Heute war ein Artikel in der Bildzeitung, an der 19.600 Bayern teilgenommen haben, daß 72% der Befragten ein gemeinsames Lernen mit geistig behinderten Kindern ablehnen, 90 % befürworten gemeinsamen Unterricht mit körperlich behinderten Schülern.
Wer hat persönliche Erfahrungen mit Einzelintegration von geistig behinderten Kindern?
Liebe Grüßen
LukasundPaula
AW: Inklusion
Hallo LukasundPaula,
wir haben leider kaum Erfahrung damit, im Regelkindergarten hätten wir zwar eine I-Kraft vom Amt bezahlt bekommen, aber die Kindergarteneinrichtung hat dies abgelehnt.
Nach langem hin und her haben wir dann einen Platz im Montessori-Kindergarten bekommen und dort fühlte sich unser Sohn sehr wohl.
Ich drücke Euch die Daumen, daß es bei Euch mit einer Integrationskraft klappt.
LG v. Sanne
AW: Inklusion
Hallo Lukas und Paula,
unser Sohn ist 7 Jahre alt und hat frühkindlichen Autismus.
Er war fast zwei Jahre in einem Regelkindergarten, danach wurde uns
nahegelegt ihn in eine spezielle SVE zu geben, da es für das
Personal schwierig sei und der Abstand unseres Sohnes zu den anderen
Kindern immer größer würde.
(Im Regelkindergarten hatte er für 4 Stunden in der Woche eine Integrations-
kraft - das hat bei der geringen bewilligten Stundenzahl überhaupt nichts
gebracht.)
Es fiel uns schwer, aber wir haben es nicht bereut - unglaublich welche
Förderung in der SVE möglich war und welche Fortschritte er dort gemacht hat.
Obwohl wir der Inklusion positiv gegenüberstehen haben wir unseren Sohn
jetzt in einen speziellen Förderschule angemeldet. Da wir die Förderung
in einer Regelschule, also unter den Bedingungen in einer Regelschule für
unseren Sohn als nicht gegeben sehen.
Ich denke, dies muß man von Kind zu Kind und vorallem auch von Schule zu Schule
individuell entscheiden. Für unseren Sohn war und ist die Förderung in einer speziellen SVE und Schule mit Sicherheit zur Zeit das Beste. Und er macht immer noch unglaubliche Fortschritte dort.
LG Goldstück
AW: Inklusion
Hallo Goldstück,
ja, so kann es auch gehen und es ist eben sehr individuell, wie unsere Kinder gefördert werden können, bzw. auch müssen. Daher setze ich mich persönlich dafür ein, dass es wie im "richtigen" Leben Wahlfreiheit geben muss. Wahlfreiheit was Schule, oder auch Kindergarten betrifft und später die Wohnform. Was für den einen Betroffenen gut ist, muss für den anderen bei weitem nicht das sein, was ihn wirklich weiter bringt. Wenn ich musisch begabt bin, heißt das ja auch nicht, dass ich auf ein Humanistisches Gymnasium gehen muss, sondern kann meinen Neigungen entsprechend gefördert werden und mir den musischen Zweig auswählen.
Zur inclusiven Schulbildung, oder Förderung allgemein gehören mehrer Faktoren, die zusammenpassen müssen. Der Gedanke allein, macht noch kein Un-Recht geltend.
LG vom Löwenkind
AW: Inklusion
Ich weiß natürlich nicht wie weit die in der Schweiz sind, aber auf unsere
Verhältnisse umgelegt ist es typisch über Abschaffungen nachzudenken,
bevor der "Ersatz", nämlich g u t e Inklusion in Regelschulen für a l l e Betroffenen
möglich und geschaffen ist.
Bei uns sind wir lange nicht so weit und ich finde dies kann auch nicht das
Ziel sein, denn eine Wahlfreiheit je nach Behinderung und Situation des
einzelnen Kindes sollte ein gutes Ziel darstellen.
Wie ich bereits berichtet habe haben wir für unseren Sohn und uns die
bestmögliche Umgebung und Förderung in einer Fördereinrichtung gefunden.
Für unseren Sohn werden hier die Kosten aber zur Zeit nur teilweise getragen
und der Einrichtung wurden allgemein auch wieder Pflegekräfte gestrichen.
Dies zeigt aber nur Sparmaßnahmen - keine Arbeit an einer Inklusion!
LG Goldstück
AW: Inklusion
Hallo zusammen,
für die Umsetzung der VN BRK in Bayerns Schulwesen habe ich folgenden Gesetzesentwurf gefunden und hier zum Download zur Verfügung gestellt :
http://www.intakt.info/forum/attachment.php?attachmentid=715