Hallo,
ich bin heute das erste Mal auf der Seite in der Hoffnung "gleichgesinnte " zu finden.
Mein Sohn (9 jahre)i st gehbehindert, seine Behinderung nimmt zu und er list psychisch gerade sehr angeschlagen.
Sein zwei Jahre jüngerer Bruder "überholt" ihn in vielen Bereichen und dies wird ihm immer mehr bewußt.
Wer kennt dieses Problem?
Gruß
Andrea

Hallo Andrea,
unser Sohn hat Muskelschwund und kann und konnte deshalb noch nie laufen. Er hat schon mit 2 Jahren einen Aktivrolli und mit ca. 3 Jahren noch einen E-Rolli bekommen. Das ist gut für sein Selbstbewusstsein da er dadurch einen gewisse Selbstständigkeit hat. Dadurch das er seit einem 3/4 Jahr in einer integrativen Kita Kontakt mit anderen behinderten Kindern hat, hat er auch Selbstbewusstsein gewonnen, da er z.B. sieht das andere bestimmte Sachen auch nicht so können und er dafür aber andere Sachen besser kann.
Wir legen auch großen Wert darauf rauszustellen was er gut kann und aber auch offen zu sein und mit ihm darüber zu sprechen was nicht geht. Er hat allerdings keine Geschwister mit denen er sich mißt.
Das ist zwar nicht ganz das was du meintest,denke ich, ich hoffe aber trotzdem das es dir etwas hilft.
Liebe Grüße
Kati
Hallo Andrea!
Eure Geschichte hat mich angesprochen: meine Conny (8 J.) hat auch ne Geh- bzw. Körperbehinderung. Sie hat so ne Art Ataxie und bekommt natürlich mit, daß sie sich mit Gleichaltrigen nicht so messen kann. Meine 5Jährige ist dagegen voll fit und ich grübele immer wieder wie ich mein Kind mehr Selbstbewußtsein geben kann. Sie muß und will auch sich körperlich einiges aneignen: mit Staunen sieht sie andere z. B. den "Handstand" üben; aber wir sind stattdessen jetzt drauf gekommen, daß der "Hula-Hopp-Reiben" auch ne tolle Sache ist und sie übt fleißig...
Wäre toll sie mit Dir auszutauschen!
Herzliche Grüße
Susanne
Hallo Andrea!
Mein Sohn 7Jahre hat auch eine Gehbehinderung und eine Körperbehinderung.Als er sechs Jahre war haben wir auf einen Rolli gewechselt.Er ist eigentlich sehr selbstbewußt,obwohl er auch noch sprachliche Probleme hat.Er geht auf eine Körperbehinderten Schule.
Sein Bruder 4Jahre ist voll fit.Er hat ihn schon teilweise überholt.
Der Austausch mit Dir wäre toll.
Viele Grüße Susy
Hallo Ihr alle !
Es ist interessant das Alter Eurer Kinder bezogen auf das Thema "Auseinandersetzung mit der eigenen Behinderung" zu sehen. Auch in meinem Bekanntenkreis konnten wir feststellen, dass unsere Kinder sich kurz vor der eigentlichen Pubertät sehr intensiv mit diesem Thema auseinandersetzten.
Heute sind alle 15 und älter und sie scheinen sich jetzt wieder gefunden zu haben. Wir Eltern haben uns in dieser Zeit sehr oft unterhalten und waren teilweise auch etwas hilflos unseren Kindern gegenüber, aber letztlich kamen wir auch alle zu dem Schluss, dass wir unseren Kindern geeignete Wege zur Selbstbestätigung anbieten müssen. Da die verschiedenen Behinderungen nicht zu leugnen waren, galt es - auf ganz unterschiedlichen Wegen - Selbstständigkeit zu vermitteln.
Aber aller guter Wille der Eltern nutzt nichts, solange das Kind sich durch Anregungen und Hilfe eher eingeengt als bestätigt fühlt. Bei uns allen ist diese Phase sehr unterschiedlich verlaufen.
Der eine begann wieder aufzublühen, als er die "Freiheit eines Internats" geniessen lernte, der andere lernte sich selbst zu kathedern, sodass er seine "Intimsphäre" zurückbekam. Auch geeignete Haustiere, die selbst versorgt werden können, helfen in dieser Phase oft.
Im Nachhinein glaube ich, diese Phase muss einfach sein und sollte auch ausreichend durchlebt werden dürfen. Auch nicht behinderte Kinder "kämpfen" in dieser Zeit mit Problemen wie "zu dick-zu dünn", Pickel, falsche Nase im Gesicht und für sie sind diese "Probleme" genauso tiefschürfend wie für unsere Kinder "nicht laufen können" o.ä.
Also haltet durch ! Es geht vorbei !
Gruß
Gattascarlett