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"beschönigter" Bericht

**Claudia** 05.08.2007, 10:17#1
Hallo zusammen,

in Anlehnung an meine Frage vor einigen Wochen

http://www.intakt.info/forum/showthread.php?t=6151


eine Folgefrage. Der Bericht ist mittlerweile angekommen und unsere Jugendamtspsychologin, an die er auf unsere Anweisung hin gesendet wurde, rief mich gleich an, nachdem er bei ihr angekommen war, da er schlichtweg nicht ganz der Realität entspricht, gelinde gesagt.
Ich hatte ja schon mal geschrieben, dass ich seit Jahren Probleme mit der Trägervereinigung dieses Kindergartens habe. Es handelt sich um einen deutschlandweiten Verein, der sich für geistig behinderte Menschen einsetzt und mit dem es schon im Bezug auf unsere Adoptivtochter starke Differenzen gab (z.B. wollte man uns glaubhaft machen, sie sei geistig behindert - dazu gibt es auch einen entsprechenden diagnostischen Bericht. Die Realität ist aber, dass unsere Adoptivtochter einen IQ von 108 hat, laut HAW(I?)K-Test, der von einem unabhängigen Psychiater gemacht wurde).
Wie dem auch sei - lt. dem Abschlussbericht des Kindergartens kann unsere Pflegetochter alles alleine im Alltag bewältigen, was schlichtweg nicht stimmt.
Angeblich kann sie sich alleine an- und ausziehen, alleine zur Toilette, alleine essen usw.
Fakt ist:
- sie braucht Hilfe beim An- und Ausziehen, weil sie z.B. Panik bekommt, wenn sie mit dem Kopf nicht gleich die Öffnung im Shirt findet oder nicht gleich mit den Armen schlüpfen kann,
- sie kann Hosen nicht von alleine "richtig" herum anziehen, geschweigedenn alleine schliessen,
- sie muss beim Toilettengang beaufsichtigt, teilweise gehalten werden, da sie dazu neigt, ihre Fäkalien zu essen, zu kneten oder die Wände zu bemalen usw. usw....

Dieser Bericht ging nun auch an das Sozialamt. Unsere Jugendamtspsychologin, die uns seit Jahren kennt, schrieb erst mal eine Stellungnahme aus ihrer Sicht dazu.
Das Sozialamt gewährt uns Intergrationshilfe für die anthropospohische Schule, die unsere Pflegetochter besuchen wird, da ich aufgrund meiner jahrelangen durch und durch negativen Erfahrungen mit dem "anderen Verein" nicht mehr mit dieser Vereinigung zusammenarbeite möchte.

Nun schwebt die Vermutung im Raum, dass dieser Bericht eine Art "kleiner Rachekat" sein soll, weil ich aufgrund der ganzen Probleme mit dieser Vereinigung schon bis zum Geschäftsführer gegangen bin bzw. das Jugendamt über deren Vorgehensweise direkt in Kenntnis gesetzt habe (zuletzt als ich dort beim Abholen meiner Pflegetochter in einer Horde splitternackter Kinder, die auf dem öffentlich einsehbaren Hof spielten, gelaufen bin und andere Eltern gefragt habe, ob solche von aussen einsehbaren Nacktstunden Usus in dieser Vereinigung sind - daraufhin bekam ich die Anweisung, nicht mehr mit anderen Eltern darüber zu reden!)

Unsere Psychologin meinte, dass bei dem Bericht das Sozialamt und die anthroposophische Schule durchaus in Frage stellen könnte, dass unsere Pflegetochter für diese anthroposophische Schule vielleicht "viel zu fit" sei.
Für die Schule für geistig behinderte Kinder dieser Vereinigung wäre sie aber "behindert genug".

Das "Racheakt"-Gefühl verstärkt sich bei uns und anderen Fachkräften immer mehr.

Jetzt frage ich mich, ob es nicht Sinn macht, gegen diese ganzen Geschehnisse etwas massiver (vielleicht sogar juristisch?) vorzugehen?
Ich habe mittlerweile Filmmaterial zusammengestellt, wie sich unsere Pflegetochter versucht anzuziehen und auszuziehen, wie sie isst usw.....

Hat jemand schon mal derartige Erfahrungen mit völlig "falschen" Berichten gemacht?
Inge 05.08.2007, 14:49#2
AW: "beschönigter" Bericht

Hallo Claudia,

nachdem ich Deinen vorherigen Beitrag gelesen habe, bin ich etwas fassungslos, was bei Euch da passiert :grantel:
Ich kenne so was bisher (noch) nicht, würde aber vermutlich gaaanz freundlich anfragen, ob hier eine Verwechslung vorliegt - ob versehentlich das falsche Kind begutachtet wurde, und falls nicht, ob dann der falsche Gutachter den Bericht geschrieben hat.
Ist nicht sonderlich hilfreich und auch nicht sehr diplomatisch, aber das könnte ich mir in einem solchen Fall bestimmt nicht verkneifen :engel:
**Claudia** 05.08.2007, 19:05#3
AW: "beschönigter" Bericht

Hallo Inge,

es steht im Bezug auf diesen Bericht nochmal ein Gespräch mit unserer Jugendamtspsychologin an.
Wenn ich etwas unternehme, dann auf jeden Fall "trittsicher".

Ja, es macht wirklich fassungslos, was hier bei diesem Verein vorgeht. Ich habe mir schon immer wieder mal überlegt, unsere Erlebnisse mit dieser Vereinigung mal publik zu machen - was mich davon abhält ist die Energie, die das kostet und auch die Tatsache, dass es vermutlich ein Kampf gegen Windmühlen ist.

Mich würde wirklich interessieren, ob andere Eltern ähnliche Dinge erlebt haben, gerade auch was diagnostische Berichte betrifft.
Mir ist nur noch ein Fall von einem Kind bekannt, das als gesund in eine integrative Einrichtung geht (also nicht als I-Kind) und je näher der Start in die Regelschule rückt, umso "behinderter" wird das Kind plötzlich lt. Aussagen der Erzieher.
Auf einmal wird Lispeln, das durch eine Zahnlücke bedingt ist, zu einem Sprachfehler.....

ich schweife gerade aus....