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Hilfe bei Angstzuständen

ivan 07.01.2008, 18:23#1
Hallo,
möchte meine Situation schildern, mein Bruder ist 33 Jahre alt und ist Spastiker, kann mit Gehstöcken laufen, braucht aber z.B über die Treppe Hilfe.
Die geistigen Fähigkeiten sind eingeschränkt. Er ist sehr auf meine Mutter fixiert. In letzter Zeit hat er immer mehr Angstzustände, dies äußert sich z.B
dadurch dass er sich beim Treppenlaufen sich verkrampft bzw. ohne dass ihm noch eine Person hilft er nicht über die Treppe läuft. Er hat auch Angst wenn er auf der Toillette sitzt, dass er herunterfallen könnte. Meiner Meinung nach liegt es an mangeldem Selbstvertrauen. Jetzt war meine Mutter beim Hausarzt und Neurologen. Er bekam zwar Tabletten verschrieben diese verschlimmmerten den Zustand nur noch. Dann bekam meine Mutter die Aussage vom Hausarzt als sie nochmals um Rat fragte, bei gesunden Menschen ist dies schon schwer zu behandeln und bei Behinderten noch schwierigen. Da man an meinen Bruder nur schwer herankommt, wollte ich fragen, ob Ihr Rat wisst an wen ich mich wenden kann.
Vielen Dank im voraus
amai 08.01.2008, 01:30#2
AW: Hilfe bei Angstzuständen

Hallo Ivan,
also das erste was mir dazu einfällt ist: Hat man überhaupt in Erwägung gezogen oder schon diagnostisch sicher ausgeschlossen, dass bestimmt keine organische Ursache/ Grund für diese Ängste bestehen?

Gerade wenn dein Bruder geistig eingeschränkt ist könnte er Probleme haben, seine möglichen Beschwerden adäquat zu äussern.

Dann sagt er vielleicht nicht : mir ist schwindelig, sondern nur habe Angst oder vielleicht garnichts.
Auch Probleme mit den Augen, Migräne, Gleichgewichtsprobleme durch ein Problem mit den Ohren, erhöhter oder erniedrigter Blutdruck, Abbau von Muskelmasse und dadurch Probleme mit dem Tonus der Muskeln und Halten der Spannung, vermehrte Spastiken und dadurch Verlust von Muskelkontrolle sind möglich uvm.

Ein guter Arzt wird zunächst eine körperliche Ursache ausschliessen, bevor er ein psychisches oder vermeintlich psychosomatisches Problem vermutet.

Was mir noch einfällt: gerade sedierende Mittel/viele Psychopharmaka reduzieren den Muskeltonus und machen eine Muskelkontrolle noch viel schwieriger.
LG, amai
HHelmutS 08.01.2008, 12:51#3
AW: Hilfe bei Angstzuständen

Hallo Ivan,

meine Tochter ist zwar schwerer behindert wie dein Bruder, hat aber mitunter ähnliche Probleme. Ihr helfen "einfache Dinge" wie Schaukeln, "schwimmen" mit entsp. Hilfsmitteln, Übungen auf einem großen Gymnastik- ball -oder Rolle, "rumalbern auf einem großen Trampolin" oder auch Reiten dabei, "lockerer zu werden". Zu Weihnachten hat sie, dank Unterstützung vom Christkind schon 4 Wochen vorher, eine große Therapieschaukel www.die-schaukel.de bekommen, schaukelt seitdem jemanden Tag im Stundentakt ;-) .Sie krabbelt dadurch wesentlich mehr als vorher, und ist insgesamt lockerer geworden. Das sind, wenn man sonst keine Gelegenheit dazu hat, fast alles Sachen, die man im Rahmen von Ergo- oder Physio -therapie und KG machen kann. Frag seinen Arzt mal ob der ihn sowas verordnet.

:-) Helmut
TH4ever 17.01.2008, 09:52#4
AW: Hilfe bei Angstzuständen

Gibt es auch andere Hilfsmittel, die in so einer Situation helfen können, außer die Schaukel? (wenn der Platz nicht da ist)
HHelmutS 17.01.2008, 19:25#5
AW: Hilfe bei Angstzuständen
Zitat von TH4ever
Gibt es auch andere Hilfsmittel, die in so einer Situation helfen können, außer die Schaukel? (wenn der Platz nicht da ist)

Hallo TH4ever,

ja, die gibt es. Einige davon hatte ich genannt... wie, "schwimmen" mit entspr. Hilfsmitteln, Übungen auf einem großen Gymnastik- ball -oder Rolle, "rumalbern auf einem großen Trampolin" oder auch Reiten..... wobei "reiten" nicht auf einem Pferd stattfinden muß. Entspr. große und stabile 4 oder 2 Beiner... Hund, Schaf... Papas oder Omas Rücken ;-)... oder ein Schaukelstuhl. "Schaukeln" für Kleinkinder geht auch so : Papa legt sich auf den Bauch auf einen Tisch, und schaukelt Junior, mit den Armen unten durch... Bei einigen Übungen kann als Ersatz für eine große Rolle oder so einen Ball Papas.. oder jeder andere stabile Bauch auch her halten... Es gibt viele Dinge mit denen man den Sinnen Erfahrungen verschaffen kann, die dabei helfen Ängste zu überwinden, oder garnicht erst aufkommen zu lassen. Zur Not Ergo- oder Physio - therapeuten fragen.

:-) Helmut