Hallo,
ich melde mich mal wieder, da ich schon wieder in einer "Zwickmühle" stecke und einpaar Tips, bzw. Meinungen brauche.
Meine Tochter lebt seit letztem Jahr in meiner Nähe in einer vollstationären Einrichtung, mit der ich aber nicht zufrieden bin. Kurz gesagt, ich habe kein Vertrauen in die Gruppe (wurde auch schon belogen), mein Kind ist zwar sauber und satt wie man so schön sagt, aber ansonsten gibt es keine Aktivitäten für die Schwerstbehinderten (ausser die Schule, die ist o.k.) aber in den Ferien und Wochenenden passiert leider so gut wie gar nichts. Die Kinder liegen meisstens rum, ausser zum Essen.Kein Spaziergang, keine individuelle Förderung, keine Beschäftigung). Die ärztliche Versorgung dort ist sehr mangelhaft, muss mich um alles selbst kümmern und allem hinterherlaufen.(Meine Tochter war schon 3 mal ziemlich krank seit sie dort ist) Das Haus ist neu, top eingerichtet, alles #### und schön, aber meines Errachtens fehlt die Menschlichkeit und Wärme. Es ist eben eine reine Pflegestation wurde mir gesagt.Jetzt könnte ich einen Platz bekommen in einem anderen Heim (kleinere Einrichtung), in der meine Tochter aber die jüngste wäre. Das Haus ist alt, längst nicht so wohnlich und komfortabel wie im jetzigen, zudem müsste meine Tochter ein 4-er Zimmer bewohnen mit schwerstbehinderten Männern (!) (Leider gibt es keine andere Möglichkeit, da die Behinderten in anderen Zimmern schon jahrelang zusammen sind und sie nicht getrennt werden sollen), aber schon beim ersten Eindruck hatte ich ein Gefühl von Wärme und Herzlichkeit. Man versucht dort wirklich aus dem was man hat das Beste zu machen und alle Behinderten machten einen zufriedenen glücklichen Eindruck. Es wurde gelacht und gescherzt und alle wurde behandelt wie ganz normale Menschen. (In der jetzigen Gruppe wird meine Tochter von manchen Mitarbeitern nicht mal begrüsst wenn ich sie zurückbringe!) Das mit dem Zimmer ist eigentlich für mich idiskutabel, aber trotz allem geht mir das Heim nicht mehr aus dem Kopf. Ich weiss nicht wie ich entscheiden soll, denn wenn meine Tochter noch einmal umzieht, dann soll es(hoffentlich) das letzte mal und für immer sein, aber die Vorstellung in einem 4-er Zimmer zu schlafen ist nicht gerade toll. Die Zeit drängt und die Einrichtung wartet auf eien Entscheidung, zumal sie eine Warteliste haben und ich bin mir sicher, so schnell wird dort kein Platz mehr frei.
Vielleicht hat jemand Lust mir seine Meinung dazu zu sagen, ich würde mich echt freuen, obwohl ich ja letztendlich die Entscheidung alleine treffen muss.
Gruss
Xenia
Hallo Xenia,
eigentlich ist ein 4-Zimmer und dann auch noch mit Männern eine Zumutung. Wir kämpfen um Einzelzimmer oder Doppelzimmer gerade dann wenn Pflege anfällt und die Intimsphäre gewahrt bleiben muss.
Ist wirklich keine andere Möglichkeit der Umbelegung möglich. Wie sind diese 3 Mitbewohner also welches Verhalten zeigen sie?
Ich kann dich aber auch gut verstehen wenn du sagst dass du hast in diesem Haus eine menschliche gute Atmosphäre gespürt. Lass dir trotzdem mal das Konzept geben und spreche mit den Mitarbeitern die Zusammenarbeit an. Leider ist wahrscheinlich kein Probewohnen möglich. Wäge die Vor-und Nachteile ab, denn innerlich hast du irgenwie das bisherige Wohnheim deiner Tochter schon abgeschrieben. Alternativen gibt es keine?
Viel Glück
Liebe Grüsse Hildegard
Liebe Hildegard,
leider ist kein anderes Heim in meiner Nähe mehr das in Frage käme. Zum jetzigen Heim ist durch einen Vorfall ein Vertrauensbruch entstanden, der wahrscheinlich nie mehr zu kitten ist. Auf der anderen Seite weiss ich aber auch nicht ob das neue Heim (mit dem 4er Zimmer) wirklich so ist wie es sich beim Vorstellungsgespräch zeigt, denn da wird ja meist immer alles "gut verkauft". Trotzdem hatte ich einfach rein gefühlsmässig den Eindruck, dass es dort menschlicher und herzlicher zugeht. Der Nachteil dort ist allerdings auch, dass die Behinderten wenn sie nicht mehr zur Schule können im Heim von pädagogischen Fachkräften betreut weren und nicht in eine Tagesföderstätte gehen können, was im jetzigen Heim möglich wäre. Die 3 Männer sind alle um die 40 und schwerstbehindert und lt. Angaben nachts auch ruhig.. Also, "passieren" könnte da nichts, aber alleine schon die Tatsache, dass es sich um ein 4er Zimmer handelt, erschreckt mich. Was ist wenn es dann dort nicht so gut klappt? Dann kommt meine Tochter vom Regen in die Traufe!
Die jetzige Einrichtung ist riesig (über 700 Behinderte in 70 Wohngruppen), meine Tochter ist in einer speziellen Pflegegruppe untergebracht. Ich möchte ihr wirklich nicht noch mehr Umzüge zumuten,(ich denke auch, dass da das Sozialamt, bzw. die Kasse irgendwann nicht mehr mitspielt) aber ich möchte einfach eine Einrichtung finden, wo ich weiss, sie ist gut aufgehoben dort, auch wenn mir mal was passiert. Und dieses Gefühl hab ich im Moment nicht! Ich bin wirklich ratlos, habe auch schon versucht mit antroposophischen Einrichtungen am Bodensee Kontakt aufzunehmen, aber die Chance, dort unterzukommen ist sehr gering. Trotzdem vielen Dank für Deine Meinung, würde mich auch freuen wenn Du Dich nochmal meldest.

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smilie
Hi Xenia,
ich lese hier so einige Beiträge von dir seit einiger Zeit.
Du willst viel wissen, aber oft kommt dann überhaupt keine Rückmeldung mehr von dir.
Es ist nur zu verständlich, dass du die beste Einrichtung suchst.
Du hast doch gerade erst geschrieben, dass ihr ein Haus baut aufgrund einer Erbschaft.
Hast du denn schon einmal in Erwägung gezogen, deine Tochter zu dir zu nehmen, das Haus gleich entsprechend behindertengerecht zu bauen.
Ich möchte meinem Kind kein umherwandern von Heim zu Heim zumuten und eigentlich kann ich mir einen Heimplatz für meines gar nicht vorstellen.
Hallo Xenia,
ein schwieriger Entscheidungsprezess vor dem du da stehst, denn du musst dich mit einigen schwer einschätzbare Sachverhalten auseinandersetzen. Ich habe einige befreundete Familien die ihre Kinder im Wohnheim leben und ich weiss um die schweren inneren Kämpfe wenn es um die Frage geht was das Beste für das Kind ist. Niemand kann das be- bzw. ver- urteilen der nicht selbst in dieser Situation steht. Ich habe noch einige Fragen an dich. Du schreibst das es einen Vertrauensbruch in der jetzigen Einrichtung gegeben hat. Ist da noch was zu machen durch ein klärendens Gespräch?
In einer so großen Einrichtung ist da ein Wechsel in eine andere Gruppe denkbar? Liegt es am Personal deiner Gruppe oder ist die ganze Einrichtung geprägt von dieser Stimmung die du beschreibst?
Wie sieht die Tagesstruktur in dem Kleinstwohnheim aus, wenn sie innerhalb des Hauses geschieht? Frag nach wie diese Menschen tagsüber beschäftigt werden. Wie groß ist das Zimmer? Wieviel Personal ist tagsüber in der Gruppe? Wie groß ist die Gruppe? Noch etwas hat mich nachdenklich gemacht beim lesen deiner Zeilen. Du hast dich erkundigt nach einer Einrichtung am Bodensee. Wahrscheinlich ist diese Einrichtung weit entfernt von zu Hause. Auch wenn du eine Absage bekommen hast, kannst du dir vorstellen deine Tochter auch in eine weiterentfernte Einrichtung zu geben? Dass ist für Eltern keine leicht Entscheidung aber wenn du dir das vorstellen könntest solltest du mit Ruhe weitersuchen und Vergleiche anstellen. Ich habe mit einer Elterngruppe mehrere Einrichtungen besucht und mit jeder Einrichtung wurde unser Fragenkatalog länger und unser "Feeling" für die Stimmung im jeweiligen Haus.
So Xenia viele Fragen aber vielleicht hilfts dir
Liebe Grüsse
Hildegard
Zitat von [b
Zitat ( @ --)]
Hallo Petra,
Du hat recht, ich hab schon einige Artikel hier im Forum. Oftmals nehme ich mit den Leuten die mir antworten auch selbst per Mail Kontakt auf, so dass deshalb keine Antworten mehr im Forum stehen.
Zum 2 Thema dass Du ansprichst, wir bauen ein neues Haus, ja das stimmt. Dort wird meine Tochter selbstverständlich ein Zimmer haben, den sie kommt regelmässig fast jedes Wochenende und in den Ferien heim. Es ist durchaus nicht so, dass ich sie ins Heim "abschiebe", denn durch meine Berufstätigkeit bedingt, ist es mir leider nicht möglich, sie für ganz nachhause zu holen. (Obwohl ich das auch am liebsten täte!) Für mich ist die Heimunterbringung sehr schwer und ich möchte einfach nur das allerbeste für meine Tochter. Leider merkt man oft erst nach einigen Wochen ob die Einrichtung gut ist oder nicht, deshalb bin ich auch froh über Erfahrungsberichte von anderen Eltern , obwohl die letztendliche Entscheidung doch bei mir liegt.
Xenia
Zitat von [b
Zitat ( @ --)]
Hallo Hildegard,
ob der Vertrauensbruch wieder zu kitten ist, kann ich schwer sagen, aber ich glaube nicht. Meine Tochter war 2 Wochen in der Klinik und kämpfte mit dem Tod, ich war jeden Tag bei ihr, von der Wohngruppe hat sich 2 Wochen keiner sehen lassen oder sich erkundigt wie es ihr geht. Als ich sie zurückbringen wollte und dort anrief, wurde ich am Telefon belogen weil man dachte ich wollte mich nach ihrer Gesundheitszustand erkundigen (die wussten nicht mal, dass ich jeden Tag bei ihr war !!!) und mir wurde mitgeteilt, dass die Mitarbeiterin, die sie jeden Tag im Krankenhaus besucht hätte gerade nicht da wäre. Soviel in Kurzform. Ich traue denen nicht mehr, ausserdem wird wie ich schon erwähnte nur reine "Pflege" betrieben, keine Freizeitaktivitäten, keine Förderung, gar nichts. Die Kinder (10 Kinder und 3 Betreuer)sind immer in der Gruppe wenn sie nicht grad zur Schule gehen. Ich habe dort den Eindruck, es ist ein reines Arbeitsverhältnis.
Die Gruppe im neuen Heim besteht aus 15 Erwachsenen. 3 Mitarbeiter kommen morgens um 6.00 weitere 2 um 8.00. Ausserdem gibts noch Hilfskräfte und wie mir gesagt wurde Freizeitaktivitäten, Ausflüge, Schwimmbadbesuche, es ist einfach etwas mehr los. Und wie schon gesagt, ich hatte den Eindruck, dassdenen wirklich etwas an den Bewohnern liegt, schon der ganze Umgang war viel freundlicher.
Das Zimmer ist etwa 25 -30 qm schätze ich zuzüglich 1 großer Balkon. Ich habe Bedenken, wenn ich diesen Platz nicht nehme, bekomme ich diese Chance nicht noch einmal, denn die Bewohner dort leben in der Gruppe bis ins hohe Alter.
Mit einer Einrichtung weiter weg habe ich mich schon befasst, obwohl es mir natürlich lieber wäre wenn meine Tochter hier in der Nähe wäre. Aber am allerwichtigsten ist es mir, dass sie dort gut aufgehoben ist und ich ein gutes Gefühl habe.
Xenia
Hallo Xenia,
das ist eine ganz schwere Entscheidung, die dir wohl kaum einer abnehmen kann.
Und ich finde es schon schwer, dir zu raten.
Ich kann dir nur von meinen Erfahrungen berichten.
Mein Mann war vollstationär in einem Heim der Behindertenhilfe. Von Donnerstag Nachmittag bis Montag Vormittag war er im häuslichen Bereich.
Jahrelang habe ich gekämpft und gestritten mit den Erziehern und der Leitung des Hauses für eine besser Pflege, Betreuung, Beschäftigung und Therapie.
Meine Einstellung war immer:
Ich möchte meinen Mann nicht von Heim zu Heim geben (weil ich denke, es gibt keine guten Heime!), sondern ich möchte erreichen, dass sich in dem Heim etwas ändert, verbessert.
So oft mein Mann im Krankenhaus war, hat von den Erziehern ihn nie einer besucht, geschweige denn einmal nachgefragt, wie es ihm geht.
Mit Berichten über Pflegemängel, Lügen und Vertrauensbrüchen etc. könnte ich hier Seiten füllen. Jeden Donnerstag die Angst, wie kommt er wieder nach Hause, er kann mir nicht erzählen was vorgefallen ist (schwere globale Aphasie).
Die Auseinandersetzungen haben mich zermürbt und ich habe mich schon vor einem Jahr entschieden, meinen Mann nach Hause zu nehmen und habe diesen Entschluss noch keine Minute bereut.
Ich vermute, meine Antwort ist nun auch keine große Hilfe für dich.
Aber vielleicht ein gut gemeinter Denkanstoß.
Liebe Grüße Elke
P.S.
Ich würde dir nicht dazu raten, deine Tochter in ein Heim weit von dir entfernt zu geben.
Du liebst deine Tochter doch sehr und würdest unter der Entfernung leiden und dir sicher auch Vorwürfe machen,
dass du sie dann so selten besuchen kannst.
Hallo Xenia,
trau deinem Gefühl und mach`s!!!!! Ich glaube deine Entscheidung ist schon gefallen, denn so wie`s jetzt läuft ist es auch nicht gut. Was hast du schlimmstenfall`s zu verlieren?
Machs gut
Liebe Grüsse
Hildegard
Zitat: Hildegard
trau deinem Gefühl und mach`s!!!!! Ich glaube deine Entscheidung ist schon gefallen, denn so wie`s jetzt läuft ist es auch nicht gut. Was hast du schlimmstenfall`s zu verlieren?
Machs gut
@ Hildegard,
schlimmstenfalls kann es so kommen, dass dieses Heim noch schlechter ist als das vorherige und das vorvorherige.
Xenia hatte ihre Tochter schon in einem anderen Heim und das war weiter entfernt. Wegen genau dieser Entfernung hat sie es in dieses andere (jetzige Heim) geholt.
(oder Xenia irre ich mich?)
Ich denke, es ist nicht gut, einen Angehörigen von Heim zu Heim zu schicken!
In jedem Heim gibt es etwas was einem nicht gefällt.
Und manchmal ist es auch so,
dass den Bewohner weniger stört, als den Angehörigen!
Elke
Hallo Elke (wir kennen uns doch?), hallo Hildegard,
ihr habt schon beide Recht mit dem was ihr sagt. Letztendlich ist es meine schwere Entscheidung. Ich will meine Tochter auch nicht von Heim zu Heim geben, aber eine Betreuung zuhause ist einfach nicht machbar und ich hab einfach kein gutes Gefühl (Bauchgefühl, auf das soll man doch hören ?!)in der jetzigen Gruppe. Klar, sie wird doch sicherlich nicht vernachlässigt und alles ist so schön neu (Räumlichkeiten) und ####, aber ist das alles was zählt? Viel wichtiger ist es doch Menschlichkeit und Wärme zu erfahren (was es ja wirklich kaum gibt in Heimen), aber ich erhoffe mir wenigstens ein bisschen von dem neuen Heim, immerhin hätte sie da wieder eine Bezugsperson und wie mir die Leiterin mitteilte, wohnen die Mitbewohner schon Jahre dort, ebenso gibt es kaum Personalwechsel. Das spricht doch für sich, oder? Auch wenn die Unterbringung im 4 erZimmer nicht so toll ist, es ist doch wichtiger wie mit den Behinderten umgegangen wird, oder? So grüble ich noch eine Weile, bis Anfang nächster Woche muss ich mich auf alle Fälle entscheiden und es wird mir nicht leicht fallen, zumal ich mit dem jetzigen Heimwechsel schon einmal eine Fehlentscheidung getroffen habe.
Liebe Grüsse
Xenia
Ja, Xenia,
wir kennen uns!
Ich wünsche dir eine gute Entscheidungskraft!
Ich wünsche dir so sehr, die richtige Entscheidung zu finden.
Kann deine Tochter mit entscheiden!?
Kannst du mit ihr gemeinsam das "neue" Heim einmal aufsuchen?
LG Elke
ich bin entsetzt, denn bei uns im heim geht täglich jemand ins krankenhaus, unterstützt die dort bei der pflege und gibt bei einer mahlzeit das essen ein, je nach bewohner. dies ist bei uns eine regel, wenn jemand im krankenhaus ist.
überall ist bestimmt etwas, das du anders machen würdest und dass bestimmt auch die betreuer anders machen würden, wenn sie denn einen grösseren personalschlüssen haben könnten.
aber es gibt durchaus wohngruppen, in denen eine indivduelle, gemütliche und herzliche stimmung herrrscht.
ich arbeite nähmlich seit 9 jahren auf so einer wohngruppe......
johanna