AW: Vorstellung
Hallo Anis,
erst mal willkommen hier bei "Intakt".
Auch wenn die Diagnose für Dich/Euch erst mal ein Schock ist, kann ich Dir sagen, dass man als Familie mit einem behinderten Kind glücklich sein kann.
Unsere "Kleine" (9 Jahre alt) ist geistig behindert, absolut nicht auf dem Stand einer 9jährigen und klar kann alles manchmal seeeeehr anstrengend sein....aber sie ist ein echter Sonnenschein.
Sie liebt ihr Leben, sie lacht, sie albert herum und wir leben fast "normal".
D.h. wir sind sehr oft unterwegs, sind in unserem sozialen Umfeld voll integriert, nehmen die Kinder (wir haben noch eine große Tochter im Teenageralter) praktisch überall hin mit (naja, unsere Grosse pubertiert fleißig vor sich hin und will nicht mehr überall mit

), wir machen gemeinsam ganz "normalen" Urlaub (sind auch nicht auf behindertengerechten Urlaub fixiert) usw.
Ich will nichts beschönigen: es gibt ganz klar auch Beeinträchtigungen, manchmal habe ich auch das Gefühl, mit der "Zunge am Boden zu hängen" und manchmal meine ich, wir sind die Chaos-Zentrale

- aber was ich sagen will:
man kann die Behinderung eines Kindes wirklich gut in das Alltags-, Freizeit und Familienleben integrieren.
Und es gibt Etliches, das uns das Leben erleichtert - was auch wirklich Vorteile bringt:
Mit dem Schwerbehindertenausweis kann ich z.B. mit unserer Kleinen kostenfrei durch fast ganz Deutschland mit der Bahn fahren,
da wir Pflegestufe bekommen und somit Anspruch auf den Familienentlastenden Dienst haben, können mein Mann und ich immer wieder mal abends "auf die Piste" gehen, weil wir dann völlig kostenlos einen Babysitter haben, der auf die Kleine aufpasst,
es gibt viele, viele wirtschaftliche Vergünstigungen usw.
Es muss noch lange nicht in einer persönlichen Katastrophe enden oder sich das Leben am Ende nur noch in einem geringen Aktionsradius abspielen.
Alles Gute für Euch --- vor Allem wünsche ich Dir viel Zuversicht. Vielleicht schaut in einem Jahr die Welt für Dich schon wieder ganz anders aus, das wünsche ich Dir auf jeden Fall!
Kopf nicht hängen lassen, Ohren steif halten, Nase in den Wind.....und einfach drauf los

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