AW: Beratungsstellen für Eltern?
Hallo Holger,
vielen Dank für Deine Bemühungen

.
Mit Pädagogen und Psychologen habe ich sehr viel zu tun (ich habe schon öfter im Scherz gesagt, ich könnte irgendwann einen Psychologen-Führer für den Grossraum Nürnberg/Fürth herausgeben) und das Problem ist, dass die Erziehungsproblematiken bei geistig behinderten Kindern doch teilweise "anders gelagert" sind.
Beispiel aus dem Leben

:
bei unserer gesunden Adoptivtochter kann ich Verbote und "Nein's" nachhaltig begründen und sie merkt sich auch das "Warum" (wenn sie es denn möchte *ggg*).
Bei unserer Pflegetochter kann ich fast "nur" mit positiver Verstärkung arbeiten, sprich: wenn sie etwas gut macht, nehme ich sie in den Arm und gebe ihr ein gutes Körpergefühl -> sie speichert das "gut gemacht" dann nicht über den Verstand, dafür aber im emotionalen Gedächtnis ab. So nach dem Motto: "Wenn ich mein Glas selbst wegräume, habe ich danach ein gutes Gefühl, weil Mama mich umarmt."
Jetzt "merkt" sie sich zwar alles, was "gut" ist, aber alles was sie nicht soll (vor einigen Monaten hat sie z.B. ein kindergesichertes Feuerzeug vom Schrank geholt und ein nettes Feuerchen im Papierkorb entzündet), merkt sie sich nicht, weil sie die Logik im "nein" nicht findet.
Und da wird's schwierig für mich. Ich kann ihr z.B. auch nicht über den Verstand beibringen, nicht über die Strasse zu rennen (von daher kann ich sie auch nie von der Hand lassen).
Das "Nein, Du darfst nicht über die Strasse rennen" würde nur dann im emotionalen Gedächtnis bleiben, würde sie von einem Auto angefahren - krass ausgedrückt - aber nicht über die Logik "es ist gefährlich über die Strasse zu rennen".
Ooops, ich hoffe, ich habe jetzt nicht zu wirr geschrieben...???