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Hallo

mamaanne 04.11.2010, 15:01#1
Hallo :winke:
Ich bin neu hier auf der Seite und im Internet leider noch nicht sehr bewandert...Ich hoffe dass ich mich hier sobald ich mich einigermaßen zurecht gefunden habe, mit Gleichgesinnten austauschen kann...:hop:
Ich bin eine 29 jährige alleinerziehende und alleinstehende Mutter von zwei Kindern mit geistiger Behinderung. Die beiden sind gerade ganz neu in den Behindertenkindergarten (der eine Junge 2 Jahre und der andere demnächst 4 Jahre) gekommen. Über diese Thema würde ich mich gerne austauschen...:kopfkratz:
Kirsten 04.11.2010, 18:00#2
AW: Hallo

:winke:Hallo Mamaanne,

schön, dass du zu uns gefunden hast. Hier wirst du ganz schnell viele Gleichgesinnte zum Erfahrungsaustausch finden.

Du schreibst "Behindertenkindergarten" handelt es sich dabei um eine SVE (Schulvorbereitende Einrichtung) oder um eine IKT (Integrative Kindertagesstätte) ?

Viele Grüße
Kirsten:winke:
mamaanne 04.11.2010, 19:58#3
AW: Hallo

Hallo Kirsten!
Ja, das wird wohl eine SVE sein..(ich hör den Begriff zum ersten Mal). Der Kindergarten geht bis zum Alter von sechs Jahren, bis die Kleinen schulpflichtig sind. Dann würde der Kindergarten die Eltern beraten, welche Schule für die Kinder in Frage kommt. Mir wurde sogar gesagt, dass manchmal Kinder noch vor dem sechten Geburtstag doch noch in einen Sprachheil-Kindergarten oder einen normalen Kindergarten kommen können, wenn sie große Fortschritte amchen. Wie realistisch diese Vorstellung wirklich ist, weiß ich nicht. Mir kommt es sehr seltsam vor....
Was mir auch seltsam vorkommt ist, dass ich regelmäßig und das die ganze Kidnergarten zeit, laut Kindergarten die Pflicht habe, beim Kindergarten einmal pro Woche anwesend zu sein, bei den Kidnern praktisch mitzumachen ein paar STunden, dort mitzu spielen, und dann wieder zu gehen, was sich dann immer als Drama abspielt. Weil es den Kindern sehr weh tut, sich dann von mir zu trennen, mir dann deshalb auch...Anders als wenn sie einfach mit dem Behinderten bus dahin fahren, da ergibt sich kein Problem.
Den Sinn der Sache verstehe ich nicht, zumal ich auch deshalb meine Arbeit aufgeben musste, da ich flexibel für den Kindergarten zur Verfügung stehen muss.
Das gestaltet sich als sehr problematuisch für mich, da ich alleinerziehend bin und es keinen Vater gibt, oder finanzielle Unterstützung. Das Pflegegeld ist das absolute Minimum zum Überleben, und das, was den Mehrbedarf, auch wegen der (komplizierteren Ernährung)ansatzweise deckt.

Meine Kinder sind noch nicht trocken, können also schon aus diesem Grund keinen Sprachheil kindergarten besuchen. Außerdem muss wahrscheinlich ein gewisses Sprachverständnis, vielleicht sogar ein vollkommenes Sprachverständnis zumindest vorhanden sein, um in der Sprachheilschule die Sprache zu fördern, wenn die Kinder Sprachprobleme haben.

Ob das wirklich so ist, weiß ich nicht. Alles was ich schreibe, sind nur Vermutungen...

Mein Sohn hat inzwischen Pflegestufe, einen Schwerbehindertenausweis mit 80 Prozent und kann daher vieles leider nicht erlernen. Er hat kein oder selten ein sehr geringes Sprachverständnis, so dass es ihm einfach nicht gelingt, die Sprache zu erlernen.

Er ist (würde sagen) jetzt auf dem Stand wie ein zweijähriges Kind, das jedoch Probleme beim Lernen hat, zum Beispiel beim Lernen der Sprache. Also wie ein Zweijähriger, der Probleme hat. Nicht wie ein vierjähriger, der Probleme hat.
Er wird im Februar vier Jahre alt.
Er bekommt zum Beispiel extrem viel Förderung, mehr als eigentlich für ein kInd in seiner Lage gedacht ist. Der heilpädagogische Unterricht wurde extra beantragt, dass es mehr als gewöhnlich sein soll..trotzdem fällt Finn alles sehr sehr schwer.


Wie genau die geistige Behinderung der Kinder definiert ist, weiß ich auch nicht. In meiner Familie giobt es keinerlei Erfahrungen darüber, da es von seitens des VAters der beiden vererbt wurde(der Vater lebt leider seit 2008 nicht mehr, daher bin ich alleine). ABer es gibt keinen genetische Ursache oder irgendwas anderes, worauf man sich beziehen kann oder woher man weiß, wie es verläuft.

Für mich selbst ist das alles daher noch sehr neu und unbekannt, auch die Behinderung, die ich schon im Alter von einem Jahr bei beiden Kindern gesehen habe, ist für mich absolutes Neuland gewesen...
Ich selber bin hochbegabt, war eine Jungstudentin, gewesen neben dem Abi, von daher ist es verständlich für mich, wie es ist, wenn man "anders " ist, allerdings genau in die Gegenteilige Richtung.
Schweirig finde ich es in diesem Moment, wenn man so als Mutter über seine Kidner schreiobt, dass man das Gefühl bekommt, man würde über seine Kinder "herziehen" über sie lästern, sie abwerten...Dieses Gefühl habe ich jetzt schon imemr gehabt, wenn ich über meine Kidner spreche...Das ist immernoch sehr ungewohnt für mich.
ABer ich denke man sollte der Realität ins Auge sehen, alles andere halte ich für Schwachsinn und dass es uns nicht weiter bringt.

Vielen Dank auch für die nette Antwort!!!

Viele sonnige Grüße aus dem Schwarzwald.
Tina
Kirsten 04.11.2010, 21:49#4
AW: Hallo

Hallo Tina,

der Realität ins Auge zu sehen und anzupacken ist immer ein guter Weg, um ans Ziel zu kommen. Wenn man eine gesunde Einstellung hat, dann wird man das Ziel auch nicht zu hoch stecken und demzufolge über jeden Entwicklungsschritt der dann kommt, wirklich froh sein und vielleicht auch kleinste Fortschritte erkennen.

Das wir nun mal alle verschieden sind und das auch völlig normal ist, zeigt deine Familienkonstellation. Du bist hochbegabt, was bestimmt auch nicht immer einfach in deiner Entwicklung war und bestimmt auch nicht immer einfach für deine Eltern und Lehrer.

Deine beiden Buben gehen einen anderen Weg. Alle drei könnt ihr nichts zu euren Voraussetzungen. Du hast deine Begabung genutzt und nun gehst du realstisch an die Sache heran, dass deine Buben eben einen anderen Weg gehen werden. Nur welchen fragst du dich jetzt? Gute Frage. Vor allem nach dem "warum ist es so"? Hast du schon einmal in Erwägung gezogen, deine Buben und dich in einem Kinderzentrum vorzustellen? Z.B. in Maulbronn? Da wird man ganzheitlich behandelt. D.h. deine Kinder werden von Ki-Ärzten, Psychologen, Heilpädagogen, KG´S usw. angeschaut. Dann verfügen diese Zentren über einen großen Erfahrungsschatz. Aber ich fast das Gefühl, dass du dies schon hinter euch gebracht hast. Wenn nicht, vielleicht würde es zu einer Diagnose helfen? Ich denke, das Warum zu kennen - oder auch der Behinderung einen Namen zu geben, wäre für dich wichtig. Geistige Behinderung ist ja an sich zwar eine Behinderung, aber eben auch mit gewissen anderen, sei es Gendefekte, Chromosomen-Anomalien, oder auch noch völlig unerforschten Gründen verbunden.
Ich habe mal auf einer Fortbildung gelernt, dass es über 130 verschiedene Mutationen auf dem X-Chromosom gibt, die zu einer geistigen Behinderung führen können. Das können Kanalstörungen sein, Stoffwechselstörungen usw.
Es gibt eine Menge Lesestoff über diese Themen. Lesestoff der sich ganz speziell auch mit dem Thema geistige Behinderung befasst kann man im Verlagsverzeichnis der Lebenshilfe Marburg finden. Das Verlagsprogramm findest du auf der Seite der Lebenshilfe . Die Lebenshilfe ist übrigens ein Elternverband. D.h. im eigentlichem Sinn auch eine Selbsthilfegruppe für Eltern von Kindern mit einer geistigen Behinderung. Auf den Seiten der Lebenshilfe kannst du in einigen Bereichen Infos finden.
So, jetzt werde ich dich aber mal nicht weiter mit Info`s vollstopfen.
Viele Grüße
Kirsten
mamaanne 05.11.2010, 08:52#5
AW: Hallo

Dankeschön Kirsten! Besonders der Link ist sehr interessant für mich! Und habe dort schon Neues entdeckt!
Grüßle
Tina
Volker 05.11.2010, 14:52#6
AW: Hallo

Hallo Tina mit Kindern,
herzlich Willkommen bei INTAKT.

Wie du nach sehr kurzer Zeit selbst erfahren konntest, kann man hier sehr schnell Hilfe bekommen. Nicht immer - aber manchmal schon innerhalb von Minuten oder wenigen Stunden.

Neben unserem Informationsteil, der Adressdatenbank und dem Forum findest du bei INTAKT auch einen Chat für Eltern und einen eigenen Chat für Alleinerziehende.
Die Öffnungszeiten sind hier:
http://www.intakt.info/109-0-Artikel.html

Vielleicht magst du uns ja auch - natürlich anoym - mitteilen, ob du außerhalb von INTAKT auch in einer Selbsthilfegruppe bist, warst, ... .
Wir haben dazu eine kleine Umfrage vorbereitet, die du hier findest:
http://www.intakt.info/forum/showthread.php?t=8776

Bei technischen Fragen zu Nutzung von INTAKT kannst du dich gerne an mich wenden.
Auguste 06.11.2010, 10:36#7
AW: Hallo

Hallo Mamaanne,

toll dass du auch da bist.

Mir ging es ähnlich wie dir, meine Eltern hochbegabt, meine Brüder durchschnittlich, ich spätentwickler, der aber sehr gute Karriere gemacht hat und einen Ehemann, der hochbegabt ist.

Und dann drei Kinder, das erste Hochbegabt, das zweite normalbegabt und dann das dritte Kind, "geistig behindert" mit 3 Jahren, heute mit 9 Jahren autistisch und 100 % SBA.

Wir leben wirklich auf Messersschneide. Ist schon nicht einfach das zu verstehen und zu akzleptieren.

Du wirst hier viel erfahren und Hilfe finden.

Viele Grüße

Auguste