AW: Pflegeeltern
Zitat von **Claudia**
Hallo Klaus,
auch wenn ich jetzt etwas vom Thema abschweife - aber ich bin natürlich als Pflegemama mit einem behinderten Pflegekind sehr neugierig, wenn ich auf andere Pflegeeltern in einer ähnlichen Situation treffe:
wie hat sich denn die Vermittlung Eures Pflegesohnes zu Euch ergeben?
Gab es ein vorbereitendes Bewerberverfahren auf ein behindertes Pflegekind?
Hallo Claudia
Aber warum, man darf doch auch mal neugierig sein. Aber über meine Antwort wirst du bestimmt schmunzeln.
Im gewissen Sinne haben wir unseren Pflegesohn auf einem Kindergeburtstag in die Wiege gelegt bekommen. In einer sehr interesanten Unterhaltung mit einer äteren Dame, auch Geburtstagsgast, sprachen wir über Pflegekinder. Am Ende vergewisserte sie sich noch einmal, ob wir wirklich bereit wären diesen Scritt zu gehen, was wir mit ja beantwoteten. Einige Wochen später hatten wir einen Brief von besagter Dame in der Post und somit ein Bild unseres Plegesohnes mit einem kleinen Bericht dazu.
Nach ausgiebiger Aussprache, mit dem Rest der Familie, wir hatten eine 4 Jährige eigene Tochter, sind wir dann nach München gefahren, um ihn zu sehen und wie es sich ergeben hat auch gleich mitzunehmen. Eigendlich hat unsere Tochter entschieden, ihn als Bruder haben zu wollen, es war uns außerordendlich wichtig, dass sie ihn akzepiert. Er war damal zwichen 8 und 9 Monate alt und hatte schon 3 Lungenentzündungen hinter sich, allso ein kleines , blasses ETWAS, aber mit einem unheimlichen Charme, mit dem er uns sofort um den Finger gewickelt hat. Wir haben dann noch einige Tage Bobard - Gymnastik gelernt, mit ihm zusammen und ab ging`s nach Hause. Allso Bewerberverfahren, Informationen über Pflegeeltern sein, etc, gleich Null, dass kam alles erst später, als sich das Jugendamt mit uns in verbindung gesetzt hat.
Wie du liest, sind wir unverblümt in unsere Sytuation hineingeschlittert und wir müssen sagen, wir haben es nie bereut, denn er ist ein solcher Sonnyboy von 1 Meter 50, den man nur liebt haben kann.
Nun ja, nun ist er 25 Jahre alt, wir möchten weiterhin mit und für ihn da sein, bis zu unserem Lebensende, doch sollen wir alles weiter komplett selbst tragen, denn heute hat man uns sogar das Kindergeld noch gestichen.
Mal sehen, wie das weitergeht, ohne Unterstützung, wird hart, denn ich bin vor 5 Jahren in frührente geschickt worden ( krank ), werde weiterkämpfen, lasse mir aber das Frohe zusammensein mit unserem Pflegesohn von den Ämtern nicht vermießen. Obwohl diese genau darauf spegulieren, ist denen volkommen egal - Gesetz ist Gesetz -, wir mussen nur ungehäuer aufpassen, dass wir unseren Unmut, ihn nicht spüren lassen, da er sehr große Antennen für solche Begebenheiten, in seinem Leben aufgebaut hat.
Und - wie ist es mit dem Schmunzeln, kommt zu stande was, da siehst du, was du noch alles vor dir hast. Gehe es an, die Kinder werden es dir unglaublich Danken.
Leider fast ein Roman geworden, sorry, aber mir war eben so, den Frust von der Seele schreiben.
Schöne Grüße Klaus