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Diagnose atypischer Autismus

Konstanze 24.10.2009, 23:59#1
Obwohl wir dachten, Luisas Verhaltensauffälligkeiten (z.B. sehr schwer lenkbar, stur...) liegen daran, dass sie einfach mit ihrer Hirnstörung klarkommen muss und so kompensiert, sind wir doch noch mal in die Autismusambulanz zur Diagnosestellung gegangen, weil wir echt ratlos sind, wie unser Kind in der Schule was lernen soll, wenn sie sich so extrem verweigert.

Vor zwei Wochen haben wir nun die Diagnose atypischer Autist bekommen. Uns wurde aber erklärt, dass Luisa auch sehr viel kann, was reine Autisten eben nicht können und sich vielleicht auch manches noch verbessern wird. Darüber sind wir sehr froh. Nun fragen wir uns, ob wir die Diagnostik abbrechen und uns auch nicht weiter durch die Autismusambulanz betreuen lassen sollten, weil sie ja eher ein leichterer Fall ist oder ob wir weiter hingehen.

Einerseits tendieren wir zu letzterem, weil es so für Luisa vielleicht möglich wird zur Einschulung 2010 (voraussichtlich Körperbehindertenschule) einen Schulbegleiter zu bekommen (momentan macht sie fast nur etwas, wenn jemand neben ihr sitzt). Da sie aber in manchen Dingen überhaupt nicht autistisch reagiert, frage ich mich, ob wir ihr mit der Diagnose einen Stempel aufdrücken, den sie später nicht mehr los wird.

Gibt es hier jemand, der schon ältere autistische Kinder hat und mir raten kann? Kennt jemand Leute, die Nachteile aufgrund einer solchen Diagnose haben?

Oder weiß jemand welche Hilfen unser Kind genau bekommen könnte, als atypischer Autist?

LG Konstanze
Camille 25.10.2009, 11:32#2
AW: Diagnose atypischer Autismus

Hallo,liebe Konstanze,
auch bei meiner Tochter (heute 15 J.) wurde A-typischer Autismus diagnostiziert,aber erst im
Alter von 14 Jahren.Dass sie autistische Merkmale,Intelligenzminderung,extreme Entwicklungsstörungen und in einer teilweise Eigenen Welt lebend hat ,wissen wir ca. seit dem
4.-5. Lebensjahr.
Sie ist das 4. Kind von Fünfen.Die Anderen sind Schwestern im Alter von 19,Zwilling 15 und
Jüngste 9 Jahren(Absencen-Epilepsie) u. einen Bruder 18 Jahre alt.

Fals ich Dir helfen kann,melde Dich ,wenn Du möchtest!!!
Vielleicht kann ich Dir Erfahrungen aus Alicias-Sofies Leben weiter geben.

Es grüsst Dich
Camille...;-);-)
Konstanze 25.10.2009, 14:00#3
AW: Diagnose atypischer Autismus

Liebe Camille,

vielen Dank für die Antwort. Ich hätte eine Frage an Dich: Hat sich für Deine Tochter etwas geändert, seit Ihr sie diagnostizieren lassen habt? Bekommt sie mehr Hilfe in der Schule oder werdet Ihr durch eine Autismusambulanz betreut? Wenn ja, was bekommt sie da für Hilfen?

Wir haben übrigens auch Zwillingsmädchen (10J) und noch einen Stammhalter (2Jahre)

Liebe Grüße

Konstanze
Camille 26.10.2009, 19:29#4
AW: Diagnose atypischer Autismus

Hallo,Konstanze,

ich glaube weder für Alicia noch für uns hat sich durch dieDiagnose etwas grundlegendlich

verändert (ein Name,mehr nicht ).Sie ging in einen Heilsprachkindergarten (erhielt Ergo u. Logo),

dann kam sie in eine Waldorf -Förderschule (erhielt Nachhilfe für Rechenschwäche ).

Die ersten 6 Schuljahre liefen relativ gut.Nach einem Klassenlehrerwechsel u.dem Eintritt in

die Pubertät fingen die Probleme an wie ein Lauffeuer .Mobbing,Schulverweigerung,für sie

unerträglich u. für das familiäre Alltagsleben auch.Daraus wurden viele psychische Erkran-

kungen.Ein bis heute anhaltender Leidensweg begann.

Unterstützung war rar.Selbst die K.-u.J.Psychiatrie in Heidelberg wusste nict weiter.

Wir wurden nach Reutlingen in eine Fachklinik geschickt,fast 10 Monate Aufenhalt,Diagnose:

A-Typischer Autismus,undiff. Schizophrenie u.Intelligenzminderung.

Im Sommer fanden wir Hilfe in Hessen,eine Rehaeinrichtung mit sofortiger Aufnahme.

Viele Medikamente wurden gegeben, bis heute hat keines angeschlagen.

Dass ist Alicias Leben bisher.

Für mich bedeutet A-Typisch Autist ,alle Formen von Autimus sind hier vereint .Man sollte

auf die Umwelt achten,dass sie sie als Menschen betrachtet und so auch mit Ihnen umgeht.

Fürs erste einmal Schluss,es grüsst Camille...
Konstanze 26.10.2009, 20:07#5
AW: Diagnose atypischer Autismus

Liebe Camille,

vielen Dank für die Antwort. Tut mir leid, dass es Euch so geht und wünsche Euch doch noch Besserung und alles Gute!

LG Konstanze