Hallo,
hat jemand von euch Kenntnis, wie ADHS-Kinder mit ihrer Gefühlen (wenn jemand stirbt) umgehen. Dieser Fall ist gerade bei uns aufgetreten. Der Opa von meinen Kinder ist verstorben und mein Sohn kapselt sich jetzt total ab. Man hat nach außen den Anschein, daß es ihn nicht belastet, aber von seinen Verhalten her, ist es anders.
Er ißt jetzt seit der Geschichte ohne Ende Süßigkeiten und wird Agressiv. Ich würde ihn gerne helfen, weiß aber auch nicht mehr wie, da ich noch 2 weitere Kinder habe. Ich habe das Gefühl, daß mein Sohn so mit seiner Trauer umgeht und sich auch ein bißchen davor schützt.
Mit freundlichem Gruß
Brigitte
Hallo Brigitte,
auf der Seite "Schmetterlingskinder.de" (oder auch einem dort vernetzten Link) gibt's auch Austauschmöglichkeiten für Eltern allgemein zum Thema Tod in der Familie. Genauer weiß ich's nicht mehr, ist schon etwas her, seit ich mich dort durchgeklickt habe.
Klick doch mal hin.
Alles Gute für Euch!
Simone
Hallo Brigitte,
bei uns ist auch letzte Woche meine Mutter gestorben und meine Tochter ( 11 Jahre ) lebte auch ziemlich in sich zurück gekehrt. Es kam zwar immer mal wieder eine Frage zum Tot aber ansonsten war sie still und verschlossen.
Sie war dann mit auf der Beerdigung und sie hat die ganze Zeit in meinem Armen geweint.Trotzdem denke ich, dass es für sie gut war und so Abschied nehmen konnte. Denn seitdem ist diese insich gekehrte bei ihr weg.
Wie war es bei euch? Schildere doch mal. Das Problem ist ja auch, dass man selbst trauert und für die Kinder auch noch stark sein muss.
Viele Grüße
Yvonne
Hallo Brigitte! Todesfall hatten wir konkret lange nicht. Aber alle Gefühle zu zeigen zur jeweils aktuellen Situation ist für meinen jüngeren Sohn sehr schwierig. Er ist ADShyperfokussierend. Es dauert zum Teil noch mehrere Wochen/früher Monate, bis er eine Situation in allen Details genügend analysiert hat, damit er seine jeweils passenden Gefühle zuordnen kann.
Besonders problematisch bei Trauer und Wut, weil hierbei oft auch andere Personen an der Situation beteiligt sind (zB Streit, Schadensfall...), die geklärt werden müßte.
Um Patrick (Sohn) Hilfestellung zu geben, haben sich bei uns folgende "Hilfsmittel" bewährt:
==>Handpuppen. Mit denen kann ich eine Situation darstellen, die ich mit-erlebt habe oder wie ich sie entsprechend Patricks Erleben vermute.
==>Frage an Patrick: "Du, ich brauche mal Deinen Rat. Stell Dir vor, deinem Freund ist das (...Situation) passiert. Was meinst, wie könnte man Deinem Freund helfen?"
==>"Unauffälliges" Herumliegen-Lassen von Sachbüchern zum jeweiligen Thema. Patrick erliest sich seine Umwelt sehr viel. Das ist für ihn eine unbedrohliche, streßarme Möglichkeit, sich zu informieren. Besonders wichtig, wenn er gerade mit div Gefühls-Komplexen kämpft! Liebe Weihnachtsgrüße von biene63
[Bild: www.intakt.info]Hallo Yvonne,
vielen Dank für deinen Beitrag. Ich selber konnte mich bei der Beerdigung nicht um meine Kinder kümmern, dieses haben meine Eltern getan, da ich für Schwiegermutter mit da war. Es war sehr schwieig den Kindern zu erklären und verständlich zu machen, warum ihr Opa, den sie täglich gesehen haben auf einmal nicht mehr da war. Meine Kinder haben die Krankheit ja voll mitbekommen, da wir bei Schwiegereltern im Haus mit Wohnung. Mein Sohn hat sich jetzt etwas gelockert, haben voll hat er es noch nicht verkraftet.Meine Tochter wollte ein Bild von Opa haben. Ich hoffe, es geht mit der Zeit. Für meine kleinste Tochter (2,5 Jahre) ist es etwas schwieriger, überall wo ihr Opa saß, darf sich keiner hinsetzen. Sie vermißt ihren Opa sehr. Viele
Hallo Brigitte,
die Situation bei euch ist dann ja echt schlimmer, wenn die Kinder jederzeit Oma und Opa hatten. Meine Kinder haben Oma nicht täglich gesehen. Sie wusten aber auch, dass sie gesundheitlich nicht gut drauf war.
Unsere 6 Jährige Tochter geht ganz locker mit der Situation um und ich denke, sie weiss gar nicht so genau was tot bedeutet. Ich habe den Kindern erzählt, dass es Oma jetzt gut geht und sie keine Schmerzen mehr haben muss. Und ein Stern am Himmel sie ist und zu uns herunter leuchtet und sie immer über uns wachen wird. Unsere Große möchte auch ein Foto von Oma haben. Ich habe jetzt aus ihrem Zimmer einen Sessel mitgenommen und die Kinder hier streiten sich wer darauf sitzen darf, weil er ja so nach Oma riecht.
Als ich damals 11 Jahre alt war ist mein Vater gestorben und ich fand es als Kind schrecklich, aber realisiert habe ich es erst, als ich in der Kirche den Sarg hab stehen sehen. In dem Moment viel für mich eine Welt zusammen. Meine Geschwister waren schon erwachsen und außer Haus und meine Mutter war nur am weinen und ich als Kind war sehr hilflos und hatte niemanden mit dem ich reden konnte, weil meine Mutter selbst mit sich beschäftigt war.
Ich habe niemandem erzählt, dass mein Vater gestorben war, weil ich mich geschämt habe. Meine schulischen Leistungen gingen in den Keller, ich war aufmüpfig, hatte ständig Einträge im Klassenbuch. Am allerschlimmsten fand ich es, wenn ich bei meiner Freundin war und sie mit ihrem Vater herumkasperte. Da wär ich am liebsten sonst wo hin gerannt. Irgendwann habe aber auch ich es verkraftet und ich denke deine Kinder werden auch irgendwann die Trauer überwunden haben.
Das wichtigste dabei ist versuchen zu reden. meistens wird ja über tot nicht gesprochen. Ich denke aber, dass es die beste Trauerbewältigung ist. Mir hat das Reden enorm geholfen.
Trotz allem wünsche ich ein schönes Weihnchtsfest
Liebe Grüße
Yvonne