sorry, hatte vergessen, mich einzuloggen und kann den Text jetzt nicht mehr ändern
Dabei wollte ich den Text von der HP auch noch hier rein kopieren und tu' das jetzt auch noch:
Keine Eingliederungshilfe für Menschen mit schwerer Behinderung in Unterfranken
Immer wieder fordern Mitglieder des Bezirkstages Unterfranken, dass bestehende Wohneinrichtungen der Eingliederungshilfe Versorgungsverträge mit den Pflegekassen abschließen sollen, bzw. dass neu zu errichtende Heime für Menschen mit schwerer Behinderung nur noch mit Versorgungsvertrag zugelassen werden.
Um welche Menschen geht es?
Es geht um Menschen mit schweren und schwersten Behinderungen.
* Menschen, die ständig im Rollstuhl sitzen
* Menschen, die nur liegen können
* Menschen, die bei allen Verrichtungen des täglichen Lebens Hilfe benötigen.
* Menschen, die einen erheblichen dauernden Aufsichtsbedarf haben.
Sie sind in den meisten Fällen bei ihren Eltern aufgewachsen und werden häufig nur deshalb in andere Hände gegeben, weil die Eltern keine Kraft mehr für diese Aufgabe haben.
Was bedeutet es für diese Menschen, in einem Pflegeheim zu wohnen?
Die Menschen mit schweren Behinderungen werden zu Pflegefällen für den Rest ihres Lebens degradiert. Die Fachleute, die sich um die dortigen Bewohner kümmern, sind nach Vorgaben der Pflegekasse Krankenschwestern und Krankenpfleger. Pädagogisch ausgebildete Mitarbeiter sind hier nicht vorgeschrieben. Selbst bei überdurchschnittlichem Engagement des vorhandenen Personals ist es deshalb kaum möglich, den besonderen Bedürfnissen von Menschen mit schweren Behinderungen nach Eingliederung in die Gesellschaft gerecht zu werden. Schon jetzt haben im Bezirk Unterfranken schwer behinderte Menschen, die in Wohnheimen leben, (als einzige in ganz Bayern!) kein Anrecht auf einen zweiten Lebensbereich außerhalb des Wohnheimes und somit keine Chance auf eine Teilnahme am öffentlichen Leben. In einem Pflegeheim sind fast ausschließlich Menschen mit schweren Behinderungen untergebracht. Somit ist auch die körperliche und seelische Belastung der Mitarbeiter wesentlich höher als in einem Wohnheim, in dem Menschen mit unterschiedlichen Behinderungen untergebracht sind.
Im Februar wurde ein erneuter Vorstoß gestartet, mit der Begründung, dass die für 2006 bereits um 3% gesenkte Bezirksumlage um einen weiteren Prozentpunkt gesenkt werden könnte - obwohl Unterfranken Bayernweit schon den niedrigsten Bezirksumlagesatz aufweist!
Obwohl wir Eltern uns schon während der Bedarfserhebung in den Gesprächen deutlich gegen eine Einrichtung mit Versorgungsvertrag ausgesprochen haben, wurden unsere Vorbehalte und der Bedarf der behinderten Menschen auf Eingliederung in die Gemeinschaft missachtet. Am 11. Juli 2006 beschloss der Sozialausschuss des Bezirks, dass das in Planung befindliche Wohnheim für 24 der dort untergebrachten Menschen mit Versorgungsvertrag konzipiert wird. Dass in der geplanten Einrichtung eine Wohngruppe mit 12 werkstattfähigen Menschen für Eingliederungshilfe zugelassen wird, ist absolut kein Miteinander, sondern höchstens ein Nebeneinander, denn die Gruppen müssen räumlich und personell strikt getrennt betrieben werden. Das bedeutet, dass die Menschen in den Pflegegruppen weder ein Anrecht auf eine pädagogische Förderung haben, weder auf Integration noch auf Eingliederung in die Gesellschaft! Sie würden auf die Dauer von 20, 30, 40 oder mehr Jahren als ‚Pflegefälle’ eingestuft und würden weniger Förderung als ihre Nachbarn mit weniger Hilfebedarf erhalten!
Es soll zwar einen "Eingliederungszuschlag" auf freiwilliger Basis durch den Bezirk geben, aber auf diesen Zuschlag gibt es keinen Rechtsanspruch, und zudem kann - wie der Bezirkstagspräsident schriftlich mitgeteilt hat - auch von Seiten des Bezirks (Zitat aus einem Schreiben:) "im Hinblick auf die Finanzsituation der Sozialsicherungssysteme und den derzeitigen Reformbemühungen keine Aussage über die Entwicklung der Sozialgesetzgebung in der Zukunft getroffen werden". Das heißt, dass sich die Eltern in blindem Vertrauen auf die freiwilligen Zahlungen des Eingliederungszuschlages durch den Bezirk verlassen sollen.
Doch schon jetzt wird im Bezirk Unterfranken den Menschen, die in Einrichtungen leben und "keine restverwertbare Arbeitsleistung erbringen" können, (als einzigen in ganz Bayern!) der Besuch einer Tagesförderstätte konsequent seit dem Jahre 2000 verweigert. Wie sollten wir Eltern da noch Vertrauen in die Politik(er) des Bezirks haben?
Ein weiteres Argument für einen Versorgungsvertrag ist nach Angaben des Bezirks, dass es in Wohnheimen der Eingliederungshilfe Probleme mit der Pflege gibt. (Zitat aus einem Schreiben:) "In diesem Zusammenhang dürfen wir auch auf Erfahrungen der Vergangenheit hinweisen, dass reine Eingliederungseinrichtungen aufgrund der nicht in ausreichender Anzahl vorhandener Pflegefachkräfte große Schwierigkeiten haben, die Erfordernisse einer professionellen Pflege sicherzustellen". Es wäre wünschenswert zu wissen, wie es sein kann, dass in Wohneinrichtungen der Eingliederungshilfe eine professionelle Pflege nicht sichergestellt werden kann. Diese Wohneinrichtungen wurden doch schließlich für Menschen mit Hilfebedarf konzipiert und gebaut. Bezieht sich diese Aussage auf Einrichtungen der Eingliederungshilfe, in denen homogene Gruppen von Menschen mit ausschließlich schweren Behinderungen betreut werden? Dieses würde sich dann durch die Änderung in heterogene Gruppen ändern lassen. Oder muss man tatsächlich davon ausgehen, dass dies ein generelles Problem aller Wohneinrichtungen ist?
Wir Eltern wehren uns vehement dagegen, dass - aufgrund rigoroser Sparmaßnahmen - Menschen mit Pflegestufe 2 oder 3 das Recht auf Eingliederung in die Gesellschaft abgesprochen werden soll. Das Recht auf Eingliederungshilfe ist gerichtlich einklagbar. Muss jetzt jeder Mensch, der von dieser Entscheidung betroffen ist, einen Gerichtsprozess führen, um sein ihm zustehendes Recht zu bekommen? Was passiert mit den Menschen, bei denen die Eltern bzw. Angehörigen nicht prozessieren können - weil sie hoch betagt sind, weil sie keine Kraft mehr haben oder weil sie einfach um diese Möglichkeit nicht wissen - oder weil sie keine Angehörigen mehr haben?
Falls es noch andere Eltern gibt, die mit den gleichen Schwierigkeiten zu kämpfen haben, würden wir uns über eine Rückmeldung per E-Mail zum Erfahrungsaustausch freuen.
inge.rosenberger@gmx.de
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Erklärungen:
Versorgungsvertrag:
Wird von Pflegeheimen mit den Pflegekassen abgeschlossen. Einrichtungen mit Versorgungsvertrag erhalten von der Pflegekasse - je nach Pflegestufe - den Höchstsatz für stationäre Pflege. Das Personal in diesen Pflegeeinrichtungen besteht - nach Vorgaben der Pflegekassen - aus Krankenschwestern und Krankenpflegern. Pädagogisch ausgebildete Mitarbeiter sind hier nicht vorgeschrieben.
In Einrichtungen der Eingliederungshilfe hat das Fachpersonal eine pädagogische Ausbildung. Diese Einrichtungen erhalten einen Pauschalbetrag von der Pflegekasse und werden größtenteils durch den Bezirk bzw. durch die Bezirksumlage finanziert.
Eingliederungshilfe:
Unter Eingliederungshilfe versteht man Hilfen für behinderte Menschen. Sie soll eine drohende Behinderung verhüten, eine vorhandene Behinderung und deren Folgen beseitigen oder mildern und behinderte Menschen in die Gesellschaft eingliedern. Die Eingliederungshilfe wird durch den Bezirk bzw. die Bezirksumlage finanziert.
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Bezirksumlage (Quelle: Homepage des Bezirks Unterfranken):
Die Landkreise und kreisfreien Städte in Unterfranken tragen als zweite kommunale Ebene über die Bezirksumlage einen Großteil der haushaltsrechtlichen Aufwendungen des Bezirks Unterfranken.
Basis für die Berechnung der Bezirksumlage ist die Umlagekraft der Umlagezahler; diese setzt sich aus den Steuerkraftzahlen:
· Grundsteuer A
· Grundsteuer B
· Gewerbesteuer
· Einkommenssteuerbeteiligung
· Umsatzsteuerbeteiligung und
· 80 % der Gemeindeschlüsselzuweisungen zusammen.