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Integration behinderter Mitmenschen in den USA

**Claudia** 06.02.2011, 11:53#1
Hallo zusammen,

ich habe keinen "passenderen" Themebereich gefunden und hoffe, dieses Unterforum ist ok.

Vorige Woche bin ich aus den USA zurückgekommen und habe einige interessante Dinge erlebt, gerade im Bezug auf die Integration behinderter Mitbürger.

U.a. hab es da einen Mitarbeiter an einer Mautstelle, der das Down-Syndrom hatte und in Disneyworld gibt es z.B. Mitarbeiter, die im Rollstuhl sitzen.

Mein Aufenthalt war leider nicht lange genug, um mich noch intensiver mit dem Integrationsthema in den USA zu befassen, aber was ich in dieser Beziehung gesehen und erlebt habe, war hochinteressant und ich bin gespannt, wie sich bei uns die berufliche Integration von behinderten Mitmenschen weiterentwickelt.

Vor einigen Jahren hat man in "Disney" z.B. nur "jung und hübsch" gesehen, inzwischen sieht man -wie gesagt- auch Mitarbeiter im Rentenalter, Mitarbeiter mit Behinderung usw. usw.
miau 06.02.2011, 18:35#2
AW: Integration behinderter Mitmenschen in den USA

Hallo Claudia,

das nenn ich wahre Integration.

Nicht so wie bei uns, wenn junge Erwachsene am letzten Schultag die große Hoffnung auf einen normalen Ausbildungsplatz mitgegeben wird und dann werden sie alleine gelassen, oder landen in der Werkstatt. Ich war mal als Aushilfe in einem Lebensmittelgeschäft. Diese Arbeit könnten auch behinderte Menschen verrichten, tun sie aber nicht, weil keine Eltern oder Institutionen sich dafür interessieren. Denn bei uns in D herrscht immer noch die Devise, dass wer geistig behindert ist, von der normalen Gesellschaft und entsprechend auch Arbeitsleben, ausgeschlossen ist. So meine Beobachtungen.

lg Micha
Inge 06.02.2011, 19:37#3
AW: Integration behinderter Mitmenschen in den USA

Hallo zusammen,

in Bezug auf Integration wird die Situation - zumindest in Deutschland - schwieriger, je älter die "Kinder" werden. Aber es sind immerhin erste kleine Ansätze zur beruflichen Integration durch die entstehenden CAP-Märkte zu erkennen.
CAP-Märkte sollen zum einen "geeignete Arbeitsplätze [...] außerhalb der Werkstatt", auf dem so genannten ersten Arbeitsmarkt für Menschen mit geistiger, psychischer und körperlicher Behinderung schaffen. [...]
Quelle und kompletter Text: wikipedia
Kirsten 06.02.2011, 23:44#4
AW: Integration behinderter Mitmenschen in den USA

Hallo miteinander,

es ist nicht so, dass es das in Deutschland nicht gäbe. Je engagierter Eltern, Lehrer und Träger sind, um so größer sind die Möglichkeiten, die sich erschließen könnten. Da kann man z.B. mal nach Bamberg, Hamburg, Seligenstadt, Gelnhausen usw. schauen. Der "Durchschnittsdeutsche" möchte halt alles perfekt, sauber, schlank, hübsch, geregelt usw. haben. So sind wir halt. Alles was nicht normal ist, fällt aus dem Raster raus. Die Bürokratie macht nirgends halt.

LG
Kirsten
miau 07.02.2011, 09:24#5
AW: Integration behinderter Mitmenschen in den USA
Zitat von Kirsten
Hallo miteinander,

es ist nicht so, dass es das in Deutschland nicht gäbe. Je engagierter Eltern, Lehrer und Träger sind, um so größer sind die Möglichkeiten, die sich erschließen könnten. Da kann man z.B. mal nach Bamberg, Hamburg, Seligenstadt, Gelnhausen usw. schauen. Der "Durchschnittsdeutsche" möchte halt alles perfekt, sauber, schlank, hübsch, geregelt usw. haben. So sind wir halt. Alles was nicht normal ist, fällt aus dem Raster raus. Die Bürokratie macht nirgends halt.

LG
Kirsten

kein Wunder, wenn ich immer wieder Ärger bekomme, weil ich damit nicht einverstanden bin.
Am besten noch: So soll es auch bleiben, es war ja immer schon so.

Als ich damals noch im Lebensmittelhandel gearbeitet habe und wenn meine Tochter leichter behindert gewesen wäre, hätten die dort sicher den Versuch gewagt, meiner Tochter eine Chance zu geben.

Micha