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Epileptiker allein zu Haus

stina 14.10.2008, 11:01#1
Hallo, ich habe aktuell einen Schüler, der nach längerer Pause wieder epileptische Anfälle hat. Er ist 12 Jahre alt und wird von seiner alleinerziehenden Mutter betreut. Er reagiert ziemlich panisch auf die neue Situation, so dass seine Mutter ihn nicht eine Minute allein lassen kann, was wegen der Anfälle sowieso nicht möglich ist. Welchen Anspruch auf Hilfe hat diese Mutter? Der Junge hat einen Schwerbehindertenausweis mit 50 %, er ist halbseitig gelähmt und lernbehindert, aber total selbstständig. Gibt es trotzdem Anspruch auf Pflegegeld wegen der ständigen Aufsicht? Hat jemand einen Rat für mich bzw. die Mutter dieses Kindes? Danke, Stina
Blautopas 14.10.2008, 16:05#2
AW: Epileptiker allein zu Haus

Hallo Stina!
Zitat von stina
Der Junge hat einen Schwerbehindertenausweis mit 50 %,

Hat er keine Merkzeichen? Bei Epilepsie gibt es laut der Gutachterrichtlinien die Merkzeichen H, B und G? Wenn er die Anfälle häufiger hat, käme waghrscheinlichn auch ein höherer GdB infrage.

http://www.rehakids.de/phpBB2/viewtopic.php?p=351048&highlight=ausweis+epilepsie#351048
http://www.rehakids.de/phpBB2/viewtopic.php?p=715565&highlight=ausweis+epilepsie#715565

Es gibt dafür diverse Nachteilausgleiche, die Mutter und Sohn in Anspruch nehmen könnten, das hängt von der persönliche Situation ab (ob die Mutter arbeitet und Steuern zahlt, Mehrbedarf fürs G bei Harz 4, Freibetrag zur Berechnung von Wohngeld, Freifahrt im Nahverkehr.....)
er ist halbseitig gelähmt und lernbehindert, aber total selbstständig

Es sind wirklich keinerlei Hilfen notwendig? :kopfkratz:
Gibt es trotzdem Anspruch auf Pflegegeld wegen der ständigen Aufsicht?

Beantragen kann sie es auf jeden Fall, mehr als dass der Antrag abgelehnt wird, kann nicht passieren.
Beaufsichtigung und Anleitung sind beim Pflegebedarf zu berücksichtigen, viele Gutachter "vergessen" das aber gerne.

Tipps zum Pflegegeld:
http://www.rehakids.de/phpBB2/ftopic7006.html
http://www.rehakids.de/phpBB2/viewtopic.php?t=26791&start=0&postdays=0&postorder=asc&highlight=gedanken+pflegegeld (ich weiß nicht, ob da was auf den Jungen zutrifft, einfach mal querlesen).

Er hätte auch Anspruch auf Eingliederungshilfe *klick*, es gibt da verschiedene Möglichkeiten.

Man könnte eine Betreuung auch über das persönliche Budget finanzieren.

http://www.rehakids.de/phpBB2/viewtopic.php?p=489133&highlight=pers%F6nliches+budget#489133

Liebe Grüße

Annette
stina 15.10.2008, 12:17#3
AW: Epileptiker allein zu Haus

Liebe Annette, das sind eine Menge Anregungen, recht vielen Dank dafür! Es wird bestimmt eine Zeit dauern, bis ich mich da durch geackert habe. Aber der Tipp mit dem evtl. Anspruch auf Pflegegeld ist natürlich Gold wert! Und dieser Junge hat tatsächlich keine Merkzeichen auf seinem Ausweis. Und Hilfe braucht er tatsächlich nicht. Ich würde mit ihm nun nicht gerade einen Wanderurlaub in den Alpen unternehmen, auch keinen Marathonlauf, aber sonst geht (fast) alles. Nochmals vielen Dank, Stina