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Frühkindlicher Autismus

Gast 21.05.2003, 15:04#1
Hallo, allerseits!

Ich heiße Andrea (29 J. ) und habe einen dreijährigen Sohn, der unter dem frühkindlichen Autismus (Kanner-Syndrom) leidet.

Gerne würde ich mich mit anderen Eltern autistischer Kinder austauschen, z. B. welche Erfahrungen sie mit Therapien gemacht haben.

Also, ich würde mich sehr freuen, wenn Ihr mir antworten würdet und mir von Euch berichtet.

Tschüß und bis bald!?

Andrea
ute 22.05.2003, 11:04#2
hallo andrea,

auch mein sohn (10jährig) ist autist. allerdings autistisch nach asperger. das heißt, dass er seine sprache erhalten hat. sprechzwang hat; sich nicht auf soziale kontakte einlassen kann; sein soziales verhaltensmuster nicht adäquat ist; etc.
asperger-syndrom zeichnet sich aus in hochbegabung einzelner teilbereiche; und totalausfall in anderen bereichen. bei uns ist hochbegabung im sprachbereich - und ausfall sämlichter logischer und mathematischer bereiche.

an kontinuierlichen therapien machen wir nichts. allerdings habe ich eine rehamaßnahme beantragt.
Gast 22.05.2003, 15:01#3
Hallo Ute!
Vielen Dank für Deinen Beitrag.Bei unserem Sohn liegen spezifische Auffälligkeiten im Verhalten vor, wie sie für den frühkindlichen Autismus typisch sind: Es bestehen ausgeprägte Ängste vor Veränderungen, zwanghafte Verhaltensweisen und eine deutliche Einschränkung des Spielverhaltens. Sein Sprachverständnis ist deutlich besser als sein aktives Sprachverhalten (er spricht nur wenige Worte), daher besteht zur Zeit der Verdacht, daß bei ihm möglicherweise die Variante des "high-functioning"-Autismus vorliegt.

Welche Art von Rehamaßnahme hast Du denn beantragt und was ist deren Ziel?
Und welche Schule besucht Dein Sohn, und wie kommt er dort zurecht?

Ich hoffe, bald wieder von Dir zu lesen und grüße Dich recht herzlich!

Andrea
ute 22.05.2003, 22:12#4
hallo andrea,

die maßnahme die ich beantragt habe geht in richtung verhaltenstherapie. ich hatte die wahl einer mutter-kind-kur oder einer einzelmaßnahme für meinen sohn. ich habe mich für die einzelmaßnahme entschieden, weil ich der meinung bin, dass etwas distanz uns beiden gut tut und, weil ich die hoffnung hege, dass ausgebildete therapeuten doch noch eher sein derzeit eingeschliffenes verhaltensmuster aufbrechen können.

von daher eine externe verhaltenstherapie.

bewilligt habe ich die maßnahme noch nicht. denke aber, dass ich da keine größeren probleme bekommen werde. zu schule geht mein sohn derzeit als i-kind in eine regel-grundschule. zum nächsten sommer hin wird er aber wechseln in die gb-schule hier am ort - und ich bin froh drüber. er ist in der derzeitigen schule derartig überfordert, was abgeforderte leistungen angeht, dass an ein unbeschwertes leben nicht mehr zu denken ist.

die verhaltensmuster, die du von deinem sohn beschreibst, kenne ich auch (außer die sprachrückstände). es ist in den letzten jahren doch besser geworden. er läßt sich ein, und wir haben auch spielsachen gefunden, die ihn faszinieren. natürlich ist immer noch alles anders als bei anderen. aber das wichtige ist, dass wir beide es geschafft haben, eine basis zu finden, in der jeder mit seinen marotten leben kann.

ich habe mich viele jahre lang gequält. hab nach therapien und heilung gesucht. gefunden habe ich mittlerweile akzeptanz, die sich ausschließlich in meinem kopf befindet. ich will das leben leben - jetzt und heute. will mir nicht den kopf zerbrechen über dinge die in 10 jahren anstehen. und dabei dann am leben vorbeilaufen. mein sohn ist wie er ist - und so wie er ist - ist er gut.
ich brauchte aber fast 10 jahre um dahin zukommen.

liebe grüße

ute