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Und noch eine neue :-)

Laurasmom 21.05.2010, 19:22#1
Auf der Suche nach Links über Rechte für Kinder mit Behinderung bin ich auf Euch gestossen.

Wir sind eine 4 Köpfige Familie.
Ich die Mama ( Linda) Papa (Harald), Laura (9) und Sarah ( 8)

Laura hat von Geburt an eine spastische Hemiparese. Besucht hier in Bayern bereits seid der 1. Klasse eine Regelschule.
Nun meinte die Schulpsychologin und die Direktorin das sie wohl auf einer K.-Schule besser beschult werden könne.
Das wollen wir auf keinen Fall.

Wir hoffen hier Informationen und vieleicht auch Trost und Mut zu finden.
Sicherlich kann ich aber auch die ein oder andere Info liefern :-)

Liebe Grüße,
Linda
Laurasmom
Holger 21.05.2010, 22:29#2
AW: Und noch eine neue :-)

Hallo Linda,

und herzlich willkommen hier bei uns! :-)

Was mich mal interessieren täte: Hat Laura denn Probleme in der Schule oder woher kommt das Thema auf die Frage, ob sie an einer K-Schule besser beschult ist?

Liebe Grüße,
Holger
Kirsten 21.05.2010, 23:21#3
AW: Und noch eine neue :-)

Hallo Laura,

herzlich Willkommen im Forum. Ich wünsche dir viele gute Beiträge, Tipps und Ideen und vor allem, dass du dich bei uns gut aufgehoben fühlst.
Liebe Grüße
Kirsten
Laurasmom 22.05.2010, 08:26#4
AW: Und noch eine neue :-)

Danke für die liebe Begrüßung.

Bei Laura wurde die Parese mit 15 Monaten diagnostiziert.
Das ganze ist mehr beinbetont. Im rechten Arm ist der Tonus erst richtig hoch wenn sie rennt.

Was die Diagnose bedeutet, habe ich erst gaaaanz langsam begriffen und musste in die Situation genauso hineinwachsen wie mein Kind.
Während der Zeit war ich mit meiner 2. Tochter Sarah schwanger.

Mit 4 hat sie den Regelkindergarten hier besucht. Ausser das sie eben ein seltsames Gangbild hat, war sie nicht auffällig.
Sie malt und bastelt gerne. Setzt auch die rechte Hand gut ein.

Mit 7 ist sie dann in die Regelschule hier im Dorf gekommen. Den Test hat sie ohne bedenken bestanden.
Auch von Seiten der Ergotherapie und den Ärzten gab es keinerlei Bedenken
das Kind nicht auf eine Regelschule einzuschulen.

In der 1. Klasse hatte sie keinerlei Probleme dem Unterricht zu folgen. Auch in der 2. Klasse ging alles ungefähr bis Pfingsten gut. Da haben wir dann bemerkt das sie im Rechtschreiben immer wieder Fehler wiederholt.
Im Rechnen konnte sie sich das einmaleins nicht merken.
Auswendig lernen ging garnicht. Sie hat gemerkt das sie es nicht kann. Das hat ihr Ego nicht vertragen und sie kreischte nur noch herum, sie könne es eben nicht und basta. ( Muss dazusagen das sie ein richtiger Sturschädel ist)

Als die 2. Klasse beendet war und ich die Schulhefte durchgegangen bin habe ich festgestellt das da noch gaaanz viel nicht bearbeitet wurde.

Mein Kind ist mit einer großen Lücke in die 3. Klasse gekommen.

Sie bekam eine neue Lehrerin. Gleichzeitig die Konrektorin an unserer Schule.

Noch bevor ich überhaupt mit ihr reden konnte, hat sie mit den Kindern gleich einen Fußmarsch ins nächste Dorf durchgezogen der Laura in Sachen KG um Wochen zurückgeschmissen hat.
Ich habe um einen Termin gebeten und ihr erzählt was Laura für eine Behinderung hat. Das sie sehr wohl alles mitmachen darf aber solche Gewaltmärsche gift für sie sind.

Dann fiel mir auf das sie Material für die Hausaufgaben nicht dabei hatte.
In den Heften immer öfter Bemerkungen standen über die Schrift und unvollständige Beiträge.
Unter den Proben standen Bemerkungen wie "Schade das du nicht fertig geworden bist"
Ich bin dann nochmal rein und die Lehrerin meinte es täte ihr soooo Leid aber L. braucht eine kleinere Klasse in der sie besser gefördert werden könne.

Eigendlich war ich der Meinung das L. mit dieser Behinderung keine Probleme haben sollte und bin bis Dato auch nicht auf die Idee gekommen die Behinderung für Lauras Schwächen in den Vordergrund zu schieben.
Ich wollte das sie immer normal behandelt wird wie die anderen.
Im Januar hatten wir Termin beim Versorungsamt und die Kinderärztin in München meinte das ich unbedingt was tun müsse.
Also hab ich L. bei der Schulpsychologin austesten lassen. Im Juli habe ich noch einen Termin bei einem unabhängigen Kinderpsychologen.
Ich will das alles Schritt für Schritt machen und das Beste für mein Kind heraushoen.
Auf alle Fälle einen Nachteilsausgleich beiProben sollte drinnen sein.

Auch die Kinderärztin vom Amt hatte mit keiner Silbe erwähnt das L. eine K-Schule braucht.

Die Direktorin an unserer Schule meinte aber L. solle da einen Schnuppertag machen. Vlcht. ist das ja besser für sie.

Ich habe mir die Inetpräsenz der Schule angesehen und kann mir nicht vorstellen das mein Selbstständig gerade mal von dieser Behinderung angehauchtes Kind dort glücklich und erfolgreich beschult werden könnte.

Nach den Tests bei der Schulpsychologin kam eine Rechtschreibschwäche heraus
Laura ist durchschnittlich intelligent und begabt.
Allerdings hat sie mit der Linksrechtshändigkeit eben Schwierigkeiten. Da ist der berühmte Knoten im Kopf von dem sie mir schon seid Jahren erzählt.

Da geht alles durcheinander.
Wenn sie z.B. 365 schreibt dann kommt erst die 3 dann ein Abstand dann die 5 und zum Schluss schreibt sie die 6 in die Lücke.
Ich dachte die ganze Zeit das ist schon wieder irgendeine verrückte Methode den Kids rechnen zu lernen:pfeif:
Dann hat die Psych. noch festgestellt das Laura wenn sie im Kopf abzieht.
Sie zwar richtig anfängt aber den gemerkten nicht abzieht sonder dazurechnet.
Das ist alles wegen dieser Parese.
Eigendlich wäre L. rechtshänderin und hat sich halt das Arbeiten mit links selber anerzogen.
Lt. Ergo war das i.O. wenn wir das so lassen.

Die Schulpsychologin ist eine tolle Frau und ich mochte sie sofort. Nur meint auch sie das L. sich nicht der Schule anpassen, sondern die Schule sich dem Kind anpassen müsse.
Eine K-schule wäre für Laura menschlicher. In der Regelschule ist
sie nach 3 Std. ausgepowert und es geht nichts mehr ins Köpfchen hinein.
Auch ihr Kurzzeitspeicher ist sehr mickrig.

So, und was mache ich als Mutter nun?
Mein in ihre Klasse intigriertes Kind soll nun auf eine völlig fremde Schule gehen . Sie hat all ihre Freunde hier. Ist nie wie ein behindertes Kind behandelt worden.
Nun soll sie in eine Schule gehen in der nur behinderte Kids gehen.
Wie packt das ihre Psyche?
Und nicht nur das alleine.
Wenn man sich die Satistik ansieht das nur ca. 20 % der Kinder in K-Schulen einen Hauptschulabschluss schaffen und nur 2,2 % in der Lage sind eine weiterführende Schule zu besuchen reisst mir die Hutschnur.

Ich hab noch ein Eisen im Feuer. Ab der 5. Klasse könnte Laura hier in die Montessorischule mit M-Zug gehen.
Nur was mach ich die nächsten Monate mit ihr? Se hat noch den Rest der 3. Klasse und die 4. Klasse hier in der Grundschule.
Soll ich ausser den Nachteilsausgleich ( den hat sie ja schon ) auch noch für sie Sonderpädagogische Förderung beantragen?
Und in wie weit macht so eine Grundschule in einem Dorf mitten in Bayern mit?

Tatsache ist halt auch das die Spastik seid der 3. Klasse schlimmer geworden ist.
Sie hat 3-4 mal die Woche KG macht zuhause selber ihre Übungen und noch einmal die Woche Ergo.
Sie kam 3 Jahre ohne Unterschenkeorthese aus, nun hat sie wieder eine.

GsD sind nun Ferien und mein Kind darf endlich wieder spielen und Kind sein. Unter dem Schuljahr hat sie kaum Zeit für sich selber.

Sarah, meine jüngere ist eine 1er Schülerin.
Letztens sass Laura am Morgen im Wohnzimmer und ich habe gehört wie sie zu ihrem Papa gesagt hat:
Papa, die Sarah ist sooo gut in der Schule
Die lernt nicht und hat nur super Noten ....... und ich bin so ein A...loch.

Ich habe ihr immer gesagt das es egal ist was sie für Noten heimbringt, das ich weiss das sie sich bemüht und ihr bestes gibt.
Aber es belastet sie offensichtlich doch mehr als mir bewusst war.

Ich denke ihr könnt euch in meine Gefühlswelt
hineinversetzen. Es tut so weh zu sehen wie sich das eigene Kind durchquält und ich
selber nicht weiss was denn nun das Optimale für sie ist.

Ok, ich hab noch den anderen Kinderpsychater ( lt. der Schulpsychologin seeehr ProKind). Mal sehen was der dazumeint. Ich bin mir fast sicher das er für L. die K-schule ablehnen wird.
Aber gibts einen Mittelweg?

????<- im Kopf :kopfkratz:
( Den Spruch hab ich von Laura :-D)
Mascht 23.05.2010, 18:14#5
AW: Und noch eine neue :-)

Hallo Linda!

Kann mich nur Kirsten anschließen, und dir sagen daß es in diesem Forum supertolle und interessante Beiträge gibt.

Ich möchte dir wirklich nicht zu Nahe treten und auch nicht "gscheidln", aber glaubst du nicht, daß es Wert wäre die Schule persönlich anzuschauen und nicht nur im I-net? Unsere Sonderpädagogischen Zentren (Österreich) sind wirklich toll, und vor allen Dingen sehr liebevoll. Bei euch draußen kenn ich mich nicht aus. Macht doch den Schnuppertag und laß Laura auch ein bißchen miteintscheiden ob es ihr gefällt. Vielleicht sind wir Mütter manchmal auch ein bißchen zu ehrgeizig:unsicher:was unsere besonderen Kinder betrifft

Trotzdem euch alles Liebe und eine gute Entscheidung

Martina
Laurasmom 23.05.2010, 18:58#6
AW: Und noch eine neue :-)

Hallo Martina,

danke für die Antwort.
Ich schicke dir schöne Pfingstgrüße nach Österreich.

Ich weiss das man als Mama gerne mal Vorurteile hat. Aber eigendlich bin ich im Prinzip erstmal immer für alles offen.
Aber ich möchte Laura auf die Monteschule tun. Vor allen weil sie da eine Chance hat auf eine bessere Schulbildung.
Wie das in Österreich ist weiss ich nicht. Aber ich kann mir vorstellen das es bei euch besser ist.
Ich habe eine Bekannte in der Steiermark, ihr Sohn hat auch eine Parese. Er ist auf einer Regelschule und wird oft ghanselt.
Ich muss sie direkt mal fragen ob sich das gebessert hat. Habe lange nicht mit ihr geredet.
Auch wenn die K-Schule bei uns hier in Ingolstadt eine gaaanz tolle wäre, so bin ich doch zu dem Entschluss gekommen das sie erstmal hier bleibt und dann ab der 4. wechselt wenn sie eh auf eine HS gekommen wäre.
Wir haben nur eine GS und ab der 4. müssen eh alle ins Nachbardorf gekarrt werden.
Laura freut sich auf die Montessorischule. Ich habe sie letzte Woche als es zur Sprache gekommen ist gefragt ob sie eine Schnupperwoche in der K-Schule machen will und sie will das nicht.

Was mich gerade nervlich etwas belastet ist das ich nicht weiss wie die GS-Leitung reagieren wird wenn ich ihnen meine Wünsche präsentiere.
Ich fühle mich ehrlich gesagt schon auf den Schlips getreten. Nach fast 3 Schuljahren auf einer Regelschule soll das aufeinmal nicht mehr gut sein?
Es ist irgendwie so nach dem Motto: Das Kind ist nicht Norm, in der Klasse sind 31 Kinder also schaun wir mal welchen Balast wir zuerst abwerfen können.
Vlcht. tue ich ihnen ja unrecht :unsicher:

Mich belastet das so sehr das mich mein Arzt letzte Woche erstmal aus dem Verkehr gezogen hat.
Den Kids will ich nichts merken lassen. Gerade Laura hat immer gleich sofort das Gefühl das sie Schuld ist wenn Mama traurig ist :heul:
Also, setz ich mein Pokerface auf und warte ab was kommt :rock:
Mascht 23.05.2010, 19:28#7
AW: Und noch eine neue :-)

Hallo Linda!

Schicke der erstmals eine große Portion an Kraft für die nächste Zeit. Wenn wir die Zeit unseren Kindern widmen könnten, die wir fürs kämpfen brauchen und die Kraft nicht immer für andere Dinge verschwenden müßten, ach wäre das Leben schön:-).

31 Kinder in einer Klasse zu beaufsichtigen und zu "belernen" ist für eine Lehrerin
ganz schön heftig. Wahrscheinlich werden auch andere Kinder auf der Strecke bleiben nicht nur deine Kleine. Gibts bei euch auch Integrationsklassen mit Stützlehrer?Vielleicht gäbe es in diese Richtung eine Möglicht

nochmals viel Kraft und Ausdauer (ich habe mir in solch einer immer Zeit homöopathische Beruhigungstabletten geholt inder Apotheke,damit ich halbwegs "funktioniere")

und euch auch noch schöne Pfingsten
Martina
Kirsten 23.05.2010, 23:18#8
AW: Und noch eine neue :-)

Hallo miteinander,

ich finde es immer ganz stark, wenn man einfach mal zugibt, dass es nicht gut geht. Ihr habt sehr recht. Wir Mütter müssen immer funktionieren, immer lachen, auch wenn es schwer fällt. Immer freundlich bleiben, auch wenn man einfach mal platzen könnte.
Ich denke, jeder von uns war schon öfter mal an dem Punkt, wo auf einmal die Tränen anfangen zu laufen und man sich fragt, "Wo bleibe ich? Warum??"
Dann, weil es ja doch nichts nützt und die anderen sowieso anscheinend denken, dass wir einfach toll und stark sind und sowieso nichts anderes haben wollen, putzen wir unser Gesicht ab, atmen einmal tief mit einem herzhaften Schluchzen durch und widmen uns wieder unserem Alltag.
In diesem Sinne wünsche ich dir liebe Linda und auch dir liebe Martina alles Gute.
Laurasmom 24.05.2010, 12:03#9
AW: Und noch eine neue :-)

Danke für die Antworten.

Wenn ich mich so durch die Userprofile klicke und die einzelnen Schicksale lesen, dann schäme ich mich schon fast.
Ich weiss nicht ob man seine Sorgen am Grad der Behinderung messen kann.
Manche Mamas scheinen zumindest von aussen her bestens zurrechtzukommen.
Obwohl jede eine riesen Last zu tragen hat.
Mein Kind hat "nur" 50%. Sie kann alleine laufen, reden, spielen, sich selber versorgen.
Sie geht sogar schon einkaufen :-). Ihr Taschengeld ist immer blitzschnell weg. :grins:

Aber eben gerade diese Tatsache ist es die mich daraz zweifeln lässt das sie auf eine K-Schule gehört.
Habe ein paar Tage gebraucht um meine Gefühle ( gerade in bezug auf Laura) wieder auf die Reihe zu bekommen.
Das Gespräch hat mich extrem verunsichert. Aber wenn ich sie ansehe weiss ich innerlich was das richtige ist.
Für meinen Mann war das eh nie ein Thema gewesen.
Irgendwie sagen Männer, NEIN so machen wir das nicht und sie schliessen damit ab.
Frauen ( ich auf jeden Fall) machen sich immer Gedanken darüber warum und weshalb und wieso überhaupt?:kopfkratz:

Ich bin sowieso der Meinung das Kinder mit Behinderung in eine Regelschule intigiert gehören.
Es gibt soviel was die Kinder voneinander lernen können.
Die Gesunden z.B. sozialen Umgang mit Schwächeren und die Behinderten die Motivation sich mehr zuzutrauen.

Ich bin mir aber durchaus bewusst das manche Kinder auf Grund der Schwere ihrer Behinderung nie diese Chance bekommen können :unsicher:
Mit 4 wurde Laura wegen der Sehnenverkürzung am Fuss operiert.
Die Kinder die mit uns im Zimmer lagen werden z. Teil nie so sein dürfen wie es meine Tochter nun schon ist.

Danke für eure tröstenden Worte und die Kraft .
Ich schicke euch das zurück, den jede einzele Mutter ( und auch Väter natürlich) braucht es für ihr eigenes Kind ;-)

Liebe Grüße
Linda
Flechti 24.05.2010, 16:24#10
AW: Und noch eine neue :-)
Zitat von Laurasmom
Danke für die Antworten.

Wenn ich mich so durch die Userprofile klicke und die einzelnen Schicksale lesen, dann schäme ich mich schon fast.
Ich weiss nicht ob man seine Sorgen am Grad der Behinderung messen kann.
Manche Mamas scheinen zumindest von aussen her bestens zurrechtzukommen.
Obwohl jede eine riesen Last zu tragen hat.
Mein Kind hat "nur" 50%. Sie kann alleine laufen, reden, spielen, sich selber versorgen.
Sie geht sogar schon einkaufen :-). Ihr Taschengeld ist immer blitzschnell weg. :grins:

Aber eben gerade diese Tatsache ist es die mich daraz zweifeln lässt das sie auf eine K-Schule gehört.
Habe ein paar Tage gebraucht um meine Gefühle ( gerade in bezug auf Laura) wieder auf die Reihe zu bekommen.
Das Gespräch hat mich extrem verunsichert. Aber wenn ich sie ansehe weiss ich innerlich was das richtige ist.
Für meinen Mann war das eh nie ein Thema gewesen.
Irgendwie sagen Männer, NEIN so machen wir das nicht und sie schliessen damit ab.
Frauen ( ich auf jeden Fall) machen sich immer Gedanken darüber warum und weshalb und wieso überhaupt?:kopfkratz:

Ich bin sowieso der Meinung das Kinder mit Behinderung in eine Regelschule intigiert gehören.
Es gibt soviel was die Kinder voneinander lernen können.
Die Gesunden z.B. sozialen Umgang mit Schwächeren und die Behinderten die Motivation sich mehr zuzutrauen.

Ich bin mir aber durchaus bewusst das manche Kinder auf Grund der Schwere ihrer Behinderung nie diese Chance bekommen können :unsicher:
Mit 4 wurde Laura wegen der Sehnenverkürzung am Fuss operiert.
Die Kinder die mit uns im Zimmer lagen werden z. Teil nie so sein dürfen wie es meine Tochter nun schon ist.

Danke für eure tröstenden Worte und die Kraft .
Ich schicke euch das zurück, den jede einzele Mutter ( und auch Väter natürlich) braucht es für ihr eigenes Kind ;-)

Liebe Grüße
Linda


Hallo Laurasmom!

Ich wollte dir mal einige stützende Worte mitteilen!

Ich weiß im Moment zwar nicht unter welche Behinderung deine Tochter hat, aber da ich selbst eine Behinderung habe, kann ich dir vielleicht Mut machen, die Dinge etwas anders zu sehen...., ich versuche das jetzt mal!

Klar gibt es sicherlich auch schwerwiegendere Behinderungen habe im Moment selbst einen GdB 70%! Obwohl ich irgendwie im Ganzen eigentlich noch sehr gut weggekommen bin! radio ulnare Synosthose an beiden Armen, Depressionen dadurch, und ne Persönlichkeitsstörung (durch Angst vermeidende Züge).

Ich habe lange Jahre dafür gebraucht um es zu akzeptieren, bzw. akzeptiere ich es nicht immer, immer dann wenn ich depressiv bin!

Früher im Kindesalter fiehl es meinem Bruder und mir sehr schwer, mit dieser Behinderung um zu gehen! Auch für meine Eltern war es sehr schwer.

Beide waren berufstätig.

Aber das Wichtigste was mir wiederfahren ist, war, das meine Eltern hinter mir standen und mich unterstüzten und jede Art von Unterstützung zuließen. Selbst von Außen diese sogar annahmen. Nach bestem Gewissen eben, auch wenn es meinem Vater wie aber auch meiner Mutter es häufig sehr schwer fiehl. Denn ich war früher häufig sehr gereizt!

Oh schweife wieder vom eigentlichen Thema ab.

Sollange du und dein Mann, das Beste für euer Kind möchtet und ihr es unterstützt in jeder erdenklichen Form brauchst du dir keine Gedanken darum machen ob ihr auch wirklich richtig handelt, denn das macht ihr auf alle Fälle!

Denn es ist auch eine psychische Belastung für die Eltern.

Auch wenn dein Mann nicht immer darauf eingeht, heißt es nicht das es ihn nicht beschäftigt oder er es sogar wegschiebt. Er geht eben damit nur anders um.

Mütter sind die direkten Bezugspersonen der Kinder, die Väter sehen es mehr mit Abstand, verstehe das bitte jetzt nicht falsch!

Denn die Väter sind ja meistens berufstätig und haben schon alleine deßhalb einen gewissen Abstand, im Gegensatz zur Mutter eben. Psycchologisch betrachtet!

Es ist ein langwieriger Prozess den alle Beteiligten durch laufen. Früher hat man ach angenommen das Kinder Spannungen zwischen Erwachsenen nicht mit bekommen, tja weit gefehlt eben, denn sie bekommen es mit! Weiß ich leider aus Erfahrung, denn meine Eltern trennten sich als ich 10 Jahre alt war. Da ich eh schon anders war, habe ich mir die Schuld dafür gegeben, obwohl ich überhaupt dafür nix konnte. Wie auch.


Na ja, was die Waldorf-Einrichtung betrifft, bin selbst nach der dritten Klasse zu Waldorschule gegangen, war zwar nicht ganz so dolle aus der ehemaligen Grundschulklasse heraus gerissen zu werden, aber im Nachhinein hat es mir auch sehr geholfen!

Denn sie unterschied sich schon alleine gegenüber der Regelschulpädagogik.

Der Klassenzusammenhalt wurde gestärkt, denn man blieb nicht sitzen!

Abe die Einrichtung die du hier schilderst kenne ich nicht!

mfg

Nicolai(Flechti)
Laurasmom 24.05.2010, 18:04#11
AW: Und noch eine neue :-)

Hi Flechti,

was ist das für eine Behinderung die du hast? Tatsächlich habe ich nie etwas davon gehört. Wie sieht dein Alltag damit aus? Wie geht deine Umwelt damit um?
Weshalb haben dich deine Eltern nicht auf einer Regelschule gelassen?
Hattest du ähnliche Probleme wie Laura?
Was machst du wenn du wieder eine Depri bekommst? Hast du psychologische Hilfe?

Waldorfschule ist ja auch sehr Prokind von der Pädagogik her. Wir haben hier eben diese Montessori von der ich das Gefühl habe das sie das richtige ist.
Laura hat eine Spastische Hemiparese auf der rechten Körperhälfte, das ganze ist mehr Beinbetont. Die Hand kann sie ganz gut einsetzen.

Ich versuche Laura in allem was sie tut zu stärken nur als sie sich letztens beim Halbmarathon anmelden wollte :lachen: war mir das dann auch zu bunt.
Ihr Terapeut hat nur noch die Hände über den Kopf zusammengeschlagen und gemeint um Gottes Willen, das haut uns um 3 Monate zurück :lachen:

Naja, so ist meine Maus eben, sie sieht sich nicht als behindert und solange es ihr keiner auf die Nase bindet, wird sie auch so happy leben.
Aber in einer K-Schule würde es ihr Tag täglich bewusster werden.
Ich will das sie ein fröhliches Kind bleibt und diesselben Chancen hat wie ihre kleine Schwester Sarah. ( das Biest hat Laura heute aufgezwickt das sie auf alle Fälle aufs Gymnasium gehen wird und L. eben nicht :-(, Kinder können grausam sein)

Ok, dann eben die fast selben Chancen wie ihre Schwester ;-)


Hier ist heute ein Traumhaftschöner Tag und wir waren im Wald spazieren :-)
Holger 24.05.2010, 22:59#12
Gedanken zur K-Schule

Hallo Linda!

Jetzt habe ich mal alles durchgelesen, was du geschrieben hast. Und ich verstehe voll, wie schwierig diese Entscheidung für dich ist. Ich kann sie dir natürlich weder abnehmen noch weiß ich, was das Beste für Laura ist. Ein paar Gedanken hab ich dennoch dazu, weil ich eben gerade meine Ausbildung an einer solchen K-Schule mache.

Dass bei deiner Kleinen LRS diagnostiziert wurde ist ja zunächst noch kein Grund, nicht auf der Regelschule zu bleiben. Soweit ich das sehe hat sie Probleme damit und auch im mathematischen Bereich. All diese Dinge sind jetzt nicht unbedingt ein Beinbruch - es ist immer auch eine Frage der Bedingungen. Und wie schon geschrieben wurde: In einer Klasse mit 31 Schülern ist es für jeden noch so guten Lehrer (Hut ab vor allen Regelschulkollegen) eine große Herausforderung auf einzelne Schüler einzugehen, gerade wenn sie Schwierigkeiten haben. Der Lehrer kann sich dafür Unterstützung vom Mobilen Sonderpädagogischen Dienst holen, dieser ist jedoch meist (abhängig von den jeweiligen Ressourcen) in erster Linie beratend tätig. Mehr Unterstützung kommt für deine Tochter in der Regelschule wohl nicht in Frage, da sie ja "aktiv am Unterricht teilnehmen" kann (sonst käme evtl. noch ein Schulbegleiter in Frage). Aber vielleicht reicht das ja auch aus und kann ihr über die SChwierigkeiten hinweg helfen. Das würde ich auf jeden Fall mal anregen.

Versuche auch mal diese Seite zu sehen: Wenn deine Tochter auf eine K-Schule gehen würde, hätte sie:
  • Gut ausgebildete Förderschullehrer, deren Spezialgebiet Lernschwierigkeiten (und vor allem deren weitestgehende Beseitigung!) sind
  • Bedingungen, die eine erfolgreiche Verringerung dieser Schwierigkeiten begünstigen, nämlich v.a. eine deutlich kleinere Klasse (vermutlich 10-12 Schüler) und
  • die Möglichkeit, flexibel zwischen verschiedenen "Bildungsgängen" zu wechseln.
Letzeres heißt: An der K-Schule gibt es ja den A-Zug (Regelschullehrplan), den B-Zug (Lehrplan für Schüler mit Lernschwierigkeiten) und den C-Zug (Lehrplan für Schüler mit geistiger Behinderung). Und dahinter verbirgt sich auch die Lösung für die Statistik, die du ansprichst:
Zitat von Laurasmom
Wenn man sich die Satistik ansieht das nur ca. 20 % der Kinder in K-Schulen einen Hauptschulabschluss schaffen
Das liegt daran, dass an diesen Schulen (zumindest ist es an der meinigen so), meist ein großer Teil der Schüler im C-Zug beschult wird, also zusätzlich zur körperlichen Beeinträchtigung eine geistige Behinderung aufweist. Bei uns sind das rund 2/3 der Schüler. Bei dir klingt es ein bisschen so, als würden die Schüler WEGEN dem Besuchen der K-Schule kaum einen Hauptschulabschluss schaffen... wichtig ist aber auch zu sehen, welche Schüler dort angemeldet werden.

Sollte sie also vorübergehend die Ziele der 3. Klasse z.B. nicht erreichen, hieße das auf der REgelschule wiederholen oder an eine andere Schule, z.B. ein Sonderpädagogisches Förderzentrum zu wechseln. An der K-Schule lässt sich meist relativ flexibel zwischen den Zügen wechseln oder ein Schüler sich z.B. nur in einem Fach vorübergehend nach dem B-Zug-Niveau unterrichten, ansonsten aber auf Regelschulniveau zu belassen.

Diese paar Infos mal als Hintergrund zur K-Schule und der Arbeit dort. Natürlich heißt das nicht, dass dort alles besser ist... aber vielleicht bessere Lernbedingungen (und darauf kommt es - natürlich neben den Lebensbedingungen in der Integration vor Ort! - ja an) für deine Tochter, die sie schulisch evtl. weiterbringen als ein weiteres Jahr in der 31-Kinder-Klasse, in der sie offenbar nicht mitkommt, obwohl sie ja - laut Test - normal intelligent ist. Gerade das Thema Geschwindigkeit ist meiner kurzen Erfahrung nach ein wichtiges Thema bei Schüler mit körperlicher Beeinträchtigung. Und in der Regelgrundschule, in der im nächsten Schuljahr der "Kampf" ums Gymnasium losgeht, ist da einfach oft nicht viel Zeit zu warten...

Ich wünsche dir viel Kraft für die anstehende Entscheidung und deiner Tochter für ihren weiteren Lern-Weg das Allerbeste! :-)

Herzliche Grüße,

Holger
Flechti 25.05.2010, 01:51#13
AW: Und noch eine neue :-)
Zitat von Laurasmom
Hi Flechti,

was ist das für eine Behinderung die du hast? Tatsächlich habe ich nie etwas davon gehört. Wie sieht dein Alltag damit aus? Wie geht deine Umwelt damit um?
Weshalb haben dich deine Eltern nicht auf einer Regelschule gelassen?
Hattest du ähnliche Probleme wie Laura?
Was machst du wenn du wieder eine Depri bekommst? Hast du psychologische Hilfe?

Waldorfschule ist ja auch sehr Prokind von der Pädagogik her. Wir haben hier eben diese Montessori von der ich das Gefühl habe das sie das richtige ist.
Laura hat eine Spastische Hemiparese auf der rechten Körperhälfte, das ganze ist mehr Beinbetont. Die Hand kann sie ganz gut einsetzen.

Ich versuche Laura in allem was sie tut zu stärken nur als sie sich letztens beim Halbmarathon anmelden wollte :lachen: war mir das dann auch zu bunt.
Ihr Terapeut hat nur noch die Hände über den Kopf zusammengeschlagen und gemeint um Gottes Willen, das haut uns um 3 Monate zurück :lachen:

Naja, so ist meine Maus eben, sie sieht sich nicht als behindert und solange es ihr keiner auf die Nase bindet, wird sie auch so happy leben.
Aber in einer K-Schule würde es ihr Tag täglich bewusster werden.
Ich will das sie ein fröhliches Kind bleibt und diesselben Chancen hat wie ihre kleine Schwester Sarah. ( das Biest hat Laura heute aufgezwickt das sie auf alle Fälle aufs Gymnasium gehen wird und L. eben nicht :-(, Kinder können grausam sein)

Ok, dann eben die fast selben Chancen wie ihre Schwester ;-)


Hier ist heute ein Traumhaftschöner Tag und wir waren im Wald spazieren :-)


Hallo Laurasmom!

tja also eine radio ulnare Synosthose kann ich am besten mal so erklären, die Elle und die Spaiche im Unterarm ermöglichen ja die Rotation, damit die Handinnenfläche nach oben gedreht werden kann! Wenn du etwas schweres oder unhandliches z. B. einen kantigen und schweren Fernseher von A nach B tragen möchtest, legst du ja die Handinnenseiten(Handteller) unter den Fernseher um ihn recht einfach tragen kannst. Diese Roation in deinen Unterarmen geht deßhalb, da die Elle und die Spaiche durch Knorpel im Ellenbogen verbunden sind und in meinem Falle dieser Knorpel verknöchert ist als steiff und unbeweglich ist.....das heißt das mir diese Rotationsbewegung in den Unterarmen unmöglich ist. Ich habe es mir angewöhnt als Beispiel einen komplett eingegipsten Arm zu nehmen, schon alleine wegen der Steifigkeit eben, um es den Leuten näher zu bringen! Das heißt wenn ich ein sperrigen Fernseher transportieren müßte, würde ich diesen seitlich anfassen. Die Schultergelenke ebenso die Handgelenke kompensieren diese Steiffigkeit der Unterarme. Heben sie natürlich nicht gegeneinander auf, denn die Schultern sind dafür nicht geschaffen! Das heißt das meine Schultern irgendwann diese Ersatzbewegungen nicht mehr mit machen werden, lauffend springen mir Wirbel aus der Wirbelsäule raus, da ich falsche Bewegungen tätige und und und. Tja leider habe ich in allen bereichen des täglichen Leben Schwierigkeiten, beim Essen mit Messer und Gabel, beim zuknöpfen von Kleidungsstücken, beim WC-gang, beim Autofahren beim erlernen ettlicher Musikinstrumente, beim tragen von schweren und unhandlichen Gegenständen, bei ettlichen Sportarten, beim Haarekämmen beim Nägelschneiden(Füße & Hände), selbst beim Texte schreiben am Rechner, beim schählen von Kartoffeln Zwiebeln usw., beim Festhalten im Bus wenn ich stehen muß, beim Anstreichen, beim Schraubendrehen, beim Suppe löffeln, usw......!

Ich versuche alles was ich vermeiden kann, im Alltag zu vermeiden oder es soweit weg zu schieben wie irgendmöglich. Da ich nicht für meinen eigen Unterhalt sorgen kann bin ich eh meißtens zu Hause, denn Hobbys habe ich net viele. Fotografieren und der PC, ab und an mal wandern gehen und viel nachdenken das ist mein Tagesinhalt!

habs mal mit tanzen probiert aber auch dort habe ich viele Schwierigkeiten und Folgeschwierigkeiten. Beim verfassen von handgeschriebenen Dokumenten habe ich auch meine Schwierigkeiten. In der Schule war ich immer sehr langsam, nicht weil ich es nicht konnte, wenn ich Klassenarbeiten schrieb und die Zeit um war hatte ich häufig nur die ersten 3-4 Aufgaben von 10-12 Aufgaben geschafft, zeitlich gesehen!

Na ja und die Waldorfschule ermöglichte mir eine bessere Ausbildung denn in der Regelschule muß man mit kommen, da wird nicht Rücksicht darauf genommen ob ich nur langsam bin aber das eigentliche Thema begriffen habe.

In der Waldorfschule wurde ich genommen wie ich war, mit all meinen Problemen!


mfg

Nicolai
Laurasmom 25.05.2010, 09:46#14
AW: Und noch eine neue :-)

@ Flecki,

da hast du es in der Tat nicht einfach. Bekommst du den irgendeine Untersützung?
Hast du da eine Pfegestufe? Wer kümmert sich um dich?
Du hast das Problem das meine Tochter auch hat: Man sieht dir auf dem ersten Blick deine Behinderung nicht an.
Und es hat Folgeschäden am Rest deines Körpers der ja die ungewöhnlichen Mehrbelastungen kompensieren muss und schneller als bei gesunden Menschen verschleisst.
Hast du die Möglichkeit gehabt einen Beruf zu erlernen?
Du bist auch noch jung. Ich habe mit 32 noch eine Umschulung zur Tierarzthelferin gemacht. Das war immer mein Traumberuf als junges Mädchen gewesen. Nur kam dann kurz drauf Laura und ich konnte nie wieder zurück.
Letztens auf dem Versorgungsamt habe ich eine Frau gesehen mit einer Parese wie es meine Tochter hat und ich habe mir gedacht: " Mein Gott in diesem verstaubten Büros sehe ich L.`s Zukunft aber auch nicht"
Im öffentlichen Dienst sieht man viele Menschen in Büros mit Behinderungen.

Es ist ja schon als gesunder Mensch schon schwer in den Traumberuf zu gelangen. Wenn so eine Amtsstube nicht gerade DER Traumberuf ist, dann hat man schlechte Karten.

Dann sind da ja noch die Quoten die große Betriebe mit Behinderten besetzen müssen.
Das heisst nicht das jeder Mensch mit Behinderung da aufgenommen wird. Auch da wird aussortiert und der mit den besseren Schulabschluss genommen. Also, das kleinere Übel ausgewählt.
( und das ist nicht meiner Fantasie entsprungen, das hat mir ein Geschäftsführer einer großen, ziemlich bekannten Elektrogeräteladenkette erzählt)

Es ist zum Wahnsinnig werden!!!:grantel:


@ Holger:
Danke für deine Antwort.
Ich wünsche Dir viel Freude und Erfolg in dem Beruf den du gewählt hast.
Ein ehemaliger Schulfreund von mir hat nachdem er Schreiner gelernt hatte, nochmals studiert und ist ebenfalls in einer K-Schule Pädagoge geworden.
Er liebt seinen Beruf , leider habe ich ihn seid dem letzten Klassentreffen nicht mehr gesehen.


Das mit den 31 Kindern in der Klasse ist wirklich vieeeeel.
Bei meiner Sarah in der Klasse sind es nur 21 Kinder.
Aber die Lehrerin von Sarah würde auch mit 30 Kindern die gleiche Leistung bringen. Sie ist Spitze!!

Ich sehe es so: Wenn ich von meinem Chef Mehrarbeit aufgeladen bekomme, dann darf ich auch keine Ausreden haben wenn das was ich abgebe qualitativ nicht gut ist. Heutzutage muss jeder sein Bestes geben.
Immerhin haben Lehrer die Verantwortung kleine Menschen auf die Zukunft vorzubereiten.

Also, kenne ich da als Mutter auch kein Nachsehen wenn die Lehrkraft damit nicht fertig wird.
Mein Chef würde mich feuern, die Lehrer( zumindest die wo schon beamtet sind) wurschteln sich durchs Schuljahr und sehen zu das sie den Lehrplan rumbringen.


Ich muss Multitaskingfähig sein. Bin Mutter, Hausfrau, Berufstätig und habe ein behindertes Kind das 4 x in der Woche am Nachmittag therapiert wird und an den restlichen Tagen die KG von mir bekommt.
So ganz nebenbei hab ich noch verheiratet. ( Mein Mann ist Selbstständig, verlässt um 5 in der Früh das Haus und kommt teilweise erst um 18:00 Uhr nachhause)

Ich habe Lauras Klassenlehrerin in der letzten Sprechstunde des Schuljahres gefragt ob ich mich um Laura Sorgen muss und sie meinte lachend NEIN:

Das es auf den K-Schulen für mein Kind Vorteile gäbe ist unumstritten.
Und wenn es eine Schule wäre auf die auch Kinder ohne Behinderung gehen würden, dann hätte ich ( und auch mein Mann) vieleicht ein etwas kleineres Problem damit.
Ich mache mir Sorgen das sie sich dann wirklich nichts mehr zutraut und auch psychisch darunter leiden wird.


Du hast Recht, wenn in der 4. Klasse nun auch noch die Vorbereitungen für die Übergänge kommen, dann wirds noch härter. Aber es gibt noch weitere Kinder mit Teilleistungsschwächen in der Klasse. Die müssen auch mitgefördert werden.

Wir hatten auch schon die Überlegungen sie die 3. Klasse freiwillig wiederholen zu lassen, damit sie die Lücken die sie nun hat wieder füllen kann.
Dann würde aber auch Montessori sich um ein Jahr nach hinten verschieben.

Wie du siehst, ich komme einfach nicht weiter mit meinen Überlegungen. Und vor allen komme ich ( noch) zu keiner Entscheidung.
Ich habe im Juli ( nach 8 Monaten wartezeit) Termine bei einem unabhängigen Kinder und Jugendpsychologen.
Das ist nun meine letzte Hoffnung zu einer richtigen Entscheidung zu kommen.



Eigendlich bin ich und die Mädchen Amerikanerinnen( duale Staatsangehörigkeit). Habe schon oft überlegt ob es nicht auch eine Option wäre rüber zu gehen. Aber lt. meinen Bekannten hinkt da seid einiger Zeit das Schulsystem auch ganz schön.
Da werden sogar Schulen geschlossen und bis zu 40 Kinder in eine Klasse gepackt:-(
Die Ehefrau von unserem Makler drüben ist Grundschullehrerin. Sie wurde aus Kostengründen einfach gefeuert.
Eine Montessorischule würde ein komplettes Monatsgehalt kosten.

Bei uns werden auch Schulen geschlossen. Die Kids müssen nun ewig in die nächste laufen. Wie das mit den Kosten für die Busse läuft weiss im Moment noch keiner. Ich will jetzt keinen Schmarrn erzählen aber ich glaube es sind Grundschulen die nun zu einer zusammengepackt werden. Das bedeutet wieder richtig viele Kids in einer Klasse.:grantel:

So, ich komme von Höckchen auf Stöckchen:rotwerd:

Ich werde mir die K-Schule ( den A-Zug) trotzdem mal ansehen.
Mit der Monte stehe ich in Kontakt. Die haben bereits Kinder mit ähnlichen Behinderungen. Auch da werden sie noch extra gefördert wenns irgendwo hakt.

Ich will ja nur wie jede andere Mutter da Beste für mein Kind.
In ihr steckt soviel. Sie ist z.B. eine richtige Künstlerin.
Sie malt und hat sogar schon 3 Bilder nach USA und eines nach Australien verkauft :lachen: (www.etsy.com eine Seite für Künstler und Handarbeiten)
Das mit dem Malen ist etwas was auch der Schulpsychologin zu denken gegeben hat. Mit dem was sie bei L. festgestellt hat, dürfte Laura sowas garnicht aufs Papier bringen.:pfeif:
Bei ihren Bildern hat man den Eindruck man kann hineingehen. Derartig ausgeprägtes räumliches Vorstellungsvermögen kann sie eigendlich garnicht haben.
( ich weiss aber warum :lachen: sie hat bereits mit 15 Monaten komplette Puzzle leben können, das war ein Nebeneffekt bei der KG. Dort wurde mit Puzzeln gearbeitet und ich denke mal diese Schloss auch so geöffnet)

Ich bestärke sie in dem was sie besonders gut kann. Aber ich bin mir sicher das da noch vieeeel mehr drinnen steckt :pfeif:

Vielen lieben Dank für deine Antwort und auch wenn einiges von dem was ich hier schreibe eventuell etwas wirr klingt:lachen:
Im Moment stehe ich tatsächlich etwas neben mir.

Liebe Grüße
Linda
Flechti 25.05.2010, 13:05#15
AW: Und noch eine neue :-)

http://dr-von-rothkirch-orthopaedie-...Synostosen.pdf

hier kannst du dir noch mal einen wissenschaftlichen Bericht über meine Behinderung angucken!

mfg

Nicolai
Laurasmom 25.05.2010, 13:33#16
AW: Und noch eine neue :-)
Zitat von Flechti
http://dr-von-rothkirch-orthopaedie-...Synostosen.pdf

hier kannst du dir noch mal einen wissenschaftlichen Bericht über meine Behinderung angucken!

mfg

Nicolai

Geht leider nicht auf Nicolai,
habe aber gegoogelt um mir davon ein Bild zu machen.
Unglaublich was es alles gibt.
Bekommst du denn sowas wie Krankengymnastik? Bei manchen konnte man da wohl im Kindesalter noch operativ was machen.
Ist das bei dir nie ein Thema gewesen? Menno :schaem: ich hoffe das es dir gut geht:schaem:
Du schreibst auch das du psychisch darunter leidest.
Bei Erwachsenen hört sich meist die Förderung auf und werden aufs Amt geschickt.
So als ob eine mehr oder weniger finanzielle Absicherung das wichtigste wäre. :-(
Hast du denn noch deine Familie hinter dir stehen?
Mein Schwager (45) hat genau dieselbe Spastische Hemiparese wie meine Tochter und lebt noch bei meinen Schwiegereltern.
Aber bei ihm ist es eher die Bequemlichkeit die ihn zuhause hält. Er arbeitet bei Audi und hat die ganze Welt gesehen.
Er ist eine richtige Rennsemmel, hat nichtmal Zeit eine Familie zu gründen. Dabei hätte es genügend weibl. Interessenten gegeben:grins:

Meine Laura hat Kampfgeist, sie wird ihren Weg gehen. Nur mit mir als verunsicherten Weichensteller???
Sie will soviel werden. Hat dieselben Vorstellungen wie alle anderen Kids in dem Alter auch.
Gestern waren wir auf dem Volksfest. Uns ist ein Kind in Lauras Alter im Rollstuhl begegnet. Das Mädchen hatte in der Hand auch eine Spastik war aber ansonsten offensichtlich geistig fit.
Und prompt hab ich wieder geheult.:rotwerd: Ich kann das alles nur noch schwer ertragen.
Ich denke nicht das behinderte Menschen die Behinderten sind, es sind die nicht Behinderten die alles blockieren.

So, Zeit für Krankengymnastik. Ich mache Lauras Fuß warm damit der Therapeut sich nicht mehr so abplagen muss.
Den brauchen wir noch längerl
Lg
Linda

Lg
Flechti 25.05.2010, 16:08#17
AW: Und noch eine neue :-)

dann gehe mal in das Forum rein :

INTAKT Forum > Themen aus allen Lebenslagen > Ärzte, Therapien, Kuren und Krankenhaus > Radioulnare Synostose


da kannst du die Datei dir runterladen! oder eben nur angucken!:pfeif:


mfg

Nicolai