So kurz vor Jahresschluß wollte ich nochmal mitteilen, wie es mit unserer Situation und dem Zustand "Elternmodell Schulbegleiter" mit uns weiterging:
Nachdem wir dank dem Elternmodell durch das Jugendamt dazu verpflichtet sind, für unseren Schulbegleiter als Arbeitgeber zu fungieren und unsere Schulbegleitung längerfristig krank wurde, sind wir nun vor dem Arbeitsgericht gelandet.
Unsere Schulbegleiterin verklagt uns auf Lohnentgeltfohrtzahlung, Zahlung von Überstunden usw.
Der Fachbereich Jugend und Familie hält sich aus der ganzen Situation heraus und verweist nur auf die angespannte finanzielle Lage.
Im Januar geht es dann gerichtlich weiter, der Richter zeigte jedoch schon an, daß wir wohl voll vollends auf den Kosten sitzen bleiben werden.
Sollte das wirklich so sein, können wir Privatinsolvenz anmelden.
LG v. Sanne
AW: Elternmodell Schulbegleiter in Unterfranken
Hallo Sanne,
Zitat von Sanne40
Der Fachbereich Jugend und Familie hält sich aus der ganzen Situation heraus und verweist nur auf die angespannte finanzielle Lage.
was für eine "Begründung" ist das denn? Bekommt der Sachbearbeiter auch kein Geld mehr, weil die Lage finanziell angespannt ist?

Im Januar geht es dann gerichtlich weiter, der Richter zeigte jedoch schon an, daß wir wohl voll vollends auf den Kosten sitzen bleiben werden.
Sollte das wirklich so sein, können wir Privatinsolvenz anmelden.
Mensch Sanne, das ist hammerhart. Hast Du Möglichkeiten, an die Öffentlichkeit (z.B. Zeitung) zu gehen?
AW: Elternmodell Schulbegleiter in Unterfranken
Hallo Gero,
wir haben verschiedene Pressestellen angeschrieben, aber die Lobby von Autisten ist scheinbar zu gering, als daß es jemanden interessiert.
Wir bleiben weiterhin dran.
Sogar der Arbeitsrichter meinte, es wäre ein Skandal vom Fachbereich.
Aber das hilft uns nicht weiter.
LG v. Sanne
AW: Elternmodell Schulbegleiter in Unterfranken
Hallo Sanne,
und wenn ihr euch an den Autismus-Landesverband Bayern wendet? Vielleicht können die weiterhelfen. Ich glaub, die sind recht gut organisiert.
www.autismus-lv-bayern.de
Wünsche euch viel Kraft und Durchhaltevermögen!!!!
LG
Elisabeth
AW: Elternmodell Schulbegleiter in Unterfranken
Hallo Elisabeth,
laut dem Landesverband für Autismus zählt Autismus zur Mehrfachbehinderung, somit wäre der Bezirk zuständig und dort gibt es auch das Trägermodell, d.h. Eltern können über eine soziale Einrichtung Schulbegleiter anstellen und haben nichts mehr mit der Anstellung, Abrechnung usw. zu tun.
Das Jugendamt sieht bei unserem Sohn trotz Autismus eine seelische Behinderung, obwohl mehrfachbehindert in der Diagnose steht und somit ist das Jugendamt zuständig. Das Jugendamt will kein Trägermodell, da es dann mehr bezahlen müßte.
Was hilft uns eine Diagnose vom KJP wenn die Ämter dann doch entscheiden können was sie wollen?
LG v. Sanne
AW: Elternmodell Schulbegleiter in Unterfranken
Hallo Sanne,
warum habt Ihr den Schulbegleiter selbst angestellt? War das eine Vorgabe des Jugendamtes oder hatte das scheinbar Vorteile für Euch?
AW: Elternmodell Schulbegleiter in Unterfranken
Zitat von Inge
Hallo Sanne,
warum habt Ihr den Schulbegleiter selbst angestellt? War das eine Vorgabe des Jugendamtes oder hatte das scheinbar Vorteile für Euch?
Ja, Inge, das ist die Vorgabe vom Jugendamt.
Der Fachbereich Jugend und Familie will keine Träger, da sie dort mehr bezahlen müßten.
LG v. Sanne
AW: Elternmodell Schulbegleiter in Unterfranken
Hallo Sanne,
bin jetzt auch hier. Wir hatten mal telefoniert.
Bei uns klappt das Elternmodell immer noch prima.
Ich glaube, ihr hattet auch ganz viel Pech...!!
Aber genau das ist das Problem: Keiner kennt sich aus und keiner kann einem wirklih weiterhelfen. Auch warnt einen niemand vor den Gefahren und Risiken. Auch die sogenannten Experten nicht. Es gibt nirgens einen "Leitfaden - Schulbegleiter" oder so was. WARUM EIGENDLICH?
Halt uns hier mal auf dem laufenden. Und wenn ich was für dich tun kann.... lass es mih wissen....
AW: Elternmodell Schulbegleiter in Unterfranken
Wir haben auch vom Fachbereich die Aussage, daß wir ein Einzelfall wären, andere Familien hätten nicht das Problem wie wir.
Der Zeitungsartikel von heute, zeigt anderes:
http://www.mainpost.de/regional/franken/Thema-Schulbegleitung-sorgt-fuer-grossen-Unmut;art1727,6633732
LG v. Sanne
AW: Elternmodell Schulbegleiter in Unterfranken
Hallo Sanne,
es freut mich für Euch, dass dieses Thema endlich in den Medien erscheint.
AW: Elternmodell Schulbegleiter in Unterfranken
Hallo Inge,
in den Medien ist es schon lange und immer wieder. Es wird Zeit, daß sich endlich sichtbar etwas tut.

LG v. Sanne
AW: Elternmodell Schulbegleiter in Unterfranken
Wie geht´s euch jetzt? Habt ihr was erreicht?
Ich muss grad ganz oft an euch denken....
der Gerichtsterminist doch schon rum, oder?
AW: Elternmodell Schulbegleiter in Unterfranken
Bis jetzt hat sich noch nicht wirklich etwas getan. Der erste Gütetermin ist um, der Vergleich beidseitig abgelehnt, der nächste Gerichtstermin ist Ende März. Ich bin gespannt wie es weitergeht.
LG v. Sanne
AW: Elternmodell Schulbegleiter in Unterfranken
Schulbegleitung / Integrationshilfe
Ergebnisse einer Studie des Lebenshilfe-Landesverbandes Bayern
Schulbegleitung und Integrationshilfe sind Themen, die derzeit viel und kontrovers diskutiert werden: Eltern, die eine integrative Beschulung für ihr Kind wünschen und hierfür die notwendige Assistenz benötigen oder Leistungsträger, die über die stark wachsende Zahl der Anträge von Schulbegleitung und Integrationshilfe und den damit für sie steigenden Kosten klagen. Einrichtungen berichten einerseits über eine deutliche Entlastung des Personals durch diese Assistenzen und äußern andererseits Kritik über zusätzlich zu koordinierendes, zum Teil nicht adäquat ausgebildetes Personal, das darüber hinaus, wenn gehäuft im Klassenraum auftretend, nicht nur Unterstützung und Hilfe bedeutet. [...]
abzurufen beim
Lebenshilfe-Landesverband BayernAW: Elternmodell Schulbegleiter in Unterfranken
Ich wollte Euch hier noch vom Ausgang unserer Gerichtsverhandlung berichten. Das Gericht hat der Schulbegleiterin nahe gelegt, die Klage in vollem Umfang zurückzunehmen.
So haben wir zwar Recht in dieser Sache bekommen, stehen aber nicht wirklich glücklich da. Denn 2 Tage später kam die Kostenrechnung vom Anwalt, 2.000 Euro bei Gelegenheit zu bezahlen.......
Die normale Rechtsschutzversicherung zahlt nicht, weil wir keinen Firmenrechtsschutz haben, warum auch, wir sind ja an sich eine private Familie und kein Arbeitgeber im eigentlichen Sinn.
So eine Versicherung kann sich Otto-Normalverbraucher auch nicht leisten.
Alles in allem sind wir froh, das Gerichtsverfahren jetzt endlich hinter uns zu haben.
Die Schulbegleiterin ist übrigens immer noch krank und erhält Geld von der Unfallversicherung.
Im Internet habe ich allerdings viele Termine gefunden, an denen sie Sportstunden, Präventionskurse usw. hält.
LG v. Sanne
AW: Elternmodell Schulbegleiter in Unterfranken
Hallo Sanne,
ein teures "blaues Auge", aber zumindest hattet Ihr in der Streitsache einen Erfolg! Und das ist sehr gut!
Übrigens: das Verhalten der Schulbegleitung klingt nach Versicherungsbetrug

AW: Elternmodell Schulbegleiter in Unterfranken
Zitat von gero
Hallo Sanne,
Übrigens: das Verhalten der Schulbegleitung klingt nach Versicherungsbetrug 
Das ist richtig. Um ihr das nachzuweisen, hätten wir ein Beweissicherungsverfahren vor Gericht erwirken müssen, was mit weiteren Gerichts- und Anwaltskosten verbunden gewesen wäre.
Die Kassen interessieren sich erstmal nicht dafür, denn schließlich gibt es ja Arbeiten, die man ausführen kann, auch wenn man krank ist.
Ist wahrscheinlich zu umständlich für die Kassen das nachzuweisen, einfach bezahlen ist einfacher.
LG v. Sanne