Dieser Beitrag war ursprünglich eine Umfrage. Im Archiv wird nur der Text angezeigt.
In der ersten Umfrage fehlten Antwortalternativen (danke, Ulrich), deshalb noch einmal ein zweiter Versuch.
Einige Eltern haben von offener Diskriminierung berichtet. Es würde mich interessieren, wie viele von Euch bereits diese Erfahrungen machen mussten. Die Antwortalternativen sind nach Feindseligkeit gestaffelt. Bitte kreuzt an, was das schlimmste war, was bislang passiert ist.
meinem sohn ist seine behinderung nicht anzusehen. erst wenn man sich mit ihm beschäftigt (und das auch über eine gewisse zeit hinaus) stellt man fest: hoppla - irgendwas stimmt doch da nicht. da ich selber ziemlich kontaktfreudig bin, lerne ich schnell andere menschen kennen, die uns auch in der regel am anfang sehr positiv gegenüber stehen. bis dann der moment kommt, an dem sie merken, wie anstrengend lukas in seiner behinderung ist.
an diesem punkt habe ich dann schon des öfteren distanz gespürt - die treffen wurden weniger; der kontakt schlief sozusagen ein.
ich bewege mich viel in kreisen, in denen behinderte menschen leben. vondaher sind anfeindungen in meiner direkten umgebung nicht unbedingt an der tagesordnung.
gruß
ute
Eines kann ich (als Außenstehender) allerdings nicht verstehen: Warum ist reserviertes Verhalten eine Diskriminierung? Ich habe äußerst selten mit behinderten Menschen zu tun und ich bin sogar sehr sicher daß ich in diesen Situation allerdings Hemmungen habe, die ich bei anderen Menschen nicht habe - völlig unbewußt. Wo da die Ursachen liegen weiß ich nich - aber mit bewußter Diskriminierung hat das nichts zu tun denke ich. Es ist schlicht und einfach die Unsicherheit, die man hat.
Gruß
Bernd
Hallo Bernd,
"reserviertes Verhalten" taucht auf, da die obige Liste mit Antwortalternativen in etwa ein Kontinuum von negativ bis positiv darstellen soll. Ich muss allerdings sagen, dass wenn ich mit anderen, fremden Menschen in Kontakt komme, nur sehr selten reserviertes Verhalten zu spüren bekomme. Wenn Eltern mit einem behinderten Kind unterwegs sind, schaut das oftmals anders aus.
Ich selbst habe kein Kind mit Behinderung, aber ich kenne es aus dem Zivildienst: Wenn ich mit einem Kind im Buggy durch den Park lief, steuerten beispielsweise Omas immer recht zielsicher den Wagen an in etwa bis zu der Entfernung, aus der man das Kind etwas näher erkennen konnte. Vielleicht habe ich mir's auch eingebildet, ich glaube aber nicht.
Es ist zugegebenermaßen oft nicht leicht für Leute, die keinen Kontakt zu Menschen mit Behinderung haben. Einerseits darf man nicht hingucken, das würde schließlich mit anstarren gleichgesetzt werden. Wenn man wegschaut, macht man es auch nicht recht. Gleichzeitig ist ein Mensch mit Behinderung für viele ein "ungewöhnliches Ereignis", da sie praktisch keine Erfahrungen damit haben. Allein schon deswegen ist eine stärkere Integration zumindest im Kindergarten aber auch danach so intensiv wie möglich vonnöten.
Gruß,
Wolfgang
Mir ist es doch tatsächlich passiert das man mich gefragt hat, warum ich denn nicht abgetrieben habe.
Und das nicht von Freunden oder der Verwandschaft, sondern der behandelnde Urologe von Moritz hat genau dieses zu mir gesagt.
Ich fand das echt der Hammer und ich war geschockt.
Ansonsten kommen immer mal " Ach das tut uns aber leid...das Arme Kind" usw. Das regt mich auch ganz schön auf, aber mit der Zeit lernt man damit zu leben!
Liebe Grüße
Mandy
hallo,
ich bin neu, und möchte nur kurz zu dem Thema sagen :
selten habe ich Behintertenfeindlichkeit erlebt. Meist, glaube ich, geschieht es aus Unwissenheit, bzw. weil es zu wenig
"Berührungspunkte" zwischen Behinderten und Nichtbehinderten gibt.
Das fängt ja schon im Kindergarten an, Regelkiga, integrativer Kiga, coop.Kiga oder sonder Kiga.
Wie soll man sich später mit behinderten verstehen, wenn man sie nie kennengelernt hat ?
Ich habe eine schwerstbehinderte Tochter und eine gesunde,
und meine gesunde schaut behinderten auch schon mal auffällig hinterher....
nicht um sie zu diskrimineren, sondern einfach weil sie diese Art von anders sein nicht kennt ! Leider, ich würde mich gerne dafür einsetzten, das es nur noch Integrative Kigas gibt, aber leider wie alle eltern von behinterten Kindern habe ich zu wenig Zeit.
Behindertenfeindlichkeit kenne ich eigendlich nur im Umgang mit Behörden, wenn man wieder für etwas kämpfen muß.
Aber es gibt auch verständnisvolle Mitarbeiter.
Muß Schluß machen
Monika
Ach so, wenn jemand bei uns glotzt, dann mach ich so :
[Bild: www.intakt.info] [Bild: www.intakt.info]Karin [email="R@primacom.net"]R@primacom.netich habe ein mehrfachbehindertes Pflegekind und habe die erfahrung machen müssen, das all unsere angeblichen freunde sich zurückgezogen haben als sie erfuhren was für ein kind wir haben.unser sohn ist der sonnenschein in unserem leben den wir um nichts in welthergeben würden daher können wir auf falsches mitleid und falsche freunde verzichten. :angry:
Zitat von [b
Zitat ( @ --)]
Hallo Ute,
ich kann gut mitfühlen, was du meinst und dir Recht geben. Bei uns ist es genauso, auf dem ersten und zweiten Blick merkt man nicht das unser Pflegesohn behindert ist, aber wehe wenn es einer merkt, dann ziehen sich alle mit Ausreden zurück.
Lass dich mal lieb drücken und dir viel Kraft wünschen
ines
Wir haben schon öfter mal Probleme mit anderen Leuten gehabt oder eher die mit uns. Das fängt an mit den eigenen Grosseltern, die den Kleinen nicht nehmen, weil er zu anstrengend ist, geht weiter mit der Frage ob man es nicht in der schwangerschaft wusste und warum man nicht abgetrieben hat und endet mit Dingen, die hinter unseren Rücken geredet werden, die mir ab und an zu hören bekommen, dass man ja dran schuld sei, dass man ein behindertes Kind hat, weil man ja angeblich solche schlimmen Sachen in der Schwangerschaft getan hätte und darin sind unsere Mitmenschen auch noch sehr kreativ, ich hätte Drogen genommen usw. Fakt ist, dass nicht davon der Wahrheit entspricht (schon weil die Behinderung erst mit 3 Monaten bei einer schweren Infektion eingetreten ist, die er im krankenhaus bekommen hat) Ich habe manchmal das gefühl, dass man als asozial angesehen wird, wenn man ein behindertes Kind hat. Das schlimmste, was mir passiert ist, war, als wir den Notarzt rufen mussten, weil max Fieberkrämpfe hatte, und als ich ihm aufzählte, was er sonst noch so für Erkrankungen hat, bemerkte der arzt, da weiss man ja garnicht, was man Ihnen wünschen soll, dass ist doch kein Leben für den Kleinen. Da ist mir echt die Luft weggeblieben.
Also ich habe bis jetzt (außer angeglotzt werden) keine schlechten Erfahrungen gemacht, wenn ich mit unseren Kids unterwegs war. Es ist mir sogar schon oft passiert, daß Menschen sehr nett mit den Kids umgegangen sind. Meistens haben die Leute nur Berührungsängste und ich finde dafür sollte man niemenden verurteilen. Wir waren mal mit unseren Kindern in der Eisdiele und als wir bezahlen wollten sagte der Kellner, daß eine Dame für uns bezahlt hätte und dann gegangen sei. Wir haben uns sehr gefreut und dann beim Radio mit den Kids eine Danksagung durchgesprochen. Hoffentlich hat es unsere Spenderin gehört!
Alle Leute, die Behinderte diskriminieren sind dumm und haben einen sehr eingeschränkten Horizont!
Man sollte mit gutem Beispiel vorangehen und mit freundlicher, offener Art von den Kids erzählen um zu zeigen, daß sie liebenswerte Menschen sind!
Liebe Grüße,
Tina
hallo,
ich bin mit Monika und Tina völlig einverstanden. Habe ähnliche Erfahrungen gemacht.
Mich nerven am meisten Leute, die immer Ihr Wort dazu sagen wollen, auch wenn die es gut meinen, aber es sind zwangsläufig immer dieselben Kommentare (meine Tochter hat viele Stereotypen in ihrem Verhalten). Vor allem wollen die kommentieren, wenn die noch nicht kapiert haben, dass die kleine behindert ist. Deshalb hatte ich manchmal Lust, einen dicken "Behindert"-Aufkleber auf dem Kinderwagen zu kleben, um klar zu machen, dass die am besten die Klappe halten sollten !!!! Na ja, mittlerweile merkt man sofort, dass sie behindert ist (wegen Rollstuhl), und die blöden Kommentare sind weniger geworden.
Hi,
auch uns ist auf den ersten Blick nichts anzusehen, was die Leute besonders verwirrt. Manchmal glotzen sie wirklich extrem, das nervt die Kleinen besonders. Oder einmal im Schwimmbad haben zwei Jungs (ca.8-19 Jahre) sie geärgert, weil sie anders war.
[Bild: www.intakt.info]
Sonst haben wir mit Kindern fast nur gute Erfahrungen: die meisten sind sehr interessiert und wollen spielen.
Wenn doch alle Menschen so offenherzig wären wie Kinder...
Liebe Grüße, Nina

huhu!
wir haben eigentlich noch keine negativen erfahrungen gemacht!familie,freundeskrei,etc-jana fliegen die herzen nur so zu!
seitdem sie mit 2 1/2 ihren rolli hat ist ihre behinderung ja offensichtlich.
klar kamen von vielen erstmal die frage:nanu,hatte sie einen unfall?solange jana im buggy saß hat man ihr ja nix angesehen! ihr hydrocephalus hat sich verwachsen,fällt nicht auf,geistig ist sie topfit!
wir wohnen in einer kleinstadt und da ich sehr viel mit den mädels unterwegs bin,kennt uns inzwischen so ziemlich jeder!
ich denke bei uns läuft´s so gut,weil jana sehr fröhlich und offen ist! sie fährt auf die leute zu-und schleicht sich sofort ins herz der fremden menschen!
wenn ich mal angesprochen werde:ohje,kann sie nicht laufen? und jana quasselt sie dann grinsend zu,kommt eigentlich immer nur der kommentar: ach so ein fröhliches,hübsches kind-
die ist aber was ganz besonderes"-und verstehen dann,wenn ich sage:jana kann nicht laufen,aber das ist nicht schlimm!
seit november geht sie in einen regelkiga als einziges rollikind-und es klappt einfach nur klasse!