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Alltagsbewältigung

risingsun 21.08.2007, 21:03#1
Hallo,

Mich intressiert es, wie Kinder und Jugendliche mit ihren Behinderungen umgehen! Am liebsten hätte ich es so ausführlich wie möglich!

Wäre freundlich wenn mich jemand über mein Intresse informieren könnte!

Danke im Voraus
schokomaus 10 22.08.2007, 19:44#2
AW: Alltagsbewältigung

Hallo, mich würde mal interessieren, wozu Du das wissen willst. kommt nicht gut an, wenn sich jemand auf diese Weise informieren will, ohne sich überhaupt vorzustellen bzw. nur mit Nickname anonym hier agiert.
mfg
HKBKL 22.08.2007, 20:44#3
AW: Alltagsbewältigung

Hallo,

Ich muß mich schokomaus10 anschliessen. Wenn jemand etwas wissen möchte über unsere Kinder, der sollte sich erst mal vernünftig Vorstellen. Und vor allen erzählen warum er es wissen möchte.

Also erst mal bist du dran zu erzählen... und dann vielleicht wir als Eltern...

Gruß HK
Yvonne 22.08.2007, 22:10#4
AW: Alltagsbewältigung

Hallo,

ich sehe es genauso wie meine Vorschreiberinen und kann mir nicht vorstellen, dass hier auf diese Art und Weise jemand zu der Frage Stellung zu nehmen wird.
Hier gehts zur Vorstellungsrunde:
http://www.intakt.info/forum/forumdisplay.php?f=61

Liebe Grüße

Yvonne

PS:
HKBKL 23.08.2007, 20:35#5
AW: Alltagsbewältigung

Hallo Stephanie,

Schön das du unseren Ruf gefolgt bist :pfeif: und hast dich hier Vorgestellt.

Es wär schön wenn du uns mitteilen würdest, mit was für behinderte Kinder du zusammen arbeitest. Weil es gibt sehr viele verschiedene Arten (ich möchte das mal so nennen) von Behinderungen.
Ich denke mal dann wirst du auch hier die Antwort bekommen die du benötigst. :-)

Heike
schokomaus 10 23.08.2007, 21:03#6
AW: Alltagsbewältigung

Hallo Stephanie, nicht böse sein, daß ich am Anfang etwas ungehalten geantwortet habe, aber die Erfahrung lehrt einem zur Vorsicht. Nicht jeder meint es gut mit uns, also sorry noch einmal:wink:.
Um Deine Frage besser verstehen zu können, wüßte ich gerne von Dir, in welche Richtung Deine Arbeit gehen wird. Werden es ältere oder junge Menschen sein. Was stellst Du Dir vor, wie unsere Kidis damit umgehen, irgendeine Vorstellung mußt Du ja haben?
LG Heidi
risingsun 23.08.2007, 21:17#7
AW: Alltagsbewältigung

Schon gut, macht ja nix!

Ich arbeite mit sämtlichen Behinderungen, sei es Down-Syndrom, Autismus, Lähmungen, etc..
Vorwiegend arbeite ich mit Kinder aber Erfahrungsberichte von Erwachsenen würd mich auch intressieren, da ich mir Vorstelle das Erwachsene es anders sehen wie Kinder!
Mich würde es z.B. intressieren wie Fremde auf die Kinder reagieren und wie sich die Kinder bei falscher Verhalten Fremder verhalten!!
schokomaus 10 23.08.2007, 21:58#8
AW: Alltagsbewältigung

Hallo Stephanie, unser Markus hat das DS (Down-Synddrom) und ist 16 Jahre. Ihm fällt es relativ leicht, mit seiner Behinderung umzugehen, weil er es selbst nicht realisiert. Nur wenn er erkennt, daß ihm manche Sachen nicht gelingen, wie lesen oder schreiben wird er traurig. Neulich kam das Gespräch auf den Führerschein, den er leider nie machen kann. Er wurde richtig wütend, ich glaube, da ist im zum ersten Mal richtig bewußt geworden, daß er anders ist, als z.B. seine älteren Geschwister. Mit den Reaktionen der Umwelt mußten wir einfach leben. Hier im Dorf kennt eigentlich unseren Rotschopf und fast alle mögen ihn gern, weil er auch sehr freundlich ist. Als er kleiner war, hat mal jemand zu uns gesagt, ob wir uns nicht schämen würden, diese Mißgeburt spazieren zu fahren. Das war in einer größeren Stadt! Das war natürlich der Hammer und für uns wie ein Schlag ins Gesicht. Aber solche Reaktionen sind wohl die Ausnahme.
Ich glaube, daß eine Selbsteinschätzung der Situation bei "Nur"-körperbehinderten jungen Leuten viel kritischer ist, sind sie sich doch ihrer Lage vollkommen bewußt. Da müßten Dir dann meine Mit-Foraner weiterhelfen.
Bei Fragen von Deinerseite stehe ich Dir weiterhin dann gerne zur Verfügung, soweit es in meiner Macht steht.
LG Heidi
PS Was ist denn Dein spezieller Berufswunsch?
**Claudia** 24.08.2007, 08:01#9
AW: Alltagsbewältigung

Hallo Stephanie,

was genau verstehst Du unter "falschem Verhalten von Fremden"?

Persönlich kann ich sagen, dass mir in all den Jahren mit unserer Pflegetochter -was Passanten betrifft- noch nichts Nenneswertes passiert ist, selbst wenn sie völlig austickt z.B. in den öffentlichen Verkehrsmitteln oder auf der Strasse.
Die einzigen Schwierigkeiten, die ich allerdings massiv hatte, war mit einer Vereinigung, die sich für geistig Behinderte Menschen einsetzt - kaum aber mit der Umwelt an sich.
HKBKL 24.08.2007, 19:41#10
AW: Alltagsbewältigung

Hallo Stephanie,

Mein Sohn ist 15 Jahre alt, seine Diagnosse ist, schwere soziale Verhaltensauffälligkeiten mit ausgeprägten Autismus, körperlich klein wüchsig, in der Entwicklung 2 Jahre zurück.

Er geht auf einer Regelschule (noch) mit eine I-Helferin. In die Klasse läßt er sich nicht integrieren. Seine Mitschüler,ärgern ihn so lange bis er sich nicht mehr unter Kontrolle hat und aggressiv wird.Die Mitschüler wissen das Brian ein autie ist und sie wissen auch wie sie ihn provozieren können.
Ja die Schule ist bei ihm ein großes Problem, weil die Klassenlehrerin immer nur sieht das mein Sohn ausgerastet ist, warum danach fragt sie gar nicht.
Seine Mitschüler, machen sich einen Spaß daraus, weil sie es toll finden wenn er Ärger bekommt.

Zu Hause ist er ein herzensguter Junge, er spielt mit seine Schwester (4 Jahre alt). Wenn er seine Auszeit braucht, geht er in sein Zimmer (da fühlt er sich wohl)

Wenn du mehr wissen möchtest, wie es ist bei meinen Sohn wenn er aggressiv wird, dann frag nach.

Gruß Heike
risingsun 26.08.2007, 18:19#11
AW: Alltagsbewältigung

@ Heide ich schwanke noch zwischen Altenpflegerin oder Heil-Erziehungspflegerin, wobei ich den Arbeitsalltag der Altenpflegerin schon erproben dürfte.
Wie bist du mit dem genannten Vorfall umgegangen?
Wie hat er sich zum Thema Führerschein Verhalten?
@ Claudia Unter Falschen Verhalten versteh ich übertriebene Hilfestellung oder wie Heidi es beschrieb Beleidigung etc.
Was gabs denn für Schwierigkeiten mit der Vereinigung?
@ Heike Wie verhält sich dein Sohn wenn er aggresiv ist?
Wie geht deine Tochter mit der Behinderung ihres Brüders um?

MfG
schokomaus 10 26.08.2007, 19:08#12
AW: Alltagsbewältigung

Hallo Stephanie, daß sind sehr schöne, aber auch anstrengende Berufe. Meine Nichte erlernt den Beruf der Krankenschwester, hat aber auch schon ein einjähriges Praktikum in einem Altenheim hinter sich. Sie meinte, daß es ihr mehr Spaß gemacht hätte, als ihre heutige Tätigkeit und daß sie wohl später weiter in Richtung Altenpflege gehen will. Diese Art von Berufe sind meines Erachtens nur zu ergreifen, wenn man sich wirklich berufen dazu fühlt. Es macht z.B. keinen Sinn, wenn man "Angst" vor Menschen mit Behinderungen hat und will Heilpädagoge werden o.ä. Aber da wirst Du Dich ja sicher auch schon mit auseinander gesetzt haben.
Nun zu Deinen Fragen:
Wie schon gesagt, wurde Markus sehr wütend und aufbrausend. Er hatte ein Bild in der Zeitung gesehen mit einem tollen Flitzer. Nachmittags gab es einen Bericht über Führerscheinneulinge ect. Er kam zu mir und zeigte mir das Bild mit der Ankündigung:" In 2 Jahren kann ich auch Führerschein machen. Dann kaufe ich das Auto!" Zuerst versuchte ich auf sanfte Art in davon zu überzeugen, daß die Kosten eines solchen Gefährtes doch weit über unser Bugget hinausragen würden. Damit gab er sich zufrieden, drehte sich um, und murmelte:"Dann kauf ich Schrottkarre!" Das Thema war also noch nicht vom Tisch und mußte meinen Sohn vorsichtig die Tatsache über seine eingeschränkte Lebenssituation unterbreiten. Er fing an zu weinen und sagte nur:"Nicht mehr Dau Son haben, will nicht mehr. Du gemein! Nimm das weg. Warst Du das? Mama, ich bin traurig!" Mir verschlug es die Sprache! Wir weinten zusammen, aber ich glaube, daß Führerschein-Thema ist noch lange nicht abgeschlossen.
Zu Deiner zweiten Frage: Die Person, die das zu mir sagte, war ein jüngerer Mann mit sehr, sehr kurzem Haar, Springerstiefel und Bierflasche in der Hand (möchte mir hier kein Urteil über die private Einstellung dieses Wichtes erlauben:pfeif:). Ich war also in eine Stadt in unserer Umgebung gefahren, um mir einige Kleidungsstücke für Markus anzuschauen. Dieser junge Mann trat mir direkt vor den Kindersportwagen und pöbelte mich an, was mir denn einfallen würde, mit dieser Mißgeburt in "Seiner" Stadt herumzulatschen(seine Worte!). In der ersten Zeit mit Markus habe ich gelernt, mein Selbstbewußtsein zu schulen. Das kam mir hier zugute: Ich baute meine 163 cm vor seiner 1,90 m Figur auf und lächelte in an. Das verdatterte Gesicht von ihm werde ich nie vergessen, als ich zu ihm sagte:" Hier dürfen ja alle laufen, bei eventuellen Gesichtskontrollen wären Sie ja bestimmt auch durchgefallen. Und nun Mund zu, Arsch wird kalt!" Stephanie, bitte glaube mir, wenn ich sage, es ist mir schwer gefallen mich verbal so herabzulassen, aber diese Reaktion hatte er wohl nicht erwartet, er zog ab-ich hatte "seine"Sprache gesprochen:lachen:. Situationen wie diese gab es noch ein paar mal, aber mit der entsprechenden Reaktion bin ich immer gut durch gekommen. Ich habe nur Angst vor dem Tag, an dem Markus alleine vor einem solchen Typen steht, aber daran darf ich nicht denken!
Ich hoffe, Dir wieder ein wenig geholfen zu haben!
lg Heidi
HKBKL 27.08.2007, 15:56#13
AW: Alltagsbewältigung

Hallo Stephanie

Du fragst mich wie sich mein Sohn verhält wenn er aggressiv ist.....

Ich sage mal sein Gehirn schaltet aus (so nenne ich es mal) er weiß dann in dem Monent nicht was er tut,er ist dann wie weggetretten. Er sieht es erst hinterher was er angerichtet hat.
Ja wie Verhält er sich, wenn er aggressiv wird, er nimmt das was er kriegt in die Hand und wirft damit bzw er schlägt damit zu, schreit. (Wenn er einen Stuhl bekommt schmeist er ihn, so ist es genau so wenn er einen Stein in die Hand bekommt.Hat er einen Bleistift, Kulli oder Geodreieck in der Hand sticht er damit zu.Dieses geschieht meistens in der Schule, weil er dort zu sehr unter druck steht.

Wie geht seine Schwester damit um, nun da kann ich dich bereuigen. Weil zu Hause ist er ganz anders.Da hat er sein Zimmer und er ist viel ausgeglichener als in der Schule.Er hat zu Hause nicht diesen Druck (die großen sozialen Kontakte von den vielen Mitschülern), den Druck von den Lehrern.
Zu Hause ist er ein herzensguter Junge, er spielt mit seiner Schwester und wenn er seine Ruhe braucht dann schickt er Kora aus sein Zimmer. Kora wird groß mit seinem Bruder,sie kennt ihn ja nicht anders. Sie kommt zwars immer an und sagt das Brian nicht mit ihr mehr spielen möchte, aber dann erkläre ich ihr das er jetzt erst mal etwas ruhe möchte und dann ist es für sie ok.

Ich hoffe ich konnte dir damit wieder etwas helfen.Wenn du noch fragen hast dann frag mich.

lg Heike
**Claudia** 28.08.2007, 16:56#14
Frage zu den Schwierigkeiten mit Vereinigung

Hallo Risingsun,


Du hast gefragt:
Was gabs denn für Schwierigkeiten mit der Vereinigung?


Die letzten Vorfälle, die ich mit dieser Vereinigung erlebt habe, habe ich hier schon aufgeschrieben:

http://www.intakt.info/forum/showthread.php?t=6151

http://www.intakt.info/forum/showthread.php?t=6210


Frag' einfach nach, wenn Du mehr wissen willst!
schokomaus 10 08.09.2007, 17:02#15
AW: Alltagsbewältigung

Hallo Stephanie, wir haben lange nichts mehr von Dir gehört. Ich hoffe, Du ließt dieses. Was ist mit Dir, bist Du krank, hoffentlich nicht. Wir warten weiter auf Deine Fragen und stehen Dir gerne Rede und Antwort. Würde mich freuen, wieder von Dir zu lesen.
Bis hoffentlich bald!:wink:
LG Heidi