Liebe Leute!
Bin neu hier. Habe einen 18 Monate alten Sohn, Anton, der stark entwicklungsverzögert ist. Er kann nicht sitzen, nicht laufen, und auch seine Kopfkontrolle ist nicht optimal
Wir haben im Mai einen Antrag auf einige Hilfsmittel gestellt. Nach langem Hin und Her, bekamen wir heute eine viel zu große alte Badewannenliege, einen alten Hochstuhl ohne Rückenstütze und ohne Tisch. Auch den, von uns ausgewählten Rehabaggy, will die Kasse nicht bezahlen und schlägt stattdessen einen anderen, billigeren, vor, wie ich vermute auch ohne Rumpfstütze. Wobei wir wegen des Baggis gar nicht gefragt werden.
Ehrlich gesagt bin ich ziemlich frustriert, vor allem, wenn ich daran denke, was noch Alles auf uns zukommt.
Ich möchte Euch, die schon mehr Erfahrung habt, fragen: ist es normal, dass die Kasse (wir sind gesetzlich bei der AOK versichert) sich so verhält? Wenn wir uns mit dem, was sie da gerade im Lager haben, begnügen müssen, kann ich glatt auf ihre "Hilfe" verzichten.

Wie kann ich vielleicht doch noch das Richtige für meinen en Sohn durchsetzen? Für ihn ist besonders die Rumpfstütze wichtig, da er zur Skoliose neigt.
Vielen Dank im Voraus für Eure Antworten

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Natalja
Hallo Natalja,
ich kann gut nachvollziehen wie ihr euch fühlt. Es braucht glaube ich einige Zeit bis man einigermaßen durchblickt wie das System funktioniert und wie man es anstellt damit man die richtigen Sachen bekommt.
Es ist ganz wichtig genau zu beantragen was man will. Es sollte auf der Verordnung vom Arzt schon genau draufstehen (Firma, Name, Bestellnr....). Auch ist es hilfreich wenn eine kompetente Fachkraft wie z.B. die Physiotherapeutin oder der Arzt vom SPZ (Sozialpädriatischen Zentrum) eine Stellungnahme abgeben wenn es sich um ein "größeres(teureres) Hilfsmittel" handelt.
Um man muß hartnäckig sein und sofort Widerspruch einlegen und auch darauf hinweisen was für weitreichende und schwerwiegende, gesundheitlich Folgen das falsche oder fehlende Hilfsmittel hat.
Wenn du kannst dann laß dir von den verschiedenen Herstellern die Kataloge schicken und mach dich selber kundig. Ich kann die die Seite:
www.kinderreha.net oder die Firmen Otto Bock, Der Riedle, Meyra oder R82 (Badehilfen).
Viel Glück
Kati
Hallo Natalia,
ganz recht, du solltest auf jeden Fall wiederspruch einlegen und dich mit deinem Arzt in verbindung setzen und ihm schildern, was ihr da bekommen habt. Außerdem hast du die Sachen ja sicher von einem Sanitätshaus geliefert bekommen, denen solltest du auch gkleich bescheid geben. Die sollten euch eigentlich auch beraten können und sich gegebenenfalls mit eurem Arzt in verbindung setzen um "vernünftige" Hilfsmittel auszusuchen.
Da ist ja wohl einiges schiefgelaufen. Wir sind auch gesetzlich bei der AOK. Aber bis auf einige kleinigkeiten, die ich dann über das Sanihaus klären ließ, hatten wir noch nie schwierigkeiten.
Laß dich nicht verunsichern, und bleibe standhaft.
Gruß Karin65
Hallo Natalja,
ich kann auch nur raten, standhaft zu bleiben und einen Widerspruch einzulegen! Es geht schließlich um dein Kind, und das ist es Wert, vernünftige Hilfsmittel zu bekommen.
Die Krankenkassen sind leider immer bemüht, möglichst viel Geld einzusparen, und deshalb probieren sie's... Du mußt möglichst genau begründen, warum das gelieferte Material für Anton nichts nutzt. Ansonsten kann ich mich nur den anderen anschließen, die zu Stellungnahmen vom Arzt oder/und Krankengymnasten raten.
Wir haben zur Zeit auch das Problem, das unsere Krankenkasse (BKK) einige Dinge nicht so genehmigen will, wie wir das beantragt haben. Wir arbeiten da eng mit der Firma für Reha-Mittel zusammen, die uns unterstützen, Argumente liefern und auch selbst initiativ werden. Das war bei unserem letzten Sanitätshaus auch nicht so, dort wurden wir obendrein noch schlecht beraten. Will damit sagen: es lohnt auch, den Reha-Mittel-Lieferanten gut auszuwählen. Ich weiß nicht, wo ihr wohnt. Im Raum Dortmund und Hamburg kann ich sehr die "4ma 3ma" empfehlen (
www.4ma3ma.de).
Ja, also: ich wünsch dir langen Atem, Geduld und vor allem viel Erfolg!!
Gruß, Elisabeth
Liebe Natalja,
unser Pflegekind ist 2 1/2Jahre alt.Er leidet unter anderem unter einer dyskinetischen spastischen Tetraparese,Mikrozephalus ,mentalen Retadierung und einiges mehr.Demzufolge kann er sich nicht fortbewegen,sitzen oder ähnliches.Auch wir haben mit der Krankenkasse einen harten Kampf geführt.Als gar nichts mehr ging,drohte ich mit Sozialgericht und das ich an die Öffentlichkeit gehen werde.Kurz darauf war das Problem gelöst......
Kämpfe für dein Kind und mache dir klar ,das das was Du beantragst,dringend benötigte Hilsmittel sind ,die dir den alltag erleichern und deinem kind in Würde leben lässt.Du hast ein besonderes Kind,gehe also auch einen besonderen weg.VIEL GLÜCK und KRAFT!!!!!!!!!
Manuela
Zitat von [b
Zitat ( @ --)]
Liebe Kati, Karin, Elisabeth und Manuela!
Ich danke euch vielmals für eure guten Ratschläge und Ermutigungen!
Inzwischen haben wir die Stellungnahme vom Arzt zusammen mit unserem Widerspruch abgeschickt, und zwar in ein Hilfsmittelkompetenzzentrum (so wurde uns von der AOK gesagt). Ich habe jedoch das unschöne Gefühl, dass es die Sache nur verlangsamt.
Hat jemand Erfahrung mit diesem Zentrum? Warum sollte ich dort den Widerspruch einreichen, wenn letztendlich doch die AOK über die Genehmigung entscheidet?
Es wäre wahrscheinlich das Beste, sich direkt mit der Firma in Kontakt zu setzen, nur habe ich zu wenig Erfahrung, um die richtige auszuwählen. Wir haben z.B. aus dem Otto-Bock Katalog einen geeigneten Reha-Baggy ausgewählt, die KK will ihn aber nicht bezahlen, und schlägt stattdessen einen anderen vor, der die gleichen Qualitäten und Funktionen haben soll, über den jedoch im Internet keine detalierten Informationen gibt. Wie kann ich so mit einer Firma zusammenarbeiten, wenn die Kasse ihre Produkte nicht genehmigt.
Ich bin so erschöpft, und mein Kind, das jetzt grade einen kognitiven Entwicklungsschub hat, seine Umwelt besser erkunden will und das nicht kann, tut mir so Leid.
Entschuldigt für die Meckerei,
ganz liebe Grüße,
Natalja
P.S. Wir Wohnen übrigens in Konstanz am Bodensee, also ganz schön weit von Hamburg.

Liebe Natalja,
ich habe die Erfahrung gemacht das es ganz wichtig ist die Hilfsmittel vorher erst zu probieren und dann, wenn ihr euch entschieden habt welches das Richtige ist, es ganz konkret zu beantragen. Ich habe ein festes Sanitätshaus dem ich sage welche Sachen meiner Meinung nach in Frage kommen. Die Beraterin von denen hat auch viele gute Ideen und dann versucht sie das wir die Sachen kurz oder etwas länger ausprobieren können. Das dauert manchmal sehr lange da viele Firmen nur ein Probeteil haben.
Wenn dann klar ist was wir brauchen, sage ich dem Kinderarzt was er auf die Verordnung schreiben soll. Wenn die dann nicht so wollen wie wir gehts ans diskutieren oder wenn etwas anderes billiger ist haben ich auch schon mal erreicht das das Sanitätshaus einen Nachlass gewährt hat (wir sind ja schliesslich gute Kunden) so das die KK dann einverstanden war.
Das ist alles sehr langwierig und nervenaufreibend. Ich wünsche dir viel Kraft und hoffe das du eine kompetente Hilfe findest.
Gruß Kati
Hallo Natalja,
das ist keine Meckerei, sondern (leider) "ganz normaler Frust"... Ich kann gut verstehen, dass du dich erschöpft fühlst und zu der täglichen Belastung durch dein Kind noch der Frust über diese sinnlose Streiterei mit der Krankenkasse kommt. ich möchte dich aber ermutigen, trotzdem zu kämpfen!
Ich kenne leider das "Kompetenzzentrum" nicht, könnte mir aber vorstellen, dass es dem "Technischen Beratungsdienst der Krankenkassen" entspricht. Das ist hier bei uns die Stelle, die immer dann von der KK eingeschaltet wird, wenn die Hilfsmittel einen bestimmten Betrag überschreiten. Dieser TBK lebt davon, den KKs möglichst viel Geld einzusparen (z.B. in dem sie preiswertere, dafür aber in der Praxis unpraktischere Hilfsmittel empfehlen). Von diesem eingesparten Geld wird der TBK dann bezahlt ... Alles klar?! Und man muß sich letztlich mit diesem TBK auseinandersetzen, wenn mman Widerspruch einlegt. Die machen z. B. auch Hausbesuche.
Wir haben auch einen Buggy von Otto Bock ("Kimba Spring"), den ich sehr empfehlen kann. Er ist zwar auch sehr teuer, deshalb wird die AOK versuchen, euch einen preiswerteren aufs Auge zu drücken. Aber es ist ein gutes, stabiles, relativ klein zusammenlegbares und prima handhabbares Modell. Und für die Kinder sehr bequem, weil man sie stufenlos in alle möglichen Positionen bringen kann. Es lohnt sich!
Also: nur Mut, dein Kind und du seid es Wert!
Viele Grüße, Elisabeth
Hallo Natalja,
ich bins noch mal. Laß deinen Frußt ruhig heraus. Das nimmt dir hier keiner Übel.
Du mußt unbedingt standhaft bleiben. Sei richtig hartnäckig. Das muß einfach sein, sonst machen die von der Kasse was sie wollen und das geht einfach nicht. Nicht bei unseren besonderen Kindern.
Arbeite am besten, wie vorher auch schon geschrieben wurde, mit einem Sanitätshaus zusammen. Dort kannst du dich richtig beraten lassen und oft nehmen die einem auch Behördengänge ab.
Gruß karin65
Liebe Leute!
Endlich habe ich eine erfreuliche Nachricht. Meine Hartnäckigkeit hat sich doch ausgezahlt, der Reha-Kinderwagen "Kimba-Spring" wurde genehmigt. Huraaaa!
Es hat mich gefreute zu lesen, dass schon jemand gute Erfahrungen mit dem Wagen hat. Toll! Dann haben wir wohl den richtigen ausgewählt.
Jetzt muss ich nur noch wegen des Hochstuhls und der Badewannenliege einen Widerspruch schreiben.
Noch mal vielen Dank an Alle
und ganz liebe Grüße,
Natalja
Hallo Natalja,
mit welchem Sanihaus arbeitet Ihr denn?
Wir wohnen auch in der Nähe von Konstanz. Wart Ihr schon im SPZ? Der Dr. Kratzer hat uns bisher bei Problemen wegen Hilfsmitteln eigentlich ganz gut geholfen.
LG Beatrice
Zitat von [b
Zitat ( @ --)]
Hallo Beatrice!
Das ist ja ein Ding! Wir sind auch bei Dr. Kratzer in Behandlung. Er hat auch sofort seine Stellungnahme schriftlich formuliert. Er hat uns das Sanitätshaus "Schulz" am Zähringerplatz empfolen.
Wo wohnt ihr denn? Wie oft müsst ihr zum SPZ? Vielleicht sind wir dort einander schon mal begegnet.
Natalja
Hallo,
wir wohnen in Tengen. Liegt bei Engen.
Wir sind ungefähr alle 8 bis 12 Wochen bei Dr. Kratzer wegen der EEG -kontrollen.
Wir sind aber immer in der KK direkt und nicht im eigentlichen SPZ-Gebäude.
Das Sanihaus kenne ich gar nicht. Wir haben es mal beim Pfänder probiert bei allen Sanihäusern in Singen und bei uns im Ort. Ich war mit keinem zufrieden. Jetzt fahren wir nach Emmendingen schauen da was es gibt und bestellen dann bei uns im Ort. Da unsere Kasse kein Lager hat bekommen wir wenn mal was genehmigt wird immer neue Hilfsmittel.
LG Beatrice
Liebe Beatrice!
Wir kommen ein Mal die Woche (meistens am Mittwoch um 10 Uhr) zu Krankengymnastik in die KK, im gleichen Gang wo das EEG-Zimmer ist. Vielleicht treffen wir uns wirklich mal dort.
Das Sanitätshaus kenne ich noch nicht gut genug, um es zu empfehlen. Mein erster Eindruck war ganz ok. Es befindet sich ganz in Kliniknähe.
Das SPZ und den Dr. Kratzer kennen wir schon länger. Hatten leider schon mit unserer Großen einige Probleme: Herzfehler, pathologisches EEG, Hirnfehlbildung, Sprachentwicklungsverzögerung, Verhaltensauffälligkeiten. Trotz diesen übelklingenden Diagnosen ist sie ein fröhliches, aufgewecktes Mädel und geht demnächst in die Sprachheilschule in Stockach.
Mit unserem Sohnemann haben wir ein Paar Probleme mehr. Er wurde mit einem Loch im Zwerchfell geboren. Er hat nur knapp überlebt und das nur, weil wir von seiner Fehlbildung schon in der Schwangerschaft wussten und zur Entbindung in die Spezialklinik nach Mannheim gefahren sind.
LG, Natalja