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Politikerschelte?

Barbara HLT 25.02.2009, 05:58#1
Bin jetzt zum ersten Mal im Forum und ganz gespannt, ob so eine Kombi Privat + professionell überhaupt geht. Mein Lebensziel war aber immer, nichts zu trennen, was nicht zu trennen ist. Also: Bin Psychologin und Pädagogin und habe viele Jahre in diesem Bereich gearbeitet. Bin jetzt Abgeordnete im Hessischen Landtag und dort bildungs- und migrationspolitische Sprecherin meiner Fraktion. Na und da interessiert mich natürlich, ob Ihr Euch z.B. um die UN-Konvention kümmert, die verlangt, dass Kinder mit Beeinträchtigungen oder Behinderungen in Regelschulen gehören. Würde mich sehr interessieren, ob dazu schon jemand aktiv geworden ist...
**Claudia** 25.02.2009, 14:46#2
AW: Politikerschelte?

Hallo Barbara,

na dann mal Willkommen im Forum.
Als Pflegemama eines behinderten Kindes und als Gruppenleiterin einer themenspezifischen Gruppe habe ich viel mit Psychologen und Pädagogen zu tun und habe in all den Jahren auch immer wieder mitbekommen, wie schwer es für diese Berufsgruppe sein kann zu "trennen".
Von daher ist es sicherlich eine mutige Herausforderung.

Zum eigentlichen Thema:
persönlich hätte ich meine Pflegetochter nie auf eine Regelschule gegeben, weil sie in der Förderschule (Waldorfschule für "seelenpflegebedürftige" Kinder -> also anthroposophische Einrichtung für geistig behinderte Kinder) die optimale Förderung bekommt, die sie braucht.

Integration bedeutet für mich nicht, geistig behinderte Kinder "zwangsläufig" auf eine Regelschule zu geben - ich bin sehr dafür, dass es Schulen gibt, die den Neigungen der Kinder entsprechend zugeschnitten sind.
Integration bedeutet für mich, dass Schulen für geistig behinderte Kinder nicht als "Abschiebestelle" gesellschaftlich gesehen werden, sondern dass es sich im gesellschaftliche Bewusstsein integriert, dass "solche Schulen" eben auch "ganz normale Schulen" sind.

Die Integration beginnt m.E. im Kopf und wenn die vollzogen ist, werden auch Schulen für geistig behinderte Kinder vermutlich nicht mehr mit negativen Gedanken besetzt sein.
Carmen62 25.02.2009, 16:36#3
AW: Politikerschelte?
Hallo
Kann mich Claudia uneingeschränkt anschliessen.:-)
Warum muss es denn die Regelschule sein mit Integration.
Fühl ich mich dann besser,definitiv wird die Förderung immer
mehr gekänzelt,Förderstunden werden nur zögerlich bewilligt,
Krankengymnastik oder anderweitige Therapien sollen nicht mehr
in den Schulen stattfinden.
Anders ,wie Claudia schon erwähnt,sind Montessouri oder Waldorfschule.
Uns hat man auch empfohlen eine Heilpädagogische Schule zu wählen,
da dort zukuntsweisend das Therapieangebot bestehen bleibt.
Ich habe akzeptiert,das mein Sohn "behindert" ist.
Wer generell ein Problem damit hat,wird mein Kind auch in der Integrativklasse
nicht tolerieren.Fakt ist doch,dass mein Kind vor Ausgrenzungen und Anfeindungen nicht geschützt werden kann.
Ich meine die deutschen Schulen haben gravierende Probleme.
Ausländische Schüler sind in der 3. Generation nicht integriert.
Das Problem liegt an nicht motivierten Lehrern,die sollen noch
behinderte Kinder in den völlig chaotischen Klassen einbringen.
Wie soll ein Integrativkind bei einer Klassenstärke von über 30
Schülern,genügend Förderung erfahren.
Hier wird dann nur an den Kosten gespart,Regelschule nein Danke:grins:
Ich wohne in der Grossstadt,wir sind alle froh,wenn unsere Kinder
unbeschadet von der Schule heimkehren.
Ich hoffe,dass diese Kinder ,zukünftig ein Recht auf behindertenspezische
Beschulung haben.Und das die Eltern sich dafür nicht schämen müssen,
dass ihr Kind eine Förderschule besucht.
LG Carmen
amai 25.02.2009, 18:19#4
AW: Politikerschelte?

Hallo zusammen,
also ich würde mir schon eine selbstverständliche Inklusion und Beschulung von nichtbehinderten und behinderten Kindern als *Regelfall* wünschen.
Allerdings müsste sich da sehr, sehr viel ändern. Denn so, mit viel zu grossen Klassen und fehlenden Lehrern ist es nicht zu schaffen. Es ist schon ein Spagat, dass *normale* Kinder in solch einem Umfeld überhaupt etwas lernen können.

Von individueller Förderung würde jedes Kind- egal ob behindert oder nicht- profitieren können. Aber leider ist Bildung und Kinder allgemein nicht viel wert in diesem Staat, das muss sich aber dringend ändern, wenn die Gesellschaft nicht zugrunde gehen soll. Auch vom selbstverständlichen Zusammenleben von behinderten und nicht behinderten Kindern profitieren alle, denn da kann man Rücksicht, Respekt,lernen und achten von nicht materiellen Werten.

Da mir sehr wichtig ist, dass mein Kind glücklich und zufrieden ist (und bleibt) habe ich mich deshalb für ihn für eine Sonderschule für geistig Behinderte entschieden. Wohl wissend - und auch darüber unglücklich sein- dass er dort leider ein ganzes Stück unterfordert ist (was ich versuche zu ändern, sowohl durch Intervention an der Schule selber als auch durch private Förderung in der Freizeit). Auch die Orientierung und lernen von Leistungsstärkeren entfällt für ihn an der Schule leider. Die Alternative wäre die Grundschule um die Ecke gewesen, die sogar als sehr gutes Beispiel im ganzen Bezirk für Integration gilt. Aber ich kenne die Schule schon durch meinen ältesten Sohn und seit dieser dort war, haben sich die Verhältnisse weiter verschlechtert (grössere Klassen, weniger Anspruch auf Förderstunden, mehr Unterrichtsausfall, die Co-Pädagogen müssen diesen versuchen zu kompensieren, also statt Förderung durch 2. Lehrer in der Klasse werden Förderstunden also ganz gestrichen). Nein, in solchen Verhältnissen würde mein Kind untergehen.

Ich bin froh, dass sich durch die UN-Konvention neue Möglichkeiten und hoffentlich Verbesserungen für alle auf lange Sicht ergeben. Leider wird das nicht ohne Kämpfe und viel Engagement zu erreichen sein.

LG, amai
**Claudia** 25.02.2009, 18:40#5
AW: Politikerschelte?

Ergänzend fällt mir noch ein, dass ich aber auch an die gesunden Kinder denke.
Ich weiss, wie meine Kleine "austicken" kann und ehrlich gesagt, möchte ich das keiner "gesunden" Klasse zumuten.
Wenn sie zum -nett ausgedrückt- "kreiseln" anfängt, kann es gut sein, dass sie völlig unkontrolliert mal jemanden anspringt, würgt, die Füsse abschleckt, beisst, kratzt....

Ich weiss, was meine grosse Tochter manchmal aushalten muss, wobei ich als Mama günstiger agieren kann, als ein möglicherweise völlig überforderter Lehrer, der sich dann vielleicht nicht traut, ein Kind mit Behinderung in seine Schranken zu weisen.

Auf der Waldorf-Schule, die unsere Kleine besucht, wird konsequent durchgegriffen und bei einer Klassengrösse von 8 Schülern (mit zwei Lehrern und zwei Klassenhelfern) kann man leichter die Kontrolle über einen "kreiselnden" Schüler bekommen.

Es ist allerdings auch schon passiert, dass unsere Pflegetochter einer Mitschülerin mal eben eine Schaufel über den Kopf gezogen hat.

Für "normal" entwickelte Schüler, die schon fast extreme Leistung bringen müssen (wobei die Schüler in der Klasse unserer Kleinen auch Grossartiges leisten - ich bin so dankbar, dass sie in diese Schule gehen darf, wir hätten uns nie träumen lassen, zu welchen Erfolgen die Maus mal fähig sein wird!) in unserer heutigen Gesellschaft, wäre das eine Zumutung.

Unsere Pflegetochter lernt jetzt in einer geschützten Schule, bekommt in dieser Schule eine dreijährige handwerkliche Ausbildung und kann dann auch geschützt wohnen.

So hart es klingt:
zu ihrem Schutz und zum Schutz der anderen.

Wir fühlen uns in der Gesellschaft aber "voll integriert" mit unserem behinderten Kind. Wir nehmen ganz normal an gesellschaftlichen Ereignissen teil, wir fahren normal in den Urlaub, wir gehen gemeinsam ins Restaurant, ins Kino, auf den Spielplatz, treffen uns mit Freunden und Familie....das ist für mich die Integration.
Da ich unsere Kleine auch gut im Griff habe, gab es da bisher noch nie schwerwiegendere Probleme und wir sind überall gerne gesehen.
Nur trage ich eben einen entscheidenden Anteil an der Sache, indem ich konsequent durchgreife und meine Kleine das auch weiss.

Genauso konsequent wird auch auf der W-Schule durchgegriffen. Ich will nicht, dass man überall Rücksicht nehmen muss, wo wir auftauchen.
lottekind 25.02.2009, 19:55#6
AW: Politikerschelte?

Hallo Barbara,

ich kann mich nur meinen Vorrednern anschließen.

Das Problem ist die Gesellschaft nicht die Schule bzw. die Schulform.
Ich möchte nicht, dass meiner geistig behinderten und heftig hyperaktiven Tochter eine deutsche Regelschule zugemutet wird. Und umgekehrt.

Solange die Menschen in diesem Land noch mit einem "das tut mir leid"-Gesicht zusammenfahren, wenn man ihnen erklärt, dass das Kind auf eine Schule für geistige Entwicklung (der Name ist auch ein Scherz) geht, sind diese Kinder auf einer Regelschule nicht gut aufgehoben. Ich wage sogar den Ausspruch, dass es für alle Beteiligten schädlich wäre.
Man stelle sich nicht nur die Kinder vor, sondern auch die Eltern, die Sturm laufen würden.
Ich kenne leider sogar Eltern mit behinderten Kindern, die sogar der Meinung sind, mein Kind gehört nicht zu den "Bekloppten". Da sind natürlich die Eltern das Problem, aber die geben das ihren Kindern doch unterschwellig mit.

Ne ne. Solange wir dieses Schulsystem in Deutschland haben, kann es nur gehen wie es jetzt geht.
In einem Land, wo man darüber nachdenkt, unsere problematischen Hauptschulen zu schließen. Als ob das Problem damit gelöst wäre.

Ohne persönlich werden zu wollen, habe ich mich schon öfter gefragt, was in Politiker-Köpfen vorgeht, nicht nur in diesem Land.
Um so schöner finde ich es, dass da mal jemand in Foren wie diesem nachfragt und sich interessiert. Ein ganz ganz großes Lob dafür.

Liebe Grüße
Iris
**Claudia** 25.02.2009, 21:34#7
AW: Politikerschelte?

Hallo Iris,
Solange die Menschen in diesem Land noch mit einem "das tut mir leid"-Gesicht zusammenfahren, wenn man ihnen erklärt, dass das Kind auf eine Schule für geistige Entwicklung (der Name ist auch ein Scherz) geht, sind diese Kinder auf einer Regelschule nicht gut aufgehoben.

da bringst Du etwas prima auf den Punkt, das ich auch so sehe.
Ein ganz aktuelles Beispiel:
wir sind gerade umgezogen, haben eine bisher sehr nett und freundlich erlebte Nachbarschaft.
Unsere Kleine wird täglich mit dem Schulbus abgeholt und nach Hause gebracht.
Neulich stand eine ältere Frau neben mir, als ich auf unsere Kleine gewartet habe.
Wir kamen ins Gespräch, die Frau fragte, auf welche Schule unsere Pflegetochter denn geht.
Ich antwortete: "Auf eine Schule für geistig behinderte Kinder."

Die Frau guckte mich ganz bestürzt an, meinte: "Ach Gott, da haben Sie es aber auch nicht leicht!"
Ich habe sie angelacht und gesagt: "Na, das passt schon. Wir wollten unsere Pflegetochter unbedingt aufnehmen und sie ist ein richtiger Sonnenschein - und die Schule ist einfach toll!"
Da war das Eis gebrochen.

Integration ist für mich, wenn kein bestürztes Gesicht mehr kommt beim Benennen der Schulform, die meine Pflegetochter besucht. Ich bin überglücklich, dass es diese Schule überhaupt gibt :-).

Einfühlungsvermögen statt Mitleid finde ich viel schöner - und Einfühlungsvermögen kann auch bedeuten, sich einfühlen zu können, dass man es als Betroffener gar nicht als "Katastrophe" empfindet, ein behindertes Kind zu haben.

Im Übrigen finde ich an dem Wort "Behinderung" auch nichts Abwertendes. Man ist an etwas gehindert. Ist das schlimm?

Es ist doch prima, wenn man in speziellen Schulen den Umgang mit speziellen Hindernissen erlernt. Und das tut mein Kind!
HHelmutS 25.02.2009, 22:41#8
AW: Politikerschelte?

Hallo Barbara,

was sollten Eltern behinderter Kinder aufgrund dieser Konvention unternehmen ? Freudensprünge, oder lieber Möglichkeiten der Gegenwehr gegen so ein Vorhaben ausloten ? Da der Unterschied im Förderbedarf einzelner Kinder genau so groß ist, wie der zwischen Freudensprüngen und Verfluchen, und es heute nicht mal möglich ist alle Kinder einer Stadt, aufgrund ihres unterschiedlichen Förderbedarfs, in ihrer Stadt zu fördern, er scheint es mir hochgradig merkwürdig, das angeblich überörtlich .. ne.. über Landergrenzen hinaus denkende Politiker auf die Idee kommen, das alle Kinder nur noch "in eine Schule"... eine Regelschule gehen sollen.

Im Grunde kann nur gemeint sein, das ALLE Kinder "in der Regel", also ohne Haken, Ösen, Widerspruch und Klagen... an geeigneten Stellen die Förderung bekommen sollen, die sie aufgrund ihrer Individualität brauchen. Alles andere kann man fast nur so deuten, das da jemand versucht, mit Speck Mäuse zu fangen... was die Frage aufwirft was man wohl damit vor hat. EIN Efeckt, den eine Regelschule für Alle haben würde ist der, das so viel deutlicher wird, wie groß der Förderbedarf einzelner ist... und wie wenig der Einzelne davon doch haben könnte. Daher weis ich nicht so recht, ob diese Konfention nicht eine große Mogelpackung ist, die uns untergejubelt werden soll. Ob die Initiatoren der Konvention... oder Förderer "so eines Denkmodels", wohl gern mal in die Rolle eines Autisten, oder eines geistig Behinderten schlüpfen würden, der an so einer Schule zwischen die Fronten von verschiedenen Migranten oder Leistungsgruppen gerät ? Ich glaube, das niemand gern in so eine Rolle Schlüpfen würde, und man das ganze daher besser als Modell für die ferne Zukunft....ab 2200 aufwärts.. ablegen, und wir uns besser um heute eher mögliche Möglichkeiten, als "um solchen Speck für wer weis welchen Zweck" kümmern sollten.

:-) Helmut
amai 25.02.2009, 23:20#9
AW: Politikerschelte?

Hallo zusammen,
sicher wird ein Regelschulbesuch keine Option für alle Kinder sein.

Aber denkt doch bitte mal alle zum Beispiel an Kinder mit Körperbehinderungen. Es gibt in der Bundeshauptstadt Bezirke, da gibt es zum Beispiel nicht ein einziges Gymnasium, dass rollstuhlgerecht wäre.
Es ist eine Tatsache, dass viele Förderschulen NICHT alle Schulabschlüsse anbieten (können), auch nicht für Kinder die weder lernbehindert oder geistig behindert sind.

Und viele Eltern müssen heute nervenzehrende und aufreibende Kämpfe führen damit ihre Kinder eine Chance auf eine den Fähigkeiten und Neigungen entsprechende Schulbildung bekommen und auf eine Regelschule dürfen, eventuell mit einer notwendigen Unterstützung (Schulhelfer). Mir sind viele Beispiele von Autisten (Asperger-Syndrom, HFA) bekannt, wo der Schulbesuch ein sehr grosses Problem und Dauerthema für die ganze Familie darstellt.

Es geht hier nicht darum, hier alle gleich zu machen, sondern die Chancen wahrzunehmen und für eine Verbesserung für alle zu kämpfen. Eben eine individuelle Förderung für ALLE Kinder, egal ob normal begabt, geistig behindert oder hochbegabt, ob aus deutscher oder nichtdeutscher Herkunft und egal aus welcher sozialer Schicht.
Mit Ratifizierung der UN-Konvention verpflichtet sich Deutschland, dass in jedem einzelnen Bundesland bestimmte Vorgaben erfüllt werden. Ich finde das gut, denn es gibt heute eine grosse Bandbreite ob und wie man behinderte Kinder heute an Regelschulen integriert und keine einheitliche Richtlinie.

Hier geht es aber nicht um einen Einheitsbrei(-schule) für alle, sondern die Chance für alle Kinder nach ihren Bedürfnissen gefördert zu werden und eine Wahl zu haben.

Ich finde es übrigens auch gut, wenn sich Politiker versuchen zu informieren bei Betroffenen und sich ehrlich engagieren wollen und nicht irgend etwas über die Köpfe der Wähler entscheiden.

Mehr Geld in Bildung und für Kinder sind schon lange notwendig und höchste Zeit , nicht nur zu reden (wie auf dem sogenannten Bildungsgipfel= heisse Luft und null konkrete Entscheidungen und Geld) sondern anfangen zu handeln.

Was man gezielt an Geld in gute Bildung von Anfang an steckt (auch der Kindergartenbesuch ist für mich eine wichtige Bildungsmaßnahme) muss nicht später in irgendwelche Resozialisierungsmaßnahmen für straffällige Jugendliche oder Programme für Schulversager gesteckt werden, damit deren einzige Perspektive nicht Arbeitslosigkeit und ALG II auf Lebenszeit bleibt.

LG, amai
lottekind 25.02.2009, 23:46#10
AW: Politikerschelte?

Hallo ihr Lieben,

Helmuts Antwort hat mich gerade sooo amüsiert (wenns nicht so traurig wäre), dass ich mir noch einen Kaffee gemacht habe und mich anschließend gefragt habe, was das um diese Uhrzeit noch soll, will ich in dieser Nacht noch schlafen.

Aber im Ernst. Ich kann Helmut nur beipflichten.

Ich bin mir nicht sicher, ob es diese Konvention war, die einige Eltern in oder bei Köln dazu animiert haben, sich zusammen zu schließen, um genau dieses umzusetzen. Ich kann da nur den Kopf schütteln. Natürlich ist es so, dass auch auf den Förderschulen nicht jedes einzelne Kind so gefördert werden kann, dass man das Letzte aus diesem Kind "herausholt". Und auch hier gibt es bessere und schlechtere Schulen, ganz klar. Hängt doch auch dort viel vom Klassenteam ab, haben wir selber erfahren.

Aber diese Eltern in der Kölner Umgebung hat es jetzt geschafft, dass sich die Landesregierung NRW überlegt, doch die Kinder der Förderschulen, auch die der Schulen für geistige "Entwicklung", später in die freie Wirtschaft zu integrieren und nicht automatisch in die Werkstätten zu schicken. Halloooo:kopfkratz:
Da nagt doch wirklich der Zweifel an mir.
Natürlich kann das ein oder andere Kind bzw. der ein oder andere Erwachsene in der Wirtschaft die ein oder andere Arbeit machen, aber es wird doch nicht die Regel sein können. Ist aber billiger für das Land.
Und da sind wir auch schon bei dem Beitrag von amai. Es geht den Verantwortlichen nur der Worthülse nach um Integration. Im Vordergrund steht der Kostendruck.
Ich möchte an dieser Stelle auch mal darauf aufmerksam machen, dass an anderer Stelle in diesem Forum das Problem der "Gewalt an Schulen" besprochen wird. Und was man da liest, lässt einen verzweifeln. Außerdem gibt es in Deutschland genügend Hilfeschreiende Lehrer und Rektoren, die dann in der Presse zerrissen werden und von der Politik nicht wirklich unterstützt werden.

Vielleicht sollte man erstmal das Schulsystem gründlich reformieren und dazu machen, was es sein soll: eine Bildungseinrichtung und keine Verwahranstalt mit völlig überforderten Pädagogen, die dann häufig noch von der Elternschaft runtergemacht werden anstatt unterstützt zu werden.

Und dann kann man ja mal darüber nachdenken, wie man behinderte Kinder in dieses Bildungssystem dann integriert.
Dann sind wir wahrscheinlich tatsächlich im Jahr 2200, wie von Helmut prognostiziert.

Trotzdem möchte ich Barbara nochmal sagen, dass ich es ganz toll finde, dass sie versucht, sich in diesem Forum zu informieren, auch wenn sie sich von den Elternreaktionen sicherlich "erschlagen" fühlen muss.

Liebe Grüße
Iris
Bea 26.02.2009, 17:36#11
AW: Politikerschelte?

Kann mich Iris nur anschließen - ich hoffe, Barbara traut sich nochmals "raus", nach diesen Antworten :unsicher: - aber so ist es doch in der Realität. Unsere Tochter geht in eine Außenklasse (=Sonderschulklasse im Gebäude einer Regelschule), und da haben sie die Erfahrung gemacht, dass zuviel Integration (= irgendwas gemeinsam mit einer anderen Klasse machen oder auch nur mit einer Teilgruppe) die Kinder mit Behinderung überfordert; die einen, weil es zu viel Trubel ist (Stichwort Klassengröße), die anderen, weil sie einfach mit den nichtbehinderten Kindern nicht mithalten können - was umso tragischer ist, wenn die Kinder mit Behinderung "fit" genug sind, ihre Defizite zu realisieren. Von daher kann ich nur sagen: Integration ist nicht alles! Mein Lieblingsbeispiel dazu ist übrigens: wie würde sich denn ein einzelner nichtbehinderter Mensch in einer Gruppe mit Menschen mit Behinderung fühlen, und zwar nicht als einmaliges Ereignis, sondern dauerhaft? Ich bin ehrlich und sage für mich: das würde ich nicht wollen. Also, warum sollte umgekehrt meine behinderte Tochter das so wollen? Mehr Kontakt zwischen Menschen mit und ohne Behinderung, mehr "Normalität" für Menschen mit Behinderung - das ist für mich wichtiger als so eine Schlagwort-"Integration" um jeden Preis.
Grüße,
Bea
HHelmutS 26.02.2009, 19:02#12
AW: Politikerschelte?
Zitat von amai

Hier geht es aber nicht um einen Einheitsbrei(-schule) für alle, sondern die Chance für alle Kinder nach ihren Bedürfnissen gefördert zu werden und eine Wahl zu haben.

Ich finde es übrigens auch gut, wenn sich Politiker versuchen zu informieren bei Betroffenen und sich ehrlich engagieren wollen und nicht irgend etwas über die Köpfe der Wähler entscheiden.

Hallo Amai,

ich fürchte, das eben genau das.. das Zitat.. hier die Frage ist. Mit den "Schulen von Heute" ist wenn man mehr integration betreibt, fast nur "einheitsbreiSchule" möglich. Anders gesagt, um behinderte Kinder so zu integrieren, wie es die Konvention vorsieht, müssen in vielen Städten Schulbebäude umgebaut, besser gesagt neu gebaut, oder gar neu erfunden werden. Hier im Ort hat eine Schule wegen hohen Schülerzulaufs ein Problerm mit dem Lehrerzimmer... es passen nur 50 rein, et sind aber über 90 Lehrer an der Schule. Dadurch muß jetzt das Lehrzimmer derart umgebaut werden, das et richtig Geld kostet.... Wie soll es "an solchen Schulen" zugehen, wenn wg. behinderter Schüler nochmal 20 Lehrer dazu kommen ?

Dann muß man sich mal vorstellen, das die werten Politiker allein schon mit dem zusammenlegen von Haupt, u. Realschulen aufgrund der Leistungsunterschiede der Schüler Probleme haben... Wie soll man angesichts solcher Umstände so eine Konvention ernst nehmen ? Sicher, et wäre schon schön wenn mehr Integration betrieben würde... nur, sollte man so ein vorhaben eher in passenderer, als ofentsichtlich total überzogene Worte... von wegen ALLE in die Regelschule ... fassen. Selbst wenn das für belastbare Kinder gelingen sollte stellt sich die Frage, was dann mit schwerer behinderten Kindern passiert ? Die brauchen dann noch genau die selbe Förderung wie jetzt..... und ich hab da erhebliche Zweifel, das die dann noch gewährleistet sein wird. Politiker sollten sich, und die Bürger besser informieren, bevor sie irgendwelchen Konventionen zustimmen, die sie "zum wohlen aller" kaum einhalten können.

:-) Helmut
**Claudia** 18.03.2009, 20:30#13
AW: Politikerschelte?

Barbara,
wo biste denn hin verschwunden?
Du hast soviel Feedback bekommen - eine Antwort, ein kleines "Dankeschön für die Mühe" oder sowas in der Art wäre doch eine nette Geste ;-).
Inge 19.03.2009, 20:09#14
AW: Politikerschelte?

Hallo zusammen,

nun muss ich doch auch mal meine - etwas andere - Meinung zu dem Thema beitragen: reine SonderSCHULEN gehören m.E. im Laufe der nächsten Jahre abgeschafft. Denn SONDEReinrichtungen sind immer wieder auch ein Ort des AusSONDERns.
Mein Wunsch wäre, die einzelnen Klassen von Sonderschulen in die Regelschulen zu integrieren, bzw. Regelklassen in die jetzigen Sonderschulen zu integrieren. Der Kontakt zwischen behinderten und nichtbehinderten Kindern sollte einfach zur Normalität werden.
Wichtig wäre auch, neue öffentliche Gebäude ausschließlich barrierefrei zu gestalten. In den vorhandenen Schulen ohne Aufzug könnten die Klassen im Erdgeschoss für behinderte Kinder genutzt werden.

Ich sehe (durch meine bisherigen Erfahrungen) die Gefahr von Sondereinrichtungen darin, dass sich dieses Schubladensystem durch das ganze Leben zieht.
Im Kindergarten häufig noch Integration, in der Grundschule noch eine Teilintegration und danach Sonderschule.
Nach der Schulzeit beginnen für schwerer behinderte Menschen jedoch die richtigen Probleme, denn beim Auszug aus dem Elternhaus wird dann noch mal unterteilt in "arbeitsfähig" und "nicht-arbeitsfähig".
Arbeitsfähige Menschen wohnen in Wohnheimen und können eine WfbM besuchen. Nicht arbeitsfähige Menschen wohnen in Wohnpflegeheimen, in denen ihnen oftmals noch das Recht auf einen zweiten Lebensbereich in Form einer Tagesförderstätte abgesprochen wird (siehe Mittelfranken).
Abgesehen davon, dass eine Zuordnung zu bestimmten Wohnformen nach der vorhandenen Arbeitsfähigkeit mehr als diskriminierend ist, ist diese Trennung vom pädagogischen und menschlichen Standpunkt her völlig daneben!
Außerdem klemmt diese Schublade ganz fürchterlich und kann meistens nicht mehr geöffnet werden....
HHelmutS 19.03.2009, 20:52#15
AW: Politikerschelte?

Hallo Inge,

Sonderschulen abzuschaffen ist einfach und billig zu haben. Mann nennt sie einfach um. Statt "Schule für geistig Behinderte" schreibt man dran, Annette Dings Realschule, Außenstelle Rübenstraße.. verlegt die Grundkure in Mathe, Deutsch und co, in die Räume der Schule, und schwups, gibt es keine Sonderschulen mehr... Aber ob man so mehr Integration bekommt ?

:-) Helmut
lottekind 19.03.2009, 21:09#16
AW: Politikerschelte?

Hallo Inge,

ich kann Helmut nur beipflichten.
Integration findet in den Köpfen statt und nicht durch abschaffen, neuschaffen, umherschieben. Erst wenn Integration in allen Küpfen angekommen ist, erst dann ist dieses Thema erledigt.

Und erst, wenn das Thema Integration in Foren wie diesem kein Thema mehr ist, dann ist sie in der Gesellschaft angekommen. Aber solange brauchen wir noch Sonderschulen oder wie es neu heißt Förderschulen.

Liebe Grüße
Iris
amai 20.03.2009, 00:37#17
AW: Politikerschelte?

Hallo zusammen,
natürlich wird nicht alles gleich anders oder besser und ja, es muss sich etwas in den Köpfen der Leute ändern.

Aber: wenn die *Normalen* nie mit den *Behinderten* zusammen kommen und seid mal ehrlich, wenn man nicht selber ein behindertes Kind oder Verwandten hat oder evtl. noch im Freundeskreis, wer von euch ist da mit behinderten Menschen zusammengekommen, wie lernt man dann den Umgang? Wie baut man dann Vorurteile und Ängste ab?
Geht das nicht am besten im Kontakt und in ganz alltäglichen Umgebungen und Situationen?

Deswegen wünsche ich mir, dass es eben nichts ungewöhnliches ist behinderten Menschen im Kindergarten, in der Schule und soweit sie es möchten und können auch in sinnvollen und erfüllenden Berufstätigkeiten ausserhalb von den beschützten Werkstätten, wenn auch oft nur mit Unterstützung oder im reduzierten Zeitrahmen, zum Beispiel in den CAP-Märkten oder wie im Stadthotel in Hamburg und anderswo , in Vereinen, im täglichen Leben zu begegnen.

Und ich wünsche mir statt nur den Wohnheimen (oft schön, aber *weit ab* gelegen- warum wohl? Es gab ja auch schon Urteile gegen Wohngruppen mit Behinderten in "Wohngebieten"Schande-aber wahr!) betreute kleine Wohngruppen oder auch eigenständige Haushalte mit Unterstützung in ganz normalen Wohnvierteln.

*Normal* sollte es werden behinderte Menschen so weit wie möglich überall teilhaben zu lassen und es nicht mehr als *normal* und selbstverständlich zu finden, dass sie ausgesondert werden.

Wird alles seine Zeit brauchen und nicht von heute auf morgen gehen, aber wenn wir nicht anfangen und versuchen, Dinge zum Besseren zu verändern wird sich nichts ändern- ausser zum Negativen (siehe Diskussionen um Pränataldiagnostik und Lebensrecht und den durchaus öfter zu hörenden Vorwurf: " Muß "sowas" denn heutzutage noch sein? wer behinderte Menschen kennen- und vielleicht sogar schätzen gelernt hat, wird dazu sicher eine andere , nicht vorgefasste Meinung haben).

Nächtliche, nachdenkliche Grüße,
amai
Inge 20.03.2009, 07:50#18
AW: Politikerschelte?

Hallo zusammen,

vermutlich kann das in die Diskussion einmünden: "was war zuerst: die Henne oder das Ei?" ;-)
Dass Inklusion nicht von heute auf morgen gehen kann, ist mir klar. Deshalb hatte ich ja geschrieben "... im Laufe der nächsten Jahre ..."
Aber Integration ist schneller möglich - allerdings nur mit gutem Willen und gesundem Menschenverstand (daran fehlt es leider viel zu oft).
Kirsten 25.03.2009, 00:14#19
AW: Politikerschelte?

Guten Abend,

warum müssen wir integrieren? Weil wir es vorher aussortieren. (Punkt)

Inclusion wörtlich übersetzt aus dem Englischen heißt: "Einschluß, Einbeziehung, Einbeschlossenheit" . Einschließen bitte was? Die Menschen die anders sind als wir?

Das Wort "Inclusion" wird seit Anfang 1990 benutzt. Da gab es mal eine Konferenz mit dem Motto "Bildung für Alle". Da wurde aus dem Wort Integration das Wort Inclusion. de.wikipedia.org/wiki/inklusive_P%C3%A4dagogik
Bei Integration geht man von einem Förderbedarf von Schüler zum einen mit einem sonderpädagogischen Förderbedarf aus, zum anderen Schüler ohne diesen zusätzlichen Bedarf. Die Schüler die einen sonderpädagogischen Bedarf haben, versucht man zu integrieren. Unter dem Wort "Inclusion" versteht man die Zusammenführung aller Kinder in den Schulen, egal ihrer sozialen, kulturellen und ethnischen Herkunft, sowie ihrer Fähikeiten oder Beeinträchtigungen. D.h. die Schule hat sich den Bedürfnissen der Kinder anzupassen und nicht die Kinder den Bedürfnissen der Gegebenheiten der Schule. Soweit so gut und im Sinne der Gleichberechtigung für alle Menschen, egal ihrer Herkunft, Behinderung usw.
Um die "Inclusion" umzusetzen bedarf es aber einer grundlegenden Reform unserer bisherigen Schulkonzepte. Nur so ist eine Teilnahme aller Schüler möglich. Unter aller Schüler verstehe ich dann aber auch wirklich alle, d.h. nicht das Aussortieren von bildbaren und nicht bildbaren Schülern. (Wer möchte überhaupt darüber entscheiden und dafür die Verantwortung tragen?)

Wenn wir uns auf diese "Reform" bzw. die Inclusion einlassen, dann müssen wir auch dafür sorgen, dass alle Kinder (denke da an Menschenrechte) das gleiche Recht haben. Recht auf Bildung, Schulpflicht usw. Wenn im Zuge der Inclusion ein Aussortieren beginnt, dann müssen wir uns überlegen, ob irgendwo ein "fauler Fisch" herumhängt.
Viele Grüße
kirsty
quietschteddy 25.03.2009, 16:58#20
AW: Politikerschelte?

Hallo Leute,
bei diesem Thema überlege ich mir schon seit Tagen, ob ich überhaupt meinen Senf dazugeben sollte. Mich würde echt mal interessieren, wie das in den viel z8itierten und nicht näher benannten anderen Ländern so läuft. Da soll die Inklusion in der Schule und im Kindergarten doch schon sehr gut funktionieren, bloß einen Erfahrungsbericht von einem Betroffenen habe ich noch nicht gelesen.

Meiner Meinung nach müsste es beide Möglichkeiten geben, Integrationsklassen und Sonderschulklassen, um auch den schülern, die in einer großen und lauten Klasse überfordert wären, guten Lernerfolg zu gewährleisten. Auch die Integrationsklassen, womit ich die Möglichkeit der Integration meine, nicht die Notwendigkeit von behinderten Schülern, dürften nicht so groß sein wie die heutigen Schulklassen. Diese Klassen wären dann alle gemeinsam in einer Schule und sie würden z. B. Feste und ausflüge zusammen machen. Es wäre natürlich schön, wenn man die schüler nicht nach Art der Behinderung sortieren müsste. Da bräuchte man aber viele Integrationshelfer und Sonderpädagogen, von denen manchmal mehrere in einer Klasse sein müssten. Beispielsweise lernen blinde Kinder ganz anders als gehörlose Kinder. Es müsste auch Kindern mit Lernschwierigkeiten erlaubt werden, in ihrem eigenen tempo lernen zu können.

So stelle ich mir Inklusion vor, wenn ich einfach mal unqualifiziert und ohne pädagogischen Untebau herumspinne. Dass es bei der praktischen Umsetzung Schwierigkeiten gibt, ist mir natürlich bewusst. Es ist bestimmt nervig, wenn ein blindes Kind beim Schreiben auf seiner Punktschriftmaschine oder Computertastatur hämmert oder einem Gebärdendolmetscher fast die Hände abfallen, wenn er versucht, fünf Kinder auf einmal zu übersetzen.

Außerdem kommt mir bei diesem thema immer der Gedanke, dass z. B. in der Blindenschule bei uns Kindern die Blindheit kein großes Thema war, wobei ich in der überbetrieblichen Ausbildung, der "normalen" Berufsschule und später in einer Eingliederungsmaßnahme erstmal nur die Blinde war. Bei der Ausbildung und der Maßnahme habe ich mich selber für die Integration entschieden, weil ich später auch nicht in einer Firma nur mit Blinden arbeiten wollte, was es auch selten gibt. Es geht eben nicht, dass man integriert wird, ohne sich selber integrieren zu können oder zu wollen.

So, jetzt schicke ich das mal ab, weil ich sonst ewig weiterschreibe, was mir zu diesem Thema noch so einfällt.

Liebe Grüße
clawi_anna17 26.03.2009, 22:23#21
AW: Politikerschelte?

Hallo Barbara,

herzlich Willkommen hier und viel Spaß weiter.

LG Anna
Ringo 26.05.2009, 08:04#22
Inklusion - Nein Danke !!!!!!!!!!

Alle Bemühungen um Integration, welcher gesellschaftlicher Gruppe auch immer, sind nach meiner Meinung gescheitert. Das ist politisch wohl auch gewollt, denn anders kann ich mir das nicht erklären.

Auf einem Workshop in Rendsburg, S.- H., haben Holland, England und Norwegen ihre "Inklusionserfolge" vorgestellt. Holland und England haben die Sonderschulen den allgemeinbildenden Schulen zugeschlagen und schon stimmte die Statistik. Dort nutzen die Schüler dann Sporthalle und Bücherei gemeinsam - "tolle Inklusion". Norwegen hat aus der Not eine Tugend gemacht - auf Grund der sehr geringen Bevölkerungsdichte - besuchen alle Schüler eine Schule, aber dort räumlich getrennt. Lehrer und Pädagogen gibt es dort, durch den Reichtum des Landes, im Überfluss. Ist das Inklusion?????????

ALLE Kinder müssen individuell gefördert und der besten Bildung versehen werden. Das ist eine alte Erkenntnis, die nicht umgesetzt wird!! Warum wohl nicht?? Vielleicht will die Regierung keine gebildete Bevölkerung?!?!?!

Allein das behindertengerechte Umbauen aller Regelschulen, damit sie von Körperbehinderten Menschen besucht werden können, wird sehr viel Geld kosten. Ich glaube nicht das man damit je beginnen wird! Und das wäre ja erst ein Anfang - wo soll denn das viele Geld herkommen?? Wer wird so viele Lehrer und Pädagogen einstellen? Wo sollen sie arbeiten?

Behinderte, welch ein scheußliches Wort, brauchen in dieser Gesellschaft einen geschützten Bereich in dem sie leben, lernen und arbeiten können, wie sie es selbst wollen. Dazu bedarf es entsprechender Einrichtungen und sehr guter Betreuung. Aber das will wieder keiner bezahlen.

Ich denke nachdem Politik und Gesellschaft bei der Integration völlig versagt haben, hat man sich jetzt die Inklusion als neues Spielzeug gesucht um alte Fehler zu vertuschen und neue größere hinzuzufügen.