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Private Krankenversicherung zahlt Ergotherapie und

s_junker 23.04.2004, 14:39#1
Hallo!

Ich sende diesen Beitrag nach einem Hinweis einer Mutter aus dem Forum www.babyzimmer.de auf dieses Forum.

Mein Sohn Tobias ist 5 Jahre alt und hat eine Entwicklungsverzögerung, vor allem im sprachlichen aber auch im feinmotorischen Bereich - aber keine amtlich bestätigte Behinderung (im Sinne von 50% behindert oder so). Ich hoffe, ich bin hier trotzdem richtig...

Mein Sohn ist wegen seiner Entwicklungsverzögerung seit etwa einem Jahr in logopädischer und seit 9 Monaten in ergotherapeutischer Behandlung. Diese Behandlungen sind bisher von der Krankenkasse bezahlt worden (die Kinder und mein Mann sind privat versichert). Die Kinderärztin musste zwar alle paar Wochen einen Bericht an die Krankenkasse schicken, aber dann haben sie wieder einige Behandlungen genehmigt.

Nun erhalten wir heute ein Schreiben von der Krankenkasse: "Nach Beurteilung durch unsere Gesellschaftsärzte sehen diese weder für die Fortsetzung der Logopädie noch für die Weiterführung der Ergotherapie eine medizinische Indikation. Nach den uns vorliegenden Berichten leidet Tobias unter einer allgemeinen Entwicklungsstörung. Unsere medizinischen Berater halten hier eine umfassende heilpädagogische Förderung für sinnvoll. Diese fällt in die Zuständigkeit der Sozialhilfeträger."

Die Kinderärztin hat weitere Behandlungen verschrieben und hält das demnach auch für sinnvoll. Tobias ist seit Februar in einem integrativen Kindergarten auf einem heilpädagogischen Platz. Er bekommt dort bei einer Krankengymnastin Förderung mit einem anderen Kind zusammen (mit Übungen, die in "Richtung" Ergotherapie gehen). Der Kindergarten möchte auch gerne einen Logopäden einstellen, wann das aber geschieht, steht noch in den Sternen...

Die Frage ist jetzt an Euch: Hat jemand schon mal ähnliches erlebt mit der PKV? Was kann man da tun? Der Kindergarten alleine kann ja die Förderung nicht ersetzen, da fehlt ja auf jeden Fall der Logopäde. Gibt es eine andere Stelle, die diese Behandlungen weiter finanziert? Wer ist mit Sozialhilfeträger gemeint? - wir beziehen keine Sozialhilfe. Von der Lebenshilfe (Frühförderung) bekommen wir übrigens keine Unterstützung, da Tobias eben diesen heilpädagogischen Kindergartenplatz hat; es gibt nur entweder Frühförderung oder Kindergartenplatz, hat mir die Lebenshilfe erklärt. Von dort bekäme er also auch keine auf ihn abgestimmte Förderung...

Schöne Grüße
Sabine
Wolfgang 23.04.2004, 21:07#2
Hallo Sabine,
durch die Kinderärztin wurde ganz klar eine medizinische Indikation für Logopädie festgestellt. Es besteht also eine medizinisch bestätigte Notwendigkeit für eine sprachtherapeutische Behandlung. Natürlich wird im heilpädagogischen Bereich versucht, den Bedürfnissen des Kindes gerecht zu werden. Dennoch kann die Krankenkasse diese Aufgabe nicht einfach auf Kindergärten und Schulen abwälzen.
Offen gesprochen drängt sich mir der Verdacht auf, dass die Krankenkasse versucht, auf Kosten des Kindes Ausgaben zu minimieren. Ich glaube kaum, dass die Krankenkasse vor Gericht damit durchkommen würde. Allerdings kann sie mit permanenten Ablehnungen ziemlich viel Ärger machen. Dennoch würde ich Widerspruch einlegen und hoffen, dass die Kasse einlenkt.
Speziell in diesem Alter ist eine logopädische Behandlung wichtig, da eine Sprachentwicklungsverzögerung noch am besten aufgeholt werden kann.

Ciao,
Wolfgang
Anke 24.04.2004, 00:40#3
Hallo Sabine

Es kann möglich sein, dass damit die EIngliederungsbeihilfe durch das Sozialamt gemeint ist. dadurch auch "Sozialhilfeträger". Die EInrichtung bekommt dann pro Tag eine gewisse Summe X für Deinen Sohn gezahlt. So war es bei Nicole, meiner Tochter.

Nun weiss ich jedoch nicht, ob dies Einkommensabhängig ist.

In Deinem fall kann ich nur sagen, dass dies die Auswirkungen der tollen reformen im gesundheitssystem sind, die uns die gute Frau Schmidt beschert hat.
Es wird gespart, koste es was es wolle- auch wenn es die gesundheit der kleinsten ist - die dann schon gar keine Chance auf Förderung bekommen und in Zukunft bekommen werden.
Nur wer es sich dann leisten kann, kann sein Kind fördern lassen. Behinderte Kinder oder Kinder mit anderen Defiziten werden in Zukunft nur intensiv behandelt bzw. gefördert werden können, wie es der Geldbeutel der Eltern zu lässt. Traurig aber wahr.

Anke
Uwe 24.04.2004, 13:45#4
Hallo Anke,
zwar bin ich auch kein Fan der Gesundheitsreform, in diesem Fall hat es aber nichts damit zu tun. Die Kinder sind bei einer privaten Krankenkasse, und die sind von der Reform nicht berührt.
Diese Tatsache macht es allerdings auch kompliziert, da nicht klar ist, welche Leistungen übernommen werden.

Ciao,
Wolfgang