Archiv des früheren intakt-Forums (schreibgeschützt, Beiträge bis 2020) · Zum aktuellen Forum: community.intakt.info · www.intakt.info

Samantha sagt "Hallo"!

Samantha 28.04.2013, 11:07#1
Bin Anfang 50 und habe eine 15jährige Tochter mit Autismus und Hörproblemen. Ich bin Hausfrau und vor kurzem umgezogen. Durch mehrere Umzüge habe ich schon einige Schulen kennen gelernt und festgestellt, dass sich viele mit Autismus eher wenig auskennen und sich teilweise auch falsch verhalten. Man pocht da eher auf die Schulpflicht und zieht die Kinder mit. Von meinem Kind erwartet man meist, dass es sich anpasst und dass ich dies unterstütze.

Da meine Tochter auch ganztägig in therapeutischen Einrichtungen war, weiß ich, dass man mit Druck nicht viel erreicht. Sie war früher aufgeweckter und mehr zur Selbständigkeit heranzuführen als es jetzt ist. Verweigerung und Abwehr ist die Folge auf Überforderung. Da sie seit einigen Monaten keine Schule besuchen konnte, teilweise durch den Umzug bedingt, wird es Zeit, eine Regelung zu finden. Momentan hapert es an der Einzelbeförderung, und ob eine Schulbegleitung erforderlich sein wird, ist noch unklar.

Ich fühle mich mit dieser Situation nicht überfordert, mich nervt nur, dass alles so lange dauert und dadurch viel Zeit verloren geht. Anfangs habe ich versucht, sie in eine Regelschule zu geben, was aber angeblich nicht möglich ist. Entweder seien die Klassen zu groß oder man dürfe nicht Kinder aufnehmen, die schon mal in einer Förderschule waren. Also frage ich mich, was man dann unter Inklusion versteht.

Jetzt will man mein Kind nicht direkt von zuhause abholen, was vor aber kein Problem war (anderes Bundesland). Jetzt will man mich sogar zwingen, mein Kind täglich zum Bus zu bringen und abzuholen. In ein paar Tagen soll die Schule losgehen und ich habe noch keine Lösung.

LG
Samantha
Myriam 28.04.2013, 14:21#2
AW: Samantha sagt "Hallo"!

Hallo Samantha!

Herzlich willkommen im Forum. Das Thema "Autismus" ist hier gut vertreten. Sicher wirst du aber auch so viele Infos bekommen. Was mich beim lesen deiner Zeilen beschäftigt ist, wie verkraftet denn deine Tochter als Autistin die vielen Umzüge? Sicher ist das nicht so einfach, weil doch gerade der geregelte Ablauf wichtig sein soll? Kommt sie damit gut zurecht, oder könnten diese regelmäßig neuen Anforderungen auch mit ihren Problemen zu tun haben?
Was die Schulpflicht betrifft bin ich froh, dass Eltern vor uns diese überhaupt für unsere Kinder erkämpft haben. Sollten bestimmte zum Teil medizinische Gründe vorliegen, kann man auf Schulbefreiung pochen und vorzeitig eine Tagesförderstätte (Bayern)vorziehen. Aber ich denke, dass das bei euch sicher nicht in Frage kommt.
Samantha 28.04.2013, 15:20#3
AW: Samantha sagt "Hallo"!
Zitat von Myriam
Was mich beim lesen deiner Zeilen beschäftigt ist, wie verkraftet denn deine Tochter als Autistin die vielen Umzüge? Sicher ist das nicht so einfach, weil doch gerade der geregelte Ablauf wichtig sein soll? Kommt sie damit gut zurecht, oder könnten diese regelmäßig neuen Anforderungen auch mit ihren Problemen zu tun haben?
Nein, die Umzüge haben sie nicht besonders belastet, stressig war nur der Umzugstag. Sie ist immer sehr neugierig in die neue Schule gegangen und wurde jedesmal enttäuscht. Sie hasst es, in eine Förderschule gehen zu müssen, auch weil dort recht viele schwierige Kinder sind und sie oft von Jungen geärgert wird, die wohl oft überwiegen in solchen Schulen. Sie mag nicht mit aggressiven Kindern konfrontiert werden, sie machen ihr Angst.

Da ihre Aufmerksamkeit etwas reduziert ist, lernt sie in der Schule nicht gut. Ihr macht der häufige Stundenwechsel Probleme, und sie kann nicht lange zuhören oder verstehen. Der 6-Stunden-"Tag" überfordert sie und führt irgendwann zur Verweigerung. Die Schulen sind aber nicht besonders kompromissbereit.