Hallo!
Lukas wird ja nächstes Jahr eingeschult. Aus diesem Anlass und weil ich einen Verdacht auf Autismus hatte, haben wir am Freitag einen Termin im SPZ gehabt.
Dort haben zwei für Lukas unbekannte Psychologinnen den HAWIK Test gemacht und ihn auf autistische Züge getestet. Nach gut einer Stunde kam er wieder. Hat lt. Psychologin gut mitgearbeitet und sich immer wieder auf den Test eingelassen.
Beim anschließenden Abschlussgespräch sagte sie mir dann, dass er starke sprachliche Probleme habe. Lukas spricht seit gut einem Jahr - er bekam im Mai 2007 Paukenröhrchen, seitdem redet er und redet und redet. Teilweise immer noch verwaschen, aber man versteht ihn - wenn man denn will. Defizite in der Motorik sind uns bekannt. Aber was er dort gemacht hat: er hat beim malen den Stift mit beiden Händen gehalten - das hat er schon seit Jahren nicht mehr gemacht...Bei den Logiksachen hat er sich wohl ausgeklinkt, vieles hat er nicht verstanden - erst nachdem sie den Satz umgebaut hat...
Heraus kam leichte bis mittlere geistige Behinderung. Kein IQ, kein "wie weit er verzögert ist", nur der eine Satz. Autismus wurde auf Grund dessen ausgeschlossen - zuviel ließe sich durch die geistige Behinderung erklären und er hat nichts richtiges autistisches an sich...
Ehrlich kann ich mit dem Test nichts anfangen. Finde ihn irgendwie auch nicht aussagekräftig, da er mit einer ihm bekannten Person bestimmt ganz anders ausgefallen wäre. Im April sind im KiGa die Tests, aber Schuleinschreibungen sind ja alle schon früher. Soll ich mich nun auf diesen einen Test verlassen, oder doch eher dem Gefühl und den Aussagen der Erzieherinnen im Kiga vertrauen...Wir haben noch ein wenig Zeit, ja , aber es nagt an mir...
Hat von Euch schon mal jemand den Test mit seinem Kind machen lassen??
LG
Tanja
AW: entwicklungstest
Hallo Tanja!
Der HAWIK ist kein Autismustest, sondern ein Intelligenztest. Und aus einem einzigen Testtermin zu schließen, dass das Kind geistig behindert ist, würde ich auch hinterfragen. Mein Sohn konnte mit 4 lesen und hat mit 5 begonnen Computerprogramme zu schreiben, aber das SPZ hat ihn anhand eines einziges Tests als geistig behindert eingestuft.
Wenn Du Dein Kind auf Autismus testen lassen willst, dann sollte das jemand machen, der sich mit ALLEN Autismusformen auskennt und ein SPZ ist nur selten die richtige Anlaufstelle dafür. Es ist auch sehr beliebt, Autismus mal eben schnell mit Argumente wie: "Der sieht nicht aus wie ein ein Autist" auszuschließen, aber so einfach ist das nicht, die wenigen Spezialambulanzen sind nicht grundlos völlig überlaufen und haben ewig lang Wartezeiten.
Schau mal hier rein:
http://www.rehakids.de/phpBB2/viewtopic.php?t=31681&start=0&postdays=0&postorder=asc&highlight=fr%FCherkennung
http://www.rehakids.de/phpBB2/viewtopic.php?p=644256&highlight=testverfahren#644256
http://www.rehakids.de/phpBB2/viewtopic.php?p=503132&highlight=testverfahren#503132seitdem redet er und redet und redet. Teilweise immer noch verwaschen, aber man versteht ihn - wenn man denn will. Defizite in der Motorik sind uns bekannt.
Könne auf Asperger-Autismus passen. Es heißt oft, eine verspätete Sprachentwicklung würde Asperger grundsätzlich ausschließen, aber das stimmt nicht.
http://www.rehakids.de/phpBB2/viewtopic.php?p=674849&highlight=sprache#674849
Bei meinem Sohn war es wie bei Deinem, er sprach sehr schlecht und als er dann Paukenröhrchen bekam, ging es rasant los, er hat uns den ganzen zugetextet.
Liebe Grüße
Annette
AW: entwicklungstest
Hallo Tanja,
unter
http://www.autismus.de/pages/startseite.php findest Du Adressen von Regional und Landesverbänden, die Dir sicher auch Ärzte in deiner Umgebung nennen können, die sich mit Autismus auskennen und auch gescheit testen.
Wir haben in Bayern vom Landesverband Telefonnummern und Adressen bekommen und uns durchtelefoniert zum schnellst möglichen Termin (2 Monate Wartezeit)
Cool bleiben und viel Erfolg!
LG Elisabeth
P.S: Da Du ja auch aus Bayern bist, die Adresse vom LV Bayern:
http://www.autismus-lv-bayern.de/AW: entwicklungstest
Hallo!
Danke Euch für die Antworten. Das Problem ist wohl, dass ich von einer bekannten mit Asperger-Autistischem Sohn darauf angesprochen worden bin Autismus im SPZ anzusprechen und evtl. testen zu lassen. Wir waren im Januar deswegen dort und ich bin mehr oder weniger gleich abgeschmetter worden. Unter anderem auch, weil sich viele Verhaltensweisen von Lukas durch die geistige Behinderung erklären. Der letzte Test galt eher der Entwicklung und seinem momentanen Stand, die zweite Psychologin war ziemlich spontan dazu gekommen um auf das Thema Autismus einzugehen. Tja und wie im Januar wurde ich wieder beruhigt.
Ehrlich weiß ich selber schon bald nicht mehr, ob ich dran glauben soll, oder nicht.
An dem Ergebnis an sich..naja. Ich nehm es so hin und warte mal ab, was bei den Tests im KiGa rauskommt. Dachte mir schon sowas, dass man mit einem Test wohl eher keine geistige Behinderung feststellen kann.Allerdings stellt sich mir dann wieder die Frage - wie lange ist es eine Entwicklungsverzögerung und ab wann dann wirklich eine geistige Behinderung? Wer legt da die Grenze fest??
Wenn nächstes Jahr nicht die Einschulung wäre und man sich da schon so lange im Voraus entscheiden müsste in welche Schule man das Kind gibt, würde ich da am liebsten einfach einen Schlussstrich ziehen und abwarten.
Aber ich mag Lukas nicht in eine GB-Schule geben um dann nach einem halben Jahr festzustellen, dass er sich langweilt, da er halt auch sehr wissbegierig ist und vieles in sich aufsaugt. Andersrum ist es aber genauso....eine Zwickmühle in der mir der KIGa hoffentlich ein wenig helfen kann, denn auf deren Einschätzung geb ich schon was.
LG
Tanja
AW: entwicklungstest
Hallo Tanja,
bei unserem Sohn (16, Fragiles-x-Syndrom mit atypischen Autismus) wurde die ersten 4-5 Jahre um den heißen Brei herumgeredet und "nur" von leichten Entwicklungsverzögerung geredet (obwohl es intern im KiGa schon die Vermutung Autismus inoffiziell gab, wie später durch Zufall erfahren) . Im Heilpädagog. Kindergarten hat der Psychologe ein IQ Test germacht und ein Gutachten erstellt er sei zur Grenze an leicht geistiger Behinderung. Erst in Österreich im Sonderpädagogischen Zentrum (Schule für Lern-und mehrfach Geistig- und Körperbehinderte Kinder)
hat uns seine Lehrerin den Hinweis gegeben, er wäre leicht autistisch .
Wir sind dann privat zu einer Kinder-Jugendpsychologin gegangen. Sie hat zu-mindest festgestellt, dass er eine Intelligenzminderung hat (= geistig behindert) und hat eine genetische Ursache vermutet. Bis zur Diagnose fragiles-X-S. vergingen noch mal 3 Jahre. Atypischer Autismus wurde 2006 festgestellt.
Bis zur endgültigen Diagnose ist es oft ein langer Weg und man braucht die richtigen Leute, die einem auch ehrlich sagen, was Sache ist.

!!
Klemm dich im KiGa ruhig dahinter, damit du die richtigen Empfehlungen für die Schule bekommst.

LG Elisabeth
AW: entwicklungstest
Hallo Elisabeth!
Ja, sicher werde ich mich im KiGa dahinterklemmen.
Bei Lukas läuft ja immer noch die humangenetische Untersuchung. Aber das kann dauern.
FraX stand bei uns auch im Raum, aber das ist mitlerweile ausgeschlossen. Jetzt warten wir wieder...

Ich denke aber schon, dass der KiGa keine Schulempfehlungen geben wird, hinter denen er nicht steht, von daher muss ich halt auch da warten...und hoffen, dass er sich weiter so toll entwickelt, wie bisher
Vielleicht werde ich nach unserer Reha den Autismus nochmal ansprechen.
LG
Tanja