AW: 14 Behinderte in Regelklassen
Dieses wurde vorab in einem Elternabend angekündigt wo einige Eltern bei waren die es nicht wollten wenn ein sabberndes Kind in der Gruppe ist.
Liebe Yvonne,
ähnliches habe ich aber auch an der Förderschule erlebt.

Ich habe beispielsweise im Elternbeirat geäußert, dass meine Tochter schwerbehindert ist und da überwiegend Beiräte mit leicht behinderten Kindern (die von Pflege und Betreuung noch nicht vollkommen erschöpft sind und dieses Amt auch besser als wir bewältigen können) sassen, gab es sofort Vorbehalte, meine Tochter in eine heterogene Klasse zu stecken.
So ein Kind störe nur den Unterricht.

Du kannst Dir sicher vorstellen, wie begeistert
ich ich von der Solidarität der Eltern war. Alleine die Schwerbehinderung reichte aus, um zu dem Urteil zu gelangen, dass sie stört.
Dazu kam noch, dass dem Elternbeirat dann ein Film vorgestellt wurde, den die Schule an die integrativen Kindergärten soz. als Werbung für die Schule gedreht hatte. Darauf waren
ausschließlich Schüler zu sehen, denen man ihre Behinderung auf den ersten Blick überhaupt nicht ansah. Als ich es den Einwand wagte, dass hier die schwerbehinderten Kinder überhaupt nicht erwähnt bzw. gezeigt werden, bekam ich zur Antwort, dass das schon ein Problem sei, denn man würde mit
denen die Eltern mitunter sehr "verschrecken". Eine Mutter meinte dann, ob ich denn nicht verstehen könnte, dass Eltern davor zurückschreckenihr Kind hier anzumelden, wenn sie "solche" Kinder sehen. Da ist einem schon zum Heulen zumute, bekommt man doch das Gefühl, dass das eigene Kinder zum Monster mutiert ist.

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Es ist also nicht abhängig davon, ob hier Eltern nicht behinderter Kinder oder behinderter Kinder "am Werk" sind. Die können alle gleichermaßen gemein sein.

Wobei ich bei Eltern leicht behinderter Kinder dann doch eher Verständnis voraussetze und denen nichtbehinderter Kinder nachsehe, dass sie halt erst mal überhaupt keine Ahnung von behinderten Menschen haben. Lange genug wurden ja unsere Kinder separiert - so lange, bis sie aus dem Blickfeld der Bevölkerung verschwunden sind. Wenn, dann traten sie höchsten als "Behindertengruppe" auf, nicht mehr als Individuen. Man mag zur inklusiven Beschulung stehen wie man will, ich habe mich immer vor dieser Aussonderung gefürchtet. Behinderte Menschen, egal welche Behinderung sie haben und wie schwer die ist, müssen in die Gesellschaft eingebettet werden. Sonst kann es ganz schnell passieren, dass die doch noch vorwiegend herrschender Akzeptant dieses Personenkreises ins Gegenteil umschlägt. Auch wenn es für manche vielleicht abgedroschen klingt: "Wie hatten das in unserem Land schon mal". Und damals war wesentlich leichter, diese Menschen zu elimenieren, die schon abgesondert von der Gesellschaft lebten.
Solange man in Deutschland noch immer Frontalunterricht macht, ist es in der Tat schwieriger, schwerstbehinderte Kinder mit einzubinden. Aber der sollte eigentlich schon länger der Vergangenheit angehören.

Mit einer individuellen Schulbegleitung muss es einfach möglich werden, dass auch schwerstbehinderte Kinder eine Regelschule besuchen können.
Unter den jetzigen Voraussetzungen sollten Eltern selbst entscheiden können, welche Schulform sie wählen. Eltern wissen am besten, was ihr Kind braucht und auch, was sie selbst für ein möglichst gutes Leben benötigen. Da sollte nicht schon wieder jemand - egal aus welcher Ecke - dahinterstehen und sagen wie es zu laufen hat.
Die Heimleitung hat den Eltern frei gestellt ihre Kinder aus der Gruppe zu nehmen.
Na, wie ist denn das gelaufen? Du schreibst ja, dass Dein Kind schon älter ist und ich nehme mal an, dass die Kindergärten damals noch freiwillig integrative Gruppen gegründet haben.

Wenn die nicht dahintergestanden sind, haben die das dann nur gemacht, damit sie kleinere Gruppen haben? Mit möglichst fitten Kindern? Eine gute Vorbereitung seitens der Heimleitung auf solche Elternabende wäre doch schon vor Vorteil und absolut notwendig gewesen.