berücksichtigen muss.
UNter diesem Link finest du schonmal was über Pflegegeld bei Kindern und ganz unten findest du die Fibel als Donwload.
www.behinderte-kinder.de/pflege/pfleg.htm

Des Weiteren wäre zu überlegen wenn dein Kind soweit in der Entwicklung zurück ist , das man evtl versucht einen Schwerbehindertenausweis zu beantragen. Darüber kann man evtl steuerliche Vorteile beim Lohnsteuerjahresausgleich geltend machen.
Keine Angst so ein Ausweis ist kein Stempel fürs Leben. Es wird immer wieder neu geprüft undvielleicht wird er ja irgendwann hinfällig, aber ihr hättet zumindestens in der jetzigen zeit evtl Vorteile durch ihn.

Als unsere Tochter dmalas einen Integrationsplatz bekam wurde sie auch vom gesundheitsamt untersucht und es wurde damals immer davon gesprochen, dass sie von Behinderung bedroht sei.
Dort wird halt eben geschaut welche Unterstützung und Hilfe das Kind für den Kindergarten benötigt, da es ja extra Förderung bekommt und das muss dann die Eingliederungshilfe zahlen.

Liebe Grüße

Yvonne
Yvonne 01.11.2007, 18:35#3
AW: Pflegegeld?! Oder andere Hilfen?!

Hallo Jule,

was mir noch einfällt. Dein Kind benötigt ja noch Windeln. Bekommst du sie von der Krankenkasse erstattet?
Wenn nicht, dann lasse dir ein Dauerrezept austellen über 1 Jahr für Windeln mit der Diagnose drauf.
Falls du sie im Laden noch kaufst kannst du dann evtl mit der Krabkenkasse verhandeln, dass du die Quittungen einreichst und sie dir das Geld erstatten. Leider gibt es aus KK´s die es dann wollen, das man die Windeln dann über ein sanihaus beziehst. Würde es mit denen absprechen.
Wenn du noch Fragen hast nur zu.

Liebe Grüße

Yvonne
MamaJule 01.11.2007, 18:41#4
AW: Pflegegeld?! Oder andere Hilfen?!

Hm keine Ahnung hab wenig Vergleich Möglichkeiten.

Er kann sich alleine die Schuhe anziehen, Brote essen und aus einer Tasse trinken, er kann mittags essen, zwar mit bißchen kleckern, aber weiß nicht in wieweit dass "normal" ist und kann Zähne putzen.

Er braucht Hilfe beim Einschenken von Sachen, Brote schmieren und Sachen wie Fleisch klein schneiden, beim Anziehen von Hose etc. (ausziehen geht besser), er kann nicht malen oder mit Schere schneiden, er braucht Hilfe beim Duschen (er kriegt dort Schreiattaken und lässt es kaum zu). Er geht nicht auf die Toilette und braucht wie gesagt Windeln.

Er wurde vom Gesundheitsamt untersucht, die Ärztin dort war unser Meinung nach völlig unfähig und hat ihm Sachen hingeknallt gesagt "Mach mach" und bevor er reagieren konnte, war es weg und das nächste stand da. Am Ende hieß es dann er könne sich nicht konzentrieren. Bei der Psychologin, die auch wegen dem Integrationplatz sich ihn angucken musste, sagte am Ende "Er braucht irgendwann mal Logopädie" und das war´s und der HNO hat bis jetzt gesagt dass alles soweit in Ordnung ist und er nur noch einen Hörtest mit Narkose machen kann (der wird jetzt im Kh nächste Woche gemacht).

Wie gesagt wir haben keine Ahnung welchen Grad von Behinderung und wer das beim Amt angegeben hat.
MamaJule 01.11.2007, 18:41#5
AW: Pflegegeld?! Oder andere Hilfen?!
Zitat von yvonnejanssen
Hallo Jule,

was mir noch einfällt. Dein Kind benötigt ja noch Windeln. Bekommst du sie von der Krankenkasse erstattet?
Wenn nicht, dann lasse dir ein Dauerrezept austellen über 1 Jahr für Windeln mit der Diagnose drauf.
Falls du sie im Laden noch kaufst kannst du dann evtl mit der Krabkenkasse verhandeln, dass du die Quittungen einreichst und sie dir das Geld erstatten. Leider gibt es aus KK´s die es dann wollen, das man die Windeln dann über ein sanihaus beziehst. Würde es mit denen absprechen.
Wenn du noch Fragen hast nur zu.

Liebe Grüße

Yvonne

Nein wir bekommen sie nicht erstattet uns wurde bis jetzt noch nicht mal gesagt dass das geht.
MamaJule 01.11.2007, 18:45#6
AW: Pflegegeld?! Oder andere Hilfen?!

Hab grad mal ausgerechnet bei 3-4 Jahren würde wir auf 99min kommen, da er allein bei Punkt 1 überall Hilfe braucht, bei Ernährung nur bei der Zuschneidung und bei Mobilität An/Ausziehen.
Yvonne 01.11.2007, 18:53#7
AW: Pflegegeld?! Oder andere Hilfen?!

Hi Jule,

ja das ist immer wieder dasProblem, dass man mit allem allein gelassen wird und man nicht aufgeklärt wird. Es Lebe das Internet.
Also dann besorge dir mal eine Verordnung.

Bezüglich des Pflelegeldes solltest du wirklich mal die Fibel lesen, da steht alles wichtige drin. Auch wenn dein Kind vieles kann, aber auch die Unterstützung und Anleitung muss mit angerechnet werden.
Macht ihr Privat auch noch Therapien? Auch diese Zeiten müsten berücksichtigt werden.

Der Arzt beim Gesundheitsamt stellt keinen Grad der Behinderung fest für z.B. einen Schwerbehindertenausweis. Den musst du beim Versorgungsamt beantragen.
Das Versorgungsamt holt sich alle Infos vond en behandelnden Ärzten und entscheidet dann über den Grad der Behinderung

Liebe Grüße

Yvonne
Yvonne 01.11.2007, 18:56#8
AW: Pflegegeld?! Oder andere Hilfen?!

Hallo Jule,

bei den Tabellen mitden zeiten beim Pflegegeld sind die zeiten die man für ein gesundes Kind benötigt und die mß man noch abziehen von dem was man an Pflege hat.
Aber beedenke das Duchen und Wickeln etc. daskostet alles zeit.

Liebe Grüße

Yvonne
MamaJule 01.11.2007, 18:56#9
AW: Pflegegeld?! Oder andere Hilfen?!

Nein, privat machen wir keine mehr, es wird alles in dem Kita gemacht (deswegen sollte er ja auch dahin) wir müssen nur dauernd (oki kennt hier wahrscheinlich jeder) zu den Ärzten und die Untersuchungen machen lassen.

Werd mal gucken was nach dem Krankenhaus ist, vielleicht haben wir dann auch eine Diagnose (oki will ich eigentlich nicht hoffe, sind da bißchen zwiegespalten), wir haben danach sowieso einen Termin beim Kiä die müsste dann ja die Windeln evrschreiben können oder jedenfalls wissen wie das geht oder?!
MamaJule 01.11.2007, 18:58#10
AW: Pflegegeld?! Oder andere Hilfen?!
Zitat von yvonnejanssen
Hallo Jule,

bei den Tabellen mitden zeiten beim Pflegegeld sind die zeiten die man für ein gesundes Kind benötigt und die mß man noch abziehen von dem was man an Pflege hat.
Aber beedenke das Duchen und Wickeln etc. daskostet alles zeit.

Liebe Grüße

Yvonne

Naja ich weiß ja nicht wie das alles zählt, aber wenn ich mir das We mal nehme (falls das zählt) sind das alleine 48 Std wo er von uns alleine ja betreut wird, am Tag sind es dann ja nur paar Std da er von 8-16 Uhr Mo-Do und Fr von 8-14 Uhr in den Kita geht.
MamaJule 01.11.2007, 19:20#11
AW: Pflegegeld?! Oder andere Hilfen?!

Ist die Tabelle auf Seite 46 Wöchentlich gemeint oder täglich?
Yvonne 02.11.2007, 13:32#12
AW: Pflegegeld?! Oder andere Hilfen?!

Hallo JUle,

die Tabelle ist auf den Tag bezogen.Für das Pflegegeld wird die Pflege berefchnet und nich die Betreuung. Das war nun drauf bezogen dass du sagtest dass es am Wochenende 48 Stunden sind. Du solltest mal für dich ein tagebuch aufführen und aufschreiben wie lange du für die einzelnen Verrichtungen brauchst.
Man wundert sich was da an zeit zusammen kommt, da man vieles als so selbstverständlich ansieht.

Liebe Grüße

Yvonne
MamaJule 02.11.2007, 13:44#13
AW: Pflegegeld?! Oder andere Hilfen?!

Oki, dann wissen wir ja Bescheid.

Meinte damit ja auch dass hal beim Wochenende wo er 48 Std mit uns zusammen ist, man es am Besten sehen kann, wieviel man wofür braucht und wollte nur wissen ob das gezählt wird. Nicht dass die nachher sagen "Es zählt nur Mo-Fr und da ist ihr Kind ja in der Einrichtung"
Blautopas 03.11.2007, 21:36#14
AW: Pflegegeld?! Oder andere Hilfen?!

Hallo Jule!
Zitat von MamaJule
Wie gesagt wir haben keine Ahnung welchen Grad von Behinderung und wer das beim Amt angegeben hat.

Lade Dir mal diese Datei herunter und beschäftige Dich damit:

http://www.rehakids.de/phpBB2/viewtopic.php?p=274330&highlight=grundlegendes#274330
Den Ausweis unbedingt rückwirkend beantragen! Ein Antragsformular bekommst Du hier: http://www.bremerhaven.de/sixcms/detail.php?id=525
Da musst Du den Antrag auch hinschicken. Ich empfehle immer, ein Begleitschreiben mitzuschicken, ich schicke Dir mal ein Musterschreiben, müsstest Du halt entsprechend abändern.

Auch für "nur" Entwicklungsverzögerung gibt es einen Ausweis mit einem Grad der Behinderung von bis zu 100 und die Merkzeichen H, B und G.

http://www.rehakids.de/phpBB2/viewtopic.php?p=434665&highlight=#434665

Wenn Dein Sohn tatsächlich Epilepsie hat, bedingt das alleine schon die Merkzeichen H, B und G.
http://www.rehakids.de/phpBB2/viewtopic.php?p=351048&highlight=ausweis+epilepsie#351048

Zum B gab es zum 1.12.06 eine Gesetzesänderung.
http://www.rehakids.de/phpBB2/viewtopic.php?p=424461&highlight=gesetzes%E4nderung#424461

Wenn ihr in die Klinik geht, sprich dort bitte an, dass sie Deinen Sohn auch auf Autismus testen sollen! Autismus ist eine der Hauptursachen, wenn ein Kind in dem Alter noch nicht spricht.

Schau mal in die Links im ersten Teil dieses Beitrags: http://www.rehakids.de/phpBB2/viewtopic.php?p=422337&highlight=diagnostik+autismus#422337

Ich würde es auf jeden Fall abklären lassen, nur so kann man es ausschließen. Sollte Dein Sohn tatsächlich autistisch sein, kann man mit klarer Diagnose gezielt fördern und oft ist der Umgang mit dem Kind im Alltag leichter, wenn man die Ursache seiner Probleme kennt. Autistische Kinder haben übrigens nicht selten zusätzlich noch Epilepsie, was einen Verdacht erhärten würde.
Viele Ärzte erkennen Autismus nicht, weil sie beim Wort "Autismus" die Vorstellung eines Kindes haben, das stumm in der Ecke sitzt, seinen Oberkörper vor- und zurückschaukelt, geistig behidnert ist und sofort losschreit, wenn man es berührt. Oder sie denken an Rainman und alles, was ihrem bild nicht entspricht, ist für sie kein Autismus. Es gibt solche Autisten, aber sie sind in de Minderheit. auch wird oft gesagt, man könne das frühestens im Grundschulalter feststellen, aber auch das stimmt nicht.
http://www.rehakids.de/phpBB2/viewtopic.php?t=31681&highlight=fr%FCherkennung
Hab grad mal ausgerechnet bei 3-4 Jahren würde wir auf 99min kommen, da er allein bei Punkt 1 überall Hilfe braucht, bei Ernährung nur bei der Zuschneidung und bei Mobilität An/Ausziehen.

Auch der Bedarf an Beaufsichtigung, Anleitung, Überwachung muss mit berücksichtigt werden, wenn Kinder aggressiv reagieren und Abwehr zeigen, z.b. beim Duschen etc. erhöht das auch den Pflegeaufwand.

Pflegegeld möglichst schnell beantragen, bei Bewilligung wird erst ab Antragsstellung gezahlt. Es dauert sowieso etwas, bis ein/e Gutachter/in kommt, also genug Zeit zum Vorbereiten und Pflegetagebuch schreiben.
Hier sind zwar Beispiele älterer Kinder, aber vielleicht kommt Dir davon was bekannt vor. http://www.rehakids.de/phpBB2/viewtopic.php?t=19993&start=0&postdays=0&postorder=asc&highlight=gedanken+pflegegeld
Auch das lesen: http://www.rehakids.de/phpBB2/viewtopic.php?p=419086&highlight=nancy#419086
Es geht da zwar jeweils um Autismus, aber es stehen noch ein paar allgemeine Tipps drin.

Liebe Grüße

Annette

PS: In den verlinkten Themen wird sich einges wiederholen, es sei mir verziehen. ;-)
MamaJule 03.11.2007, 21:47#15
AW: Pflegegeld?! Oder andere Hilfen?!

Dank dir Anette, ich denke mal wir werden erstmal abwarten was die Klinik nu rausfindet, bevor wir dann den nächsten Schritt machen, sind ja grad 3 Tage bis wir hin müssen, also nicht mehr lange vielleicht bis zu einer Diagnose.

Werd mir auf jedenfall die Texte durchlesen, auch wenn ich mittlerweile meinen Mann ganz schön erschrecke.

Ich hab mir mal mehrere Sachen durchgelesen zum Thema Epilepsie, nicht dass ich es mir für ihn bzw. uns wünsche, aber es gibt schon kleine Dinge wo ich z.B. diese "Hand guck in die Luft" (weiß grad net wie das richtig noch heißt) zu manchen Situationen mit Jerry zu ordnen könnte, ob´s nachher wirklich so ist, ist dann ja Sache der Ärzte das rauszufinden. Jedenfalls haben wir beiden irgendwie momentan Angst vor der Diagnose, egal welche.
Blautopas 03.11.2007, 23:24#16
AW: Pflegegeld?! Oder andere Hilfen?!

Hallo Jule!
Zitat von MamaJule
Jedenfalls haben wir beiden irgendwie momentan Angst vor der Diagnose, egal welche.

Auch das ist vollkommen normal. Aber Dein Sohn ändert sich durch die Diagnose nicht, er ist danach noch das gleiche Kind wie vorher. Durch die Diagnose wisst Ihr, was mit ihm los ist und das bedeutet, dass ihm besser und gezielter geholfen werden kann, also ist die Diagnose eine Chance für ihn und Euch. Versuche es mal aus dieser Sicht zu betrachten!

Wir waren damals unglaublich erleichtert, als wir die Diagnose bekamen, weil wir endlich wussten, warum sich unser Sohn so seltsam verhält. Vorher wurde es immer auf unsere Erziehung geschoben, obwohl es bereits 4 Jahre vor der Diagnosestellung einen konkreten Autismusverdacht durch eine Kurklinik gab, der aber von den hiesigen Ärzten ignoriert wurde.
Vom Auftreten der ersten Symptome bis zur Diagnosestellung dauerte es 7 1/2 Jahre......

Liebe Grüße

Annette
MamaJule 04.11.2007, 09:18#17
AW: Pflegegeld?! Oder andere Hilfen?!

Huhu Anette,

in Bezug auf Jerry meinte ich das auch nicht, es wird sich zwar bißchen was umstellen dann wenn er z.B. Medis bekommen müsste aber sonst.

Nee es ist eher so die Diagnose, es hört sich alles immer schrecklich an, ich weiß selber wie es ist. Anfang des Jahres wurde bei mir leider ein Myom in der Gebärmutter festgestellt und das war auch erstmal ein Schock, vorallem da wir uns noch ein Kind wünschen und solche Dinger Fehlgeburten etc. machen können und da meine Schwangerschaften mit den Jungs nicht einfach waren und die Ärzte gesagt haben es wird definitiv beim nächsten nicht besser, standen mir die Tränen im Gesicht und ich hab eine Entscheidung getroffen die manche nicht verstehen (war ja damals 23, oki ist ja nur paar Monate her*g*).

Klar einerseits will man wissen warum das Kind dies und das macht, aber lieber wünscht sich doch jeder ein gesundes Kind oder?!

Das mit der Erziehung kennen wir nur zu gut, auch das andere Eltern unser Verhalten gegenüber Jerry nicht verstehen und dann werden wir immer angeguckt als ob wir ihn misshandeln.


Danke jedenfalls für deine Email. Hab sie mir ausgedruckt.
Blautopas 04.11.2007, 13:54#18
AW: Pflegegeld?! Oder andere Hilfen?!

Hallo Jule!
Zitat von MamaJule
ich weiß selber wie es ist. Anfang des Jahres wurde bei mir leider ein Myom in der Gebärmutter festgestellt und das war auch erstmal ein Schock, vorallem da wir uns noch ein Kind wünschen und solche Dinger Fehlgeburten etc. machen können und da meine Schwangerschaften mit den Jungs nicht einfach waren und die Ärzte gesagt haben es wird definitiv beim nächsten nicht besser, standen mir die Tränen im Gesicht und ich hab eine Entscheidung getroffen die manche nicht verstehen (war ja damals 23, oki ist ja nur paar Monate her*g*).

(((((((((((((((((((((Jule)))))))))))))))))))))))

Ich kann es nachvollziehen. Wir haben nur ein Kind. Mein Sohn begann schon mit 1 1/2 auffällig zu werden und es war mit ihm sehr anstrengend. Ein weiteres Kind hätte sehr darunter gelitten, auch unter seinen Aggressionsausbrüchen. Außerdem war die Angst, dass wieder was ist, zu groß, weil auch meine Schwester ein behindertes Kind hat (Lippen-Kiefer-Gaumenspalte, es gab einen weiteren Fall in der Familie damit sowie ein entfernteres Familienmitglied mit geistiger Behinderung, die beiden letzteren eine bzw. zwei Generationen vorher).
Für mich das allerschlimmste: unser einziges Kind lebt seit Februar 05 nicht mehr bei uns..... Es ging einfach nicht mehr. :heul:

Jetzt ist der Traum von einem 2. Kind sowieso endgültig ausgeträumt, ich bin jetzt 40. Natürlich kann man auch in dem Alter noch Kinder bekommen, aber ich werde definitiv keins mehr kriegen, weil ich an Neuroborreliose erkrankt bin. Infiziert habe ich mich im Juni letzten Jahres, erkannt wurde es trotz eindeutigster Symptome (ich hatte sogar eine Wanderöte, nur hatte ich damals keine Ahnung von der Krankheit) und bekannter Tatsache, dass ich als Erzieherin im Waldkindergarten ein stark erhöhtes Risiko habe, erst dieses Jahr im März, als ich bereits im Spätstadium war und das auch erst, nachdem ich einen Borreliosetest verlangt habe. :-(
Mal wieder kollektives Ärzteversagen, genau wie damals bei meinem Sohn. :grantel:

Ich habe meine Kinder an der Arbeit, aber es ist immer etwas Wehmut dabei, zu erleben, wie schön es mit gesunden Kindern sein kann. Derzeit habe ich nicht mal das, weil ich seit mehr als 11 Wochen arbeitsunfähig bin und es laut Arzt noch mindestens 3 Monate sein werde. Ich habe am Freitag mit der 6. Antibiotika-Behandlung angefangen. Heilbar ist die Krankheit in dem Stadium nicht mehr. :heul:

Aber jetzt bin ich vom Thema abgeschweift. [Bild: www.cosgan.de]
Klar einerseits will man wissen warum das Kind dies und das macht, aber lieber wünscht sich doch jeder ein gesundes Kind oder?!

Natürlich. Ich habe mir jahrelang Vorwürfe gemacht, an der Behinderung Schuld zu sein, weil ich in der 16.SSW eine Bauchoperation unter Vollnarkose hatte, die mit großer Wahrscheinlichkeit die Ursache der Behinderung ist. Heute weiß weiß, dass das absolut sinnlos war, die OP war lebensnotwendig und rückgängig machen kann ich das auch nicht.
Das mit der Erziehung kennen wir nur zu gut, auch das andere Eltern unser Verhalten gegenüber Jerry nicht verstehen und dann werden wir immer angeguckt als ob wir ihn misshandeln.

Für mich war es insofern noch schlimmer, weil ich Erzieherin bin und mit oft genug vorgeworfen wurde, dass ich nicht mal mein eigenes Kind erziehen und deshalb in meinem Beruf völlig fehl am Platz bin. :-(

Ich kann jetzt nicht beurteilen welches Verhalten Jerry zeigt, aber ich würde auf jeden Fall bei Eurem Termin Autismus ansprechen!
Gerade Eltern autistischer KInder (insbesondere die mit Asperger-Autismus) haben oft eine jahrlange Ärzte-Odyssee hinter sich, bevor sie eine Diagnose bekommen. Das, was bei uns lief, ist leider kein Einzelfall, sondern eher die Regel. :-(

So, um wieder zum eigentlichen Thema zurückzukommen: mir ist noch was zu Hilfen eingefallen.
Ein behindertes Kind hat Anspruch auf Eingliederungshilfe. Bei körperlicher und/oder geistiger Behinderung läuft das übers Sozialamt, bei seelischer (Asperger-Autismus, ADHS....) über das Jugendamt. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, z.B. einen Integrationshelfer in Kindergarten oder Schule, der das Kind dort begleitet, ihm hilft, vermittelt, wenn es Konflikte gibt...., eine spezielle Therapie, in unserem Fall war das Autismustherapie, bestimmte Hilfsmittel....
Nicht alles werden von den Ämtern anerkannt, z.B. Reittherapie oder ABA, eine Therapieform bei Autismus, es gibt aber die Möglichkeit, Eingliederungshilfe über das sogenannte persönliche Budget zu finanzieren.

http://www.rehakids.de/phpBB2/search.php?search_id=newposts
http://www.rehakids.de/phpBB2/viewtopic.php?p=422847&highlight=pers%F6nliches+budget#422847
http://www.rehakids.de/phpBB2/viewtopic.php?p=387594&highlight=#387594

Liebe Grüße

Annette
MamaJule 04.11.2007, 14:20#19
AW: Pflegegeld?! Oder andere Hilfen?!

Jerry geht ja schon in einen Integrationskindergarten, soll dann wohl 2010 in eine Förderschule (jedenfalls vom Kita aus, falls wir hier noch wohnen).
Dort wird momentan vom Amt "nur" die Ergo übernommen die da rumgeistert, Logopädie und Psyio müssen wir über die Krankenkasse laufen lassen.
Andere Therapieformen werden uns momentan nicht angeboten, bin mal gespannt in wie weit sich alles nach DI-Fr ändert.
Ina Gambini 04.11.2007, 20:02#20
AW: Pflegegeld?! Oder andere Hilfen?!
Zitat von MamaJule
Jerry geht ja schon in einen Integrationskindergarten, soll dann wohl 2010 in eine Förderschule (jedenfalls vom Kita aus, falls wir hier noch wohnen).
Dort wird momentan vom Amt "nur" die Ergo übernommen die da rumgeistert, Logopädie und Psyio müssen wir über die Krankenkasse laufen lassen.
Andere Therapieformen werden uns momentan nicht angeboten, bin mal gespannt in wie weit sich alles nach DI-Fr ändert.

Hallo Jule!
Möchte dir ein Therapiezentrum in Baiersbronn nennen.Dort kann man 3-4 mal im Jahr eine Intensivtherapie von je einer Woche machen.War dort mit meinem Enkelsohn zum Vorstellungsgespräch und hatte einen guten Eindruck.Du brauchst nur einen Kinderarzt, der diese Therapie befürwortet und dir die notwendigen Rezepte ausstellt. Es nennt sich Iven-Therapiezentrum.Vielleicht nützt dir diese Info etwas.Viel Glück!
MamaJule 04.11.2007, 20:07#21
AW: Pflegegeld?! Oder andere Hilfen?!

Huhu,

danke für die Info aber leider ist es bißchen schwer für uns so weit zu fahren, wir wohnen in Bremerhaven und da ist der Schwarzwald bißchen weit.