Hallo zusammen!
Heute brauch ich mal eure Hilfe und hoffe, viele kurze Rückmeldungen aus ganz Deutschland zu bekommen.
Ich schreibe gerade neue Erklärungen für unseren Bereich
Anlaufstellen von INTAKT, wo verschiedene Einrichtungen erklärt werden. Was uns noch fehlt, weil das in den letzten Jahren immer mehr Thema geworden ist, ist die Betreuung für erwachsene Menschen mit geistiger Behinderung bzw. schwerst mehrfach behinderte Menschen, die nicht in der WfbM arbeiten können. Soweit ich weiß, gibt es da drei mögliche Begriffe:
- Tagesstätte (hier eben für Erwachsene)
- (Tages-)Förderstätte
- Tagesstrukturiende Maßnahmen
Welchen Begriff gebraucht man bei euch (z.B. in der Lebenshilfe oder eurem Träger) für was? Was ich so im Internet finde, wird alles fröhlich durcheinander gewürfelt. Wer soll sich denn da noch auskennen?
Die Lebenshilfe (zumindest der Landesverband Bayern) nennt alles zwischen Schule und Rente "Förderstätte" und alles in der Rente "Tagesstrukturierende Maßnahmen". Dann gibt es aber doch wieder eine "Tagesstätte für Autisten"... Machen das die meisten oder wie ist das bei euch?
Bitte gebt mir kurz Bescheid, damit ich diesen Dschungel etwas besser durchsteige und dann für alle erklären kann...
Liebe Grüße,
Holger
Hallo Holger,
das ist die Tagesförderstätte. Dort werden Menschen gefördert und betreut, "die keine restverwertbare Arbeitsleistung erbringen können" (so lautet der offizielle Text).
Hallo Inge,
Jaaa, so heißt das bei euch in Aschebärsch ...
Aber woanders eben nicht... und was meinst du mit offiziellem Text? Doch nicht etwa ein Gesetz, in dem das steht? Das täte mich doch sehr interessieren. Außerdem glaube ich immer mehr, dass das fast schon ein bayerischer Begriff ist. Wenn ich bei Google Bilder Förderstätte suche, kommen - bis auf ein paar Ausnahmen nur Treffer aus Bayern.
Also ihr Nicht-Bayern: Wie ist das bei euch?
1. Gibt es eine Alternativ-Betreuung zur Werkstatt, in die Leute gehen, die "keine restverwertbare Arbeitsleistung erbringen können", also auf gut deutsch "schwerst mehrfachbehindert" sind?
2. Wenn ja, wie nennt sich das bei euch?
Würde mich sehr über Antworten freuen, auch wenn die heißt, dass es z.B. nichts derartiges gibt.
Viele Grüße,
Holger
Hallo!
Bei uns, einer Einrichtung in Niedersachsen, nennen wir diese Betreuungsform "Tagesförderstätte".
Hallo Holger,
in Berlin ist mir diese Form der Betreuung auch nur als *Tagesförderstätte* bekannt.
gruss, amai
Hi Holger,
also hier in Bremen heisst es dann auch Tagesförderstätte.
Liebe Grüße
Yvonne
(Holger @ 09. 11 2006, 14:13)
Hallo zusammen!
Heute brauch ich mal eure Hilfe und hoffe, viele kurze Rückmeldungen aus ganz Deutschland zu bekommen.
Ich schreibe gerade neue Erklärungen für unseren Bereich Anlaufstellen von INTAKT, wo verschiedene Einrichtungen erklärt werden. Was uns noch fehlt, weil das in den letzten Jahren immer mehr Thema geworden ist, ist die Betreuung für erwachsene Menschen mit geistiger Behinderung bzw. schwerst mehrfach behinderte Menschen, die nicht in der WfbM arbeiten können. Soweit ich weiß, gibt es da drei mögliche Begriffe:
- Tagesstätte (hier eben für Erwachsene)
- (Tages-)Förderstätte
- Tagesstrukturiende Maßnahmen
Welchen Begriff gebraucht man bei euch (z.B. in der Lebenshilfe oder eurem Träger) für was? Was ich so im Internet finde, wird alles fröhlich durcheinander gewürfelt. Wer soll sich denn da noch auskennen?
Die Lebenshilfe (zumindest der Landesverband Bayern) nennt alles zwischen Schule und Rente "Förderstätte" und alles in der Rente "Tagesstrukturierende Maßnahmen". Dann gibt es aber doch wieder eine "Tagesstätte für Autisten"... Machen das die meisten oder wie ist das bei euch?
Bitte gebt mir kurz Bescheid, damit ich diesen Dschungel etwas besser durchsteige und dann für alle erklären kann...
Liebe Grüße,
Holger
Ich arbeite in einem Heim für schwerstmehrfach Biehuinderte Menschen. Der 2.Lebensraum unserer Menschen nennen wir EfB. Erwachsenen Förder Bereich. Vielleicht hilft es weiter. Bitte
Hallo Holger, hier in Nrw gibt es "Tagesstrukturierende (Förder)Maßnahmen" für Menschen mit Behinderungen, die in einer Werkstatt nicht aufgenommen werden können (nicht nur, wegen der Schwere der Behinderung, sondern auch aus Kapazitätsgründen).
Allerdings kenne ich diese Maßnahmen nur an eine andere Einrichtung gekoppelt, wie z.B. an ein Wohnheim.
Normalerweise geht der Weg in die WfMB, die hier in der Regel in mehrere verschiedene Produktionsbereiche und Förderbereiche geteilt sind.
Förderbereich ist allerdings ein veraltetes Wort, ich habe mir sagen lassen, dass der ehemalige Förderbereich nun "Arbeitsbereich für Menschen mit schwersten Mehrfachbahinderungen" genannt werden soll - ob das mittlerweile so spruchreif ist, weiß ich nicht.
In den Bestimmungen steht auch, dass Mitarbeiter in diesem Bereich "restverwertbare Arbeitsleistung erbringen können" müssen.
Diese Aussage ist allerdings Auslegungssache eines jeden Bereichs- und Werkleiters.
Die Werkstätten haben meist einen Schwerpunkt, der entweder in dem produktiven oder fördernden Bereich liegt.
Der Bereichsleiter des Förderbereiches, in einer sehr schönen Werkstatt in Leverkusen, deren Schwerpunkt im Förderbereich liegt, sagte mal: "Und wenn jemand, dem wir eine Mutter auf die Fingerkuppe setzen, diese in einen Beutel, den wir ihm hinhalten, fallen lässt, weil wir seinen Arm bewegen - erbringt er die erforderliche Arbeitsleistung".
Julia.
Hallo!
...und danke für eure zahlreichen Rückmeldungen. Das scheint ja wirklich ganz bunt gemixt zu sein und auch die Rechtslage ist wohl recht unterschiedlich. Die Bundesarbeitsgemeinschaft der überörtlichen Sozialhilfeträger nennt das Ganze übrigens "Förder- und Betreuungsstätten - quasi als Oberbegriff der verschiedenen Formen -"
Wer sich dafür näher interessiert, für den ist sicherlich
dieser Artikel und ein Gerichtsurteil interessant, nach dem man auch über den Eintritt in das Rentenalter hinaus ein Anrecht auf die Förderung in einer Förderstätte hat, die ja meist als "Arbeitsersatz" angesehen wird. Das Urteil könnt ihr
unter diesem Link als PDF herunterladen.
Wer noch Infos zu diesem Thema beitragen kann: Nur her damit!
[Bild: www.intakt.info]
LG
Holger
AW: Betreuung außerhalb der WfbM
Hallo alle zusammen!
Ich komme aus Sachsen-Anhalt und bei uns ist die Zeit zwischen Schule und Rente so geregelt :
Förderstätte: (auch Tagesförderstätte) ...ist einer Werkstatt für Behinderte unter-
stellt (angegliedert) und bietet Menschen (die
auf Grund der Schwere ihrer Behinderung) nicht
oder noch nicht in den Arbeitsprozess einer
Werkstatt eingesetzt werden können, eine
Fördermöglichkeit.
...für "nicht werkstattfähige" Behinderte
Tagesstrukturierte Maßnahme: ... ist die Förderung für Behinderte, die in einem
Wohnheim leben und (auf Grund der Schwere
ihrer Behinderung) nicht in einer Werkstatt für
Behinderung eingesetzt werden können
... für "nicht werkstattfähige Behinderte", die im
Heim leben
AW: Betreuung außerhalb der WfbM
In Niedersachsen heißt es auch: Arbeitsbereich für intensiv Betreuungsbedürftige (AiB)