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Ich brauche einen Rat

angy 04.05.2012, 14:55#1
Unsere Kinder sind Frühgeborene Zwillinge. 30 igste Woche. Mädchen und Junge.
Der Junge ist Tod zur Welt gekommen und wurde Reanimiert. Er bekam nach dem dritten Tag Multiorganausfall.
Das alles ist nun 11 Jahre her. Es hiess damals er würde niemal laufen können, sprechen, essen Toilette und so weiter.
Daran habe ich nie geglaubt und wir taten alles was es gab um ihm zu helfen. Allerdings ohne Hilfe von Ämtern. Mit drei Jahren haben wir denn doch den SB-Ausweis beantragt, da wir einen zweiten Wagen brauchten um ihn zu all den Therapien zu fahren. Der wiederum fast 2 Jahre gedauert, bevor wir ihn bekamen. Dann aber mit Entschuldiungsschreiben fürs lange warten. Auf Grund der Sachlage bekam unser Sohn 60 %(H).
Er kam in den Regelkindergarten mit Integrationshilfe.
Dort machte er gute Fortschritte. Zu Schulbeginn kam er noch ein Jahr in den Schulkindergarten. Danach als I-Kind in die Regelschule. Doch nach einem Jahr stellte sich herraus das er diese Schule niemals schaffen würde. Er kam in eine L-Schule. Diese ist 25 KM entfernt und ich muss ihn selbst hin und zurück holen. Das heisst, ich fahre zur Zeit am Tag 100 km nur für ihn zur Schule.
Nun haben wir die traurige Nachricht erhalten, das er es definitif nicht schaffen wird lesen oder rechnen zu lernen. Er ist inzwischen dort in der 4. Klasse und wir hatten alle die Hoffnung das er irgendwie die Kurve noch kriegen könnte. Aber mit den letzten Untersuchungen ist auch der letzte Hoffnugsschimmer geplatzt. Er kann ein bisschen die Buchstaben, aber kann sie nicht zusammen setzen. Geschweige davon, verstehen was dort steht.
Die Ärzte haben uns nun mitgeteilt, das er zur Behinderten Schule muss und nicht in dieser Schule bleiben darf. Also, um zu erklären was nun mit uns als Eltern passiert:
Wir haben ein Kind das Kerngesund ist , aber niemals lesen , schreiben oder rechnen kann.
Er ist fleissig, lieb, höflich, ein Sportass, Fussballer BMX fahrer, inliner fahrer, koch, Putzteufel, Tierversorger und kann super schön sprechen. (Besser als seine Schwester und die ist auf dem Gymnasium).
Ich als Mama habe 11 Jahre allles gegeben. Nun bin ich kaputt und habe keine Kraft mehr.
Wir haben Finanziell nicht viele Möglichkeiten. Ich gehe in der Nacht arbeiten um am morgen für die Kinder da sein zu können. Darurch, das ich unseren Sohn immer fahren muss bin ich morgens Zeitlich nicht in der Lage eine halbe Stelle anzunehmen.
Ist ja auch egal jetzt.
Ich brauche aber die Hilfe von Familien die so etwas ähnliches erleben oder erlebt haben.
Gibt es Finanzielle Hilfen für uns oder für unseren Sohn.
Pflegegeld haben wir 2 Jahre bekommen und dann war er für den MDK zu gesund. Wie sieht es nun aus. Er kann kein Brot kaufen gehen und kann auch nicht Bus fahren, weil er einfach nicht wüsste, in welchen er einsteigen müsste. Oder wieviel Geld er wieder zurück bekommen müsste.
Sein ganzes Leben ist mit dieser Diagnose hin. Und das bei einem ganz normalen Kind.
Man kann sich garnicht vorstellen was in seinem Kopf gerade passiert. Er hat ein Traumauto und wollte soviel arbeiten bis er sich diesen Wagen kaufen kann, hat er gesagt. Und nun darf er noch nicht einmal den Füherschein machen. Baggerfahren wollte er. Wird er nie können ohne Schein.
Koch fände er auch ganz toll, kann aber nicht wiegen oder einkaufen.
Kann sich einer vorstellen was das für ein Leben ist.
Wir wurden nun darauf hingewiesen , das es ja Einrichtungen für solche Kinder gibt.
Er würde dort zu Grunde gehen. Er ist kerngesund. Er kann Texte auswendig lernen. Er erkennt Leute nache ein paar Jahren wieder die er nur 1 X gesehen hat. U.s.w.
Ich weiss. Einige Eltern denken jetzt, was will die denn, soll doch froh sein das es so ist.
Ja, bin ich auch. Aber wir hängen mit dieser Situation so schrecklich in der Luft.
Sehr schwer kranke Kinder haben aber einen Weg. Wir bekommen überall gesagt, der hat doch nichts. Das stimmt. Er kann nur nicht lesen und schreiben und rechnen.
Wer kann uns Tipps geben.
Oder Links nennen wo wir uns schlau machen können, ob wir irgendwelche Unterstützung bekommen können.

Würde mich sehr freuen
von euch zu hören.
LG:unsicher:
mamavon3f 05.05.2012, 12:50#2
AW: Ich brauche einen Rat

zuerst einmal: Gib nicht auf!
Wo wohnt ihr überhaupt und wer hat warum welche Diagnose gestellt???
Man kann sich immer eine zweite Meinung einholen. Mein Sohn sollte mit 5 auch in die Lebenshilfe, als "hochgradig lernbehindert, fast schon geistig behindert".
Die Uniklinik fand herraus, dass er Asperger autist ist und in Teilen überdurchschnittlich intelligent. Heute ist er auf einer SChule, die als zweiten Förderschwehrpunkt Autismus hat und kommt dort gut zurrecht.
Du solltest versuchen, weitere Fachkräfte hinzuzuziehen. Habt ihr nach Pflegestufe 0?
Dann kannst du dir über den FED Studentinnen holen, die mit ihm üben.
Schreib mir gerne auch eine PN
Liebe Grüße
Ilona
angy 05.05.2012, 16:38#3
AW: Ich brauche einen Rat

Nun ja, wir wohnen im tiefsten Westerwald.
Joshua, unser Sohn ,ist noch nie ohne Ärtzliche Aufsicht gewesen.
Das heisst , er hat soviele Tests und Untersuchungen hinter sich.
Er war immer zu gesund um krank zu sein. Jeder hat immer nur gesagt, wir versuchen es mal hiermit oder dann damit. Wir haben nichts ausgelassen an Therapien.
Was unsere Krankenkasse schon alles geleistet hat, können wir garnicht mehr
wieder gut machen. Eine zweite Meinung einholen. Ja, würde ich machen. Aber ich weiss ehrlich gesagt garnicht, wie ich an die richtigen Ärzte dafür komme. Das HTZ in Neuwied hat sich mit 6 Jahren verabschiedet und alles auf den Kinderarzt abgeladen. Der wiederrum hat mir immer alles fleissig verschrieben wo ich drauf bestanden habe. Ergo viele Jahre, Logo viele Jahre, Heilpädagogik. Kuren und Haushaltshilfen als ich im Krankenhaus lag und in die Reha kam. Eine Integrationhilfe für den Kindergarten haben wir durch bekommen , obwohl es auch einen Kindergarten gab, wo er hätte hin gekonnt. Natürlich liegt vieles auch an mir, weil ich es einfach nit wahr haben wollte, das mehr mit ihm ist. Er sollte niemals laufen können. Er hat es erst mit fast 3 Jahren geschafft, aber dann mit Pauken und Trompeten.
Er kann alles, Eislaufen und und und.
Das mit der Studentin wusste ich noch nicht. Da werde ich erst einmal ansetzen. Pflegestufe haben wir keine. Der letzte Antrag wurde vor drei Jahren gestellt und sehr sehr sehr hart ausgebremst. Auch nach einem Widerspruch bekamen wir dann sehr unschöne Gründe genannt. Letzt endlich ist er einfach zu gesund.
Mein Problem ist aber auch das ich selbst nicht mehr der Gesündeste bin und mir für vieles einfach nur noch die Kraft fehlt.
Ich werde jetzt erst einmal das mit der Lernhilfe versuchen. Er kann ja die Buchstaben, aber er kann keine Wörter lesen er kann auch den Sinn von den Sätzen nicht verstehen.
Ach, das ist alles so verwirrend. Ich selbst habe die Nachricht erst vor dfrei Tagen bekommen und bin zur Zeit einfach auch mit all dem überfordert. Ich bin einer der immer gerne sofort eine Lösung für ein Problem hat. Aber das klappt in diesem Fall leider nicht.
LG
Inge 05.05.2012, 17:42#4
AW: Ich brauche einen Rat

Hallo Angy,

herzlich willkommen bei Intakt.
Du durchlebst gerade die erste Zeit mit dem ganzen Hin und Her und den ganzen wechselnden Gefühlen von Trauer, Angst und Wut.
Diese Zeit ist sehr schwierig und benötigt viel von Kraft. Man hat so viele Fragen und das Gefühl, dass niemand sie je beantworten kann. Aber ich weiß, dass die meisten Dinge sich mit der Zeit finden und wünsche Dir hier viele hilfreiche Informationen und einen guten Austausch!
mamavon3f 06.05.2012, 10:49#5
AW: Ich brauche einen Rat

Ich habe mal gegoogelt. Im Westerwalt gibt es mehrere Kliniken für kinder und Jugendpsychiatrie. Auch eine Tagesklinik mit angegliederter Spezialschule. Uns hat der Aufenthalt dort sehr viel gebracht. Die Leute hier in Würzburg haben endlich mal ne klare Diagnose gestellt. Jetzt haben wir auch eine klare Prognose und Therapieansätze.
Ich weiss, erst mal hat man Hemmungen: Mein Kind und Psychiatrie?!?!
Aber es geht hier nicht um die Klapse, sondern darum, herrauszufinden, was nicht stimmt und was man tun kann.
Mir ist klar, dass man immer das Gefühl hat: Nicht schon wieder ein Test!
Aber vielleicht schaut nur mal jemand von "aussen" euren vermutlich dicken Ordner an Unterlagen durch und zieht daraus neue Schlüsse.....
Bei uns hat sich der Arzt in der Klinik als erster die Zeit genommen, ab Schwangerschaft das Leben meines Sohnes anzuschauen. Alle Berichte, SChreiben und Tests hat er gelesen und dann hat er gemeint: Hat eigendlich noch nie jemand an Autismus gedacht????
Dann kam von überall her: Nee, wiso?
jeder schaut immer nur seinen Bereich an und nur in dem Moment, wo er das Kind vor sich hat.
Wie gesagt: Nicht aufgeben, auch wenn es Kraft kostet. Wir hatten 8 sehr anstrengende Jahre, die mir mein Korper gerade heimzahlt. (Ohrensausen, Rückenschmerzen, chronische Müdigkeit....) aber jetzt geht es uns gut!
Viel Erfog!
angy 06.05.2012, 19:11#6
AW: Ich brauche einen Rat

Hallo ihr lieben,
vielen Dank für eure Reaktionen.
Nun ja,ich muss jetzt mal einen Anfang finden und mal schauen wo ich
starte. Bin mir noch nicht sicher was richtig ist.
Habe vielleicht auch Angst zu hören, dass ich was falsch gemacht habe.
Ich werde morgen mal eine Kinderpsychiatrie suchen und einen Termin
machen. Es muss ja mal was gescheites hier passieren.
Vielen Dank für Eure Tipps

LG:unsicher:
Eleonore 06.05.2012, 21:34#7
AW: Ich brauche einen Rat

Hallo Angy,
lass dir Zeit und verliere nicht den Mut! Ich hatte eine extreme Frühgeburt in
der 26. Woche und habe mir so früh wie möglich die beste Frühgeburten-
Spezialistin gesucht: Frau Enders von der LMU München, Gartenhaus,
Tel. 089-5160-2881 (Entwicklungsneurologie, Lindwurmstr. 7, hat auch
Telefon-Sprechstunden)
Sie hat meinen Winzling von Anfang an nicht nur hervorragend
betreut, sondern mir selbst beigebracht, nur an mich und mein Bauch-
gefühl zu glauben. Trotz schwerer Gehirnblutung und und und... ist
meine Tochter heute 15, sitzt nur für lange Strecken im Rollstuhl und
geht - nach sechs Jahren in Behindertenheimen in Würzburg - seit
drei Jahren mit Schulbegleiterin in eine Regelschule. Sie hat schreiben
gelernt und lernt, wenn auch langsamer als die anderen, sogar
rechnen. Schreibt in Englisch Einser... In den Behindertenheimen
hieß es zuerst, meine Tochter sei bei dieser Grunddiagnose
"bildungsunfähig"!
Dein Sohn wird auch Lesen und Schreiben lernen können!
Suche Dir bitte erst einmal Hilfe und Entlastung für Dich selbst,
dann Ärzte, denen Du vertrauen kannst und die richtige
Diagnose finden und dann entsprechende Lernhilfen oder
Schulen.
Liebe Grüße von Eleonore
Löwenkind 07.05.2012, 12:33#8
AW: Ich brauche einen Rat

Liebe Angy,

Ja, so ist es und es ist nie einfach. Hier haben alle die Situation schon einmal durchlebt. Manche schon, als das Kind noch nicht geboren war, manche gleich danach und viele erst im Zuge der Entwicklung des hoffnungsvollen Nachwuchses und einige suchen heute noch nach einem warum. Die Abstufung normale Schule, L-Schule, K-Schule, G-Schule, schmerzt (auch die Eltern, deren Kinder eine G-Schule = Förderschwerpunkt geistige Entwicklung) besuchen. Wir wollen alle nur das Beste. Meistens können wir es für unsere Kinder erst erreichen, wenn wir es selbst akzeptiert haben, mit der Behinderung unseres Kindes, zu leben. Manchmal überfordern wir sie, wecken Hoffnungen, die sie gar nicht erfüllen können. Wenn wir anfangen, uns mit der Behinderung auseinanderzusetzen, durchlaufen wir eine Trauerspirale (schau mal in der Suchmaske unter Schlagwort Trauerspirale nach) das ist ein schwerer Weg, aber man kann gestärkt daraus hervor kommen und sein Leben aus einer neuen und anderen Perspektive sehen lernen. Hier im Forum findet man immer wieder tröstende Worte, hilfreiche Tipps, die einen dabei begleiten. Man sieht die Spirale nicht, aber wir sind, waren und kommen da alle irgendwie mal durch. Vielleicht macht uns das auch zu wertvollen Begleitern. Ich wüsche euch das Beste für den Lebensweg eures Kindes.
angy 11.05.2012, 11:03#9
AW: Ich brauche einen Rat

Hi Leute ,
ich habe einen absoluten Durchhänger.
Alle mit denen ich gesprochen habe, reden immer davon, das Joshua doch gesund sei
und was die Ärzte denn da sagen. Aber Fakt ist , er kann nicht lesen und nicht schreiben. Und auch nicht rechnen.
Zumindest nicht seinem alter entsprechend. Gesund ist er bestimmt nicht , aber auch nicht fit genug für die L Schule.
Die haben mir nun einen Aufschub bis Februar gewährt. So das ich Joshua nochmal ein wenig vorbereiten kann, bevor er auf die G- Schule muss.
Er weint nur noch und sagt ständig: ich bin doch nicht so.
Was soll ich mit meinem kleinen Prinzen nur machen.
Ich habe ihn doch nicht zur Welt gebracht , um ihn, wenn es schwierig wird in eine Einrichtung zu tun.
Ich will ihn zuhause haben.
Doch man hat mir gesagt, das er täglich bis 16 Uhr in der Einrichtung bleiben muss.
Er wäre täglich von 7 Uhr bis 16 Uhr 45 weg.
Seine Zwillingschwester ist auf dem Gymnasium
um kommt jeden Tag um 13 Uhr nach Hause.
Ich kann das nicht. Er ist mein ein und alles.
Die Jahre sind so schnell an uns vorbei gerauscht und nun soll ich ihn noch weniger um mich haben.
Er führt ein ganz normales Leben mit Freunden Feuerwehr und Fussball Verein.
Das werde ich ihm nicht nehmen.
Ich musste das einfach los werden.
Sorry Leute.
Durch die letzten 11 Jahre sind uns keine Freunde mehr geblieben da wir uns mehr um unsere Kinder gekümmert haben um auf Party zu gehen.
Mein Mann und ich sind in den letzte 11 Jahren noch nie alleine ausgegangen oder mal im Urlaub gewesen. Wir haben keine Oma, Opa, Tanten oder Onkel die sich je Interessiert hätten , was mit uns oder den Kindern los ist. Das macht einfach furchtbar hart nach aussen.
Viele sagen immer, Wie du das alles machst!!!
Aber wenn man anfängt zu klagen kommt sofort ein: Du machst das schon.
Ich erzähle niemanden mehr was.
Deshalb kann es passieren, das ich öfters hier mal was los lasse.
Nehmt es mir nicht überl.
GLG
angy:-(
tine86 11.05.2012, 12:08#10
AW: Ich brauche einen Rat

Hallo Angy,



ich kann Dir nur von Eleonore's Satz
Sie hat meinen Winzling von Anfang an nicht nur hervorragend
betreut, sondern mir selbst beigebracht, nur an mich und mein Bauch-
gefühl zu glauben
.

ans Herz legen.

Eltern wissen meist, was ihr Kind braucht und Du hast in Deinem Eintrag bereits geschrieben, was Du für Dein Kind nicht willst.

Wäre die angedachte Förderschule G eine Ganztagsschule oder würde er nachmittags in einer Tagesstätte verbringen? Die Schule müsste er dann besuchen, bei der Tagesstätte ist das meines Wissens nicht so.



Wieso kann denn Dein Sohn nicht in der Regelschule inklusiv beschult werden?
Das wäre doch eine gute Möglichkeit und wie Du Joshua beschreibst, ist er körperlich fit und würde auch in einer Schule, die nicht barrierefrei gebaut ist, zurechtkommen.

Es ist schade, dass ihr so wenig Rückhalt bei Familie und Freunden findet. Könntet Ihr nicht versuchen, einen neuen Freundeskreis aufzubauen? Gute Freunde helfen über manche schwere Zeit hinweg.

Sei ganz herzlich umarmt :knuddel:
angy 11.05.2012, 14:04#11
AW: Ich brauche einen Rat

Er war mal als I Kind in der Regelschule. Nachdem nach einem halben Schuljahr noch kein Lehrplan für ihn vorhanden war, und wir uns darüber beklagt haben , wurde uns der Weg in eine L- Schule vorgeschlagen. Die L-Schule in die er eigentlich sollte, war aber eie E und L Schule. Und dazu kann ich nur sagen. Ich habe einen Engel als Sohn. den wollte ich mir dort nicht kaputt machen lassen. Er ist ein Kind der alles von grossen Kindern abschaut. Das sagt alles. Dann haben wir uns nach einer anderen L-Schule umgeschaut und egal wo wir ihn hingetan hätten, wir mussten ihn selst hin bringen und abholen. Nun leben wir mitten im Westerwald. Das bedeudet. In alle Richtungen fahren wir mind. 45 min bis wir in einer etwas größeren Stadt sind.
Also arbeiteten wir uns von Ort zu Ort um etwas zu finden. Die nächste L-Schule war denn 25 km entfernt in Bad Marienberg.
Nun fahre ich seit 3 Jahren ca. 100 km am Tag nur um unseren Sohn dorthin zu bringen und wieder abzuholen. Er hat zwar eine Beförderungsbefreiung für öffentliche Verkehrsmittel, aber um diese Zeit und zu diesem Ort fährt kein Bus für ihn.
Und nun ist das auch die gleiche Situation mit der anderen Schule. Die eine ist für uns zuständig. Die bietet nur ganztags an. Wenn ich was anderes will, muss ich unter Umständen bis zu 40 km in kauf nehmen, die dann für eine Strecke anfallen. Also 160 km am Tag.
Ich muss mich nun mal erkundigen , ob es nicht die Möglichkeit gibt, das ich Joshua dort Mittags abholen darf. Es bedarf da einer Ausnahme erlaubniss, die ich bei der ADD beantragen muss, aber die ist auch nicht fest. Das heisst , er wird nicht grundsätzlich befreit, sondern kann mit jeder Zeit Rückgängig gemacht werden vom Amt.
Na ja.
Was hat ein Arzt aus der Kinderklinik in Datteln mal zu uns gesagt

Da sind doch alles nur Landeier am Werk.

Ich habe es damals nicht glauben können, denn auch hier gibt es nun mal kranke Kinder, aber , doch er hatte recht. Die wenigsten kennen sich hier aus und der einfachste Weg für die hier ist , das Problem bei Seite zu schaffen. Irgendwo Ganzheitlich zu versorgen , dann haben alle anderen nichts mehr damit zu tun.
So hat man hier wirklich den Eindruck.
LG
angy
Marie-Luise 12.05.2012, 23:14#12
AW: Ich brauche einen Rat

Hallo Angy,

deine Sorgen und Wünsche kann ich verstehen. Sicher möchte jeder für sein Kind nur das Beste. Wenn ihr so weit von größeren Städten entfernt wohnt, mag es auch nicht gerade einfach sein, Wünsche und Träume so einfach in Erfüllung gehen zu lassen. Mit deinen Abkürzungen komme ich nicht so ganz zurecht. G, E, L - Schulen kann ich mir noch teilweise erklären, aber ADD sagt mir jetzt nichts.
Was stört dich denn eigentlich an den Schülern auf der L und E (?) Schule, im Gegensatz zu der reinen L - Schule?