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mit 23 noch Kind,

bergbalko 21.07.2004, 14:32#1
Hallo zusammen,

Wir haben 4 Kinder im Alter von 14 - 19 - 23 -25.
Sorgenkind ist unsere älteste mit 23.
Sie hat auf anraten ihrer Lehrer die Förderschule besucht und sie mit einem relativ gutem Zeugnis abgeschlossen.
Weiterbildungen der Dekra hat sie sausen lassen .
Eine Arbeitsstelle an einem Montageband ebenso.
Fragen warum und wieso werden mit schweigen beantwortet.
Kontakt zu anderen Jugendlichen in ihrem alter besteht kaum.
Bei Kindern im alter zwischen10 und 14 fühlt sie sich anscheinend wohl.
Ob im guten oder bösen wir kommen nicht an sie herran.
Wenn wir sie so beobachten ,kann man meinen , das sie sich zurückentwickelt.
Wie gesagt fürs Jugendamt zu alt und das Arbeitsamt nicht zuständig.
Jetzt wird mancher sagen warum erst jetzt.
Wir haben mit vielen schlauen Leuten darüber gesprochen und haben viele schlaue Vorschläge erhalten, doch richtig geholfen hat es uns nicht.
Nun leidet unsere Familie doch sehr unter diesem Zustand,zumal meine Tochter nun auch noch die Häusliche faulheit entdeckt hat und jegliche Kritik mit fluchen und Türenknallen beantwortet.
Normal ist ihr verhalten nicht mehr,doch rausschmeißen scheint auch keine Lösung zu sein.
Wir möchten sie dahin bringen,das sie ihr Leben auf die Reihe bringt.
Doch dazu benötigen wir dringenst Hilfe.
Wir wohnen in Rheinland -Pfalz Regierungs-Bezirk Trier.
Wer Könnte uns helfen ??



Frank & Sonja B:
HHelmutS 21.07.2004, 20:07#2
Hallo Ihr beiden,

wir haben mit unserem Sohn, heute 22, nicht behindert, ähnliches erlebt. Allerdings fing das ganze vor ca. 5 - 6 Jahren an. Er war tortz unserer besonderen Situation, ( Schwester schwerst mehrfachbehindert, Mutter schwere Psychose, Vater arbeitslos ) abgesehen von "normalen Handreichungen" nie besonders intensiv in den Haushalt eingebunden, und hatte Freiheiten, Pflichten und Rechte wie andere Jugwendliche auch. Obwohl wir ständig "unter Beobachtung" von Gesundheitsamt, und Jugendamt standen, und alle keine besonderen Probleme sahen, fing er an immer mehr "abzudrehen". Anfangs fragten wir zusätzlich den Schulpsychologen um Rat. Da der nichts besonderes fand, und keinen Handlungsbedarf sah, nahmen wir die Sache selbst... auf die "unschöne Art"... in die Hand. Da er sich auf Gespräche kaum noch einließ half nur, ihm seine hochgelobte, u.a. häusliche Faulheit, mit heftigen Sanktionen zu belegen. Zu guter letzt ging das so weit, das er einfachste Sachen nur noch machte, wenn ihm gesagt wurde, das er sofort raus fliegt, wenn er das gesagte nicht tut. Zum Ausgleich hörte er immer lauter Musik, wodurch wir verständlicher weise 2 bei der Besichtigung schon zugesagte Wohnungen nicht bekamen. Mitunter half nur, das ich in sein Zimmer ging, das Fenster öffnete, seine Stereoanlage in den Hand nahm, und fragte ob er jetzt anfangen würde was zu tun, oder ob er seine Anlage zuerst unten auf dem Rasen wieder aufsammeln wolle...Zu guter letzt blieb uns nur, ihm der nötigen Deutlichkeit wegen, per Einschreiben seinen Platz im "Hotel Mama", mit einer Frist von 3 Monaten zu kündigen. Gleichzeitig suchte ich, weil wir wegen unserer Tochter dringend vom 1. OG ins EG mußten, keine 4 Zimmer Wohnung mehr, sondern nur noch eine 3 Zimmer Wohnung. Die letzten Monate waren zwar die Hölle, aber dank Zufalls Hilfe, bekamen wir eine EG Wohnung im selben Haus, und er zog mit seiner Freundin in unsere Alte Wohnung... wo ihm seine Faulheit langsam aber sicher immer weniger schmeckt.

Das ist so sicher kein Rezept, was jeder nachmachen kann, ich kann euch nur dringend raten konsequent "dagegen" vor zu gehen. Zuerst solltet organische.. (Fachärzte) und familiere ( (Familientherapie) Probleme auszuschließen versuchen. Wenn dabei kein Grund für die Verhaltensänderung gefunden wird, solltet ihr konsequent dagegen vorgehen. Wenn man in solchen Situationen keine eindeutigen Grenzen setzt, und sich daran hält, ist die Gefahr groß, das andere angesteckt werden, und sich alles eher verschlimmert als verbessert.

:-) Helmut
Gast 22.07.2004, 21:21#3
hallo frank, hallo sonja, es ist für eltern furchtbar hart, wenn man nicht mehr an sein kind herankommt - wie immer man es auch versucht. da ihr mit ihm nichts erreicht, solltet ihr etwas für euch tun: sucht am besten eine beratungsstelle für seelische und soziale gesundheit - meist sozialpsychiatrischer dienst - spdi - genannt auf. dort gibt es angehörigengruppen bzw gesprächspartner für angehörige. natürlich könnt ihr auch eine beratungsstelle für lebens- und erziehungsfragen aufsuchen, doch scheint mir das grundproblem nicht in der familie als solches, sondern bei eurem kind zu liegen. das gespräch dort gibt euch sicherheit im handeln - das entspannt die situation enorm. euch beiden alles gute und liebe grüße /|
Gast 22.07.2004, 21:22#4
hallo frank, hallo sonja, es ist für eltern furchtbar hart, wenn man nicht mehr an sein kind herankommt - wie immer man es auch versucht. da ihr mit ihm nichts erreicht, solltet ihr etwas für euch tun: sucht am besten eine beratungsstelle für seelische und soziale gesundheit - meist sozialpsychiatrischer dienst - spdi - genannt auf. dort gibt es angehörigengruppen bzw gesprächspartner für angehörige. natürlich könnt ihr auch eine beratungsstelle für lebens- und erziehungsfragen aufsuchen, doch scheint mir das grundproblem nicht in der familie als solches, sondern bei eurem kind zu liegen. das gespräch dort gibt euch sicherheit im handeln - das entspannt die situation enorm. euch beiden alles gute und liebe grüße  /|
Moira 14.03.2008, 08:39#5
AW: mit 23 noch Kind,

Nun, ich denke, dass sich Euer Sohn bei all dem (natürlich nötigen) Tun um seine Schwester übergangen fühlt und dass Euch Regungen, Ängste,Wünsche seinerseits "durch die Lappen gegangen sind"... Folge: Abkapseln, Trotz... nach dem Motto, was mich bewegt, kümmert eh keinen. Vielen Eltern fehlt pädagogisches Feingefühl. Wenn das zutrifft und ein sensibles Kind betroffen ist, tja, dann hat man eine solche Situation.
Schlimm und schade für alle Betroffenen.

Gruß, Moira
Pädagogin
3 Kinder
HHelmutS 14.03.2008, 14:11#6
AW: mit 23 noch Kind,

Hallo Moira,

vor einigen Wochen hat unser Sohn das erste mal über seine Probleme, "von damals" gesprochen. Zum einen waren das Dinge, die sich aufgrund seines Verhalstens eingeschlichen hatte. Er hat z. B. immer mit dem Essen herum genörgelt. Während sich miunter Nachbarskinder darum rissen, bei und mit essen zu dürfen, weils besser war als zuhause, und ich regelmäßig ohne Probleme für einen Arbeitslosentreff gekocht hatte, hatte er ständig was zu meckern. Nachdem ich anfangs meist erklärt hatte was es gab, ging ich dann dazu über, auf seine Frage was es denn gibt, nur noch "was zu Essen" oder ähnliches zu sagen. Weil ich das nur noch so gesagt hatte, kann er heute nicht gut kochen, meint er.

Dann hat ihn noch gestört, das wir ihm den Umstand, das es seine Musik nicht so laut machen soll, nicht genauer erklärt haben. Das sie wesentlich zu Laut war, hat ihm nicht gereicht. Was ihn jedoch besonders gestört hat, hat mich ... so gut nachvollziehbar es auch ist, fast umgehauen. Besonders hat ihn gestört, und das bis kurz vor dem Rauswurf, wo jedem klar sein mußte das sie es nicht kann..... das Sonja nie ihr Zimmer aufräumen mußte...... Das fand er, obwohl er nur sein Zimmer in Ordnung halten mußte, und mit ihren Sachen nichts zu tun hatte, sehr ungerecht. Zu gemacht hat er in erster Linie, was es ihm kaum geholfen hat, wenn er mit uns über eine Probleme gesprochen hat. Dabei haben wir alles mögliche getan. Nachdem er selbst auf Nachfragen nicht mehr über Probleme gesprochen hatte, sind wir davon ausgegangen, das das was wir getan hatten, erfolgreich geholfen hat... denkste.

Als sich damals die Situation zuspitze hatte ich ihn gefragt, was er davon halten würde, wenn er "aus unserem Kaos" heraus, mit anderen Leuten zusammen wohnen könnte. Damals hat er dieses Angebot als Bestrafung gegen sich gesehen. Heute scheint er zu bedauern, das er das so gesehen hat.

:-) Helmut