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Erklärungen

ute 10.10.2003, 17:13#1
erst mal guten tag an alle!

ich habe hier derzeit ein riesiges problem.
meine mutter (85 J.) liegt im sterben. mein geistig behinderter sohn fragt sehr oft nach ihr. ich bin vollkommen überfordert, ihm den zustand von der oma zu erklären. im moment sage ich ihm, dass es ihr gut geht! was auch von der einen seite her betrachtet stimmt. sie liegt im künstlichen koma und bekommt von all den intensivmedizinischen maßnahmen nichts mit. die ärzte fahren minimaltherapie, so dass meine mutter eine reele chance hat sterben zu können.
aber durch meine erklärungen, dass es ihr gut geht, versteht er nicht, dass er sie nicht besuchen darf. ich will ihm aber auch nicht sagen, dass es ihr schlecht geht.

wie erklärt man einem geistig behinderten kind, dass jemand stirbt, das alle mal sterben, und dass derjenige dann zu uns nicht mehr zurückkommen wird?

gruß

ute
Gast 11.10.2003, 11:28#2
Hallo Ute,
vor 3 Jahren lag meine Oma auch durch plötzliche Krebserkrankung im Krankenhaus. Ich habe meine Tochter mitgenommen, sie bestand dadrauf und als sie die Oma im Bett liegen sah, ging sie zu ihr, sagte : Oma ist lieb. und wollte sofort nach Hause gehen. So hat sie sich von ihr verabschiedet. Schwierig war es, als wir den Opa in der Wohnung der beiden besuchen gingen. Sie suchte fast 2 Jahre lang die Oma und ich sagte dann, wir fahren zum Friedhof und besuchen die Oma. Auf dem Friedhof, das macht sie bis heute, sagt sie immer: Hallo Oma! und fertig.
Ich erkläre ihr nichts, sage wie es ist und zwar so einfach wie möglich, und sie akzeptiert es. Sie sagt auch oft, Oma ist im Himmel und winkt dann zu ihr.

Das ist in Kürze meine Erfahrung.
Grüße
Gabi
Chrissie 11.10.2003, 23:39#3
Hallo Ute,

vor einem halben Jahr ist der Vater meines behinderten Sohnes (12) ganz plötzlich verstorben. Ich habe Alexander das so erklärt, daß der Papa jetzt im Himmel ist und auf ihn runterschaut und ihn sehen kann. Außerdem besuche ich mit ihm so oft es geht (Entfernung ca. 700 km) sein Grab.

Alexander ist allerdings seitdem verhaltensauffällig geworden. Im Moment bin ich auf der Suche nach psychologischer Hilfe, damit mein Sohn wieder unbeschwert lachen kann.

Liebe Grüße
Ulli
Gast 13.10.2003, 22:17#4
hallo ute,
natürlich mußt du mit deinem sohn darüber reden. er wird ver-
stehen, dass alles leben seine kraft verliert - wie das mensch-
liche leben auch. der letzte atemzug, der letzte herzschlag ist
ja der letzte kraftakt,den ein mensch vollbringen kann.
denn nach dem tod bleiben die fragen: wo ist oma, wie ist das
mit ihrem körper usw. aber es gibt ja eine hoffnung: ein wiedersehen mit einem neuen körper - meit einem neuen kleid -
(unser körper ist wie ein kleid, das wird im tod ausziehen, weil
wir es nicht mehr brauchen).
es ist sehr schwer, über dieses so persönliche thema auf
diesem weg zu sprechen. ich biete dir gerne meine persönliche hilfe an - aber du entscheidest, ob du das in anspruch nehmen willst. ich empfehle auf jeden fall ein gespräch mit einem seelsorger, wenn möglich ein seelsorger für menschen
mit behinderungen (ich bin einer). für dich viel kraft und gottes segen.toni