Hallo,
gestern habe ich durch Zufall dieses Forum gefunden, und auch schon Dampf abgelassen
.
Im Prinzip finde ich dieses Forum aber gut.
Heute möchte ich mich jedoch vorstellen und auch etwas von mir zeigen. Ihr dürft mir auch gerne Fragen stellen, wenn ihr möchtet.
Denn an mir könnt ihr sehen, was so aus einem behinderten Kind geworden ist...dessen Eltern keine Unterstützung bekamen, und die ihm wenig Unterstützung geben konnten.
ich bin Mizzi, schon im Renten-Alter, aber auch von Geburt an behindert. Mir fehlt der linke Unterarm, und es war nicht Contergan, sondern Dysmelie, denn ich bin noch Ende der 40er geboren, da gabs das noch nicht.
Es gab auch damals noch gar keinen Ultraschall, aber ich bin sicher, meine Mutter hätte mich auch dann nicht abgetrieben, wenn meine Behinderung vor meiner Geburt erkennbar gewesen wäre. Das bin ich wirklich ganz sicher, das ist für mich existenziell, und dafür bin ich ihr wirklich dankbar.
Wirklich akzeptieren konnte sie meine Behinderung allerdings nie, vor allem nicht anderen gegenüber, was sie sich selbst aber nie eingestanden, und mir gegenüber auch nie zugegeben hat. Damit will ich aber nicht sagen, dass sie mich gar nicht geliebt hat. Sie hat mich schon auf ihre Weise geliebt, vor allem als Kleinkind, später war meine Beziehung zu ihr durch ihre Angst, sich vor anderen zu "blamieren", sehr getrübt. Ich habe ihre negative Einstellung Behinderten gegenüber aber dennoch bemerkt: "Geistige Behinderung" war für sie "ganz furchtbar" ich habe sie später öfter gefragt, was sie eigentlich gemacht hätte, wenn sie ein "geistig behindertes" Kind bekommen hätte, worauf sie mir nie eine Antwort geben konnte. Sie versuchte dann immer auszuweichen. Ich merkte ihre Behindertenfeindlichkeit auch, wenn sie ganz locker und unbefangen erzählte, dass sie als junge Frau auf einem Betriebsausflug zur Belustigung der anderen das Hinken eines ihrer Vorgesetzten nachgemacht hätte, der ihr das aber angeblich nicht übel genommen hätte (was blieb ihm anderes übrig). Und als sie stolz erzählte, dass sie einen Nachbarn mit roten Haaren, über den sie sich geärgert und mit dem sie sich gestritten hatte "du roter Spitzbub" genannt hatte. Glaubt nicht, liebe Eltern, dass einem behinderten Kind sowas nicht auffallen würde. Ein Kind merkt IMMER, wie seine Eltern zu ihm stehen, und wenn sie noch so sehr versuchen, das zu verheimlichen.
Im Haushalt durfte ich nicht mithelfen, auch nicht beim Kochen, ihre Hausarbeit hat sie lieber selber gemacht, "weils schneller geht", aber das galt auch für meine ältere Schwester, die nicht behindert war.
Ich musste als Ausgleich für meine Behinderung unbedingt gut sein in der Schule, damit ich es später einmal gut hätte, alles andere war für meine Mutter nebensächlich. Dass ich schon von klein auf außergewöhnlich gut zeichnen konnte, gefiel ihr zwar und erfüllte sie auch mit Stolz, aber Schulleistungen waren ihrer Ansicht nach viel wichtiger. Meine Grundschullehrerin hat das genutzt, um mich in die Klasse zu integrieren, und es hat auch ein bisschen geholfen, viele Kinder kamen zu mir um sich etwas malen zu lassen. Wirklich gut integriert war ich aber trotzdem nicht.
Meine beste Freundin war Rosi, ein um ein Jahr jüngeres Nachbarmädchen, von dem ich mich wirklich angenommen fühlte, und mit der ich bis heute Kontakt habe.
Die Schule und meine Leistung waren für meine Mutter das Hauptthema, das Allerwichtigste, ja geradezu ein Liebesbeweis. "Wenn du mich liebst, dann lernst du" hat sie oft gesagt, "wenn du schon für dich selber nicht lernst, dann tue es wenigstens für mich."
Das war aber für mich eine große Bürde und eher ein Grund, NICHT zu lernen, denn ich wollte von IHR bedingungslos geliebt werden, und mein zunächst noch unbewusster, aber mir zunehmend bewusster werdender Groll gegen sie wuchs, obwohl ich eigentlich selbst gut in der Schule sein wollte. Sie verglich mich ständig mit anderen: "Schau die Evi an (ein Nachbarmädchen und eine Freundin von mir), die lernt!". In meiner Pubertät wurde denn auch - wie zu erwarten - die Schule "zum Kampfplatz" mit meiner Mutter. Sie überwachte ständig meine Hausaufgaben, und hielt mir Moralpredigten, kritisierte Fehler, schrie mich an, dass ich doch lernen müsse, dass ich es so und nicht so machen müsse, was nicht nur nicht half, sondern eher mein Selbstbewusstsein noch weiter untergrub. Ein Intelligenztest hatte aber gezeigt, dass ich "sehr intelligent" sei. Ich ging aufs Gymnasium und schaffte es mit Mühe, Druck und Nachhilfe in die Unterprima, aber dann nicht mehr weiter. Die mittlere Reife hatte ich aber, und mein Vater meldete mich auf der Handelsschule an. Als ich dort anfing, ergab es sich, dass meine Mutter gerade für einige Monate meine ältere Schwester besuchte, die im Ausland verheiratet war. Das war gut so, denn sie konnte mir nun nicht mehr mit ihrem demotivierenden Ansporn in den Ohren liegen, und nun fing die Schule an, mir richtig Spaß zu machen. Ich hatte eine tolle Klassenlehrerin, lernte mit 5 Fingern sehr flott Maschienenschreiben und kam nicht nur super durch die Prüfung, sondern wurde sogar die Drittbeste der ganzen Klasse und erhielt im Zeugnis ein "Lob".
Ich versuchte während meiner Schulzeit immer, meine fehlende Hand zu verbergen und trug zu diesem Zweck immer lose umgehängte Jacken.
Meine Mutter verstand auch nie, warum ich ihr nichts von der Schule erzählte, auch keine zwischenmenschlichen Schwierigkeiten mit Klassenkameraden, oder so. Sie sah das als Vertrauensverlust an, und das war es auch. Ich wusste, sie wäre im Zweifelsfall eher auf der Seite der Klassenkameraden, mit denen ich Probleme hatte, gewesen, weil sie es noch weniger als ich selbst aushielt, wenn ich von anderen abgelehnt wurde. Dass sie es nicht aushielt - das wurde mir später klar -das hing mit ihrer eigenen Jugend zusammen - sie konnte nichts dafür. Ihre Reaktion hätte ich aber einfach unerträglich gefunden. Und deshalb sagte ich nichts zu ihr. Auch zu meinem Vater nicht. Ich sprach zu niemandem über meine Probleme. Aber ich hatte immerhin eine gute Freundin in einer Klasse, der ich zwar auch nichts von meinen "Behinderten-Problemen" erzählte, die sie aber ahnte. Und ich hatte "Johnny Winter" ein Rock-Star, der ein Albino ist, und den ich allein schon deshalb bewunderte, weil er "trotzdem" auf der Bühne auftrat. Aber das war eine entfernte Liebe, die sich nie beweisen musste.
Ich muss noch etwas zu meinem Vater sagen, denn wenn man das so liest, könnte man meinen, meine Mutter wäre alleinerziehend gewesen. War sie nicht, meine Eltern waren verheiratet, aber die Kinder waren "ihre Sache", wie früher üblich, da hatte sie die Hosen an, und er mischte sich nicht ein. Insgesamt hatte ich aber ein positiveres Verhältnis zu ihm, als zu meiner Mutter, obwohl sein Verhältnis zu meiner Behinderung auch nicht ganz unproblematisch gewesen zu sein scheint, aber doch irgendwie weniger kompliziert. Vielleicht auch deshalb, weil er sowieso nie über seine Gefühle gesprochen hat. Er hatte auch keine so hochgeschraubten Erwartungen an mich.
Er wollte mich aber im Gegensatz zu meiner Mutter beim Spazierengehen als Kleinkind immer nur an der "gesunden" Hand anfassen, wodurch ich aber dann keine Möglichkeit hatte, mit der Hand irgend etwas anderes zu tun, und sei es auch nur, mich zu kratzen. Ich weiß, dass sich meine Mutter oft von ihm mit ihren Problemen alleingelassen fühlte. Sicher zu Recht. Aber irgendwie nahm ich ihm das alles nicht übel, und ich weiß bis heute nicht genau, warum. Vielleicht weil er nicht soviel eigene Ängste auf mich übertragen hat. Warum fiel es mir nur so schwer, gerade meiner Mutter ihre Fehler, die sie ja nur gemacht hat, weil sie selbst so unsicher und verloren war, und weil sie so sensibel war - wovon ich ja andererseits auch profitiert habe - zu verzeihen-?
Noch war ich aber nicht selbständig, ich wollte weg von zuhause, hatte aber große Angst, mich zu bewerben. Ich will es kurz machen - solange meine Mutter mitmischte, ging es mit der Berufsausbildung schief. Erst als sie von mir abließ, fand ich einen einfachen und schlecht bezahlten Job als Telefonistin, für den eigentlich auch ein Volkschulausbildung genügt hätte, zog von zuhause aus in ein möbliertes Zimmer, fand später dann einen anderen besser bezahlten Job als Telefonistin, beschäftigte mich viel mit Psychologie, besuchte entsprechende Volkshochschulkurse, wollte später mein Abitur nachmachen um Psychoanalytikerin zu werden, sparte von meinem nicht gerade üppigen Einkommen jeden Pfennig, um mir später eine Lehranalyse leisten zu können (bedenkt, dass das alles in den 60er,70er, und später in den 80er-Jahren war). Weil ich nicht kürzen will, muss ich erst einmal hier aufhören, der Text ist sonst zu lang.
gestern habe ich durch Zufall dieses Forum gefunden, und auch schon Dampf abgelassen
.Im Prinzip finde ich dieses Forum aber gut.
Heute möchte ich mich jedoch vorstellen und auch etwas von mir zeigen. Ihr dürft mir auch gerne Fragen stellen, wenn ihr möchtet.
Denn an mir könnt ihr sehen, was so aus einem behinderten Kind geworden ist...dessen Eltern keine Unterstützung bekamen, und die ihm wenig Unterstützung geben konnten.
ich bin Mizzi, schon im Renten-Alter, aber auch von Geburt an behindert. Mir fehlt der linke Unterarm, und es war nicht Contergan, sondern Dysmelie, denn ich bin noch Ende der 40er geboren, da gabs das noch nicht.
Es gab auch damals noch gar keinen Ultraschall, aber ich bin sicher, meine Mutter hätte mich auch dann nicht abgetrieben, wenn meine Behinderung vor meiner Geburt erkennbar gewesen wäre. Das bin ich wirklich ganz sicher, das ist für mich existenziell, und dafür bin ich ihr wirklich dankbar.
Wirklich akzeptieren konnte sie meine Behinderung allerdings nie, vor allem nicht anderen gegenüber, was sie sich selbst aber nie eingestanden, und mir gegenüber auch nie zugegeben hat. Damit will ich aber nicht sagen, dass sie mich gar nicht geliebt hat. Sie hat mich schon auf ihre Weise geliebt, vor allem als Kleinkind, später war meine Beziehung zu ihr durch ihre Angst, sich vor anderen zu "blamieren", sehr getrübt. Ich habe ihre negative Einstellung Behinderten gegenüber aber dennoch bemerkt: "Geistige Behinderung" war für sie "ganz furchtbar" ich habe sie später öfter gefragt, was sie eigentlich gemacht hätte, wenn sie ein "geistig behindertes" Kind bekommen hätte, worauf sie mir nie eine Antwort geben konnte. Sie versuchte dann immer auszuweichen. Ich merkte ihre Behindertenfeindlichkeit auch, wenn sie ganz locker und unbefangen erzählte, dass sie als junge Frau auf einem Betriebsausflug zur Belustigung der anderen das Hinken eines ihrer Vorgesetzten nachgemacht hätte, der ihr das aber angeblich nicht übel genommen hätte (was blieb ihm anderes übrig). Und als sie stolz erzählte, dass sie einen Nachbarn mit roten Haaren, über den sie sich geärgert und mit dem sie sich gestritten hatte "du roter Spitzbub" genannt hatte. Glaubt nicht, liebe Eltern, dass einem behinderten Kind sowas nicht auffallen würde. Ein Kind merkt IMMER, wie seine Eltern zu ihm stehen, und wenn sie noch so sehr versuchen, das zu verheimlichen.
Im Haushalt durfte ich nicht mithelfen, auch nicht beim Kochen, ihre Hausarbeit hat sie lieber selber gemacht, "weils schneller geht", aber das galt auch für meine ältere Schwester, die nicht behindert war.
Ich musste als Ausgleich für meine Behinderung unbedingt gut sein in der Schule, damit ich es später einmal gut hätte, alles andere war für meine Mutter nebensächlich. Dass ich schon von klein auf außergewöhnlich gut zeichnen konnte, gefiel ihr zwar und erfüllte sie auch mit Stolz, aber Schulleistungen waren ihrer Ansicht nach viel wichtiger. Meine Grundschullehrerin hat das genutzt, um mich in die Klasse zu integrieren, und es hat auch ein bisschen geholfen, viele Kinder kamen zu mir um sich etwas malen zu lassen. Wirklich gut integriert war ich aber trotzdem nicht.
Meine beste Freundin war Rosi, ein um ein Jahr jüngeres Nachbarmädchen, von dem ich mich wirklich angenommen fühlte, und mit der ich bis heute Kontakt habe.
Die Schule und meine Leistung waren für meine Mutter das Hauptthema, das Allerwichtigste, ja geradezu ein Liebesbeweis. "Wenn du mich liebst, dann lernst du" hat sie oft gesagt, "wenn du schon für dich selber nicht lernst, dann tue es wenigstens für mich."
Das war aber für mich eine große Bürde und eher ein Grund, NICHT zu lernen, denn ich wollte von IHR bedingungslos geliebt werden, und mein zunächst noch unbewusster, aber mir zunehmend bewusster werdender Groll gegen sie wuchs, obwohl ich eigentlich selbst gut in der Schule sein wollte. Sie verglich mich ständig mit anderen: "Schau die Evi an (ein Nachbarmädchen und eine Freundin von mir), die lernt!". In meiner Pubertät wurde denn auch - wie zu erwarten - die Schule "zum Kampfplatz" mit meiner Mutter. Sie überwachte ständig meine Hausaufgaben, und hielt mir Moralpredigten, kritisierte Fehler, schrie mich an, dass ich doch lernen müsse, dass ich es so und nicht so machen müsse, was nicht nur nicht half, sondern eher mein Selbstbewusstsein noch weiter untergrub. Ein Intelligenztest hatte aber gezeigt, dass ich "sehr intelligent" sei. Ich ging aufs Gymnasium und schaffte es mit Mühe, Druck und Nachhilfe in die Unterprima, aber dann nicht mehr weiter. Die mittlere Reife hatte ich aber, und mein Vater meldete mich auf der Handelsschule an. Als ich dort anfing, ergab es sich, dass meine Mutter gerade für einige Monate meine ältere Schwester besuchte, die im Ausland verheiratet war. Das war gut so, denn sie konnte mir nun nicht mehr mit ihrem demotivierenden Ansporn in den Ohren liegen, und nun fing die Schule an, mir richtig Spaß zu machen. Ich hatte eine tolle Klassenlehrerin, lernte mit 5 Fingern sehr flott Maschienenschreiben und kam nicht nur super durch die Prüfung, sondern wurde sogar die Drittbeste der ganzen Klasse und erhielt im Zeugnis ein "Lob".
Ich versuchte während meiner Schulzeit immer, meine fehlende Hand zu verbergen und trug zu diesem Zweck immer lose umgehängte Jacken.
Meine Mutter verstand auch nie, warum ich ihr nichts von der Schule erzählte, auch keine zwischenmenschlichen Schwierigkeiten mit Klassenkameraden, oder so. Sie sah das als Vertrauensverlust an, und das war es auch. Ich wusste, sie wäre im Zweifelsfall eher auf der Seite der Klassenkameraden, mit denen ich Probleme hatte, gewesen, weil sie es noch weniger als ich selbst aushielt, wenn ich von anderen abgelehnt wurde. Dass sie es nicht aushielt - das wurde mir später klar -das hing mit ihrer eigenen Jugend zusammen - sie konnte nichts dafür. Ihre Reaktion hätte ich aber einfach unerträglich gefunden. Und deshalb sagte ich nichts zu ihr. Auch zu meinem Vater nicht. Ich sprach zu niemandem über meine Probleme. Aber ich hatte immerhin eine gute Freundin in einer Klasse, der ich zwar auch nichts von meinen "Behinderten-Problemen" erzählte, die sie aber ahnte. Und ich hatte "Johnny Winter" ein Rock-Star, der ein Albino ist, und den ich allein schon deshalb bewunderte, weil er "trotzdem" auf der Bühne auftrat. Aber das war eine entfernte Liebe, die sich nie beweisen musste.
Ich muss noch etwas zu meinem Vater sagen, denn wenn man das so liest, könnte man meinen, meine Mutter wäre alleinerziehend gewesen. War sie nicht, meine Eltern waren verheiratet, aber die Kinder waren "ihre Sache", wie früher üblich, da hatte sie die Hosen an, und er mischte sich nicht ein. Insgesamt hatte ich aber ein positiveres Verhältnis zu ihm, als zu meiner Mutter, obwohl sein Verhältnis zu meiner Behinderung auch nicht ganz unproblematisch gewesen zu sein scheint, aber doch irgendwie weniger kompliziert. Vielleicht auch deshalb, weil er sowieso nie über seine Gefühle gesprochen hat. Er hatte auch keine so hochgeschraubten Erwartungen an mich.
Er wollte mich aber im Gegensatz zu meiner Mutter beim Spazierengehen als Kleinkind immer nur an der "gesunden" Hand anfassen, wodurch ich aber dann keine Möglichkeit hatte, mit der Hand irgend etwas anderes zu tun, und sei es auch nur, mich zu kratzen. Ich weiß, dass sich meine Mutter oft von ihm mit ihren Problemen alleingelassen fühlte. Sicher zu Recht. Aber irgendwie nahm ich ihm das alles nicht übel, und ich weiß bis heute nicht genau, warum. Vielleicht weil er nicht soviel eigene Ängste auf mich übertragen hat. Warum fiel es mir nur so schwer, gerade meiner Mutter ihre Fehler, die sie ja nur gemacht hat, weil sie selbst so unsicher und verloren war, und weil sie so sensibel war - wovon ich ja andererseits auch profitiert habe - zu verzeihen-?
Noch war ich aber nicht selbständig, ich wollte weg von zuhause, hatte aber große Angst, mich zu bewerben. Ich will es kurz machen - solange meine Mutter mitmischte, ging es mit der Berufsausbildung schief. Erst als sie von mir abließ, fand ich einen einfachen und schlecht bezahlten Job als Telefonistin, für den eigentlich auch ein Volkschulausbildung genügt hätte, zog von zuhause aus in ein möbliertes Zimmer, fand später dann einen anderen besser bezahlten Job als Telefonistin, beschäftigte mich viel mit Psychologie, besuchte entsprechende Volkshochschulkurse, wollte später mein Abitur nachmachen um Psychoanalytikerin zu werden, sparte von meinem nicht gerade üppigen Einkommen jeden Pfennig, um mir später eine Lehranalyse leisten zu können (bedenkt, dass das alles in den 60er,70er, und später in den 80er-Jahren war). Weil ich nicht kürzen will, muss ich erst einmal hier aufhören, der Text ist sonst zu lang.

Muss einfach sein