Hallo, ihr, die mir in kurzer zeit schon mehrmals geholfen habt,
mein Sohn ist 2 1/2, hat eine Psychomotoriche Retardierung und eine spastische Diparese. Er kann schon ein wenig reden, und ich hoffe, das er nach der nächsten Botox-behandlung endlich laufen lernt. Ich weis, viele von euch haben viel schwerer behinderte Kinder, trotzdem treibt uns Eltern natürlich viele Sorgen um.
Er geht momentan in eine "normale" Kinderkrippe. Dort hat er endlich vertrauen zu sich und auch zu anderen gefunden und sich weiter gut entwickelt. Er ost dort sehr lustig undglücklich! Imv nächsten jahr mus er dort aber weg.
Wir würden ihn gerne in eine integrativen Kindergarten (in München) schicken, aber die Ergotherapeutin meint, er sollte besser in eine heilpädagogische Tagesstätte.
Wir wollen das beste für ihn, und das er optimal gefördert wird. Wir glauben , dass eine integrative Einrichtung für ihn besser ist, da er ja nicht sooo schwer behindert ist und sich dann an den "gesunden" Kindern orientieren kann, und mehr lernen wird. Wir haben Angst, dass er in einer heilpädagogischen Tagesstätte, eher zu den "besseren, gesünderen" gehört, und dadurch weniger gefördert wird. Aber es geht ja nicht darum, was wir meinen, sondern was das beste für ihn ist.
Wer kann uns über seinen Erfahrungen in den unterschiedlichen Einrichtungen berichten. Vielleicht könnt ihr uns helfen, die richtige Entscheidung für ihn zu treffen. Vieleicht kann uns jemand eine Einrichtung in München empfehlen. Bin für jeden Komentar dankbar,
Sternedoktor
Hallo Sternendoktor,
ob ein Kind besser in eine integrative Kiga-Gruppe oder in eine heilpädagogische Tagesstätte hängt sowohl von den Eigenschaften des Kindes, als auch von den äußeren Umständen und den Voraussetzung des Kindergartens ab. Neben den von Dir genannten Möglichkeiten gibt es noch Einzelintegration im Regelkindergarten.
Ich weiß nicht, wie die Regelungen in München genau sind, aber wahrscheinlich unterscheiden sie sich nicht allzu sehr von den Regelungen in Unterfranken. Die entsprechenden Informationen findest Du hier:
http://www.intakt.info/anlaufstellen/kindergaerten.htm, sowie auf den weiterführenden Links.
Worauf Du im wesentlichen achten solltest, ist die Ausstattung des Kindergartens, die Größe der Kindergartengruppe und ob qualifizierte heilpädagogische Fachkräfte zur Verfügung stehen, sowie insgesamt der Personalschlüssel.
Ciao,
Wolfgang
Hallo Sternendoktor!
Auch ich bin betroffene Mama (32 Jahre alt, verheiratet, komme aus Weimar/Thüringen) und habe einen fast 6jährigen Sohn mit spastischer Diparese. Diese wurde erst mit ca. 2 1/2 Jahren bei ihm festgestellt, da sie nicht so stark ausgepräft war bei ihm. Seitdem er 1 1/2 Jahre war ging er in einen ganz normalen Kindergarten bzw. -krippe. Er wurde sehr gut dort aufgenommen, obwohl er auch bis dahin nur an den Händen geführt oder an Gegenständen haltend laufen konnte. Als Mäxchen 3 Jahre alt war, zogen wir nach Weimar um und mußten uns deshalb einen neuen Kindergarten, neue Ärzte etc. suchen. Wir haben uns einen integrativen Kindergarten der Lebenshilfe e.V. angeschaut und waren sofort hellauf begeistert. Der Kindergarten betreut ca. 70 Kinder in 7 Gruppen. Jede "normale Regelgruppe" hat 1 - 2 Kinder mit einer Behinderung dabei (Spastik, Down-Kinder usw.) Das Miteinander unter den Kindern ist echt beeindruckend, sie lernen von Anfang an gegenseitige Rücksichtnahme, Verantwortung zu übernehmen und den Umgang mit "anderen" Kindern. Von Vorteil ist in unserem Kindergarten auch, dass die Kinder Krankengymnastik, Ergotherapie, etc. in der Einrichtung erhalten, da das entspr. ausgebildete Personal in der Kindereinrichtung fest angestellt ist. Weiterhin war es für uns wichtig, dass auch unser Mäxchen von den damals Älteren lernt und geistig nicht unterfordert wird, da wir, die Kinderärztin, die Kindergärtnerinnen,
Therapeutinnen schon frühzeitig gemerkt haben, dass er hochgradig intelligent für sein Alter war und ist. Daraufhin waren wir mit ihm auch schon als er 3 1/2 Jahre alt war zum Intelligenztest, der dies bestätigte. Jetzt wird er nun in 2 Wochen 6 Jahre alt und ist in seiner Gruppe der Älteste. Er geht in die Vorschule und freut sich darauf, endlich in die Schule zu kommen.
Ach ja, seitdem er 3 Jahre ist bekommt er auch alle 3 Monate Botox gespritzt, seitdem läuft er auch am Rollator bzw. flitzt und trägt Nancy-Hilton-Orthesen. Alleine laufen kann er noch nicht. Im Januar steht bei ihm eine größere OP an (Muskel- und Sehnenverlängerung)...
Ich kann Euch nur raten: Wenn Euer Sohn geistig fit ist, gebt ihn auf jeden Fall in eine integrative Einrichtung - für seine Entwicklung in jeder Hinsicht nur förderlich!
Ich wünsch Euch viel Erfolg dabei und drück Euch die Daumen, dass alles so klappt, wie Ihr Euch es vorstellt...
Seid lieb gegrüßt
Peggy (32) Michael (33) und Mäxchen (fast 6)
Hallo!-Mei Sohn war ein Jahr lang in einer Integrationsgruppe.Leider war das Personal nicht qualifiziert genug und ist nicht richtig auf ihn und seine Bedürfnisse eingegangen.Die anderenKinder hatten kein "Verständnis" für seine Probleme und er wurde zum Außenseiter.Seit August geht er in einen heilpäd.KiGa.Er ist das "fitteste" Kind in der Gruppe und bekommt endlich Selbstbewußtsein.Er blüht richtg auf.Viel lernen kann er von den anderen leider nicht-aber er hat 3 Betreuer und die machen sehr sehr viel mit ihm.Er entwickelt sich jetzt viel schneller weiter.Ich kann es nur empfehlen!
LG mamiii!
Hallo Sternendoktor,
ich habe vor vielen Jahren mit ganz engagierten Eltern einen integrativen Kindergarten gegründet. Meine Tochter, geistig behindert sehr umtriebig, Anfallsleiden und nicht-sprechend besuchte 2 Jahre unseren Kiga. Meine Erfahrungen waren durchwegs positiv, denn bei uns klappte von Anfang an die Zusammenarbeit zwischen Kigapersonal und Eltern. Frag nach der Eltern"arbeit" denn die ist ganz entscheidend. Wie stark ist die Einflußnahme der Eltern wie ist die Einstellung ihnen gegenüber- vertraut auf euren Instinkt wenn ihr durch Einrichtungen geht und Fragen stellt. Fragt nach Konzeption und hinterfragt diese nach der konkreten Umsetzung. Ansonsten gebe ich Wolfgang recht der euch auf die Rahmenbedingungen hingewiesen hat.
Macht`s gut
Hildegard
Hallo Sternendoktor,
mein SDohn Steffen ist ein mehrfachbehinderter Autist und geht in eine Tagesbildungsstätte.
Ich bin super zufrieden mit der Schule.
Das was die dort an Fördermaßnahmen und Therapieangeboten haben ist einfach nur toll !!!!
Am Anfang war es sehr schwer für mich ihn so lange am Tag abzugeben, aber er hat nach drei Uhr auch keine Therapien mehr. Das mußte ich im Kindergarten teilweise noch am Nachmittag machen, obwohl da auch schon einiges geboten wurde.Ich bin glücklich mit der Schule und Steffen noch viel mehr. Er kann es gar nicht abwarten, dass der Bus ihn morgens abholt!
Die Entscheidung ist sehr schwer, ich hoffe ihr trefft die Richtige!
Ganz liebe Grüße von Barbara
Hallo Sternendoktor,
ich glaube, es ist nicht sooo wichtig, den Grad der Behinderung seines Kindes einzuordnen: Echt total behindert, mehrfach behindert, nicht sooo behindert.Und dafür äußere Beweise zu schaffen: Mein Kind kann ja immerhin das oder : mein Kind muß ja nicht in eine sonderpädagogische Einrichtung. Im Grunde dasselbe, was bei Eltern nichtbehinderter Kinder passiert: " Na, kann Deiner schon laufen?", "Wieviel Instrumente spielt er?", "Wie war denn sein Zeugnis?"
Eigentlich hat das ja aber nichts mit Euch und Eurem Kind zu tun, sondern mit gesellschaftlicher Anpassung.
Schaut Euch doch konkret die in Frage kommenden Einrichtungen an. Redet mit den Erziehern. Spürt, ob Ihr Euch dort jeweils gut aufgehoben fühlt. Beobachtet Euer Kind, wie er sich in der Einrichtung verhält. Er wird Euch schon zeigen, was für ihn das Richtige ist.
Ist er ein Kind, das lieber zu den Besten gehört oder tut es ihm besser, das umsorgte Sorgenkind zu sein? Wie geht er mit Frustrationen um? Paßt eine Gruppe mit 8 Kindern, mit 15 oder mit 23 besser zu ihm?
Jede Einrichtung ist anders, integrativer Kindergarten ist nicht gleich integrativer Kindergarten, SVE ist nicht gleich SVE. Deshalb solltet ihr keine allgemeine, sondern eine konkrete Entscheidung treffen.Am besten wird es ihm dort gehen, wo er sich am wohlsten fühlt und nicht dort, wo er optimal gefördert wird.( Was ist das eigentlich?)
Naja, Gschmackssach`,hat der Aff`g`sachtt, als er in die Seife bissen hat.
Alles Gute &
May the force be with you
pauline