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Heidelberg Kinderklinik schließt seine Ambulanzen!

maika 26.09.2006, 20:12#1
Quelle: Mannheimer Morgen: http://www.morgenweb.de/

Rotstift trifft Kinderklinik
Stationen vor dem Aus?

Von unserem Redaktionsmitglied Sigrid Ditsch

Die Kinderradiologie, Kinderchirurgie und Kinderneurologie der Universität Heidelberg sollen aufgelöst werden. Die Strukturkommission habe bereits eine Vorentscheidung getroffen, bestätigt Professor Jochen Tröger, Vize-Unirektor und Leiter der Kinderradiologie, auf Anfrage unserer Zeitung. Falls nicht noch ein Wunder geschehe, könnten diese einschneidenden Maßnahmen bereits im nächsten Jahr realisiert werden. Die Mannheimer Kinderchirurgie bleibt davon unberührt. Tröger will gegen die Kappung der kleinen Fächer kämpfen, selbst wenn er mit 65 Jahren bald den Ruhestand anpeilt: "Ich erkenne die ökonomischen Zwänge an, lehne aber die unkoordinierte Abschaffung ab."

Als Rezept empfiehlt er ein landesweites, wenn schon nicht bundesweites Konzept. Dies sei im Interesse der Kinder, aber auch mit Blick auf die in den Spezialgebieten erbrachten Forschungsergebnisse und deren direkte Anwendung in der Praxis. Laut Tröger liegt diese Konzentrierung im Bundestrend, sei aber auch Heidelberg spezifisch. "Wenn das so weiter geht, bekommen wir eine Medizin wie 1960", befürchtet er. Denn die Kinderchirurgie komme unters große Dach der Chirurgie, die Kinderradiologie werde der Gesamtradiologie und die Kinderneurologie der Neurologie zugeschlagen. Speziell auf Mädchen und Jungen abgestimmte Diagnosen und Therapien seien dann schwerer umzusetzen.

Nach Angaben von Professor Ute Pröschel, Ärztliche Direktorin der Abteilung für Stimm- und Sprachstörungen an der Heidelberger Uniklinik, ist ihr Fach ebenfalls betroffen. Tangiert seien Spezialgebiete, die viel Zeit verlangen und dadurch Geld kosten. Die Folge: längere Wartezeiten. Die Schriesheimerin zieht ganz persönlich Konsequenzen: Sie verlässt die Region und will in einem anderen Krankenhaus ihre Arbeit fortsetzen.

Mannheimer Morgen
15. September 2006

und auf der selben Seite stand noch der Artikel:

Rezept der Sprachforscher: mit Kindern reden
Kongress fordert mehr Hörtests: 20 Prozent der Vierjährigen haben Artikulierungsprobleme

Von unserem Redaktionsmitglied Sigrid Ditsch

Der 16-jährige Paul, der eine Schule für Geistigbehinderte in Mannheim besucht, verdankt seiner Lehrerin ein neues Lebensgefühl. Sie fand heraus, dass der Junge auf einem Ohr taub ist, das andere wurde durch eine Entzündung geschädigt. Paul, bislang stumm, erhielt ein Hörgerät und lernte daraufhin in der Abteilung für Stimm- und Sprachstörungen der Uni Heidelberg zu sprechen und sogar kleine Sätze zu bilden. "Seine Mama brach vor Freude in Tränen aus", freute sich auch die Ärztliche Direktorin, Professor Ute Pröschel, die einen Kongress von 250 Fachärzten für krankheitsbedingte Kommunikationsstörungen mitorganisiert hat. Und die schlagen Alarm: Denn immer mehr Kinder haben Sprachprobleme. Allein 20 Prozent der vierjährigen Deutschen können sich nicht oder nur schwer verständlich machen.

Dabei seien die kindlichen Hörstörungen noch gar nicht miteingerechnet, die ebenfalls Sprechdefizite zur Folge haben können, wie Professor Eberhard Kruse, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Phoniatrie und Pädaudiologie unterstrich. Die Ursachen für Artikulierungsschwierigkeiten sind vielfältig: Sie reichen von motorischen Mängeln bis zur genetischen Veranlagung. So können nach Darstellung der Experten manche Mädchen und Jungen von Geburt an nicht richtig schlucken. Ganz wichtig sei das Fühlen, doch gerade diese Eigenschaft sei nicht messbar. Um so mehr müssten bei Eltern die Alarmglocken schrillen, wenn ein Baby ab dem zweiten Lebensmonat nicht lallt oder mit 15 Monaten nur Mama oder Papa rufen kann.

Vielen Betroffenen ist bei einer frühzeitigen Diagnose und Therapie zu helfen. Auch Kontakte mit anderen Spielkameraden können mitunter segensreich sein. Laut Professor Ute Pröschel werden allein in der Heidelberger Abteilung, die 1975 eingerichtet wurde, jährlich über 3000 Patienten betreut, davon rund 60 Prozent Kinder unter zehn Jahren mit Hör- und Sprachproblemen. Auch andere Kliniken der Umgebung wie etwa in Mannheim und das Heidelberger Berufsförderungwerk sowie niedergelassene Spezialisten bieten Unterstützung an. Als in Ludwigshafen die Abteilung geschlossen werden sollte, konnten protestierende Eltern die Entscheidung rückgängig machen.

Trotz aller Fortschritte in der Forschung weisen 15 Prozent der Erstklässler Sprachdefizite auf. Deswegen riet Kruse Eltern wie Großeltern: Reden sie mit dem Nachwuchs, singen und vor allem spielen sie mit ihm! Bei den flächendeckenden Hörtests für Neugeborene bilde Deutschland unter den zivilisierten Ländern das Schlusslicht: Es dauert laut Kruse 32 Monate vom Erkennen bis zur Behandlung, in Österreich hingegen nur vier Monate. Die Kosten von 13 Euro pro Kind würden noch immer nicht von den Krankenkassen übernommen. Kruse: "Das ist ein Skandal."

Mannheimer Morgen
15. September 2006


HALLO!!! Wo sind wir denn!

Wird Deutschland zu einem Entwicklungsland?
Es werden Spezialambulanzen aus Kostengründen aufgelöst, und die mühsame Trennung vor vielen Jahren wird wieder rückgängig gemacht.

In Heidelberg kriegt man derzeit KEINEN Termin mehr in der kinderneurologischen Ambulanz.
Viele Kinder die dort behandelt wurden, müssen sich jetzt an neue Krankenhäuser und Ärzte gewöhnen.

Bravo Deutschland, eine super Gesundheitsreform haben wir!
mutti 28.09.2006, 09:52#2
Hallo Antje, unser Sohn wird in der Orthopädischen Klinik 2 Heidelberg  CP Ambulanz betreut, sind wir auch betroffen????  Gruß Sandra.
maika 29.09.2006, 08:20#3
Hallo Sandra,

ich würde dort anrufen und nachfragen. Du kannst ja sagen, du hast das mit der Schließung in der Zeitung gelesen.
Es herrscht momentan auch bei den niedergelassenen Kinderärzten große Verunsicherung was da gerade in HD passiert.

Also anrufen, nachfragen, und wenn sie dort nicht mehr betreuen nach der nächsten Ambulanz fragen.
Mehr können wir wohl nicht tun.
mutti 30.09.2006, 13:43#4
Hallo Antje, danke für Deine schnelle Antwort. Wir müssen am Donnerstag eh in die Orthetik- Werkstatt nach Heidelberg, da werde ich gleich mal nachfragen. Dumm gelaufen wäre es, denn unser Sohn steht schon ewig auf der OP Liste. Sollten wir jetzt die Klinik wechsel müssen, dauert das alles ja noch länger.
Wir sind leider nicht aus der Heidelberger Gegend und waren froh, das wir endlich eine Klinik gefunden haben in der wir uns gut betreut fühlten, trotz der langen Anreise. Gruß Sandra
mutti 06.10.2006, 20:23#5
Hallo Antje! Wir waren gestern in der Orthopädischen kLINIK 2 in Heidelberg, also dort wird man unseren Sohn weiter behandeln. Gruß Sandra.