AW: Und noch eine neue
Danke für die liebe Begrüßung.
Bei Laura wurde die Parese mit 15 Monaten diagnostiziert.
Das ganze ist mehr beinbetont. Im rechten Arm ist der Tonus erst richtig hoch wenn sie rennt.
Was die Diagnose bedeutet, habe ich erst gaaaanz langsam begriffen und musste in die Situation genauso hineinwachsen wie mein Kind.
Während der Zeit war ich mit meiner 2. Tochter Sarah schwanger.
Mit 4 hat sie den Regelkindergarten hier besucht. Ausser das sie eben ein seltsames Gangbild hat, war sie nicht auffällig.
Sie malt und bastelt gerne. Setzt auch die rechte Hand gut ein.
Mit 7 ist sie dann in die Regelschule hier im Dorf gekommen. Den Test hat sie ohne bedenken bestanden.
Auch von Seiten der Ergotherapie und den Ärzten gab es keinerlei Bedenken
das Kind nicht auf eine Regelschule einzuschulen.
In der 1. Klasse hatte sie keinerlei Probleme dem Unterricht zu folgen. Auch in der 2. Klasse ging alles ungefähr bis Pfingsten gut. Da haben wir dann bemerkt das sie im Rechtschreiben immer wieder Fehler wiederholt.
Im Rechnen konnte sie sich das einmaleins nicht merken.
Auswendig lernen ging garnicht. Sie hat gemerkt das sie es nicht kann. Das hat ihr Ego nicht vertragen und sie kreischte nur noch herum, sie könne es eben nicht und basta. ( Muss dazusagen das sie ein richtiger Sturschädel ist)
Als die 2. Klasse beendet war und ich die Schulhefte durchgegangen bin habe ich festgestellt das da noch gaaanz viel nicht bearbeitet wurde.
Mein Kind ist mit einer großen Lücke in die 3. Klasse gekommen.
Sie bekam eine neue Lehrerin. Gleichzeitig die Konrektorin an unserer Schule.
Noch bevor ich überhaupt mit ihr reden konnte, hat sie mit den Kindern gleich einen Fußmarsch ins nächste Dorf durchgezogen der Laura in Sachen KG um Wochen zurückgeschmissen hat.
Ich habe um einen Termin gebeten und ihr erzählt was Laura für eine Behinderung hat. Das sie sehr wohl alles mitmachen darf aber solche Gewaltmärsche gift für sie sind.
Dann fiel mir auf das sie Material für die Hausaufgaben nicht dabei hatte.
In den Heften immer öfter Bemerkungen standen über die Schrift und unvollständige Beiträge.
Unter den Proben standen Bemerkungen wie "Schade das du nicht fertig geworden bist"
Ich bin dann nochmal rein und die Lehrerin meinte es täte ihr soooo Leid aber L. braucht eine kleinere Klasse in der sie besser gefördert werden könne.
Eigendlich war ich der Meinung das L. mit dieser Behinderung keine Probleme haben sollte und bin bis Dato auch nicht auf die Idee gekommen die Behinderung für Lauras Schwächen in den Vordergrund zu schieben.
Ich wollte das sie immer normal behandelt wird wie die anderen.
Im Januar hatten wir Termin beim Versorungsamt und die Kinderärztin in München meinte das ich unbedingt was tun müsse.
Also hab ich L. bei der Schulpsychologin austesten lassen. Im Juli habe ich noch einen Termin bei einem unabhängigen Kinderpsychologen.
Ich will das alles Schritt für Schritt machen und das Beste für mein Kind heraushoen.
Auf alle Fälle einen Nachteilsausgleich beiProben sollte drinnen sein.
Auch die Kinderärztin vom Amt hatte mit keiner Silbe erwähnt das L. eine K-Schule braucht.
Die Direktorin an unserer Schule meinte aber L. solle da einen Schnuppertag machen. Vlcht. ist das ja besser für sie.
Ich habe mir die Inetpräsenz der Schule angesehen und kann mir nicht vorstellen das mein Selbstständig gerade mal von dieser Behinderung angehauchtes Kind dort glücklich und erfolgreich beschult werden könnte.
Nach den Tests bei der Schulpsychologin kam eine Rechtschreibschwäche heraus
Laura ist durchschnittlich intelligent und begabt.
Allerdings hat sie mit der Linksrechtshändigkeit eben Schwierigkeiten. Da ist der berühmte Knoten im Kopf von dem sie mir schon seid Jahren erzählt.
Da geht alles durcheinander.
Wenn sie z.B. 365 schreibt dann kommt erst die 3 dann ein Abstand dann die 5 und zum Schluss schreibt sie die 6 in die Lücke.
Ich dachte die ganze Zeit das ist schon wieder irgendeine verrückte Methode den Kids rechnen zu lernen

Dann hat die Psych. noch festgestellt das Laura wenn sie im Kopf abzieht.
Sie zwar richtig anfängt aber den gemerkten nicht abzieht sonder dazurechnet.
Das ist alles wegen dieser Parese.
Eigendlich wäre L. rechtshänderin und hat sich halt das Arbeiten mit links selber anerzogen.
Lt. Ergo war das i.O. wenn wir das so lassen.
Die Schulpsychologin ist eine tolle Frau und ich mochte sie sofort. Nur meint auch sie das L. sich nicht der Schule anpassen, sondern die Schule sich dem Kind anpassen müsse.
Eine K-schule wäre für Laura menschlicher. In der Regelschule ist
sie nach 3 Std. ausgepowert und es geht nichts mehr ins Köpfchen hinein.
Auch ihr Kurzzeitspeicher ist sehr mickrig.
So, und was mache ich als Mutter nun?
Mein in ihre Klasse intigriertes Kind soll nun auf eine völlig fremde Schule gehen . Sie hat all ihre Freunde hier. Ist nie wie ein behindertes Kind behandelt worden.
Nun soll sie in eine Schule gehen in der nur behinderte Kids gehen.
Wie packt das ihre Psyche?
Und nicht nur das alleine.
Wenn man sich die Satistik ansieht das nur ca. 20 % der Kinder in K-Schulen einen Hauptschulabschluss schaffen und nur 2,2 % in der Lage sind eine weiterführende Schule zu besuchen reisst mir die Hutschnur.
Ich hab noch ein Eisen im Feuer. Ab der 5. Klasse könnte Laura hier in die Montessorischule mit M-Zug gehen.
Nur was mach ich die nächsten Monate mit ihr? Se hat noch den Rest der 3. Klasse und die 4. Klasse hier in der Grundschule.
Soll ich ausser den Nachteilsausgleich ( den hat sie ja schon ) auch noch für sie Sonderpädagogische Förderung beantragen?
Und in wie weit macht so eine Grundschule in einem Dorf mitten in Bayern mit?
Tatsache ist halt auch das die Spastik seid der 3. Klasse schlimmer geworden ist.
Sie hat 3-4 mal die Woche KG macht zuhause selber ihre Übungen und noch einmal die Woche Ergo.
Sie kam 3 Jahre ohne Unterschenkeorthese aus, nun hat sie wieder eine.
GsD sind nun Ferien und mein Kind darf endlich wieder spielen und Kind sein. Unter dem Schuljahr hat sie kaum Zeit für sich selber.
Sarah, meine jüngere ist eine 1er Schülerin.
Letztens sass Laura am Morgen im Wohnzimmer und ich habe gehört wie sie zu ihrem Papa gesagt hat:
Papa, die Sarah ist sooo gut in der Schule
Die lernt nicht und hat nur super Noten ....... und ich bin so ein A...loch.
Ich habe ihr immer gesagt das es egal ist was sie für Noten heimbringt, das ich weiss das sie sich bemüht und ihr bestes gibt.
Aber es belastet sie offensichtlich doch mehr als mir bewusst war.
Ich denke ihr könnt euch in meine Gefühlswelt
hineinversetzen. Es tut so weh zu sehen wie sich das eigene Kind durchquält und ich
selber nicht weiss was denn nun das Optimale für sie ist.
Ok, ich hab noch den anderen Kinderpsychater ( lt. der Schulpsychologin seeehr ProKind). Mal sehen was der dazumeint. Ich bin mir fast sicher das er für L. die K-schule ablehnen wird.
Aber gibts einen Mittelweg?
????<- im Kopf

( Den Spruch hab ich von Laura

)